Elternzeit

Kevin-Alf ist nun ein halbes Jahr alt. Und zu diesem Anlass bin ich nun für das nächste halbe Jahr in Elternzeit gegangen, meine bessere Hälfte arbeitet wieder. Und insgesamt ist das ein guter Anlass, mal übers Vatersein zu schreiben.

Kevin-Alf wird mit Stoffwindeln gewickelt, doch bis wir das alles zusammenklamüsert haben – was braucht man genau, was wäre noch gut, wieviele, welche Marken – hatte das etwas gedauert. Doch mittlerweile hat man sich wirklich gut daran gewöhnt. Wenn ich von einer Windellebensdauer von zwei Jahren ausgehe, überschlage ich Kosten von etwa 8 Cent pro Windel, oder 23 Cent für die Nachtwindeln, gegenüber etwa 17 Cent für die billigsten Plastikwindeln. Und Kacke abwischen muss man so oder so.

Nach etwa zwei Monaten bin ich wieder arbeiten gegangen, allerdings in einem neuen Job: Ich wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Kassel im Bereich Verkehrstechnik, für erstmal eben vier Monate, bis ich an seinem halbten Geburtstag daheim geblieben bin. Im Januar nächsten Jahres geht es dann weiter. Recht neu haben wir einen Fahrradanhänger, den Cross von Thule, als Zweisitzer, mit dem ich Kevin-Alf bei dem schönen Wetter in den Park fahren und dort mit ihm ein wenig auf der Decke liegen kann.

Zwischendurch sind wir schon recht viel Bahn mit dem Kleinen gefahren; nach Ostwestfalen, Südhessen, Kiel, Potsdam und Göttingen. Die allermeiste Zeit ist das auch sehr gut gegangen, im Gegensatz zu den wenigen Autofahrten: Es ist sehr beruhigend, ein unzufriedenes Kind einfach mal hochzunehmen und mit ihm ordentlich zu spielen, anstatt nur von der Seite in den Kindersitz reingucken zu können. Nur einmal, bei der allerersten Fahrt, kam ein blöder Kommentar von einem Mitreisenden: in der Einfahrt nach Hamburg in der Tür wartend meinte ein Fahrgast (aus der ersten Klasse), dass es dem Kleinen ja nicht gut gehen könne (er hat sich erdreistet, nicht komplett still zu sein, sondern ein wenig rumzuquengeln), weil er ja nicht bei der Mama ist, sondern im Tragetuch vom Papa herumgetragen wird. Das sei ja fast schon Vergewaltigung!

Die guten Erwiderungen kommen einem natürlich immer erst später, aber das war auch schnell verarbeitet. (Und jetzt, fünf Monate später, wirkt es wie eine Geschichte aus einem anderen Leben.) Ansonsten staune ich immer, wie viele Menschen ohne Kleinkinder sich im ICE ins Kleinkindabteil setzen; niemals haben wir deswegen keinen Platz gekriegt, aber befremdlich finde ich das manchmal schon. Nicht so schlimm allerdings, wie dass in den neuen Doppelstock-Intercityzügen das Kleinkindabteil so angeordnet ist, dass die anderen Passagiere durch das Abteil hindurch müssen, um zur Tür zu gelangen. Das wäre besser lösbar gewesen.

Aktuell wird Kevin-Alf immer aufmerksamer, immer geschickter. So sehr, dass ich immer mehr aufpassen muss, dass der Kleine meine Brille auf meiner Nase lässt. Nicht immer kriege ich das hin. Aber irgendwie macht das auch stolz.

Kevin-Alf

An Weihnachten war es so weit: Kurz nachdem ich auf meinem Fahrrad nicht nur die 7000-km-Marke, sondern auch 7093 km (bedeutet: 1000 km in 2016) überschritten hatte, kam mein Sohn Kevin-Alf auf die Welt. Alles ist so gut – oder gar besser – gelaufen wie geplant, alle Beteiligten sind gesund und munter. Nun gewöhne ich mich also seit drei Wochen daran, ernsthaft Papa zu sein und all die Dinge, die ich mir vorgenommen habe, zu verwirklichen. Immerhin: Bis Ende Februar kann ich daheim bleiben und muss nicht zur Arbeit. Bisher könnte ich es mir auch noch gar nicht vorstellen, länger als ein paar Stunden nicht da zu sein, nicht mich um den Kleinen zu kümmern.

Usedom

Nach letztem Wochenende darf man ja nicht mehr nach Usedom fahren (oder vielleicht doch, und gerade jetzt, je nach dem, wen man fragt). Wie schön, dass ich das mit meiner besseren Hälfte Anfang August erledigt habe: der erste Teil unseres Sommerurlaubs ging ins Seebad Heringsdorf. Eigentlich sollte der Weg dahin in einem (von Hannover aus) durchgehenden Kurswagen geschehen, also in einem von den drei Wagen, die in Züssow von einem IC Ruhrgebiet – Berlin – Rügen abgehängt und dann gesondert über die Insel bis Heringsdorf gezogen wird. Doch die Auswirkungen einer Baustelle sorgten dafür, dass der ICE, der uns nach Hannover bringen sollte, so spät war, dass wir den Anschluss in Hannover verpasst hätten (sehr indirekte Auswirkungen: wegen der Baustelle fährt der ICE nur ein- statt zweiteilig, und deswegen ist er überlastet, und deswegen braucht er länger, um von den Bahnhöfen wegzukommen). Daher warteten wir einfach 10 Minuten länger und fuhren mit dem ICE nach Berlin, von dort aus dann Regionalbahn bis Züssow und dann die normale Bummelbahn bis Heringsdorf (die allerdings genau so schnell ist wie die IC-Verbindung auf diesem Abschnitt. Die 30 Minuten, die wir so später ankamen, haben uns allerdings eine Freundin aus dem Chor als Reisebegleitung im Zug nach Berlin beschert.

Ich stehe mit Apfelweinhemd an der Deutsch-Polnischen Grenze an der Ostsee.
Ich stehe mit Apfelweinhemd an der Deutsch-Polnischen Grenze an der Ostsee.
Auch am Strand möchte ich nicht gerne Sonnenbrand oder -stich kriegen.
Auch am Strand möchte ich nicht gerne Sonnenbrand oder -stich kriegen.

