Das war 2016

Im letzten Jahr habe ich einige politische Gedanken gebloggt, und ich finde es nur fair, mal zurückzublicken und mir zu überlegen, wie sich meine Ansichten und die Welt seitdem entwickelt haben.

So habe ich im Mai über schnelle Züge sinniert. Anlass war eine Diskussion über die Mottgers-Spange und meine Frustration darüber, dass ich nirgendwo Zahlen zu den Fahrtzeiten der vorgeschlagenen Alternativen finden konnte. Nun, die meisten Argumente würde ich genau so wiederholen, allerdings wurde ich darauf hingewiesen, dass die aktuelle Planung der Mottgers-Spange tatsächlich eine Fahrzeit von mehr als 45 Minuten auf Frankfurt – Fulda bedeuten würde. Für keine andere Variante habe ich bisher entsprechende Informationen gefunden.

Ich habe ebenfalls, aufgehängt an Gedanken zum Ausbau der Main-Weser-Bahn, über Stuttgart 21 und das Verhalten der Grünen dazu sinniert. Nun sind seit dem mehrere Gutachten öffentlich geworden, die dem Projekt eine zu positive Risikoabschätzung bescheinigen, und aus Baden-Württemberg hört man abwechselnd, dass sich die Grünen gemeinerweise gegen das Projekt stemmen oder gemeinerweise zu sehr für das Projekt sind. Unterm Strich ein Patt, würde ich sagen. Ich hoffe allerdings nach wie vor sehr, dass die Landesregierung standhaft bleibt und keinen Cent mehr als das vom Volksentscheid genehmigte Geld in dieses Projekt steckt.

Darauf aufbauend, wiederum, habe ich mich darüber aufgeregt, dass Bernie Sanders so lange seinen Wahlkampf gegen Hillary Clinton aufrecht erhalten hat, bei der Vorwahl der Demokraten in Amerika. Nun, letztlich hat er eingelenkt und Clinton ehrlich, aufrichtig und unermüdlich unterstützt. Gereicht hat es freilich nicht, und da am Ende etwa 109 000 Wähler*innen den Ausschlag gegeben haben, war sein Verhalten genauso wie jedes andere Detail des Wahlkampfes wahrscheinlich wahlentscheidend.

Mit der Beschwerde der hessischen Beamten, dass sie doch 100 % gäben, aber nur 1 % bekämen, habe ich mich ebenfalls auseinandergesetzt. Die Kritik an dem Slogan besteht weiterhin, allerdings wurde ich darauf hingewiesen, dass die Lohnerhöhungen natürlich auch im Lichte der Arbeitszeitverlängerung in 2004 von 38 ½ Stunden auf 42 Stunden pro Woche gesehen werden sollten. Es sollte also sein: Wir geben 109 %, sie geben 101 %. (Die Inflationsrechnungen, die ich im Juli dazu gemacht habe, lasse ich jetzt mal weg.) Auch richtig, aber dass der Slogan idiotisch ist, wird dadurch immer noch nicht verändert.

Gleispläne

In meiner Kategorie „Selbstgemacht“ fehlen aus irgendwelchen Gründen die beiden Dinge, die ich am häufigsten aktualisiere:

Seit 2009 unterhalte ich einen Gleisplan der U-Bahn Frankfurt, und seit 2011 einen Gleisplan der Frankfurter Straßenbahn, die es in abgespeckter Version auch bei Wikipedia gibt. Durch die tatkräftige Unterstützung der Mitglieder im Frankfurter Nahverkehrsforum gelingt es auch ganz gut, diese beiden Pläne aktuell und korrekt zu halten.

Wie die anderen Dokumente, die ich veröffentliche, stehen beide Pläne unter der CC-Lizenz BY-SA, Version 4.0. Das bedeutet vereinfacht gesagt, jeder darf diese Bearbeitungen weitergeben und verändern, solange er oder sie mich als Autor der ursprünglichen Bearbeitung nennt (dafür steht das BY) und jedem die genau gleichen Rechte einräumt (Share Alike, SA).

Dagegen sein und falsche Hoffnungen

In Deutschland werden, allem Investitionsstau zum Trotz, viele öffentliche Bauprojekte geplant oder durchgeführt. Bei den allermeisten davon gibt es Befürworter und Gegner. Von einer Gruppe Beispiele habe ich erst kürzlich geschrieben; heute bin ich am Schauplatz eines anderen Konfliktes vorbeigefahren.

Konkret geht es um den Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt West und Bad Vilbel. Der Plan der Bahn: Zwei Gleise für die S-Bahn zu schaffen, so dass diese sich ihren Fahrweg nicht mehr mit anderen Zügen teilen muss. Dadurch könne, so die Hoffnung der Befürworter, der S-Bahn-Verkehr stabiler und besser werden. Die Gegner führen an, dass die S6, die dort fährt, jetzt schon eine der pünktlicheren Linien sei und die Verspätungsproblematik der Frankfurter S-Bahn viel mehr an der Stammstrecke zu suchen sei. Außerdem besteht die Befürchtung, dass nach dem Ausbau mehr (laute) Güterzüge durch die Wohngebiete entlang der Strecke fahren würden, vor allem Nachts. Nun teile ich die Argumente der Gegner nicht und bin der Meinung, dass der Ausbau längst überfällig ist, aber ich will eigentlich gar nicht über dieses spezielle Projekt reden, sondern über den Umgang mit Kritik an Großprojekten allgemein.

Im vorliegenden Fall tut sich eine Bürgerinitiative sehr hervor, deren Name ein Wortwitz zwischen „Bahn“ und einer gelben Staudenfrucht ist. Diese – und eine andere Gruppe, die „2 statt 4“ propagiert hat – organisiert den Widerstand derer, die durch den Ausbau zwar betroffen sind, von ihm aber praktisch nicht profitieren: vor allem Anwohner in Frankfurt, die auch jetzt schon andere schnelle Möglicheiten haben, in die Innenstadt zu kommen, und sammelt fortwährend Geld für noch mehr Einsprüche und noch mehr Klagen. Das ist natürlich deren gutes Recht.

Doch das Recht in Deutschland kennt auch Entscheidungen, und es besteht mittlerweile Baurecht. Die ersten Bauaufträge sind vergeben, die Bagger werden bald anrollen. Der Kampf um das „ob“ ist verloren. Es sind immer noch Klagen und Einsprüche anhängig, bei diesen geht es aber nur noch um Detailfragen des „wie“; sie haben keine aufschiebende Wirkung.

Nun interessiere ich mich sowieso für diese Angelegenheit, aber seit ich vor 5 Jahren in den Ortsbeirat eines benachbarten Stadtteils gewählt wurde, stehe ich auf dem E-Mail-Verteiler dieser Gruppe und erhalte daher regelmäßig „Neuigkeiten“ und „Informationen“. So kam – ich habe die allermeisten Mails von denen recht schnell wieder gelöscht, kann daher also nicht mehr genau nachgucken – etwa jährlich eine alarmistische E-Mail darüber, dass die Bahn schon „Fakten schaffen!!“ würde, weil sie Bäume und Sträucher entlang der Strecke abgeholzt hat. Dieses mal sei es viel schlimmer als sonst, lese ich da jedes Mal. Immer verbunden mit der Aufforderung, weiterzukämpfen und bitte für die Einreichung der nächsten Klage zu spenden. Mindestens die letzte solche Mail kam durchaus in der Zeit, in der die Bahn das Recht hatte, „Fakten zu schaffen!!“. Die Initiative behauptet auch heute noch, dass ihre Klagen aufschiebende Wirkungen hätten – und auf eine verdrehte Weise haben sie recht: Die aktuellen Rechtsstreite drehen sich um kleine Teile des Gesamtprojektes, die nachgebessert werden müssen, und die Realisierung dieser Teile wird aufgeschoben. Der Großteil des Gesamtvorhabens kann aber umgesetzt werden: Es besteht Baurecht. Und hierbei wird die Initiative ihren Anhängern gegenüber unredlich. Denn diese interessieren sich vielleicht nicht mehr für die Verbesserung des Erschütterungsschutzes für zwei Häuser, denken aber, dass der Rechtsstreit um das entsprechende Gutachten den gesamten Bau noch verzögern und letztlich verhindern könne. Somit wird diese Gruppe zum Selbstzweck, der einfach nur das beschlossene Projekt möglichst teuer machen und sich selbst gut fühlen will. Würden die SprecherInnen dieser Gruppe ehrlich den Stand wiedergeben, hätten sie sehr wahrscheinlich wesentlich weniger Zulauf.

Nun will ich hier nicht die ganze Zeit bashen. Aber als ich vorhin in der S6 saß, ist mit klar geworden, dass es auch das Gegenteil gibt. Grüne sind auch oft gegen Großprojekte. In Stuttgart gab es vor fünf Jahren auch nach einer sehr erfolgreichen Landtagswahl keine politische Mehrheit gegen den Tunnelbahnhof, und in Frankfurt gibt es regelmäßig große Mehrheiten für den Flughafen und alles, was damit zu tun hat – bei Gegenstimmen der Grünen (und, seit sie relevant sind, der Linken). Eines dieser Projekte ist recht aktuell: Der Bau eines neuen Terminal 3. Politisch Verantwortlich ist der hessische Verkehrsminister, und das ist nun ein Grüner. Die Grünen wollten das Terminal 3 verhindern und haben dies im Wahlkampf auch durchaus deutlich so vertreten. Nicht sehr deutlich wurde auch gesagt, dass die Politik alleine keinen Einfluss mehr hat. Nach der Wahl kommt bei vielen die Ernüchterung: Der Einfluss des Verkehrsministers beschränkt sich darauf, im Aufsichtsrat von Fraport gegen den Bau zu stimmen. Aber: es besteht Baurecht. Die Fraport hat das Recht, zu bauen. Nun hätte man natürlich Gerichtsverfahren anstrengen können, von denen man genau weiß, dass sie nichts bringen werden, und noch nicht mal den Bau verzögern würden. Hat man aber nicht. Ebenso wurde nach der Volksabstimmung über Stuttgart 21 kein Widerstand mehr geleistet, denn die Entscheidung war gefallen.

Für mich zeigt dass, dass die Grünen eine Partei der Verantwortung sind. Und nicht nur der persönlichen Verantwortung, sondern einer gesellschaftlichen Verantwortung. Andere haben die Baugenehmigung für das Terminal 3 gegeben, andere haben die Finanzierungsvereinbarung für Stuttgart 21 getroffen. Aber wo die Grünen in die Regierungsverantwortung kommen, werden sie dieser Verantwortung gerecht, auch wenn das bedeutet, Projekte zu leiten, die man selbst für falsch, widersinnig, teuer hält. Auch, wenn das bei manchen WählerInnen den Eindruck hinterlässt, man setze sich nicht genügend für die eigenen Ziele ein. Auch, wenn man dann so dasteht als hätte man seine Ziele verraten: immerhin kann man sich nun auf andere Kämpfe, die man gewinnen kann, konzentrieren. Man kann natürlich gegen die eigene Regierungspolitik Opposition machen, wie das scheinbar auf Bundesebene aktuell en vogue ist. Sinnvoller ist es, ehrlich einzugestehen, wenn man etwas nicht mehr verhindern kann. Auch wenn’s weh tut.

Auf nach Kassel

Letztendlich habe ich in der Wohnung in Frankfurt-Niederursel dann doch wesentlich kürzer gewohnt als gedacht. Im Gegensatz zum letzten Mal, wo ich nach so kurzer Zeit wieder umgezogen bin, wohne ich diesmal vorher wie nachher mit der gleichen Person zusammen. Diese hat im September einen neuen Job am Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) angetreten, und da Programmieren auch von zu Hause aus funktioniert, einigten wir uns auf einen Wohnsitz in der Nähe ihrer Arbeitsstelle.

