Alles Trocken beim Umsteigen

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So. Anstrengendes Wochenende. Ging am Freitag mit einem Tag Urlaub los, den ich für eine Fahrt über Eschwege, Nordhausen, am südlichen Harz entlang, ein Stückchen Weser, Teutoburger Wald (oder so), Osnabrück und Recklinghausen zurück nach Frankfurt genutzt habe. War sehr nett, und nach der Hitze die beiden Tage vorher (woo-hoo, Schwimmbad!) waren die klimatisierten Fahrzeuge sehr schön. Das Wetter war wechselhaft; ich bin ein paar mal durch richtig starken Regen gefahren, aber beim Umsteigen war immer gutes Wetter. (Zum Glück bin ich in Altenbeken aus Ottbergen kommend sitzen geblieben und in Paderborn in den Zug nach Herford gestiegen, nicht nur wegen des Sitzplatzes, sondern auch wegen des Starkregens, der auf Altenbeken runterkam, als ich das zweite Mal da vorbeigekommen bin.)

Wirklich erwähnenswert auf dieser Tour war — neben den beiden halbstündigen Pausen in Eschwege und Northeim(Han), nach denen ich jeweils mit dem gleichen Zug weitergefahren bin, und der schönen Landschaft — vor allem der „Anschluss“ in Nordhausen. Eigentlich gibt’s den nämlich nicht. Der Zug von Kassel nach Halle (Saale) kommt zwei Minuten vor Abfahrt des Harz-Weser-Expresses an, die Umsteigezeit laut Auskunft beträgt 62 Minuten (sprich: Den Zug kriegt man nicht mehr). Mit 5 Minuten Verspätung meines Zuges beim Einsteigen in Eichenberg hatte ich wenig Hoffnung, aber in Nordhausen waren es nur noch 2 Minuten, und der Tf hat mir die Tür noch aufgelassen, obwohl er schon Ausfahrt hatte. Das war ziemlich cool!

Schöne Anti-Schwarzfahrer-Hinweise der Nordwestbahn. Gesehen auf dem Weg von Ottbergen nach Paderborn im Talent der Nordwestbahn.

Am Samstag hatte ich mal wieder nachmittags/abends bei Frankfurt zu tun, sodass die Tour eher kurz war, aber nicht minder lohnenswert; ich bin von Aschaffenburg nach Crailsheim gefahren, drei Stunden in einem 628, aber dafür mit Ausblick in das Maintal und das Taubertal. Die Rückfahrt war ab Crailsheim mit einem IC nach Stuttgart und von dort planmäßig mit dem EC aus Graz, aber der ICE von drei Minuten vor meiner Ankunftszeit hat noch am selben Bahnsteig gestanden, auf dem ich angekommen bin, also bin ich reingesprungen und habe damit 30 Minuten gespart.

Sonntag war dann das wirkliche Highlight von diesem Wochenende, meine Allgäutour. Nachdem ich erst um halb vier im Bett war, ging es schon um halb sechs wieder aus selbigem heraus, um den ICE um 6:22 nach Nürnberg zu erwischen. Alles hat auch geklappt, ich habe wenigstens ein bisschen Ruhe gehabt, und dann ging es über Treuchtlingen ins Altmühltal (das hat zweieinhalb Stunden gekostet, die sonst mehr hätte schlafen können, aber es hat sich dicke gelohnt!) und weiter nach München. Die Fahrt von dort bis Lindau war eigentlich mehr wegen Bahninterna interessant (erzähle ich gleich) als wegen der Bahnexterna (also der Landschaft), dafür war die Strecke von Lindau nach Oberstdorf und von dort bis Kaufbeuren extrem aufregend. Von dort aus ist es dann erstmal langweilig (landschaftlich, für anderes siehe den Text über die Rätselnde Mutter), bis man hinter Donauwörth über Treuchtlingen nach Würzburg fährt. War das ein schönes Gefühl, kurz nach dem Sonnenuntergang das Maintal zu erblicken!

Das Beweisfoto aus dem Süden. Also ganz, ganz weit im Süden. Südlicher geht’s mit der Bahn nicht, wenigstens nicht in Deutschland.

Nun zu den Bahninterna: Ich bin von München nach Lindau mit einem EuroCity nach Zürich gefahren. In den im Fernverkehr der DB typischerweise ausliegenden Reiseplänen (oder wie auch immer diese Faltfahrpläne mit allen Anschlüssen etc. heißen) liegt schon den ganzen Monat immer ein Flyer drin, dass alle Fahrplanangaben zum Berliner Flughafen nichtig seien, wegen des Problemes mit dem Brand(t)-Schutz. So auch im Faltfahrplan zu EC194. Der wurde übrigens wegen Bauarbeiten in der Schweiz umgeleitet und fuhr dann nicht über St. Gallen. Die Arbeiten liefen seit ein paar Tagen, patzte der Zugbegleiter das Schweizer Ehepaar mir gegenüber an, ob die denn nicht die Anzeige in München gesehen hätten (da stand an dem Gleis der RE nach Nürnberg drei Stunden vorher dran, prost Mahlzeit!). Gehen wir mal davon aus, dass die Arbeiten unplanbar waren, weil irgendwas passiert ist. Kann man dann nicht trotzdem, wenn es scheinbar mehrere Tage dauert, einen Zettel in den Fahrplan einlegen? Mit Berlin geht das doch auch, aber die Info, die diesen Zug betrifft, kann man nicht anders kommunizieren, als dass der Zugbegleiter jeden Einzelnen fragt, wie weit er denn fährt!?

In Frankfurt war dann auch so eine super-tolle Aktion: auf dem DFI der U-Bahn am Südbahnhof las ich sowas wie „Von hier alle Züge nur bis Eschenheimer Tor, dann Ersatzbus bis Miquel-/Adickesallee, dann Linien U1, U2 und U8; die U3 fährt wieder erst ab Heddernheim„. Soweit, so gut, das wusste ich prinzipiell auch schon. Dann ging’s weiter: „Fahrgäste nach Oberursel oder Bad Homburg können ab Südbahnhof die Linie S5 nehmen…“ (guter Hinweis, da muss man nicht so oft umsteigen) „… (außer 29.07. wegen der Sperrung des S-Bahn-Tunnels)“. (Es war der 29. Juli.) Warum kann man denn nicht an verschiedenen Tagen verschiedene Lauftexte bringen? Versteh‘ einer die VGF. Naja, ich habe noch einem freundlichen Herren in diesmal-nicht-ganz-so-blau gewunken, bin heim und todmüde ins Bett gefallen. Uff.

Der freundliche Herr in blau mit der liniennummerlosen U-Bahn zum Eschenheimer Tor. Die Anzeige finde ich irgendwie gut, so groß und fett. Bei den Zügen, die die Liniennummer draufstehen haben, ist das ein bisschen kümmerlich, thinks me.

Update: Seit Montag ist der Hinweis auf die S-Bahn-Tunnel-Sperrung weg. Vielleicht war das so gemeint: „Sie können auch S-Bahn fahren, heute zwar noch nicht, aber damit Sie morgen schon mal Bescheid wissen, sagen wir’s jetzt schon“. Das wäre natürlich gut. Entschuldigung, VGF.

baeuchle

Autor: baeuchle

Baujahr 1984, Maikind. Geboren in Frankfurt, aufgewachsen in Frankfurt, bis ins Alter von 31 Jahren eigentlich immer Frankfurt. Jetzt Kassel. Ausführliche Vorstellung

3 Gedanken zu „Alles Trocken beim Umsteigen“

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