Heringsdorf an sich hat einen sehr schönen, sauberen Strand, und das Wetter war zwar nicht überwältigend, aber doch gut genug, um zu baden, zu spazieren, Tandem zu fahren und wieder zu baden. Und an einem Tag wollten wir nach Rügen, mindestens um meine Serie mit den Schmalspurbahnen fortzusetzen. (Das fing ja mal an mit „immer im Winter“, wurde „immer im ersten Halbjahr“ und ist nun offiziell nur noch „jedes Jahr“. Auch gut.) Auf Rügen fährt der Rasende Roland, eine Schmalspur-Dampfbahn, und mit der wollten wir einmal hin- und zurückfahren, nach Anreise mit dem Schiff, dass uns von Peenemünde nach Gören hätte bringen sollen. Nach Peenemünde bringt uns der Zug. Meine bessere Hälfte hatte für die Schifffahrt das Kombiticket, auf dem die Zugfahrkarte aufgedruckt war, und kurz nach der Kontrolle kurz nach der Abfahrt in Heringsdorf sehen wir die Zugbegleiterin am Handy reden, und hören die Worte „Schiff fällt aus, ok“ und „ich sage dann den Leuten Bescheid“. Nun, letztlich entschieden wir uns dann, eben mit der Bahn nach Rügen zu fahren, auch wenn das wesentlich öfteres Umsteigen bedingte; und so fuhren wir eben den Rasenden Roland von der anderen Richtung aus ab. Göhren war dann nicht Anfangs- sondern Umkehrpunkt, und nach einer kurzen Stärkung fuhren wir bis Binz, liefen zum Bahnhof der großen Bahn und fuhren von dort wieder nach Heringsdorf zurück. So kam ich, vier Jahre nachdem ich Binz einem Abstecher nach Usedom geopfert habe, doch noch dorthin.99 1784-0 bei Einfahrt nach Lauterbach Mole

Die Eule war ähnlich begeistert wie ich, in die Kamera statt aus dem Aussichtswagen gucken zu müssen!
Die Eule war ähnlich begeistert wie ich, in die Kamera statt aus dem Aussichtswagen gucken zu müssen!

99 4011-5 in Sellin Ost

Am letzten Tag war schlechtes Wetter angekündigt, aber wir konnten dennoch morgens in der prallen Sonne am Strand liegen und baden (nachmittags war der Strand ok, aber zum Baden zu kalt). Bei der Rückfahrt verlief alles planmäßig, nur auf dem Abschnitt Wolgast – Züssow war es sehr kuschelig, aber immerhin musste ich mein Ticket nicht rauskramen, weil die Zugbegleiterin mich wiedererkannt hat – und gleich gefragt hat, ob wir denn das Geld für die Schiffstour wiederbekommen haben: Haben wir, und zwar inklusive des Zugaufschlages, obwohl das Ticket ja schon in der Kontrolle abgestempelt wurde.

Fahrradstatistik

Ich schreibe ja immer mal wieder was darüber, wie viel Fahrrad ich fahren will und wie viel ich tatsächlich gefahren bin. Nun habe ich mal alle diese Blogartikel und meine Reisetagebücher gewälzt und die seit Anfang letzten Jahres gesammelten wöchentlichen Aufzeichnungen, und habe eine hübsche Grafik daraus gemacht. Diese werde ich versuchen, aktuell zu halten:

Die Daten fangen an meinem 19. Geburtstag an (das ist aber links außerhalb der Grafik), als ich ein neues Fahrrad geschenkt bekommen habe. Die ersten wirklichen Daten sind von einer Fahrradtour mit einer Kommilitonin, Caro B., und ihrem Bruder von Frankfurt zur Ostsee im September 2005, dann kam mein Jahr in Norwegen, die Fahrt am Rhein, meine Radtour vom Nordkapp, ein neues Fahrrad in 2013, und dann die wöchentlichen Aufzeichnungen (in denen man sowohl die Wochen erkennen kann, in denen ich in Malaŵi war und daher nicht gefahren bin, als auch den Umzug nach Kassel).

Jeder Punkt ist anklickbar und führt, soweit vorhanden, zu dem Blog-Artikel aus dem diese Angabe stammt oder der über die jeweilige Tour berichtet. Die grünen Flecken fassen einzelne Punkte zusammen. Vielleicht werde ich da in den nächsten Tagen auch noch ein paar Extra-Features einbauen; aktuell werde ich es auf jeden halten.

Auf nach Kassel

Letztendlich habe ich in der Wohnung in Frankfurt-Niederursel dann doch wesentlich kürzer gewohnt als gedacht. Im Gegensatz zum letzten Mal, wo ich nach so kurzer Zeit wieder umgezogen bin, wohne ich diesmal vorher wie nachher mit der gleichen Person zusammen. Diese hat im September einen neuen Job am Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) angetreten, und da Programmieren auch von zu Hause aus funktioniert, einigten wir uns auf einen Wohnsitz in der Nähe ihrer Arbeitsstelle.

Die Wohnungssuche hat erstaunlich gut funktioniert; zwei Samstage in Kassel im Juni reichten aus, um ein wunderschönes Haus mit Garten zu finden, das wir nun mieten. Für den Umzug haben wir uns eineinhalb Wochen frei genommen (Ende August war da eben auch noch der Resturlaub), und so konnten wir alles recht entspannt einrichten, bevor es wieder ins Arbeitsleben ging. Das bedeutet für mich, jede Woche einmal nach mit dem ICE nach Frankfurt zu fahren, mit Übernachtung, und jede zweite Woche nochmal, dann aber direkt wieder zurück. Die anderen Tage arbeite ich daheim. Anfangs hatte ich mich bemüht, früh im Büro zu sein, aber schnell fand ich heraus, dass ich auch im Zug recht gut arbeiten kann (und an den HomeOffice-Tagen ebenfalls recht lange arbeiten kann), seitdem ist das wesentlich entspannter geworden.

Mit einem weit genug vorher angekündigten Umzugstermin war sogar das Internet schnell umgezogen, und auch der Nachsendeauftrag der Post scheint diesmal ordentlich funktioniert zu haben, wenigstens nach winzigen Anlaufschwierigkeiten. Besser als beim Umzug von Heddernheim nach Niederursel, jedenfalls.