Die Wohnungssuche hat erstaunlich gut funktioniert; zwei Samstage in Kassel im Juni reichten aus, um ein wunderschönes Haus mit Garten zu finden, das wir nun mieten. Für den Umzug haben wir uns eineinhalb Wochen frei genommen (Ende August war da eben auch noch der Resturlaub), und so konnten wir alles recht entspannt einrichten, bevor es wieder ins Arbeitsleben ging. Das bedeutet für mich, jede Woche einmal nach mit dem ICE nach Frankfurt zu fahren, mit Übernachtung, und jede zweite Woche nochmal, dann aber direkt wieder zurück. Die anderen Tage arbeite ich daheim. Anfangs hatte ich mich bemüht, früh im Büro zu sein, aber schnell fand ich heraus, dass ich auch im Zug recht gut arbeiten kann (und an den HomeOffice-Tagen ebenfalls recht lange arbeiten kann), seitdem ist das wesentlich entspannter geworden.

Mit einem weit genug vorher angekündigten Umzugstermin war sogar das Internet schnell umgezogen, und auch der Nachsendeauftrag der Post scheint diesmal ordentlich funktioniert zu haben, wenigstens nach winzigen Anlaufschwierigkeiten. Besser als beim Umzug von Heddernheim nach Niederursel, jedenfalls.

Nun habe ich einen Arbeitsweg, der zu kurz (nämlich ca 10 Meter), und einen, der zu lang (nämlich 200 km) zum Fahrradfahren ist, und das schlägt sich direkt in meine Radfahrstatistik nieder. Beim Umzug hatte ich 5777 km, und trotz Wochenendtouren bin ich 6 Monate später grade mal bei 6200 km angelangt. 2016 brachten bisher nur etwas mehr als 100… Ich sammle Kilometer also, kurz gesagt, nicht mehr recht automatisch, sondern muss mich zum Fahrradfahren explizit motivieren. Bei einem verregneten, saukalten Winter wird das nicht direkt leichter. Immerhin: die Fahrt zum Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe dauert mit dem Fahrrad bestenfalls zwölf bis schlechtestenfalls 18 Minuten, Regiotram (16 Minuten, ohne Umsteigen) oder Straßenbahn (etwa 20 Minuten, mit einmal Umsteigen) sind nach Addition der Zeit, die ich zur Haltestelle laufe (etwa 5-7 Minuten) nicht schneller – außerdem kann ich mit dem Fahrrad die Wartezeit am Bahnsteig optimieren. Trotzdem bringt mir das pro Woche im Schnitt höchstens 9 km, und auch nur, wenn ich wirklich jedes Mal mit dem Fahrrad fahre. Dass der Kasseler Nahverkehr mit meiner neuen BahnCard 100 benutzt werden kann, hilft auch nicht. Also, kurz gesagt, das neue Projekt 7000 wird wohl noch ein bisschen dauern.

Nun habe ich einen Kellerraum ganz für mich und Modellbahn; wenn ich es irgendwann mal schaffe, zwei Holzbretter im rechten Winkel aneinanderzuschrauben, wird dort vielleicht auch mal gebaut. Nach den Weihnachtskonzerten habe ich aufgehört, im Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr in Bommersheim zu spielen; jeden Donnerstag das Saxophon von Kassel an den Main zu tragen war doch zu viel Aufwand.

Silvester haben wir in kleinem Kreis hier in Kassel gefeiert und ich würde gerne schöne Bilder vom Feuerwerk über der Stadt, aufgenommen vom Herkules, zeigen, doch das leicht trübe Wetter schlug nach den ersten Raketen kurz vor Mitternacht in eine dichte Nebelsuppe mit etwa 50 Metern Sichtweite um, sodass man außer leuchtendem Nebel praktisch nichts gesehen hat.

Jobsuche

Original-Post

Am 30. Juni 2014 war mein Vertrag am FIAS, einem Forschungsinstitut „neben“ der Uni Frankfurt, ausgelaufen. Die Gründe, warum ich nicht verlängern wollte, sind zahlreich; ein wichtiger Grund ist, dass ich nicht in 10 Jahren in der Physik nicht mehr weiterkomme und dann nichts anderes als Lehrer werden kann, weil niemand in der freien Wirtschaft jemanden einstellen wird, der mit 40 immernoch nie irgendwas außerhalb des universitären Umfeld gearbeitet hat. Und, ich bin mir sehr sicher, dieser Tag wäre gekommen. Also lieber freiwillig gehen, solange ich noch einen Job wählen kann, als irgendwann perspektivlos zu sein.

Anyways, ich brauchte also einen neuen Job. Im April mit Bewerbungen anzufangen hat sich im nachhinein als etwas optimistisch herausgestellt; ich habe letztlich doch viele Absagen bekommen. Mein eigentlicher Wunscharbeitgeber sagte mir ebenso ab wie andere Firmen in der gleichen Branche – trotz keiner Vorbildung dafür wollte ich mich in der Logistikbranche bewerben. Und, natürlich, musste ich mich auch arbeitssuchend melden.

Die Agentur für Arbeit hat extra Sachbearbeiter für Akademiker. Bei meinem ersten Gespräch hat sich jedoch herausgestellt, dass die Dame, die für mich zuständig war, sich nicht wirklich mit der Arbeitsmarktsituation für Physiker (oder überhaupt Naturwissenschaftler) auskennt, und dass sie mich auch auf keinen Fall zu einem nicht-Physiker-Job vermitteln kann – ich habe ja keine Referenzen zu Verkehr, wie kann ich also denken, dass ich da hingehen könnte?

Sie vermittelte mich dann auf zwei Stellen bei der GSI, von denen ich direkt wusste, dass die mich nicht suchen, aber eine Bewerbung musste ich dann noch schreiben. Die GSI ist eine der Firmen, von denen ich erst nach recht langer Zeit eine Absage bekommen habe. Keine Überraschung (es gibt diesen schönen Witz bei uns: „Wie viele Leute arbeiten bei der GSI?“ – „so etwa die Hälfte!“). Lustig war auch die Bundesbank, die mir erst schrieben, dass ich nicht der beste Kandidat bin, aber zur Not würden sie sich’s nochmal überlegen. Später kam dann die endgültige Absage.

Eine private Berufsschule in Darmstadt hat mich dann zu einem Berwebungsgespräch eingeladen, und das etwa 3 Stunden nachdem ich meine Bewerbung abgeschickt habe. Einen Tag nach dem Gespräch hatte ich ein Angebot, das ich aber letztlich ablehnte – die Aussicht, als einiziger Physiklehrer etwa 20 Klassen á 1 Stunde zu haben, hat mich dann doch abgeschreckt (und die Tatsache, dass ich wie ein Lehrer ohne erstes Staatsexamen eingestellt worden wäre, ohne die Möglichkeit, das Staatsexamen nachzuholen). Außerdem ging mir das alles ein bisschen schnell – hätte ich eine Woche Zeit gehabt, wäre das was anderes gewesen, aber die brauchten dringend eine Antwort, denn eine Woche später ging das Schuljahr schon los.

Zu ungefähr der gleichen Zeit hatte ich dann ein Bewerbungsgespräch bei meinem Wunscharbeitgeber, nennen wir ihn WA. Ich hatte mich dort auf mehrere Stellen beworben; die Einladung sagte überhaupt nichts darüber aus, zu welcher Stelle dies nun gehört. Dementsprechend habe ich mich durch das erste Gespräch etwas durchlaviert und habe das schon abgeschrieben. Große Überraschung dann, als mit zweiwöchiger Verspätung dann doch der Anruf kam, dass ich zum Zweitgespräch kommen solle, mit jemandem von einer anderen Abteilung und jemandem von der Personalabteilung. Long story short: Ich konnte nicht davon überzeugen, dass ich diese Stelle wirklich haben will und dass sie auf mich passen würde.

Vorher hatte ich mit drei Leuten bei WA geredet, wurde sehr freundlich empfangen, aber da WA ein so großes Unternehmen ist, dauern Einstellungsverfahren typischerweise recht lange, und gehen eigentlich nur über deren Stellen-Webseite. Letztlich arbeite ich jetzt nicht bei WA, aber vielleicht ergibt sich ja in Zukunft noch was.

Obwohl ich es eigentlich gut kann, hatte ich mich überhaupt nicht für eine Arbeit als Programmierer beworben. Das kam mir irgendwie nicht in den Sinn. So war es mehr Zufall, dass ich im Oktober eine auf einen Monat befristete Stelle bekommen habe, in der ich ein kleines Projekt programmieren sollte. Mehr als einen Monat wollte ich erst nicht; die Bewerbung bei WA war noch am Laufen und ich hatte Hoffnung. Außerdem sollte ich auf Windows arbeiten, mit C# (kannte ich bis dahin nicht). Ich sollte eine Android-App programmieren (die Übersetzung von C# zu Java übernimmt dabei Xamarin). Nach der Absage von WA haben wir dann meinen Vertrag auf unbestimmte Zeit verlängert, mit der Abmachung, dass ich ein großes Projekt, das jetzt ansteht, durchführen werde und über die Zeit danach – in etwa einem Jahr – keine Versprechungen mache.

So arbeite ich jetzt in Steinbach bei der BloomBox GmbH und schreibe Programme für Android und steinalte Windows-CE Versionen. Die Firma ist sehr klein und ich habe sehr nette Kollegen; der kürzeste Weg ist mit dem Fahrrad (morgens hoch, abends runter), und die Bahn/Bus-Tageskarte kostet zur Not 3,70 € (und damit weniger als zwei Einzelfahrkarten zu je 1,90 €). Was will ich mehr?

Telefon und Internet: Umziehen oder lieber gleich weinen?

Original-Post

Ich bin ja umgezogen. Da ich gerne meine Telefonnummer behalten wollte, konnte ich alte und neue Mitbewohnerinnen davon überzeugen, dass ich den WG-Vertrag bei 1und1 mitnehme. Problem Nummer 1: der gehörte noch offiziell einem ehemaligen WG-Mitglied. Da ich innerhalb einer Großstadt umzog, war in der neuen Wohnung natürlich DSL vorhanden. Es sollte ein Upgrade geben: statt 2000er (oder war’s 6000er?) DSL jetzt ein 50000er-VDSL. FÜr 30 Euro im Monat.

Am 5. Dezember, 5 Tage nach dem Real-Life-Umzug, beantrage ich den Umzug fürs Telefon, und mein „so schnell wie möglich“ las sich dann als „bitte am 6. Dezember”, wohlwissend, dass dieser Termin nicht eingehalten werden könne.

Das Nichteinhalten des Termines jedoch veranlasste 1und1 dazu, sich schlecht zu fühlen und mit einen SurfStick für mobiles Internet kostenlos zuzuschicken und mich damit einen Monat lang kostenlos surfen zu lassen (danach 2 Euro pro Tag). Mit immerhin 200 schnellen Megabyte pro Tag – mein Mobilfunktarif bei Mobilcom gibt mir 200 MB pro Monat schnell. Außerdem würde man meine Rufnummer bis zum Umzug auf mein Handy umleiten. Auch kostenfrei.

Für die Vertragsumschreibung brauchte ich eine Perso-Kopie und eine Unterschrift vom alten Besitzer, gut, die konnte man irgendwie auftreiben. Durch Nachfragen bei der 1und1-Hotline fand ich dann auch heraus, dass ich diese Daten nicht unbedingt per Fax oder Brief (Willkommen zurück in den 80ern) schicken muss, sondern durchaus auch per e-Mail („das ist uns sogar am liebsten!“). Bravo, dann schreibt das doch mal in eure e-Mails rein, anstatt immer nur Fax oder Brief vorzuschlagen.

