Regnet hilser

Original-Post

(Tag 265) Der Regen grüßt.

Die meisten meiner Leser habe ich ja letzte Woche gesehen, deswegen ganz kurz: Die restlichen Tage mit Johannes waren einfach super, der Flug war ok. Bilder folgen vielleicht. Ich vermisse Frankfurt mehr denn je. Die Fahrt nach Bergen war… naja, lustig. Erste Prämisse waren 13 Minuten Umsteigezeit in Hamburg Hauptbahnhof (dorthin brachte mich ein über Nacht und Ruhrgebiet verkehrender IC). Und es ging mit sechs Minuten Verspätung los… Kein Problem, in Koblenz war 18 Minuten Aufenthalt, Loktausch. Abfahrt pünktlich. Doch das Abenteuer hatte grade erst begonnen…

Noch vor Andernach war eine Baustelle, auf dem Gleis Richtung Köln, nach der Vorbeifahrt eines südwärts fahrenden Zuges fuhren wir dann auf dem „falschen“ Gleis weiter. Das wäre an sich nicht so schlimm gewesen, hätte ich mich nicht an das Zugunglück von Brühl erinnert — selbe Strecke, selbe Situation, auch Nachts, andere Richtung, neun Tote. Irrtümlich nahm ich auch an, dass damals der zweite Wagen um den Bahnsteigspfeiler gewickelt hatte (ich saß im zweiten Wagen), doch jetzt, wo ich mich drum kümmere, stelle ich fest, dass es der dritte Wagen war. Aber passiert ist ja eh nichts. Die Verspätung durch diese Baustelle war auch nicht schlimm, bei 32 Minuten Aufenthalt in Dortmund (danach waren noch ein paar Schlaf- und Liegewagen am Zug dran). Das hatte ich alles gar nicht mehr mitbekommen, aufgewacht bin ich in Osnabrück. Mmh. Abfahrtszeit verstrichen, nichts los, Signal auf Fahrt, aber Türen auf. Was los? Zwölf Minuten Verspätung am Ende, und vor Bremen kam die Durchsage, es sei ein „Bundespolizeieinsatz im Zug“ gewesen, Details kenne ich nicht. Und noch zweimal auf dem falschen Gleis fahren, das kostet doch Zeit!!

Nochmal gecheckt. 13 Minuten in Hamburg ist das Ziel. In Bremen wider erwarten nur noch neun Minuten. Irgendwo in der niedersächsischen Pampa fahren wir offensichtlich einem anderen Zug auf; dreimal recht kurz hintereinander kommen wir fast vor einem Halt gebietendem Signal zum stehen. Oh Verdammt!

Allerdings, zu meinem riesigen Erstaunen, sind wir drei Minuten vor Ankunftszeit in Hamburg-Harburg und eine Minute zu früh am Hauptbahnhof. Alles Gut gegangen.

Der Rest verlief ganz gut, mit dem Zug auf die Fähre zu fahren war schon eine lustige Sache (abgesehen davon war die Fähre irgendwie häßlich). Ankunft in København war pünklich, doch dann musste ich rennen, weil der „Zug nach Malmö“, der auf das andere Gleis verlegt wurde, doch bis Göteborg fuhr. Die letzten neunzig Minuten dieser Fahrt döste ich weg, war auch nötig nach nur drei Stunden schlaf. Kühle, frische Luft in Göteborg lies mich wieder etwas klarer werden, und die Fahrt nach Oslo las ich.

Und dann, es grämt mich, das zu sagen, stellte ich den großen Nachteil an Bahnfahrten in Norwegen fest: Die letzte Sitzreihe im Zug. Weniger Beinfreiheit als überall sonst, und man kann die Sitze nicht verstellen. Und genau so einen Platz hatte ich. Und der Zug war voll. Dabei hatte ich mich schon gefreut, gut schlafen zu können, müde genug war ich. Am Ende hat es nicht lange gedauert, bis ich einschlief, war ein paar mal wach, aber es ging grade so.

Schon in Schweden hatte es geregnet, und hier ist es keinen Deut besser.

Und jetzt sitze ich mit ungewaschenen Haaren im Büro, warte darauf, dass ich mich um meine plötzliche Beurlaubung für’s Sommersemester kümmern kann (andere Geschichte), und dass eine Vorlesung ist, dann essen, dann Norwegischkurs, dann heim. Und schlafen…

baeuchle

Autor: baeuchle

Baujahr 1984, Maikind. Geboren in Frankfurt, aufgewachsen in Frankfurt, bis ins Alter von 31 Jahren eigentlich immer Frankfurt. Jetzt Kassel. Ausführliche Vorstellung

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