Nun habe ich einen Arbeitsweg, der zu kurz (nämlich ca 10 Meter), und einen, der zu lang (nämlich 200 km) zum Fahrradfahren ist, und das schlägt sich direkt in meine Radfahrstatistik nieder. Beim Umzug hatte ich 5777 km, und trotz Wochenendtouren bin ich 6 Monate später grade mal bei 6200 km angelangt. 2016 brachten bisher nur etwas mehr als 100… Ich sammle Kilometer also, kurz gesagt, nicht mehr recht automatisch, sondern muss mich zum Fahrradfahren explizit motivieren. Bei einem verregneten, saukalten Winter wird das nicht direkt leichter. Immerhin: die Fahrt zum Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe dauert mit dem Fahrrad bestenfalls zwölf bis schlechtestenfalls 18 Minuten, Regiotram (16 Minuten, ohne Umsteigen) oder Straßenbahn (etwa 20 Minuten, mit einmal Umsteigen) sind nach Addition der Zeit, die ich zur Haltestelle laufe (etwa 5-7 Minuten) nicht schneller – außerdem kann ich mit dem Fahrrad die Wartezeit am Bahnsteig optimieren. Trotzdem bringt mir das pro Woche im Schnitt höchstens 9 km, und auch nur, wenn ich wirklich jedes Mal mit dem Fahrrad fahre. Dass der Kasseler Nahverkehr mit meiner neuen BahnCard 100 benutzt werden kann, hilft auch nicht. Also, kurz gesagt, das neue Projekt 7000 wird wohl noch ein bisschen dauern.

Nun habe ich einen Kellerraum ganz für mich und Modellbahn; wenn ich es irgendwann mal schaffe, zwei Holzbretter im rechten Winkel aneinanderzuschrauben, wird dort vielleicht auch mal gebaut. Nach den Weihnachtskonzerten habe ich aufgehört, im Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr in Bommersheim zu spielen; jeden Donnerstag das Saxophon von Kassel an den Main zu tragen war doch zu viel Aufwand.

Silvester haben wir in kleinem Kreis hier in Kassel gefeiert und ich würde gerne schöne Bilder vom Feuerwerk über der Stadt, aufgenommen vom Herkules, zeigen, doch das leicht trübe Wetter schlug nach den ersten Raketen kurz vor Mitternacht in eine dichte Nebelsuppe mit etwa 50 Metern Sichtweite um, sodass man außer leuchtendem Nebel praktisch nichts gesehen hat.

Heißhunger

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Vorneweg sei ein Disclaimer erlaubt: Ich will niemanden bekehren. Ich finde Tierschutz zwar wichtig, habe aber kein ethisches Problem damit, Tiere für die menschliche Ernährung zu halten und gebrauchen. Genausowenig ist mein Motiv religiös; genauso, wie ich Weihnachten und Ostern feiere, übernehme ich auch hier ein Ritual aus dem Kanon des Christentums. (Und bin mir auch bewusst, dass die Fastenzeit im Gegensatz zu Weihnachten und Ostern auch wirklich nicht heidnische oder astronomische Ursprünge hat.) Bei dem, was ich hier beschreibe, ging es um mich und meine Neugier.

Dieses Jahr wollte ich die Fastenzeit nach meinen Experimenten mit vegetarischem Essen in den letzten drei Jahren mal mit veganem Essen probieren. Dabei ging es mir vor allem um das Ausprobieren; wie gut würde das gehen? Wie gut würde es mir damit gehen? Welche Alternativen gibt es denn zu Käse etc.?

Zu Hause habe ich Unterstützung, und zu Weihnachten habe ich zwei vegane Kochbücher geschenkt bekommen. Interessante Sache, das. Eines erzählt etwas von der Angst der Tiere, die man mitisst, und von Schmetterlingen, die sich einem Veganer im Wald auf den Kopf setzen würden, das andere erzählt einfach davon, dass Massentierhaltung nicht schön ist und die Autorin einfach mal nach einer Alternative geguckt hat. Letztere wird dafür kritisiert, dass sie „Vegan aus falschen Gründen“ sei. Oh mann.

So habe ich also sehr viel ausprobieren und experimentieren können, mit gemischtem Ergebnis: Milchersatzprodukte haben mich durch die Bank weg sehr wenig überzeugt. Die meisten „Milch“s sind gesüßt, egal ob Hafermilch, Mandelmilch oder Sojamilch, und das mag ich eher nicht. Quark und Joghurt gehen besser, überzeugen mich aber auch nicht. Vegane grüne Soße? I don’t think so. Käse habe ich in einer veganen Variante probiert, dieses vorwiegend aus Kokosfett bestehende Ding hat mich dann aber so angewidert, dass der Rest im Mülleimer gelandet ist. Für Eier (beim Backen) scheint Kichererbsenmehl ein guter Ersatz zu sein, aber viel gebacken habe ich nicht, und für Pfannkuchen fand ich die Sojamilch zu Süß, sodass es sehr wenig gibt, wo ich einen Eiersatz gebrauchen könnte.

Tofu hatte ich vor drei Jahren bei meinem ersten vegetarischen Experiment noch sehr kategorisch ausgeschlossen, vor zwei Jahren hatte sich das schon langsam verbessert; Vegan kommt man da kaum drum herum. Also, neue Chance. Das Soja-Schnitzel ist für mich immernoch keine gute Vorstellung, aber Soja-Hack finde ich lecker, und in Soja-„Fisch“-Stäbchen konnte ich sogar gut in Tofu reinbeißen. Ansonsten gibt es natürlich sehr viel Gemüse und Pilze; Suppen und Eintöpfe bieten die Möglichkeit für sehr abwechslungsreiche Gerichte. Besonders schön fand ich die Idee einer Polenta-Pizza; Polenta mit Gemüsebrühe kochen, in ein Backblech, Tomatenmark darauf (im „Teig“ ist schon genug Gewürz) und dann belegen.

Für Brot und Brötchen gibt es mittlerweile recht viele und sehr verschiedene vegane Aufstriche; die habe ich schon länger sporadisch gegessen und auch durchprobiert, jetzt ein wenig genauer unter die Lupe genommen. Viele sind lecker, manche würde ich nicht ein zweites Mal kaufen und bei wenigen habe ich mich dann schon über den ersten Kauf geärgert. Die Negativliste führt für mich eine Vegane Teewurst an. Schauder.