Es war dann zwar noch schwer, denen klarzumachen, dass in dem von mir mitgeschickten PDF auf der zweiten Seite auch die Ausweiskopien von mir drin sind, aber das ging dann doch über die Bühne. Enter Problem 2: Die Telekom.

Ja, in der neuen Wohnung gibt’s DSL, aber das rückt die Telekom nicht an andere Netzbetreiber heraus; sie können eine bestimmte Menge von Netzkontingent für sich reservieren, wenn sie bauen. (Ich habe mich mal darüber geärgert, dass die DB Netz nicht genügend vom Rest des Konzerns getrennt sei und dass der Wettbewerb auf der Schiene darunter sehr leide. Bei der Telekom gibt es nicht mal eine pro-forma-Trennung von Netzbetreiber und Dienstleistungsanbieter, und bei der Bahn gibt es wesentlich mehr als das.) 1und1 bot mir eine Alternative an: Ich könne eine UMTS Surf-Flat haben, ohne Telefon leider, aber, hey! LTE mit 7200 MBit/s. FÜr nur 30 Euro im Monat!

Genau: 1und1 bietet mir als Ersatz für 50000 MBit/s plus Telefonmitnahme und 30 Euro pro Monat 7200 MBit/s ohne Telefon für denselben Preis an. Ein Siebtel der Leistung. Mir war recht schnell klar, dass das keine Alternative ist. Dankenswerterweise hat 1und1 keine Frist gesetzt, bis zu der ich mich entscheiden müsse. Bei der Hotline wurde mir zugesagt, dass ich eine dreimonatige Sonderkündigungsfrist zum Beantragten Umzugsdatum habe, weil das ja nicht funktioniert habe und ich daran keine Schuld trage. Bis ich irgendwas anderes in trockenen Tüchern habe, wollte ich das Angebot von 1und1 erstmal nicht ausschlagen.

Was also tun? Die Telekom verlangt 40 Euro im Monat, andere Anbieter helfen mir mit dem DSL auch nicht weiter (und das wäre möglich: Wenn ich einen Vertrag bei der Telekom mache, ohne Mindestvertragslaufzeit, und dann woanders hingehe, muss die Telekom die Leitung, die sie für mich geschaltet hatte, freigeben. Die Kosten, die mir bei der Telekom entstünden, müsste ich aber komplett selbst tragen). Letztendlich kam die Idee auf, auf DSL zu verzichten und statt dessen übers Fernsehen das Internet zu bekommen. Anbieter hier ist vor allem Unitymedia, bei denen wir durch die Mietnebenkosten ungewollt sowieso schon Kunden sind.

Das Kabelmodem von Unitymedia ist zwar schrottig und kaum konfigurierbar, und Portweiterleitungen habe ich auch nach sechs Wochen noch nicht einrichten können, aber meistens funktioniert das W-LAN mittlerweile recht zuverlässig und das Telefon geht auch. Mit einer neuen Nummer.

Zwei Tage nach der Online-Bestellung kam das Modem bei uns an, ohne Rechnung, ohne „schön, dass sie sich für uns entschieden haben“-Heuchelbrief, einfach so. Ausgepackt, eingeschaltet, geht nicht. Kundenservice: dauert noch zwei Tage.

Zwischendurch wieder 1und1: Über die Weihnachtsfeiertage habe ich festgestellt, dass die Rufnummernumleitung auf mein Handy nicht mehr funktioniert. Information von 1und1? Fehlanzeige. Auf Nachfrage wird mir dann erklärt, dass die ja nur für den Umzug geschaltet gewesen sei und der Umzug ja geplatzt ist. Die Nummer ist einfach gar nicht mehr geschaltet, aber drei Monate noch auf mich reserviert.

Unitymedia schafft es unterdessen immernoch nicht, mal was zu schicken. Vertragsbestätigung oder so. Also, Kundenhotline. Ich schicke Ihnen direkt das Portierungsformular raus. Mehrere Stunden später nochmal angerufen: Ja, das dauert immer, alle unsere Mails müssen durch das Lektorat. Vielleicht hat die Kollegin einen vollen Postausgang, ich schicke es auch nochmal. Am nächsten Morgen hatte ich dann drei Mails mit gleichem Inhalt. Und dann, ein paar Tage später, auch mal einen Brief, in dem das PDFs aus den E-Mails grade ausgedruckt war. Ausgefüllt, unterschrieben, diesmal wirklich als Fax geschickt, und gewartet.

Mit der Portierung beauftrage ich Unitymedia auch, meinen Vertrag bei 1und1 zu kündigen. Nach zwei Tagen also einen Brief von 1und1 bekommen, dass es ja schade ist, dass ich nicht mehr Kunde sein will, und dass mein Vertrag also fristgemäß zum 5.1.2015 endet, also nach Ende der momentanen normalen Vertragslaufzeit. Jetzt kommt das Meisterstück von 1und1.

Natürlich kann Unitymedia nicht irgendwelche Sonderkonditionen, die ich bei 1und1 habe, nachvollziehen, also rufe ich bei der 1und1-Hotline an. Dort werde ich eine Stunde lang von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter weitergeleitet, mir wird wahlweise erzählt, eine vorzeitige Vertragsauflösung ginge gar nicht, könne ich nicht beantragen, wäre nicht bekannt, ich müsse Unitymedia die Portierung zurücknehmen lassen und selbst kündigen und vor allem fünf mal: Ich bin nicht zuständig, ich verbinde sie mal weiter. Nummer sechs kann mir dann endlich helfen, schreibt mir eine E-Mail und warnt mich vor, dass ich meine Ummeldebescheinigung werde schicken müssen. Natürlich auch als E-Mail. Direkt vor dem Urlaub habe ich also alles geschafft, und der Portierungstermin fällt in den Urlaub, so dass ich heimkommen müsste und alles(*) funktioniert. (*: außer der Portweiterleitung)

Natürlich ging es dann erst zwei Tage nach dem Urlaub.

Auf nach Niederursel

Original-Post

2013 brachte mir zwar ein neues Fahrrad, aber letzten Endes schaffte ich es dieses Jahr nicht, das selbstgesteckte Ziel von 1000 gefahrenen Kilometern zu erreichen. Irgendwie hat die Motivation letztlich nicht gereicht, und so wurden es dann am Ende nur etwas mehr als 800 Kilometer mit den neuen Rad, plus die paarundsechzig mit dem alten Rad. Nun ja, knapp daneben ist bekanntlich ja auch vorbei, und im neuen Jahr gilt wieder das selbe Ziel.

Um es spannend zu machen, habe ich es mir etwas schwieriger gemacht: Ich bin umgezogen. Nach mehr als fünf Jahren Studenten-WG in Heddernheim wohne ich jetzt in Niederursel — einen Kilometer näher an der Uni. Pro Arbeitstag kriege ich also nur noch etwa 3 Kilometer aufs Rad. Ein siebenstöckiges Hochhaus beherbergt mich und noch jemanden jetzt also in seinem sechsten Stock; vielleicht sollte ich wenigstens eine Strichliste anfangen, wie oft ich nach der Arbeit die Treppe statt den Aufzug nehme.

Der Umzug an sich ist gut gelaufen; praktisch nichts ist kaputt gegangen. Dafür gab es mehr administrative Probleme: Eine Küche war zwar (relativ) schnell bei IKEA bestellt, sogar noch mit der Family-Card-Rabatt-Aktion Anfang Dezember, aber eine Tür konnte nicht geliefert werden. Naja, man kann ja ein paar Tage drauf warten. Dachten wir. Zwischendurch wollten wir aber den Herd als Standgerät und nicht von IKEA haben. Herde im Internet zu bestellen hat dabei einen Haken: zwar kann man bei allen möglichen Stellen technische Vergleiche zwischen Modelle und dann Preisvergleiche zwischen Anbietern machen, aber wenn man das Gerät geliefert und angeschlossen haben will, bringen einem diese Listen rein gar nichts, da die Kosten dafür sehr weit auseinander liegen – von 50 bis 200 Euro. Meistens zahlt man Lieferung bis an die Bordsteinkante, Lieferung bis zum Aufstellort und Anschluss jeweils einzeln. Und manchmal dann noch mit der Androhung, dass nur angeschlossen werden kann, wenn ich ein nicht näher spezifiziertes passendes Kabel bereithalte. Bezahlen müsste ich das dann natürlich trotzdem. Nun gut, unser Anbieter erschien uns der beste Kompromiss zwischen Gerätekosten und Zusatzgebühren, außerdem war der Herd dort sofort lieferbar.

Schreiben die. Eine Woche nach der Vorauszahlung, immernoch nichts gehört über einen Liefertermin, frage ich doch mal nach und kriege zur Antwort, dass zwei Wochen Lieferzeit ja gar nicht zu vermeiden wären und das als „sofortige Lieferung“ gelten würde. Nun ja. Die tatsächliche Lieferung war vor Weihnachten und soll, so habe ich mir sagen lassen, gut über die Bühne gegangen sein.

Zwischendurch füllte sich die neue Wohnung langsam mit heimeligen Dingen, das Sofa aus der alten WG wurde gefärbt, was nicht richtig funktionierte, äh, ich meine natürlich, wir wollten einen künstlerisch wertvollen Batik-Effekt auf dem Sofa haben. Mittlerweile habe ich mich sogar dran gewöhnt. Kleine Kinderkrankheiten der frisch renovierten Wohung wie eine tropfende Zufuhr zum Waschbecken im Bad und ein zu kurzes Abflussrohr in der Küche (es endet hinter dem Putz) waren zwar ärgerlich, aber am Ende heilbar, und der Gutschein für ein neues Set (herdbedingt induktionsgeeignete) Töpfe war bald eingelöst, und so…

So fiel es natürlich um so mehr auf, dass der für die Töpfe vorgesehene Küchenschrank immernoch keine Tür hatte. Da muss man ja doch noch mal anrufen! Das Problem war schnell gefunden: DHL hatte die Tür einen knappen Monat unterwegs und hat sie dann an IKEA zurückgeschickt. Wir haben nie einen Zettel darüber in unserem Briefkasten oder was anderes. Gut, dass es eine kleine Tür betroffen hat, die wir uns dann direkt bei IKEA abholen konnten. Zusammen mit den beiden Türdämpfern, die das IKEA-Küchenplanungsprogramm wohl vergessen hatte. Küche: fertig.

Telefon und Internet ist auch fast komplett geklärt, dazu gibt es aber einen eigenen Eintrag.

Alles neu macht der Mai

Original-Post

Kurz nach meinem letzten Eintrag wollte ich dann mal wieder Fahrrad fahren. Die Gangschaltung müsste mal wieder neu eingestellt werden, ist mir gleich am Anfang aufgefallen, aber naja, das mache ich dann eben am Abend, die Hinfahrt werde ich schon schaffen.

Dachte ich. Statt dessen verbog sich die hintere Kettenführung so stark, dass sie letzten Endes, etwa hundert Meter vor meinem Standard-Fahrradständer gegenüber vom Büro, abknickte und dabei die Halterung zerriss. Die war blöderweise allerdings ein Teil des Rahmens, sodass damit dann eben auch der Rahmen — und damit das ganze Fahrrad – kaputt war.