Und nun nehme ich sogar ab. Das tut mir zwar nicht unbedingt schlecht, wenn ich aber Mittags auf einmal fünf Brötchen und eine ganze Packung Chips (oh, übrigens, interessante Beobachtung: die billigen sind vegan, bei den teuren ist sehr häufig Milchpulver drin — WTF?) esse, weil ich so viel Hunger habe, ist das nicht unbedingt gut. Satt werden – nachhaltig satt werden – scheint mir mit veganer Ernährung wesentlich schwerer zu fallen als vegetarisch. (Oder vielleicht fahre ich zu viel Rad momentan: dieses Jahr schon etwa 700 Kilometer!)

Vegan bedeutet also eine Umstellung und Umgewöhnung, aber das war ja zu erwarten. Und sonst? Eigentlich nichts. Schmetterlinge haben sich noch nicht auf mich gesetzt, ich kann nicht besser oder schlechter schlafen, meine Haut hat sich nicht verbessert, ich fühle mich nicht fitter als sonst (ich versuche, jahreszeitliche Schwankungen herauszurechnen), aber meine Vorfreude auf die erste Grüne Soße (wie gesagt, nicht vegan!) wächst.

Wann ich genau mit vegan aufhöre, ist noch nicht ganz klar, weil ich an Karfreitag nach Afrika fliege und ich die Umstellung auf „normales“ Essen gerne von der Umstellung auf sicherlich andere Ernährung in Malaŵi trennen möchte, auch um zu wissen, woher letztendlich mögliche Verdauungsprobleme kommen. Eine Woche vor Ostern, also jetzt in einer Woche, wird wohl eine gute Wahl sein. Bis dahin sind dann auch die Brotaufstriche alle 🙂

Auf nach Niederursel

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2013 brachte mir zwar ein neues Fahrrad, aber letzten Endes schaffte ich es dieses Jahr nicht, das selbstgesteckte Ziel von 1000 gefahrenen Kilometern zu erreichen. Irgendwie hat die Motivation letztlich nicht gereicht, und so wurden es dann am Ende nur etwas mehr als 800 Kilometer mit den neuen Rad, plus die paarundsechzig mit dem alten Rad. Nun ja, knapp daneben ist bekanntlich ja auch vorbei, und im neuen Jahr gilt wieder das selbe Ziel.

Um es spannend zu machen, habe ich es mir etwas schwieriger gemacht: Ich bin umgezogen. Nach mehr als fünf Jahren Studenten-WG in Heddernheim wohne ich jetzt in Niederursel — einen Kilometer näher an der Uni. Pro Arbeitstag kriege ich also nur noch etwa 3 Kilometer aufs Rad. Ein siebenstöckiges Hochhaus beherbergt mich und noch jemanden jetzt also in seinem sechsten Stock; vielleicht sollte ich wenigstens eine Strichliste anfangen, wie oft ich nach der Arbeit die Treppe statt den Aufzug nehme.

Der Umzug an sich ist gut gelaufen; praktisch nichts ist kaputt gegangen. Dafür gab es mehr administrative Probleme: Eine Küche war zwar (relativ) schnell bei IKEA bestellt, sogar noch mit der Family-Card-Rabatt-Aktion Anfang Dezember, aber eine Tür konnte nicht geliefert werden. Naja, man kann ja ein paar Tage drauf warten. Dachten wir. Zwischendurch wollten wir aber den Herd als Standgerät und nicht von IKEA haben. Herde im Internet zu bestellen hat dabei einen Haken: zwar kann man bei allen möglichen Stellen technische Vergleiche zwischen Modelle und dann Preisvergleiche zwischen Anbietern machen, aber wenn man das Gerät geliefert und angeschlossen haben will, bringen einem diese Listen rein gar nichts, da die Kosten dafür sehr weit auseinander liegen – von 50 bis 200 Euro. Meistens zahlt man Lieferung bis an die Bordsteinkante, Lieferung bis zum Aufstellort und Anschluss jeweils einzeln. Und manchmal dann noch mit der Androhung, dass nur angeschlossen werden kann, wenn ich ein nicht näher spezifiziertes passendes Kabel bereithalte. Bezahlen müsste ich das dann natürlich trotzdem. Nun gut, unser Anbieter erschien uns der beste Kompromiss zwischen Gerätekosten und Zusatzgebühren, außerdem war der Herd dort sofort lieferbar.

Schreiben die. Eine Woche nach der Vorauszahlung, immernoch nichts gehört über einen Liefertermin, frage ich doch mal nach und kriege zur Antwort, dass zwei Wochen Lieferzeit ja gar nicht zu vermeiden wären und das als „sofortige Lieferung“ gelten würde. Nun ja. Die tatsächliche Lieferung war vor Weihnachten und soll, so habe ich mir sagen lassen, gut über die Bühne gegangen sein.

Zwischendurch füllte sich die neue Wohnung langsam mit heimeligen Dingen, das Sofa aus der alten WG wurde gefärbt, was nicht richtig funktionierte, äh, ich meine natürlich, wir wollten einen künstlerisch wertvollen Batik-Effekt auf dem Sofa haben. Mittlerweile habe ich mich sogar dran gewöhnt. Kleine Kinderkrankheiten der frisch renovierten Wohung wie eine tropfende Zufuhr zum Waschbecken im Bad und ein zu kurzes Abflussrohr in der Küche (es endet hinter dem Putz) waren zwar ärgerlich, aber am Ende heilbar, und der Gutschein für ein neues Set (herdbedingt induktionsgeeignete) Töpfe war bald eingelöst, und so…

So fiel es natürlich um so mehr auf, dass der für die Töpfe vorgesehene Küchenschrank immernoch keine Tür hatte. Da muss man ja doch noch mal anrufen! Das Problem war schnell gefunden: DHL hatte die Tür einen knappen Monat unterwegs und hat sie dann an IKEA zurückgeschickt. Wir haben nie einen Zettel darüber in unserem Briefkasten oder was anderes. Gut, dass es eine kleine Tür betroffen hat, die wir uns dann direkt bei IKEA abholen konnten. Zusammen mit den beiden Türdämpfern, die das IKEA-Küchenplanungsprogramm wohl vergessen hatte. Küche: fertig.

Telefon und Internet ist auch fast komplett geklärt, dazu gibt es aber einen eigenen Eintrag.

Alles neu macht der Mai

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Kurz nach meinem letzten Eintrag wollte ich dann mal wieder Fahrrad fahren. Die Gangschaltung müsste mal wieder neu eingestellt werden, ist mir gleich am Anfang aufgefallen, aber naja, das mache ich dann eben am Abend, die Hinfahrt werde ich schon schaffen.

Dachte ich. Statt dessen verbog sich die hintere Kettenführung so stark, dass sie letzten Endes, etwa hundert Meter vor meinem Standard-Fahrradständer gegenüber vom Büro, abknickte und dabei die Halterung zerriss. Die war blöderweise allerdings ein Teil des Rahmens, sodass damit dann eben auch der Rahmen — und damit das ganze Fahrrad – kaputt war.

Das war Anfang April. Seit dem war ich mit meinen Eltern in Weilburg, habe wie jedes Semester bei der Erstsemester-Einführungs-Veranstaltung der Fachschaft mitgeholfen, war bei einem Probewochenende des Ehemaligenchor meiner alten Schule und habe bei der Telekomstiftung ein sehr unterhaltsames Gespräch über fleischlose Ernährung gehabt. Von alledem aber hier keine Details. Im April war sogar zweimal das Wetter gut genug für eine Mainufersession, und ich traf mich mit einem twitternden Tf aus Österreich bei seinem Zwischenstopp auf dem Weg in den Urlaub. Ende April war die von mir organisierte Sonderfahrt mit dem Ebbelwei-Expreß durch Frankfurt mit abschließendem Essen der 20 Teilnehmer, und der traditionelle Maiausflug mit Schilter im Taunus. Zwischendurch hat der RMV angefangen, Twitter für die Kundenkommunikation zu benutzen, der Ehemaligenchor meiner Schule ist auch wirklich aufgetreten.

Mein neues Fahrrad

Ein neues Fahrrad habe ich mir dann an dem Tag gekauft, in dem ich mein Handy, dessen Anschalter nicht mehr ging, zur Reparatur eingeschickt habe. Das war am 10. Mai, einen Tag vor einer Aktion der Nordwest-Grünen, die ich mitorganisiert habe und die sehr erfolgreich verlaufen ist. Schließlich war noch Pfingsten, und damit wieder Zeit für die Pfingstfreizeit und den Wäldchestag und so ein Tag, wo mit Leute immer Dinge geben wollen. Da habe ich dieses Jahr eine Satteltasche und zwei Gepäckträgertaschen bekommen.

Mein Klugtelefon ist nun heute seit zwei Wochen weg, und den Kostenvoranschlag von Mittwoch – knapp 350 € für die Reparatur von Glasbruch und Anschalter – habe ich dankend abgelehnt, denn das ist auch der Neupreis des Gerätes. Na toll. So kostet das Zurückschicken also 18 €. Am Nachbargrundstück von meinem Büro kann ich grade den Bau eines Gebäude in HD und Surround-Sound (vor allem den Sound!) verfolgen. Der Mai brachte also ein neues Telefon, neues Fahrrad, neues Gebäude, neues Lebensjahr, neues Pläne. Mal sehen, was der Juni bringen wird (und der Rest des Mais erst!).

Fleischlos, und kein Alkohol

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Nachdem das Wetter im ersten Quartal so richtig mies war, ist meine Fahrradbilanz eher schlecht – statt der angepeilten 250 km habe ich nur etwa 55 km geschafft. Letztes Wochenende war außerdem Ostern, und wie schon letztes Jahr habe ich auch dieses Jahr 40 Tage lang versucht, auf Fleisch zu verzichten.

Letztes Jahr hatte ich über eine Ecke erfahren, dass ein Freund, der jetzt in Hamburg ist, auch fleischgefastet hat, und darüberhinaus noch auf Alkohol verzichtet hatte. Er berichtete, dass seine Wahl zwischen Fleisch und Alkohol oder Schokolade und Kaffee war, und er seinem Chef nicht einen Koffeinzombie zumuten wollte. Jedenfalls habe ich mich davon inspirieren lassen und dieses Jahr auch Alkohol von meinem Speiseplan verbannt.

„Unfälle“ wie ein falsch bestelltes Essen gab es dieses Jahr nicht, und dass meine Mutter an einer Stelle extra für den heimkommenden Sohn Kasseler gekauft hatte, hatte ich diesmal vor dessen Zubereitung bemerkt. Dafür habe ich mit einem Kollegen und einem Glas Sekt angestoßen, als er Geburtstag hatte, und an einem Wochenende – ein sozialer Besuch bei Herford – das Fasten ausgesetzt, damit nicht wegen mir ein großer extra-Aufwand getrieben werden musste.

Davon abgesehen fiel es mir einerseits teilweise wirklich schwer, etwas Vegetarisches zu finden, und ich hatte zwischendurch manchmal extrem viel Lust auf Fleisch oder einen Apfelwein. Besonders die Woche in Dresden war hier schwierig, scheinbar sind vegetarische Gerichte in sächsischen Kneipen noch nicht so sehr angekommen wie hier (nicht dass es hier überall leicht wäre).

Andererseits fiel es mir stellenweise auch leichter als im letzten Jahr, weil ich meine Einstellung zu einigen Gerichten in den letzten Jahren stückweise geändert habe: Döner mit Schafskäse (oder wenigstens Feta) wäre letztes Jahr noch zu weit außerhalb meiner comfort zone gewesen, aber dieses Jahr habe ich ihn gegessen, und er hat auch eigentlich geschmeckt, (Rahm-)Spinat esse ich mittlerweile auch, und obwohl ich keinen Blattspinat mag, habe ich die Lasagne, die es damit einmal gab, auch lecker gefunden. Und der vegetarische Burrito schmeckt auch gut.

Bei den ganzen Eisenbahntouren letztes Jahr hatte ich mal erwähnt, dass ich mehr Wurst als gewöhnlich gegessen habe, weil Wurst einfach praktisch zum mitnehmen auf Tagestouren ist. Jetzt habe ich während meines diesjährigen Fastens ein paar Tagestouren fernab der Heimat gemacht, und musste das daher mal mit Käse ausprobieren. Obwohl meine ursprüngliche Befürchtung – dass es mit Wurst einfacher geht, was Leckeres zum Beißen dabei zu haben – nicht vollends widerlegt wurde, ging es doch eigentlich ausreichend gut, sodass ich das wohl beim nächsten Mal auch ohne Fasten“zwang“ machen werde.