Das war Anfang April. Seit dem war ich mit meinen Eltern in Weilburg, habe wie jedes Semester bei der Erstsemester-Einführungs-Veranstaltung der Fachschaft mitgeholfen, war bei einem Probewochenende des Ehemaligenchor meiner alten Schule und habe bei der Telekomstiftung ein sehr unterhaltsames Gespräch über fleischlose Ernährung gehabt. Von alledem aber hier keine Details. Im April war sogar zweimal das Wetter gut genug für eine Mainufersession, und ich traf mich mit einem twitternden Tf aus Österreich bei seinem Zwischenstopp auf dem Weg in den Urlaub. Ende April war die von mir organisierte Sonderfahrt mit dem Ebbelwei-Expreß durch Frankfurt mit abschließendem Essen der 20 Teilnehmer, und der traditionelle Maiausflug mit Schilter im Taunus. Zwischendurch hat der RMV angefangen, Twitter für die Kundenkommunikation zu benutzen, der Ehemaligenchor meiner Schule ist auch wirklich aufgetreten.

Mein neues Fahrrad

Ein neues Fahrrad habe ich mir dann an dem Tag gekauft, in dem ich mein Handy, dessen Anschalter nicht mehr ging, zur Reparatur eingeschickt habe. Das war am 10. Mai, einen Tag vor einer Aktion der Nordwest-Grünen, die ich mitorganisiert habe und die sehr erfolgreich verlaufen ist. Schließlich war noch Pfingsten, und damit wieder Zeit für die Pfingstfreizeit und den Wäldchestag und so ein Tag, wo mit Leute immer Dinge geben wollen. Da habe ich dieses Jahr eine Satteltasche und zwei Gepäckträgertaschen bekommen.

Mein Klugtelefon ist nun heute seit zwei Wochen weg, und den Kostenvoranschlag von Mittwoch – knapp 350 € für die Reparatur von Glasbruch und Anschalter – habe ich dankend abgelehnt, denn das ist auch der Neupreis des Gerätes. Na toll. So kostet das Zurückschicken also 18 €. Am Nachbargrundstück von meinem Büro kann ich grade den Bau eines Gebäude in HD und Surround-Sound (vor allem den Sound!) verfolgen. Der Mai brachte also ein neues Telefon, neues Fahrrad, neues Gebäude, neues Lebensjahr, neues Pläne. Mal sehen, was der Juni bringen wird (und der Rest des Mais erst!).

Zwei Jahre

Original-Post

Heute ist es also zwei Jahre her, das Erdbeben, dass mit 9,0 auf der Magnitudenskala einen Tsunami an der Japanischen Küste ausgelöst hat. Die Flutwelle hat zehntausende Menschen getötet und die automatischen Kühlsysteme an einem Kernkraftwerk zerstört. Das Erdbeben selbst hatte vorher die Brennelemente auch beschädigt, wahrscheinlich war es schon vor der Flutwelle zu einer ersten Kernschmelze gekommen, aber das weiß man noch nicht.

In den Wochen nach dem Unglück, in denen in jedermanns und jederfraus Gedanken mindestens Zweifel aufgekommen waren, ob denn nicht die Risiken der Kernkraft doch deren Nutzen übersteigen könnten, gab es in Deutschland drei Landtagswahlen und in Hessen die Kommunalwahlen, bei denen die Grünen sehr große Gewinne erzielen konnten. Mein eigenes Mandat im Ortsbeirat 8 der Stadt Frankfurt am Main habe ich im Schatten dieser Ereignisse gewonnen.

Jetzt sind es also zwei Jahre, die seit dem Verstrichen sind. Recht bald tauchten die Behauptungen auf, die Kernkraftkatastrophe war ja gar nicht so schlimm, vor allem im Gegensatz zu den sonstigen Zerstörungen, die die Flutwelle verursacht hatte. Eine schöne Auflistung des Gegenteils habe ich jetzt in der Schweizer Wochenzeitung gefunden. Ich zitiere mal kurz:

Die Kühlung funktioniert zufällig, mit Ingenieurskunst hat das nichts zu tun. Aber zum Glück tut sies. Die geschmolzenen Reaktorkerne weisen dank der Kühlung heute noch eine Temperatur von vierzig, fünfzig Grad auf. Die nächsten dreissig, vierzig Jahre wird man dieses fragile System aufrechterhalten müssen. Es fallen Unmengen an verseuchtem Kühlwasser an. Ende 2012 waren es bereits 250 000 Kubikmeter Wasser, das auf dem Gelände zwischengelagert wird — das entspricht einem Güterzug, der von Zürich nach Olten reichen würde. Und das ist nur das Wasser von zwei Jahren.

Die durch Flutwellen getöteten Menschen sind beerdigt, die durch die Wellen zerstörten Straßen langsam wieder aufgebaut. Die wirklichen Aufräumarbeiten im Kernkraftwerk werden erst in mehreren Jahren wirklich anfangen können, bis heute passiert dort nur Schadensbegrenzung.

Deutschland ist nach dieser Tragödie aus dem Ausstieg von 2010 aus dem Atomausstieg von 2001 2011 ausgestiegen. Also, Kernkraft ist jetzt also wieder nicht so toll — vorläufig. Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist nun ein ausgewiesener Netz- und Europapolitiker, der die Kosten der notwendigen Energiewende — die er natüüüürlich will — scheinbar absichtlich teuer aussehen lässt. Der an jeder Stelle versucht, erneuerbare Energien auszubremsen. Aber auch von Herrn Altmaier abgesehen ist die öffentliche Wahrnehmung scheinbar immernoch gestört.

Die Bergung von verrosteten Behältern aus der Asse kostet wahrscheinlich mehrere Milliarden Euro. Das Risiko dieser Anlage trägt die Allgemeinheit — und zwar sowohl das ökologische Risiko als auch das finanzielle Risiko: die Mehrkosten werden nicht etwa von den Kernstromnutzern bezahlt, sondern von allen Steuerzahlern. So wird Kernkraft natürlich billig; man zahlt halt einfach nicht alle Kosten, die durch den Strom verursacht werden. Kohle wird billig, weil wir Kohleabbau enorm subventionieren — von Steuergeldern, nicht von der Stromrechnung. Und dabei rede ich noch nicht mal von Folgeschäden durch große Unfälle (Kernkraft) oder Klimarisiken (Kohlekraft). Einfach der normale Betrieb der Kraftwerke wird schon ganz gewaltig subventioniert. Gerechnet wird aber immer der Strompreis von Konventionellen Kraftwerken gegen den Preis der erneuerbaren Energien inklusive aller Subventionen. Die Subventionen sind aber nur auf einer Seite. Toll, oder?

Die EEG-Umlage, die weniger als ein zwanzigstel der Strompreissteigerung seit 2001 ausmacht, wird als Preistreiber gegeißelt, gleichzeitig werden immer mehr Industriezweige von ihrer Pflicht befreit, die Energiewende mitzubezahlen, wodurch die Privatverbraucher noch stärker belastet werden als bisher und wodurch natürlich die Energiewende noch schlimmer aussieht, als sie es ohnehin schon – vollkommen zu unrecht – tut.

Zum Abschluss möchte ich nochmal meinen Tweet von vor zwei Jahren wiederholen:

Nur mal so: die Fukushima-Reaktoren nicht unsicherer Natururan-Graphit-Typ (wie UdSSR), sondern ’sicherer Siedewasser-Typ‘ (wie BRD)

Update: Und nun darf ich mich auch noch über Parteifreunde aufregen. Claudia Roth schreibt auf facebook:

Heute vor zwei Jahren ereignete sich die […] Atom-Katastrophe von Fukushima […]. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16.000 Menschen, mehr als 2.700 gelten immer noch als vermisst.

In dem, was ich ausgelassen habe, steht nichts von Erdbeben oder Flutwelle. SieIhr Team(!) versucht, später etwas zurückzurudern, wenn sie schreibt:

Es tut uns leid, dass wir aufgrund der Knappheit des Textes leider den Eindruck erweckt haben, als wären die insgesamt rund 16.000 Tote in Folge des Reaktorunfalls in Fukushima gestorben.

Warum das Team der Meinung ist, der Text hätte auch knapp sein müssen, erschließt sich mir nicht. Ich bin schwer enttäuscht und kann nicht mal sagen, dass ich die Kritik an Roth (und transitiv dadurch an den Grünen) nicht verstehen könnte. Bärendienst, Claudia! Bin ich froh, dich bei der Urabstimmung nicht gewählt zu haben.

Diebischer Fluss am langen Bahnsteig

Original-Posts

Und mal wieder unterwegs gewesen. Das war aber die letzte Deutschlandpass-Tour an einem Werktag gewesen, jetzt kommt nur noch das nächste Wochenende. Dienstag ging’s zunächst von Würzburg durch den Thüringer Wald nach Erfurt, dann über die Saale zur Weißen Elster und schließlich quer durch Thüringen ins Leinetal und nach Göttingen. (An- und Abfahrt war dann mit ICEs.)

Der Zug nach Erfurt war mit einem Zug nach Bad Kissingen verbunden, und die Zugbegleiterin fragte jeden Fahrgast einzeln, wo er denn hinmöchte, um sicher zu gehen, dass auch jeder im richtigen Zugteil sitzt. Das fand ich sehr zuvorkommend. Die Fahrt durch den Thüringer Wald war sehr schön, und ich habe bei Ein- und Ausfahrt aus Erfurt (ich bin von Arnstadt bis dort in beide Richtungen gefahren) mir mal die Baustellen der SFS Nürnberg-Erfurt genau angeguckt. Von Erfurt ging es dann landschaftlich nett, aber wenig spektakulär weiter nach Saalfeld, und von dort an gefühlt 5 Güterbahnhöfen pro Kilometer (was ich gut finde!) weiter nach Gera.

Erfurt Hauptbahnhof mit Straßenbahn. Aus irgendwelchen Gründen, die sich mir nicht erschließen, dürfen Radfahrer nicht durch diese Unterführung fahren, nichtmal auf den Gleisen.
Bahnhofshalle Gera. Diese Art von Bahnhof — eine mittlere Bogenhalle — habe ich in der Gegend da jetzt öfters gesehen, aber das hier ist definitiv eine der am besten herausgeputzten.
In Gera kreuzt die Straßenbahn die Bahntrasse beim Hauptbahnhof. Hier fährt ein Zug der Linie 1 in die Station Hauptbahnhof/Theater ein (der Bahnhof in meinem Rücken, das Theater im Bild). Und hübsche Blumen!

All das war aber lange nicht so spektakulär wie der nächste Abschnitt, der entlang der Weißen Elster durch ein sehr, sehr hübsches Tal führt. Das war definitiv eines der absoluten Highlights meiner Bahnfahrten in diesem Jahr gewesen. Da ich nur durchgefahren bin, gibt es leider keine Bilder, aber ich denke, da werde ich nochmal hinfahren, ganz sicher.

Nachdem ich drunter durchgefahren war, ging es dann über die Elster- und dann die Göltzschtalbrücke nach Zwickau, von wo ein umsteigefreier Zug bis Göttingen fährt. Dieser kommt in Gößnitz vorbei, an dessen Bahnsteig ein interessantes Bild hängt, dass ich auf Wikipedia wiedergefunden habe.

Bauarbeiten und eine Gleissperrung brachten uns zwischenzeitlich 15 Minuten Verspätung ein, die bis Göttingen allerdings wieder aufgeholt waren. In Gera wurde der Zug an einen schon bereitstehenden Zug angekuppelt, bevor es weiter ging. Der vordere Triebwagen wurde dann in Erfurt abgekoppelt, und wir fuhren weiter nach Gotha. Dort kam dann die Ansage, dass nur einer der beiden Triebwagen bis Göttingen führe, der erste Triebwagen allerdings verbliebe in Leinefelde. Der scheinbare Wiederspruch löst sich auf, wenn man weiß, dass der in Gera bereitstehende Zug aus zwei Triebwagen bestand. Wusste ich nicht, und daher war ich etwas verunsichert. Aber natürlich fuhr der in Zwickau anfangende Zugteil auch wirklich bis Göttingen durch.