Fastenbrechen war dieses Jahr in zwei Stufen: Alkohol gab’s in Form von Apfelwein während des familiären Grüne-Soße-Essen am Karfreitag. (Das war der Ersatz für das große Oster-Essen, weil nicht alle am Gründonnerstag zum Grüne-Soße-Essen konnten und nicht alle am Sonntag zum Bratenessen konnten.) Fleisch gab es dann am Ostersonntag beim Biosteakbraten bei mir daheim. So bringt mir das Fasten dieses Jahr auch etwas für den Rest des Jahres: Es ist schön, Fleisch essen zu können, aber ich mag die Alternativen immer mehr. Den Rest des Jahres auf Fleisch verzichten? Soweit bin ich lange nicht. Aber den Rest des Jahres bewusst Fleisch zu essen und mir jedes mal wieder die Frage zu stellen, ob ich das jetzt gerade will (im Gegensatz dazu, einfach aus Gewohnheit Fleisch zu essen), das ist auf jeden Fall drin. Omnomnom.

Statistik 2012

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Vielleicht hätte ich einfach mal vorher jammern sollen. Kaum habe ich öffentlich darüber sinniert, dass ich dieses Jahr noch nicht so viel Rad gefahren bin, fällt der Groschen und ich bin so motiviert, dass ich in den 2 Tagen seither doppelt so viel gefahren bin wie im ganzen Jahr bisher. (Das sind zwar immernoch nur insgesamt 41 km, aber naja.)

Ok, eigentlich sollte es um was anderes gehen. Vor etwa einem Jahr habe ich mir überlegt, ob ich mir nicht eine BahnCard 100 kaufen sollte und mich dagegen entschieden. Stattdessen kaufte ich eine BahnCard 50 und eine Jahreskarte für den RMV. Mit dem Kauf des Deutschlandpasses im Sommer war ja schon klar, dass die Entscheidung gut war, und jetzt kann ich zusammenzählen: Alle Fahrkarten zusammengenommen haben dieses Jahr etwas weniger als 3200 Euro gekostet. Inbegriffen natürlich die BahnCard(s: ich habe die BC25 auch nochmal gekauft), die Jahreskarte, der Deutschlandpass und die Tickets außerhalb Deutschlands nach Brüssel und Amsterdam, Washington, D.C., sowie nach Spanien, Frankreich, Italien und Österreich. Ich habe also weniger bezahlt, als ich für die Netzkarte hätte ausgeben müssen.

Ich habe mal versucht, die Gesamtentfernung, die ich schienengebunden zurückgelegt habe, auszurechnen, bin aber wiedermal daran gescheitert, dass es keine vernünftigen Angaben mehr gibt. Die Größenordnung sind etwa 30.000 Kilometer. Ich habe hier mal ein schönes Vorher/Nachher-Bild von den Strecken, die ich vor 2012 schon mal befahren hatte (und an die ich mich erinnern kann), und die Strecken danach:

Karte der von mir befahrenen Eisenbahnstrecken in Deutschland und Nachbarländern. Schwarz: vor 2012, grün: neu in 2012 ohne Deutschlandpass-Fahrten, blau: Deutschlandpass-Fahrten 2012

Vom Fahrrradfahren habe ich ja schon berichtet, dass ich 2118 km geschafft habe, aber vielleicht auch hierzu noch ein wenig monetäre Statistik: etwa 500 Euro habe ich in dieses Verkehrsmittel investiert, wobei etwa ein Drittel davon in neue Fahrradklamotten (Jacke, Trikot, Handschuhe), etwa 300 Euro in Reparaturen und ersetzende Hardware (weil z.B. mein Tacho mal den Abgang gemacht hat) und der Rest in neue Hardware (Speichenreflektoren, Fahrradlichthalter) geflossen ist. Macht etwa 23,7 Cent pro Kilometer. Nur laufende Kosten betrachtet (eben der „Reparatur“-Posten) bin ich bei 14 Cent pro Kilometer. (Aber 2011 hatte ich Kosten von genau 0 Euro, bei zwar wesentlich weniger, aber nicht 0 Kilometern).

Langsamer Start

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Dieses Jahr hat nicht ganz so angefangen wie geplant: ich bin heute, am 57. Tag diesen Jahres, erst das dritte Mal mit dem Fahrrad auf die Arbeit gefahren. Selbst wenn man die Kranktage am Anfang des Jahres abzieht, habe ich mich also nur jeden 9. Arbeitstag auf den Drahtesel geschwungen. Dann war auch noch meine Brille in der Mitte durchgebrochen und recht lange in der Reparatur. Und außer einer Veranstaltung an der TU Darmstadt und einem Abendessen in Hanau war ich im Januar nicht außerhalb Frankfurts.

Jetzt kommt das Jahr aber für mich langsam in Fahrt. Meine UKS ist kurz vor Fasching wieder nach Frankfurt zurück gezogen, dazu bin ich mit dem freundlichen Herren in Blau im ICE nach Leipzig gefahren, um ihr beim Packen zu helfen und sie heimzufahren. Eine Woche darauf war ich mit Fips Modellbahnstellwerk spielen, dazu mussten wir wenigstens nach Darmstadt. Seit einer Woche habe ich nun meine Brille wieder — die Reparatur, bzw. der Austausch, war tatsächlich kostenlos. Und seit gestern habe ich auch wieder eine Kamera — ich habe mich von Johannes‘ Urteil überzeugen lassen und eine etwas teurere Kamera mit großem Chip gekauft. Mehr Werbung gibt’s aber erst, wenn ich die etwas ausprobiert habe.

Die nächsten vier Wochenenden sind dann auch von Reisen geprägt: Zuerst geht es Zug nach Dresden, wo ich eine Woche lang an der Frühjahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft teilnehmen werde. Vielleicht habe ich währenddessen die Möglichkeit, mal bei einer der sächsischen Schmalspurbahnen vorbeizuschauen. Sowohl Hin- als auch Rückfahrt passiert im Zug in einer großen Gruppe; ich habe Gruppentickets organisiert, für 11 Personen bei der Hinfahrt und 13 bei der Rückfahrt. Man, ist das kompliziert bei der Bahn.

Eine Woche, nachdem ich zurückkomme, geht es schon mit der Bahn nach Zürich, Johannes, Luisa und noch zwei andere Leute besuchen (die ich aber noch nicht kenne). Und noch eine Woche später bin ich dann mal zur Abwechslung bei Herford zu Gast. Und, weil das dann immernoch nicht genug ist, bin ich dann noch zwei Tage an der GSI. Und dann ist der März auch schon um. Naja, und bis dahin wollte ich eigentlich noch etwa 236 km Fahrrad gefahren sein…

Für den Rest des Jahres gibt es teilweise auch schon Pläne, aber am Wichtigsten dabei ist ein Urlaub in Norwegen! Mit Zug, Fähre und auch Leihauto(s). Drei Wochen im Juli. Bis dahin muss ich die neue Kamera wirklich bedienen können. Und 500 km Rad gefahren sein. Und dann war auch dieses Jahr die Pfingstfreizeit vom Gitarrenorchester, und die 100-Jahr-Feier meiner alten Schule (mit Chorauftritt) und natürlich auch wieder die Night of Science und das [Φ]FA-Turnier und ganz aktuell das leckende Abflussrohr aus dem Waschbecken daheim.

Uff. Wird wieder anstrengend.

Projekt 14000

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Tacho sagt: 13000 km

Das musste ja irgendwann kommen, nachdem ich auch über Projekt 13000 berichtet hatte. Pünktlich vor Weihnachten hatte ich wirklich die 13000 km erreicht, und bin den Rest des Jahres keinen Meter mehr gefahren.

Dummerweise habe ich dieses Jahr noch nicht so viel Glück gehabt: Die erste (halbe) Woche, in der ich Homeoffice gemacht habe, wurde von einer Woche mit Mittelohrentzündung abgelöst, eine Woche mit abklingender Erkältung und jetzt einer Woche mit so viel Schnee und vor allem Eis, das nicht mal die Straßenbahn in Frankfurt gefahren ist.

Nächste Woche wird aber alles besser. Und das sollte es auch; ich habe mir das nächste Ziel schon längst gesetzt. Nicht ganz so viel wie letztes Jahr, in dem ich immerhin 2118 km gefahren bin, sondern „nur“ 1000 km: Ich möchte am Ende des Jahres 14000 km auf dem Tacho stehen haben. Und mehr als das: Ich möchte in jedem Vierteljahr mindestens 250 km fahren.

Projekt 14000 besteht also zunächst mal aus einem Projekt 13250. 13250 km auf dem Tacho am Ende des 31. März.

Hoffentlich lässt die Kombination aus Wetter, Straßenverhältnissen und Gesundheit es bald zu, dass ich mal anfange.

Projekt 13000 und weitere Pläne für 2012

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Zwischendurch auch mal was ohne eine größere Bahn- oder sonstige Reise. Nach überschlagenen 20000 Kilometern im Zug dieses Jahr (bisher), einer Transatlantikreise und einem Flug nach Kreta und zurück bin ich seit mittlerweile drei Wochen zuhause.

Naja, fast. Seit dem war ich einmal auf dem Weg nach Fulda (doch der ICE hielt da nicht, weshalb ich den Termin in Fulda verpasst habe und statt dessen mal die Bahnstrecke Kassel-Bebra gesehen habe) und einmal in Marburg. Letzteres ging mit dem Fahrrad im Zug hin und abends mit den Fahrrad ohne Zug bis Linden-Großen-Linden (was ein Name) und von dort mit dem Zug weiter. Ich hatte mir vorher angeguckt, wie ich bis Frankfurt kommen könnte (aber dass ich die 85 km nicht mehr schaffe, wenn ich erst um 18 Uhr losfahre, war mir schon klar), und habe gesehen, dass die einzige Steigung auf dieser Strecke kurz hinter Gießen kommt. Da ich in Gießen sowieso schon klatschnass war (ich habe im Wortsinne Wasser aus meinen Schuhen gekippt), wollte ich nicht vor der einzigen Steigung des Tages kneifen.

Noch mehr Fahrrad gefahren war ich vorher in der selben Woche, als ich am Tag der Deutschen Einheit mit fünf anderen von Frankfurt (naja, drei haben wir erst in Königstein aufgegabelt) nach Waldems-Reichenbach zum Apfelfest des NABU gefahren bin (und zurück). Besonders die Rückfahrt war wunderbar, weil die Straßen wirklich super gut ausgebaut und top in Schuss sind, man also einfach den Berg runter rollen kann (und ich hatte mir ja jeden Zentimeter am morgen hart erarbeitet gehabt).

Projekt 13000 steht also an. Nach den Vielfahrexzessen mit dem Apfelfest und Marburg habe ich momentan ’nur‘ noch 431 Kilometer bis dahin übrig. Ich habe noch eine Woche Urlaub, insgesamt vier Tage Meeting in Mainz und Gießen, und wieviel ich zwischen den Jahren fahre/arbeite, weiß ich noch nicht, also bleiben mir etwa 8½ Wochen übrig. Am Ende muss ich auf ein durchschnittliches Pensum von 10,14 km pro Tag kommen — tough, aber machbar. Ich bin guter Dinge.

So. Ja. Schon wieder Urlaub. Ja, schon wieder Bahn. Mitte November geht der Spanischkurs einer Freundin in Spanien zu Ende, und ihr Freund fährt mit dem Zug zu ihr, um mit ihr die Fähre von Cádiz auf die Kanaren zu nehmen. Natürlich habe ich auf die Frage, ob ich ihn hinbegleiten will, nicht lange gezögert. Die Hinfahrt ist gebucht, bei der Rückfahrt bin ich noch am Zweifeln, was ich mir genau angucken will. Ich habe eine Woche.

Zu den beiden zweitägigen Meetings davor werde ich je nach Wetterlage Bahn oder Rad fahren (Rad höchstens anteilig), und dann ist da eventuell nochmal ein Treffen in Fulda. Mal sehen, ob ich dahin den richtigen Zug kriege.

Dann ist da noch ein Umzug von Frankfurt nach Braunschweig, bei dem ich auf jeden Fall in Frankfurt helfe und eventuell nach Braunschweig zum Auspacken fahre, ob in dem Umzugsauto oder separat per Bahn weiß ich noch nicht. Zu guter Letzt, falls das hinhaut, ist noch das Twitter-Bahn-Treffen (#tbt), dessen erste Auflage in Frankfurt stattgefunden hat. Da Leute aus der ganzen Republik kommen, ist das nächste Treffen mal im Norden; an irgendeinem Wochenende wird es also vielleicht nach Hamburg gehen.

Noch mehr Reisen muss dann aber wirklich nicht sein, glaube ich. Obwohl ich eigentlich vor seiner Einstellung zum Fahrplanwechsel nochmal den Zug zwischen Nürnberg und Prag ausprobieren wollte. Und, solange es noch ein freundliches Bett für mich in Leipzig gibt, die Strecke von Dresden nach Prag. Das könnte man durchaus kombinieren, aber, wie gesagt, langsam reichts. Auch für diesen Eintrag.