In dem Zug war auch eine Frau (ca. 60 Jahre, schätze ich), die den Schaffner nach ihrem Anschluss in Weimar in einen Zug nach Frankfurt fragte. Sie wollte eigentlich zum Südbahnhof, hatte aber eine Verbindung zum Hauptbahnhof. Ich hatte das erst nicht genau mitbekommen und wollte ihr daher raten, bis Erfurt zu fahren, weil dort auch die ICEs halten (die aber eben nicht am Südbahnhof halten, weshalb meine Idee nichtig war — sie sollte mit einem der wenigen ICEs fahren, die tatsächlich in Weimar halten). So kamen wir ins Gespräch, ich warnte sie vor dem Schienenersatzverkehr vor (sie wollte eigentlich nämlich zum Dornbusch) und suchte am Ende über’s Internet heraus, dass sie mit nur 7 Minuten Umsteigen in Weimar (statt einer Stunde laut Bahn-Schalter) einen InterCity erwischen könnte, der sie am Südbahnhof rauslässt. Sie war begeistert, ich hatte meine Gute Tat Für Den Tag vollbracht und alles war gut. In dem Zug saß ich zweitweise auch noch einer jungen Mutter mit ihrem etwa dreijährigen Sohn gegenüber, der einfach total süß war und mit dem sie einen sehr starken Gegenentwurf zu einer anderen Mutter/Kind-Kombination gebildet hat.

Letzte Geschichte von der Tour: In Göttingen hatte ich zwei Minuten Umsteigezeit zu einem ICE, der direkt nach Frankfurt fuhr, oder 8 Minuten zu einem, bei dem ich in Fulda nochmal umsteigen muss. Ich wetze, nur um den ersten ICE gerade ausfahren zu sehen. Nun gut, der andere. Da kommt die Ansage, dass der wegen Personen im Gleis 40 Minuten verspätet sei. Das brisante dabei: Mein Handy-Akku steht auf 2 % und ich wollte dringend wieder aufladen, wollte aber auch nicht auf die Musik verzichten — ausschalten war also keine Option. Verdammt! Der Soundtrack war sehr passend: I’m in Love with my Car von Queen. Gerade, als ich nach unten gehen wollte, um nach anderen Anschlüssen zu suchen, fuhr dann doch der ICE nach Nürnberg ein! Juchuh: Akku gerettet. Nicht ganz: Mal wieder ein noch nicht renovierter ICE2. Gibt’s da überhaupt Steckdosen? Ich glaub(t)e nicht. Oh nein. Nagut, mal sehen, ob es noch bis Fulda reicht. Später kapiere ich zweierlei: Es gibt mindestens eine Steckdose im ICE2, auch wenn die etwas merkwürdig angebracht und versteckt ist, und der Zug, mit dem ich fuhr, war nur die Hälfte von dem Zug, den ich erwartet hatte, nur die andere Hälfte war verspätet. Diese Information hatte ich bei der Ansage und der Anzeige irgendwie erwartet, aber man kann wohl nicht alles haben.

Nach 16 Stunden 32 Minuten war ich dann wieder am Hauptbahnhof und bin schienenersatzverkehrvermeidend mit der S6 heimgefahren. Uff. Und, ganz ehrlich, langsam bin ich etwas reisemüde.

Alles Trocken beim Umsteigen

Original-Post

So. Anstrengendes Wochenende. Ging am Freitag mit einem Tag Urlaub los, den ich für eine Fahrt über Eschwege, Nordhausen, am südlichen Harz entlang, ein Stückchen Weser, Teutoburger Wald (oder so), Osnabrück und Recklinghausen zurück nach Frankfurt genutzt habe. War sehr nett, und nach der Hitze die beiden Tage vorher (woo-hoo, Schwimmbad!) waren die klimatisierten Fahrzeuge sehr schön. Das Wetter war wechselhaft; ich bin ein paar mal durch richtig starken Regen gefahren, aber beim Umsteigen war immer gutes Wetter. (Zum Glück bin ich in Altenbeken aus Ottbergen kommend sitzen geblieben und in Paderborn in den Zug nach Herford gestiegen, nicht nur wegen des Sitzplatzes, sondern auch wegen des Starkregens, der auf Altenbeken runterkam, als ich das zweite Mal da vorbeigekommen bin.)

Wirklich erwähnenswert auf dieser Tour war — neben den beiden halbstündigen Pausen in Eschwege und Northeim(Han), nach denen ich jeweils mit dem gleichen Zug weitergefahren bin, und der schönen Landschaft — vor allem der „Anschluss“ in Nordhausen. Eigentlich gibt’s den nämlich nicht. Der Zug von Kassel nach Halle (Saale) kommt zwei Minuten vor Abfahrt des Harz-Weser-Expresses an, die Umsteigezeit laut Auskunft beträgt 62 Minuten (sprich: Den Zug kriegt man nicht mehr). Mit 5 Minuten Verspätung meines Zuges beim Einsteigen in Eichenberg hatte ich wenig Hoffnung, aber in Nordhausen waren es nur noch 2 Minuten, und der Tf hat mir die Tür noch aufgelassen, obwohl er schon Ausfahrt hatte. Das war ziemlich cool!

Schöne Anti-Schwarzfahrer-Hinweise der Nordwestbahn. Gesehen auf dem Weg von Ottbergen nach Paderborn im Talent der Nordwestbahn.

Am Samstag hatte ich mal wieder nachmittags/abends bei Frankfurt zu tun, sodass die Tour eher kurz war, aber nicht minder lohnenswert; ich bin von Aschaffenburg nach Crailsheim gefahren, drei Stunden in einem 628, aber dafür mit Ausblick in das Maintal und das Taubertal. Die Rückfahrt war ab Crailsheim mit einem IC nach Stuttgart und von dort planmäßig mit dem EC aus Graz, aber der ICE von drei Minuten vor meiner Ankunftszeit hat noch am selben Bahnsteig gestanden, auf dem ich angekommen bin, also bin ich reingesprungen und habe damit 30 Minuten gespart.

Sonntag war dann das wirkliche Highlight von diesem Wochenende, meine Allgäutour. Nachdem ich erst um halb vier im Bett war, ging es schon um halb sechs wieder aus selbigem heraus, um den ICE um 6:22 nach Nürnberg zu erwischen. Alles hat auch geklappt, ich habe wenigstens ein bisschen Ruhe gehabt, und dann ging es über Treuchtlingen ins Altmühltal (das hat zweieinhalb Stunden gekostet, die sonst mehr hätte schlafen können, aber es hat sich dicke gelohnt!) und weiter nach München. Die Fahrt von dort bis Lindau war eigentlich mehr wegen Bahninterna interessant (erzähle ich gleich) als wegen der Bahnexterna (also der Landschaft), dafür war die Strecke von Lindau nach Oberstdorf und von dort bis Kaufbeuren extrem aufregend. Von dort aus ist es dann erstmal langweilig (landschaftlich, für anderes siehe den Text über die Rätselnde Mutter), bis man hinter Donauwörth über Treuchtlingen nach Würzburg fährt. War das ein schönes Gefühl, kurz nach dem Sonnenuntergang das Maintal zu erblicken!

Das Beweisfoto aus dem Süden. Also ganz, ganz weit im Süden. Südlicher geht’s mit der Bahn nicht, wenigstens nicht in Deutschland.

Nun zu den Bahninterna: Ich bin von München nach Lindau mit einem EuroCity nach Zürich gefahren. In den im Fernverkehr der DB typischerweise ausliegenden Reiseplänen (oder wie auch immer diese Faltfahrpläne mit allen Anschlüssen etc. heißen) liegt schon den ganzen Monat immer ein Flyer drin, dass alle Fahrplanangaben zum Berliner Flughafen nichtig seien, wegen des Problemes mit dem Brand(t)-Schutz. So auch im Faltfahrplan zu EC194. Der wurde übrigens wegen Bauarbeiten in der Schweiz umgeleitet und fuhr dann nicht über St. Gallen. Die Arbeiten liefen seit ein paar Tagen, patzte der Zugbegleiter das Schweizer Ehepaar mir gegenüber an, ob die denn nicht die Anzeige in München gesehen hätten (da stand an dem Gleis der RE nach Nürnberg drei Stunden vorher dran, prost Mahlzeit!). Gehen wir mal davon aus, dass die Arbeiten unplanbar waren, weil irgendwas passiert ist. Kann man dann nicht trotzdem, wenn es scheinbar mehrere Tage dauert, einen Zettel in den Fahrplan einlegen? Mit Berlin geht das doch auch, aber die Info, die diesen Zug betrifft, kann man nicht anders kommunizieren, als dass der Zugbegleiter jeden Einzelnen fragt, wie weit er denn fährt!?

In Frankfurt war dann auch so eine super-tolle Aktion: auf dem DFI der U-Bahn am Südbahnhof las ich sowas wie „Von hier alle Züge nur bis Eschenheimer Tor, dann Ersatzbus bis Miquel-/Adickesallee, dann Linien U1, U2 und U8; die U3 fährt wieder erst ab Heddernheim„. Soweit, so gut, das wusste ich prinzipiell auch schon. Dann ging’s weiter: „Fahrgäste nach Oberursel oder Bad Homburg können ab Südbahnhof die Linie S5 nehmen…“ (guter Hinweis, da muss man nicht so oft umsteigen) „… (außer 29.07. wegen der Sperrung des S-Bahn-Tunnels)“. (Es war der 29. Juli.) Warum kann man denn nicht an verschiedenen Tagen verschiedene Lauftexte bringen? Versteh‘ einer die VGF. Naja, ich habe noch einem freundlichen Herren in diesmal-nicht-ganz-so-blau gewunken, bin heim und todmüde ins Bett gefallen. Uff.

Der freundliche Herr in blau mit der liniennummerlosen U-Bahn zum Eschenheimer Tor. Die Anzeige finde ich irgendwie gut, so groß und fett. Bei den Zügen, die die Liniennummer draufstehen haben, ist das ein bisschen kümmerlich, thinks me.

Update: Seit Montag ist der Hinweis auf die S-Bahn-Tunnel-Sperrung weg. Vielleicht war das so gemeint: „Sie können auch S-Bahn fahren, heute zwar noch nicht, aber damit Sie morgen schon mal Bescheid wissen, sagen wir’s jetzt schon“. Das wäre natürlich gut. Entschuldigung, VGF.

und OB!

Original-Post

Zu lange zu lesen? Tut mir leid. Bitte wenigstens den Schluss, nach der horizontalen Linie, lesen.

Morgen ist es soweit. Morgen wird in Frankfurt der Oberbürgermeister in einer Stichwahl gewählt. Zur Wahl stehen ein CDUler und ein SPDler. Ich bin grünes Mitglied, das ist kein Geheimnis und sollte auch für niemanden eine Überraschung sein. Doch was mache ich also morgen?

Vor der Wahl war ich mir totsicher: Rhein (CDU) als OB geht gar nicht. Rhein ist Mitglied der hessischen Landesregierung, und die CDU Hessen ist für mich der rechteste Landesverband der Christdemokraten überhaupt. Die Landesregierung klagt momentan dagegen, dass ihr vorgeschrieben wird, dass sie ihre Versprechen einhalten muss. Ich würde also auf jeden Fall in einer Stichwahl SPD gegen CDU für die SPD stimmen.

Blöderweise ist es wirklich zu einer Stichwahl ohne Grüne Beteiligung gekommen. Noch am Wahlabend erzählt mir ein anderer Grüner, das werde die erste Wahl sein, bei der er CDU wähle. Das Argument: Rhein hat den Schwarz-Grünen Koalitionsvertrag mitausgehandelt. Er hatte, bevor er Innenminister wurde, in Frankfurt als Dezernent dieser Stadtregierung gearbeitet. Er steht dahinter. Und, egal, was mir SPDler sagen: Er (update: der Vertrag, nicht Rhein) ist sehr grün.

Auf der anderen Seite steht ein Herr Feldmann bei der SPD, der gegen jedes Grüne Vorhaben in den letzten Jahren gestimmt hat. Der mal angetreten war mit „ich werde den Schwarz-Grünen Magistrat sprengen“. Der den Ausbau des Flughafens (wenn auch nicht in dieser Version) unterstützt hat.

Ich war also tatsächlich sehr in Verlegenheit gekommen. Um die Sache kurz zu machen: Herrn Rhein zu wählen, kann ich mir — nach reiflicher Überlegung — in keiner Situation vorstellen. Aber reicht das, um mein Kreuz bei Feldmann zu machen?

Zu wenig Aufmerksamkeit habe ich vor der Hauptwahl auf die Aussagen von Feldmann (und Rhein!) gelenkt. Das war ein Fehler. In den letzten 2 Wochen habe ich aber verzweifelt Gründe für Feldmann gesucht. War nicht einfach. Allzusehr bekam ich das Gefühl, dass mir Herr Feldmann Sand in die Augen streuen will, wenn er die Frage, ob er eigentlich für den Ausbau war, nicht beantwortet. Rhein’s Meinung mag ich nicht, aber er steht dazu. Wenn Herr Feldmann mir erzählt, die Grünen Dezernate unangetastet zu lassen, er aber andererseits „Integration zur Chefsache“ machen will, was ein Grünes Dezernat ist — Sand? Ein paar seiner Ideen finde ich auch einfach abenteuerlich, aber ok.

Beim Versuch zur Meinungsfindung habe ich auch von SPDlern, Jusos und anderen SPD-Sympathisanten ganz, ganz viele Argumente gegen Rhein gehört, und immer wieder den Vorwurf, dass es mir doch „nur“ um Grünen Machterhalt ginge. Natürlich spielt der eine Rolle, natürlich will ich, dass Grüne Inhalte weiterhin umgesetzt werden, aber die Machtvariante wäre doch, Rhein zu wählen. Das werde ich nicht. Argumente für Feldmann habe ich aber nur ein einziges gehört (außer „naja, er hat ehrgeizige Ziele, das ist besser als gar keine“ — als ob Rhein keine Ziele hätte), nämlich, dass er ein Linker ist, und es der SPD ganz sicher nicht schadet, wenn sie nach links rutscht.

Gestern hatte ich meine Entscheidung getroffen — dachte ich. Ich würde mich enthalten. Daraufhin haben unzählige Leute (also 3) bei facebook auf mich eingeredet, das könne ich doch nicht machen. Und welche Argumente gab es? Weil Rhein Scheiße ist. Na super. Das wusste ich auch so.

Heute morgen hatte ich dann unerwarteterweise viel Zeit. Herr Feldmann wollte um halb zehn am Riedbergzentrum sein. Nagut, denke ich, fragst du ihn halt mal selber zu deinen Knackpunkten aus. Nachdem er dann endlich da war, hat er sich auch wirklich Zeit genommen, mir zuzuhören. Er hat mir meine Fragen zwar nicht wirklich direkt beantwortet, aber meine Zweifel wenigstens verkleinert: Mit Nargess (der Integrationsdezernentin) wolle er einfach besser zusammenarbeiten, als dies Frau Roth gemacht hat. Zum Flughafen hat er recht eindeutig Stellung bezogen, ebenso zum Öffentlichen Verkehr, er bekennt sich zum Radverkehrskonzept. Hört sich gut an. Von 99% sicher, dass ich ungültig wählen würde, war ich bei 50% angelangt. (Rhein, nur zur Erinnerung, ist immernoch bei stabilen 0%.)

Rhein war übrigens auch im Riedbergzentrum, aber nicht, wie Feldmann, mit einem Begleiter, sondern mit 5-6 jungen Leuten.

Später, als ich fast daheim war, bin ich im REWE an der Heddernheimer Landstraße einkaufen gegangen, und als ich rauskam, war an dem CDU-Stand dort schon wieder Herr Rhein. Jetzt habe ich mir seine Begleiter mal genauer angeguckt: alles junge Leute. Wie kann man nur so sein Leben wegschmeißen? Ich meine, mal ehrlich: Junge Union? Ich musste einfach hier dran denken:

Sollten die Spießer von der Jungen Union jetzt den Ausschlag für Feldmann geben? (Vor allem, nachdem ich so oft gesagt habe, ich möchte keine Argumente gegen Rhein, sondern für Feldmann haben?) Teilweise schon. Ich bin bei 75% Feldmann.

Auch wenn das jetzt schon viel zu lange ist, muss ich doch auch noch was zu den Grünen Frankfurt sagen. Keine Wahlempfehlung abzugeben, halte ich für vollkommen in Ordnung. Durchblicken zu lassen, dass man aber eigentlich schon gerne Rhein hätte, ist da schon wieder ein bisschen schwieriger. Was aber gar nicht in Ordnung ist, ist, dass man die privaten Meinungsäußerungen pro Rhein unkommentiert stehen lässt, aber die privaten Meinungsäußerungen pro Feldmann nicht. Davon bin ich wirklich enttäuscht.


Die Frankfurter Grünen sind gebrannte Kinder in zweierlei Hinsicht: Die SPD hat sich in der Vergangenheit recht oft von den Grünen losgesagt oder selbst in einer Koalition unsere Leute nicht gewählt und unsere Themen nicht umgesetzt (1989, 1995, 2005), und als ein OB außerhalb der Koalition gewählt wurde (Frau Roth, CDU, 1995), haben die Grünen, nicht der Partner SPD, in die Röhre geguckt. Interessanterweise schlagen die SPDler vor, man könne ja auch eine Rot/Grüne Minderheitsregierung in Frankfurt machen (Klartext: „Hey, Koalitionen brechen macht Spaß, das kennen wir schon. Macht doch mit!“). Nicht sehr überzeugend. Aber muss denn Grün wirklich Angst haben, dass die CDU umfällt? Bei allem was ich gehört habe — dass die CDU viel zuverlässiger ist als die SPD — kann ich mir das eigentlich nicht vorstellen. Herr Feldmann könne Frankfurt repräsentieren und allen Dinge erzählen, die dem Willen der Stadtverordneten und dem des Magistrats diametral entgegenstehen, aber so what? Die Grünen haben gerade einen Bundespräsidenten gewählt, mit dem Argument, sie wollen jemanden haben, mit dem sie auch mal über ein Thema streiten können. Wieso soll das nicht auch in Frankfurt gehen?

Natürlich wäre regieren mit einem Herrn Rhein bequemer. Man müsste sich weniger Gedanken machen. Aber ein wirklich überzeugendes Argument, warum das uns schaden muss, habe ich nicht gehört. Sind wir nicht wesentlich größer und stärker als 1995? Haben wir nicht eine eigene Agenda? Herr Feldmann ist kein Wunschkandidat. Er hat sich mit Sicherheit nicht in ökologischen Themen, mit denen er jetzt rumjongliert, hervorgetan. Er hat sich, wie der Rest der SPD, sicherlich oft auch gegen unserer Vorhaben gestellt. Aber könnten wir nicht auch mit ihm leben? Ich glaube schon.

Frankfurter U-Bahnen

Original-Post

Die letzte Frankfurter U-Bahn-Generation (Typ U5-25, Nummern 601-654) hat zwar noch nicht ganz alle Kinderkrankheiten ausgeräumt, aber trotzdem gibt es schon einen neuen Typ, der momentan probefährt: U5-50, mit den Nummern ab 801. Im Moment fahren die ersten vier Wagen — jeweils zwei zusammengekuppelt zu einer 50 Meter langen, begehbaren Einheit — als 100 Meter langer Zug über die A-Strecke Probe, und kommen dabei auch an meinem Büro vorbei. Und weil mir nette Leute manchmal Bescheid sagen, kann ich auch hin- und wieder Bilder vom Dach machen.

Außerdem gibt es wenige Seitenansichten vom eigentlich schönsten Wagen, der in dem Frankfurter „Subaru Vista Blue“ rumfährt, nämlich der für den Hessentag 2011 letztes Jahr gestylte U2h 330. Beides zusammen Grund genug, mal wieder einen Bildpost zu machen.

Probefahrt von 803+804+802+801 von Ginnheim/Niederursel kommend in Richtung Gonzenheim. Ich finde ja etwas schade, dass das schwarze Fensterband nicht am Ende der Einzelwagen (also an dem breiten Übergang) fortgesetzt wird… Blick vom FIAS Richtung Weißkirchen.
Gleicher Zug, ungefähr 10 Sekunden später. Vor einem Jahr war dahinter noch ne Baugrube.
Probefahrt von 801+802+804+803 von Gonzenheim Richtung Niederursel (die Rückfahrt).
Probefahrt von 801+802+804+803 von Gonzenheim Richtung Niederursel (die Rückfahrt)
Probefahrt von 801+802+804+803 von Gonzenheim Richtung Niederursel (die Rückfahrt).
Seitenansicht von U2h 330 bei Einfahrt in die Heddernheimer Landstraße (Richtung Ginnheim). Das Graffity (das zusätzliche, zerstörerische meine ich) am letzten Fenster fällt zum Glück nicht so stark auf.
U2h 330 bei Ausfahrt Fritz-Tarnow-Straße Richtung Südbahnhof von der noch unveränderten Seite.

Streckensperrung Gleisdreieck

Original-Post

Am Wochenende 16./17. April ist das Gleisdreieck Heddernheimer Landstraße/Wiesenau gesperrt, laut Pressemitteilung, weil sich die Gleise nach dem Bau letzten Jahres etwas gesetzt haben. Warum das dann nötige Schotternachstopfen dann nicht in der Nacht passieren kann, wie früher mal, ist mir auch nach einem Besuch dort nicht klar geworden, aber dafür ist der Ersatzverkehr in Niederursel ganz lustig:

  1. U9 fährt aus aus Riedberg ein
  2. ex-U9 fährt zum Gleiswechsel an der Oberurseler Landstraße
  3. ex-U9 kommt zurück zum auswärtigen Bahnsteig
  4. U3 fährt aus Oberursel ein
  5. ex-U9 fährt als U3 Richtung Oberursel aus
  6. ex-U3 macht eine Sägefahrt über den Gleiswechsel
  7. ex-U3 fährt als neue U9 in Richtung Riedberg aus

Das meiste davon ist zwar nicht spannend oder unerwartet, aber warum die Abfahrt der U3 in Richtung Oberursel nicht von dem einwärtigen Bahnsteig erfolgen kann, sondern der Zug erst auf das andere Gleis gebracht werden muss, ist mir nicht ganz klar geworden. Hat aber für ein paar nette Bilder gereicht:

Schotteranlieferung ohne LKW: Die Eigenbau-Lok 2016 und die beiden Schotterwagen 2125 und 2126 stehen an der Heddernheimer Landstraße bereit.
Auf dem anderen Gleis steht eine Gleisrüttel, im Vordergrund unübersehbare Frühlingszeichen.
Etwas mehr Gerät und ein Bagger am Bahnübergang Neumühlenweg (U9).
Das gibt’s nicht oft: Eine U9, die aus Oberursel kommend nach Niederursel einfährt? Und dann noch auf dem falschen Gleis? War aber nur eine Rangierfahrt vom Gleiswechsel etwa 200 Meter weiter in Richtung Oberursel.
Der nächste Zug eine Viertelstunde später hat an dieser Stelle noch „U9 Ginnheim“ stehen…

Riedbergbahn von oben

Original-Post

Eigentlich warte ich die ganze Zeit darauf, dass die Arbeiten an der Riedbergbahn mal wirklich abgeschlossen sind, aber noch fehlen an allen möglichen Stellen Dinge: Der Bahnsteig Wiesenau auswärts ist noch nicht auf voller Länge wiedereröffnet, in Niederusel fehlen Dynamische Fahrgastinformationen und die Sicherungsanlagen am Bahnübergang Kreuzerhohl und und und. Trotzdem hat ein mir namentlich bekannter Herr mich Anfang März davon überzeugt, dass man doch mal das gute Wetter nutzen kann und aufs Dach von meiner Arbeitsstelle FIAS gehen könnte, um Bilder der Bahn mit dem Taunus im Hintergrund zu machen. In den kommenden Jahren wird die Fläche zwischen Max-von-Laue-Straße und Riedbergallee bebaut werden, also sind diese Bilder nicht mehr lange möglich.

Bei strahlendem Sonnenschein und klarer Luft verbrachten wir also etwas mehr als eine Stunde zwischen 10 und 11 Uhr im eisigen Wind. Die Fahrplansituation bringt immer vier Züge in relativ kurzen Abständen, und das alle 15 Minuten: U9 nach Nieder-Eschbach, U8 nach Riedberg, U8 nach Südbahnhof und U9 nach Ginnheim. Die U3 kann man von da oben leider nicht sehen, höchstens in Bommersheim. Alles andere verdeckt der Lärmschutzwall der A5.

Zug der Linie U9 auf dem Weg nach Nieder-Eschbach. Im Vordergrund ist das Studentenwohnheim samt dazugehörigem Parkplatz zu sehen, und gleich verschwindet der Wagen hinter dem Unterwerk.
Ein anderer Zug der U9, hier schon auf der Riedbergallee vor dem Bahnübergang Ruth-Moufang-Straße/Robert-Koch-Straße am Anfang der Haltestelle „Uni-Campus Riedberg“. Im Vordergrund die Baustelle für das Infrastrukturzentrum (das ist der goldene Käfig zur rechten), im Hintergrund die Baugrube für die Riedbergallee 1.
Außer der U9 fährt auf dem Riedberg auch noch die U8, die für gewöhnlich mit drei Wagen unterwegs ist. Hier ein Zug auf dem Weg zum Südbahnhof. Der letzte Wagen (617) hat Vollreklame für den Hessentag in Oberursel.
Wenn man Glück hat, kann man auch mal zwei Züge gleichzeitig auf ein Bild kriegen, hier kommt der U8-Zug nach Riedberg mit dem führenden 605 mit Zoo-Werbung den Berg hoch, während der Zug zum Südbahnhof mit 617 gerade nach Niederursel verschwindet.

Das letzte Bild ist dann abends auf dem Weg nach Hause entstanden.

Diese Bäume sind das letzte, was vom alten Riedberg übriggeblieben ist. Über deren Schicksal sind sich die veröffentlichten Pläne nicht einig; auf manchen Plänen werden hier bald Gebäude stehen, auf anderen bleibt hier ein Park. Ich drücke die Daumen, dass es ein Park wird…

Niddabrücke

Original-Post

Brückeneinsatz

Am 23. Februar wurde die Niddabrücke Heddernheim/Eschersheim nach langer Bauzeit von der Konstruktionsstelle im Bereich Dillenburger Straße / Alexander-Riese-Weg / Heddernheimer Landstraße von zwei Kränen in ihre Position über dem Fluss gehoben. Schon am Wochenende davor wurden die beiden Kräne aufgebaut, zunächst ein 300-Tonnen-Kran, der sich auf Ketten hinter der Brücke vortasten sollte und alleine etwa 100 Tonnen Gegengewichte auf dem Heck hatte, und dann ein stationärer Kran, der sich neben der Brücke stand und sich im Laufe der Aktion Richtung Nidda drehte. Zu diesen beiden Kränen standen noch ein Autokran da, der die Kräne aufgebaut hatte, ein kleinerer Kran, der dem Raupenkran Stahlplatten vor die Kette legte, und ein Kran auf der Eschersheimer Seite, von dem aus scheinbar die Bauleitung das ganze im Blick behielt. Bei eisigem, aber gutem Wetter waren sowohl die Dillenburger Straße als auch das Niddaufer Richtung Römerstadt voll mit Schaulustigen; ich unter ihnen. Es kamen viele (ungefähr 6 oder so) Kindergartengruppen vorbei, haben kurz geguckt und sind wieder zurück. Die meisten Autofahrer haben mehr auf den Fluss als auf ihren Fahrweg geachtet, einer ist sogar kurz auf der Brücke angehalten (hier gilt eigentlich ein Halteverbot), und auch die U-Bahn-Fahrer waren sehr interessiert, von denen hat aber keiner angehalten. War nicht unaufregend!

Die beiden großen Kräne sind hier noch fast in der Ausgangslage und haben die Brücke lediglich ein wenig angehoben.
Schon ein wenig weiter gefahren war der hintere Kran hier…
…doch das Verschieben musste immer wieder unterbrochen werden, um dem fahrenden Kran (der Hintere) eine Fahrstraße in Form von Stahlplatten zu legen; dafür ist der blaue Kran zuständig.
Nach ca. 2 Stunden war dann die Brücke in Position, um runtergelassen zu werden.

November

Original-Post

Auch wenn er noch nicht ganz um ist, kann ich glaube ich sicher sagen, dass der November nicht so ganz mein Monat war. Dazu sind zu viele Dinge nicht so gelaufen, wie geplant. Allerdings hatte das auch schon Ende Oktober angefangen, sodass ich schon auf einen ganzen Monat zurückblicken kann. Und, wie es sein muss, verabschieden sich diese dreißig Tage auch standesgemäß: Mit einer ordentlichen Erkältung. Na super.

Aber es gibt auch noch positive Dinge zu erwähnen, und die soll man ja nicht außer acht lassen. Zum Beispiel: Es gibt Schnee! (In dieser Phase des Jahres freut man sich noch über Schnee.) Da kommt auch das nette Bild eines Schneemannes auf der Bahnsteigskante her. Hier wird gerade der neue Bahnsteig der Haltestelle Wiesenau in Richtung Oberursel gebaut, und scheinbar haben die Bauarbeiter dort heute morgen für zumindest meine Erheiterung gesorgt. Auch toll: Der Termin für meine Dissertation steht nun endlich: Ich werde am Montag, den 13. Dezember um 9 Uhr morgens die Möglichkeit haben, meine Doktorarbeit vorzustellen und zu verteidigen. Hat mich echt gewundert: Mich haben viele Leute gewarnt, dass es ganz schwierig würde, einen Termin festzulegen, wenn noch nicht alle Umläufe (die Arbeit läuft in 5 Exemplaren unter den Professoren des Fachbereichs und den Dekanen der Nachbarfachbereiche um) abgeschlossen sind, und jetzt wird mir der Termin beinahe aufgedrängt!

Außerdem gibt es immer mal wieder Dinge, die man macht, um Spaß zu haben. Vorletztes Wochenende brachte mich sowas nach Weinheim, zu den Eisenbahnfreunden Weinheim e.V.. Dort konnte ich mal mit meiner Modellbahn spielen, zwei Bilder meines Interregios finden sich unten.

Ansonsten bereite ich momentan meinen Disputationsvortrag vor, werde in der Woche davor nach Bergen fliegen, um die Disputationen meiner beiden Kollegen von vor drei Jahren anzugucken, und dann ist da natürlich der übliche Stress mit den ganzen Weihnachtsfeiern und so… Ich bin fast versucht, eine persönliche Jahresbilanz zu ziehen, aber dieses Jahr passiert im Dezember nun noch was, das wirklich die Bilanz des Jahres maßgeblich beeinflussen wird, also halte ich vorerst meine Klappe.

Mal Modellbahn. Warum nicht? Meine verkehrsrote 103 mit einem 11-teiligen Interregio. Und aus der Perspektive sieht man den Steuerwagen auch nicht. Aufgenommen bei den Eisenbahnfreunden Weinheim.
Und der Interregio von hinten, der Steuerwagen. Die Länge des Zuges hat mir schon ziemlich gefallen, wenn er auch nicht komplett konsistent war. Aber was soll’s, es hat Spaß gemacht.
Schneemännchen am auswärtigen Bahnsteig Wiesenau. Wohl von den Bauarbeitern morgens aufgestellt — super!

Rasen auf dem Riedberg

Original-Post

Wie schön es doch ist, wieder Zeit zu haben. Heute bin ich mal wieder über den Riedberg gelaufen, nachdem ich gestern doch meine Kamera wiedergefunden hatte. Also gibt’s mal wieder ein paar Bilder! Bald soll Abnahme der Strecke sein, und der Baufortschritt ist dementsprechend. Die Oberleitung hängt komplett, ist aber noch nicht komplett fertig gestellt (einige Verbindungen etc. fehlen noch). Die Gleise liegen und sind auch durchgängig verschweißt (naja, mir ist nichts aufgefallen, wo was gefehlt hätte) und die meisten Bahnübergänge sind sehr bald fertig.

Blick in Richtung Abzweig Kalbach und Riedberg aus Richtung Bonames. Am Abzweig stehen alle Signale schon, ein zusätzliches Hauptsignal in Richtung Kalbach steht an der Autobahnbrücke (D-Strecke). Der Radweg, der parallel zur Bahn die A661 überquert, ist mittlerweile durchgängig geteert und befahrbar.
Der Bahnübergang an der Wendeanlage. Das Toilettenhäuschen ist vom Ende des Betriebsbahnsteiges verlegt worden, um auswärts fahrenden Zügen die Sicht auf den BÜ nicht zu verstellen. Auf welche Weise das Fahrpersonal dorthinkommen soll, und ob sie irgendwie von der Mitte „Grün“ für den Überweg anfordern können sollen, ist nicht erkennbar.
Die Haltestelle Riedberg, von Südwesten aus gesehen. Man kann schon gut die breiten Treppen in Richtung Nelly-Sachs-Platz sehen.
Der Kreisel Altenhöferallee/Riedbergalle, mit dem „goldenen Käfig“ Infrastrukturzentrum (a.k.a. Hörsaalzentrum) im Hintergrund.
Weniger Baufortschritt als an der Haltestelle Riedberg ist an der Haltestelle Uni Campus Riedberg zu sehen.
Und noch ein Bild vom Abzweig Niederursel. Auch hier stehen schon alle Signale, dazu eines am Gleiswechsel nördlich von Niederursel entlang der U3, und eines an der Brücke über die Rosa-Luxemburg-Straße. In Niederursel stehen an beiden Gleisen Ausfahrtsignale nach Norden.
Die Wartehalle an der Wiesenau ist immer noch nicht fertig. Aber wenigstens verglast. Am Bahnsteig Richtung Norden ist seit Wochen nichts sichtbares mehr passiert.
Während die Oberleitung am Abzweig von Wiesenau zur Heddernheimer Landstraße noch aufgehängt wird, ist sie nicht komplett gespannt. Die Gewichte liegen aber schon bereit.

Außerdem wird momentan die Haltestelle Lindenbaum so umgebaut, dass nie wieder jemand über rot gehen wird. Nachdem die Einschränkungen für die Bahn — Tempo 60 statt 70 auf der Strecke und Tempo 30 bei Einfahrt in die Stationen — schon seit einem Monat in Effekt sind, fahren die Autos weiter zweispurig, außer da wo grade gebaut wird. Na super. Mal sehen, wie das weitergeht.

Hier ein Sinnbild dafür, was in Frankfurt schief läuft: Die Straße hat noch grün, die U-Bahn darf schon nicht mehr fahren.

Niederursel ist fast fertig

Original-Post

Im Regen gab’s heute ein bisschen neues: die Fahrleitung hängt und ist auch fast komplett fertig, und an der Wiesenau steht schon das Gerüst einer Wartehalle.

Oberleitungsarbeiten am Mittwoch. Hier wird gerade der Fahrtdraht in Richtung Riedberg angefangen.
Ampeln an der Haltestelle Uni Campus Riedberg. Weiter hinten ist eine Ampel an der Straße direkt vor dem Bahnsteig, auch wenn dort kein Übergang erkennbar ist.
Der Überblick über den Abzweig. Hier werden die letzten Arbeiten durchgeführt; Schienen verschweißt, der Teil zwischen den Strecken aufgeschüttet, die Gleise poliert.
Wartehalle an der Wiesenau. Jetzt wird’s ernst. Der hintere Teil des Bahnsteiges ist allerdings noch sehr unfertig.
Abzweig Wiesenau aus Richtung Heddernheimer Landstraße. Der Draht ist dann an einem Mast aufgewickelt.

Erster Draht

Original-Post

Heute ist die erste Oberleitung verlegt worden. Dazu ein paar Bilder:

Arbeiten an der Strecke, an der Rampe vom Abzweig Niederursel zum Riedberg. Was da wohl genau gemacht wird? Außerdem, der erste Oberleitungsdraht am Riedberg!
Am Abzweig Niederursel liegen die Gleise! Noch nicht komplett fertig, aber schon fast.
Die Gleise in Richtung Weißkirchen.

Stützmauer

Original-Post

Heute am Abzweig Niederursel…

Auf das Fundament entlang des Abzweiges wird eine Stützmauer gebaut.
Am Abzweig Niederursel wird ein Fundament verlegt, auf das eine Stützmauer gesetzt wird.

…und ein Update vom Mittwoch:

Oberleitungsarbeiten am Riedberg. An diesem Mastpaar hängen jeweils zwei Ausleger, daher hat die Montage etwas länger gedauert als gewöhnlich.
Übersicht über die Baustelle am Mittwoch. Die Stützmauer ist komplett eingebaut, es wird aber noch an ihr gearbeitet.
Die Stützmauer von außen mit dem Abzweig im Hintergrund.
Herzstücke warten im Gleis an der Haltestelle Niederursel.
Ersatzbus U3B bei der Ausfahrt aus dem Nordwestzentrum. Dieser Bus fährt direkt nach Weißkirchen Ost und hat dies sogar am Zielschild vermerkt.

U3 gesperrt

Original-Post

Anlässlich der Sperrung der U3 zwischen Zeilweg und Weißkirchen Ost, die heute morgen angefangen hat, war ich heute am gesperrten Stück unterwegs, um Bilder zu machen und meine Serie fortzusetzen. Momentan werden noch die alten Trassen, nachdem die Gleise entfernt wurden, von Schotter und Erdreich befreit.

Blick zum Abzweig Wiesenau aus Richtung Zeilweg. Hier vorne ist die Trasse schon komplett abgetragen.
Blick zum Abzweig Wiesenau aus Richtung Wiesenau. Die Bagger schaufeln das Erdreich der alten Trasse ab.
Die Haltestelle Niederursel. Im Hintergrund erkennt man die Bauarbeiten, und an der Haltestelle fällt zweierlei auf: Die Geländer am Bahnsteig stehen mittlerweile (im Gegensatz zu letztem Sonntag), und der Bahnsteig ist nicht, wie sonst bei Sperrungen üblich, mit rot-weißem-Absperrband als „nicht befahren“ gekennzeichnet.
Einen schönen Blick auf die Baustelle und den zukünftigen Abzweig Niederursel hat man von der „Landzunge“ zwischen den beiden Strecken. Dieser Ort ist öffentlich begehbar, aber außer im Sommer spät abends und vielleicht früh morgens vielleicht nicht direkt zum fotografieren geeignet.
Und noch ein Bild vom Abzweig Kalbach, der ja seit Mittwoch morgen in Betrieb ist.

Baufortschritt am Riedberg

Original-Post

Heute bin ich am Riedberg gewesen und habe mir die Baustelle der Stadtbahn angeguckt. Die folgenden Bilder sind dabei entstanden. Am Abzweig für die U9 (WiesenauHeddernheimer Landstraße) sind die Arbeiten für die Brücke schon recht weit fortgeschritten, die Trasse recht gut sichtbar und viele Masten schon stehend.

Ausfahrt von der Heddernheimer Landstraße, aufgenommen von der Fußgängerunterführung
Ausfahrt und Abzweig Heddernheimer Landstraße
Brückenbaustelle Urselbach am Ast Heddernheimer Landstraße ↔ Wiesenau

An der Wiesenau ist der einwärtige Bahnsteig wirklich langsam fertig (wird ja auch Zeit), und der vordere Teil des auswärtigen Bahnsteiges abgerissen. In Niederursel ist der Aufgang zum Bahnsteig am Kreuzerhohl abgerissen.

Station Wiesenau: Auswärtiger Bahnsteig halb abgebaut, einwärtiger Bahnsteig wird noch gebaut.
U3 vor Wiesenau mit dem Abzweig Wiesenau im Hintergrund. Rechts warten Gleise zum eingebautwerden.
Stützmauer an der Station Wiesenau gegen den Bach. Deswegen hat’s wohl so lange gedauert (und dauert immer noch…)
Haltestelle Niederursel aus Richtung Wiesenau. Vorne sieht man die schon fast fertigen Verlängerungen und die Aufgänge zu den Bahnsteigen.
Die abgebauten Zugänge an der Station Niederursel in Richtung Riedberg. Der Zugang ist jetzt nur an der anderen Seite, ohne, dass da eine gute Beschilderung hin zeigen würde…

Die Gleise auf der Riedbergstrecke liegen quasi von Abzweig zu Abzweig, sind aber noch nicht überall fixiert und ausgerichtet. Einzelne Mastpaare fehlen noch.

Abzweig Niederursel. Der Mast an der alten Strecke steht wesentlich näher an der Strecke als alle anderen Masten, um die neue Strecke freizuhalten. Warum man dort kein großes Tragwerk hingestellt hat, ist mir nicht ganz klar.
Blick in Richtung Riedberg, in der Kurve von Niederursel. Man erkennt den geschwungenen Verlauf der Trasse sowie im Hintergrund das Studentenwohnheim und die Biologie. Außer an der Brücke stehen die Masten schon da.
Die Außenseite der Brücke über die Rosa-Luxemburg-Straße. Die Fundamente für die Oberleitungsmasten sind außerhalb des Geländers angebracht. Unten kann man erkennen, dass die Brücke doppelt so breit wie die Straße ausgeführt ist; so kann die Straße später leicht auf vier Spuren erweitert werden (aber warum würde man sowas wollen). Ähnliche Vorkehrungen sind allerdings auch an der Anschlussstelle Marie-Curie-Straße getroffen.
Das Infrastrukturzentrum (a.k.a. Hörsaalzentrum) und das FIAS aus der Robert-Koch-Allee herausfotografiert. Im Vordergrund stehen 20 Bahnsteigskanten und ein paar Abschlüsse der Bahnsteigsaufgänge. Während letztere sicherlich am Riedberg gebraucht werden, stehen eigentlich 4×70 Bahnsteigskanten, was die 4 105 Meter-Bahnsteige auf dem Riedberg konstituiert, schon auf dem Riedberg. Warum stehen sie also da? Keine Ahnung.
Blick von der Haltestelle Uni Campus Riedberg in Richtung Kalbach. Man erkennt im Vordergrund die Signalanlagen, die Rillenschienen und die Einschalttaster des Bahnüberganges. Dahinter sind zwei noch unbenutzte Fundamente, auf die wahrscheinlich noch Oberleitungsmasten kommen.
Der Kreisel Riedbergallee / Altenhöferallee. Mittlerweile überwachsen mit Unkraut; die Lichtsignalanlagen für die Autos sind noch verdeckt.
Bahnübergang am Margarethenzehnten. Wie auch an der Eschersheimer Landstraße und an anderen Stellen ist der Übergang in Z-Form angelegt, so dass man immer erst der Bahn entgegengeht.
Blick vom Bahnübergang Am Kreuzerhohl in Richtung Kalbach. Im Vordergrund ein weiteres Paar von Fundamenten, das nicht benutzt wird.
Einfahrt zur Haltestelle Riedberg. Links ist die Evangelische Kirche, rechts der entstehende Nelly-Sachs-Platz.
Nördliche Ausfahrt der Haltestelle Riedberg. An einer Stelle ist das Gleis Richtung Niederursel noch nicht fixiert und hängt daher durch.
Wendeanlage Riedberg mit beweglichen Herzstücken. Ob das eine Schallschutzmaßnahme ist? Das Verbindungsstück jedenfalls ist mittlerweile begradigt.
Blick von der Wendeanlage Riedberg zurück zur Haltestelle.
Ausfahrt aus der Wendeanlage Riedberg mit dem Toilettenhäuschen und dem weiterhin nicht angeschlossenen Fußgängerüberweg. Die Masten direkt vor der Wendeanlage (am Gleis Richtung Niederursel) sind zwischen den beiden Gleisen.
Blick den Riedberg herunter in Richtung Niddatal. In Höhe des zweiten liegenden Mastes ist ein Knick im Gefälle, warum auch immer.
Baustelle am Abzweig Kalbach. Für die Konstruktion der ersten Weiche wurde das zweite Gleis in einer Kurve daneben gelegt, auf das die Bagger fahren können. Das Gleis Richtung Kalbach liegen lassen und erst die andere Weiche bauen ging wohl nicht.
Das Herzstück wird eingebaut.
Blick auf die Baustelle aus Richtung Kalbach.
Die Abspannmasten vor der Brücke über den Urselbach der U2. Hier wird die Oberleitung über die Brücke zusammen- und weggehalten.
Die alte Brücke über den Urselbach ist abgebaut und das Fundament für die neue Brücke gelegt.
Der Kran hebt den Stahlträger für die Brücke an, um ihn dann einzusetzen.

Eisenbahnbilder

Original-Post

Ein paar Eisenbahnbilder zwischendurch können nicht schaden, oder?

Der München-Nürnberg-Express bei Einfahrt in Nürnberg
Auf dem Rückweg von einer Fahrradtour muss man natürlich auch mal ein Bahnfoto machen, hier wartet Di 4 651 mit meinem Zug nach Mosjøen in Dunderland auf den Gegenzug
Nicht wirklich ein Eisenbahnbild, aber… man schimpft ja immer auf die Jugendlichen und die Gewalt und so. Hier war’s mal ein Busfahrer, der einfach in statt an das Wartehäuschen gefahren ist. („Ick wüllu ma wat mit Landeklappen!“). War lustig.
Tücken der modernen Technik: Diese beiden neuen U5-Wagen haben sich nicht richtig auf das Ziel geeinigt… Fast so schlimm wie bei den Pt-Wagen!
Stimmung gefällig? Schade, dass die Handykamera doch recht schlecht ist.
Immerhin ein Schild, nur fährt die Linie 26 seit Ende 2006 nicht mehr bis zur Haltestelle „Im Uhrig“, sondern nur bis Eschersheim Bahnhof.

Umgezogen

Original-Post

Mal wieder komme ich nur beim Reisen zum schreiben. Ist schon wieder fünf Monate her… Und es hat sich wirklich viel getan in dieser Zeit. Ich bin wieder solo und wohne in einer wunderbaren WG mit zwei anderen Studenten, direkt in Heddernheim an der U-Bahn-Station. Und ich war in Colorado auf einer Konferenz. Und ich war am Rhein unterwegs im Urlaub. Bilder von beidem kommen auch bald. Hehe. Naja, ihr wisst ja. Im Februar habe ich ja auch einen RSS-Feed angekündigt, der immer noch nicht da ist. Mal sehen.