Niederrhein

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Ich habe da noch was offen. Ich will schon längst mal meine Fahrradtour den Rhein entlang fahren. Außerdem wollte ich mit meinen Eltern mal eine längere Fahrradtour unternehmen. Außerdem musste ich vor 10 Tagen nach Bad Honnef, weil die Deutsche Telekom Stiftung dort ihr jährliches Stipendiaten- und Alumnitreffen abhielt. Und da mir dieses immer viel Spaß macht, wollte ich das nicht verpassen. Außerdem (keine Angst, das ist das letzte) haben meine Eltern die letzte Woche Urlaub gehabt.

All das zusammen ist eine wunderbare Voraussetzung, mit dem Fahrrad Donnerstags von Neuwied (bis dahin war ich gekommen) nach Bad Honnef zu fahren, nach dem Stipendiatentreffen am Freitag morgen dann weiter nach Bonn zu fahren, meine Eltern einzusammeln (die mit dem IC aus Frankfurt kommen) und mit denen dann Flussabwärts zu radeln.

Die Strecke ist wirklich schön, wenn man mal Düsseldorf rauslässt, und besonders der Niederrhein hat seinen Charme, den keiner von uns dreien erwartet hätte — für uns war „der Rhein“ immer mit Weinbergen und Burgen verbunden, Ober- ist uns halt näher als Wesel. Aber die Mischung aus Bauernhöfen im Land und immerwieder Industrie und Häfen am Fluss ist schon beeindruckend. Xanten ist eine wirklich sehenswerte Stadt, Emmerich gibt eine beeindruckende Stadtkulisse ab, das Millingerward ist (trotz schlechten Fahrradfahrwegen) sehr hübsch zu durchfahren, einzig die Ausschilderung in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen ist unter aller Sau.

Keiner hat sich verletzt, und wir haben es in dreieinhalb Tagen bis Nijmegen geschafft. Es war also eigentlich ein guter Urlaub, nur:

Am Donnerstag morgen, kaum in der U-Bahn zum Hauptbahnhof, fällt mir auf, dass ich keinen Fahrradschlüssel dabei habe. Zurückgefahren, Schlüssel geholt, keine Chance mehr, den 06:53 Uhr-Zug nach Neuwied zu kriegen. Vielleicht doch? Fahrrad habe ich ja dabei, durch die Stadt gepest, um 6:55 Uhr am Bahnhof. Es gibt ja aber zum Glück den RE nach Koblenz, von dem aus ich in den ursprünglichen Zug umsteigen kann (den haben wir dann in Lorch/Lorchhausen auf der anderen Rheinseite überholt). Fahrkarte gekauft. Danach daran erinnert, dass das ja nicht alles im RMV ist und Fahrrad auch was kosten könnte. Wen fragen? Zub (Zugbegleiter/in) nicht in Sicht. Überall gesucht. Kurz vor Abfahrt steigt eine Frau ein, die rauchend draußen gestanden hat, und deren DB-Embleme auf der Uniform durch ihre Jacke verdeckt waren. Kurz geredet, „Fahrkarte haben sie aber?“ — ja — „na dann geht schon“. Puh, Glück gehabt.

Nach Umsteigen in Koblenz merke ich in Neuwied, dass meine Fahrradhandschuhe weg sind. Mist! Dann halt ohne fahren. Wetter: Nieselregen. Hinter Andernach (habe den Rhein zunächst auf ner Brücke überquert) wird der Weg auf einmal recht matschig, ich wundere mich noch, da rutschen meine verschlammten Reifen etwas zur Seite und ich falle voran in Brennnesseln hinein. Alles versaut. Ich habe zwar ordentliche Klamotten für das Stipendiatentreffen im Rucksack, aber die guten Schuhe an. Bilanz: Halterung des Tachos aus der Verankerung gerissen, hält aber immerhin noch bis kurz vor Bonn am nächsten Tag, wo die Halterung runterfällt und vom Vorderrad mitgerissen wird; dadurch reißt das Kabel. Außerdem ist der Flaschenhalter (so ein großer, wo auch 1-Liter-PET-Flaschen reinpassen) kaputt, hält die Flaschen zwar noch, aber klackert ständig rum. Nach dem Weiterfahren merke ich, dass der Weg einfach falsch (oder gar nicht?) beschildert war und ich nicht auf dem richtigen Radweg war.

Die in Bad Honnef neu gekauften Fahrradhandschuhe taugen ca. 0,1 Schuss Pulver (also prinzipiell gar nichts), und wurden in Frankfurt direkt wieder durch neue ersetzt. Am zweiten Tag, der eigentlich komplett bewölkt ist, hole ich mir einen Sonnenbrand auf der Nase (die eigentlich immer nach Norden zeigte) und auf dem linken Oberschenkel. Am dritten Tag, kurz hinter Xanten, reißt mir dann auch noch der Seilzug für die hintere Gangschaltung, aber so bin ich wenigstens nicht mehr viel schneller als meine Eltern beim Anfahren (die kraftlose Position ist der höchste Gang), sondern nur noch ein bisschen schneller.

Zu guter Letzt sind dann die DB-Automaten in Venlo kaputt, und in der Eurobahn nach Mönchengladbach kriegen wir nicht die Fahrkarten, die wir wollen, sondern Anfangsfahrkarten zum „einlösen“ im DB-Reisezentrum; das in Mönchengladbach hatte aber noch nie was von sowas gehört. Sei’s drum, wir kommen abends gut in Frankfurt wieder an, und beim Versuch, Grillgut für die Maiwanderung am 1. Mai zu kaufen (misslingt weil kein Fleisch mehr da) stoße ich mir den linken Fuß an eine Leiste im Supermarkt und habe eine ca. 4 cm lange Wunde am Fuß.

Aber, hey! Ich bin mit meinen Eltern immerhin 270 km Rad gefahren, wir sind nach Holland gekommen und hatten eine schöne Zeit. Ich habe dann abends noch Karten für Neues aus der Anstalt Anfang Juni gekauft, und hatte einen schönen Dienstag mit Schilter und Freunden im Taunus. Alles also nur halb so wild. (Oh, P.S.: Alle Züge waren super-pünktlich.)

Die Düsseldorfer Königsallee bei Nacht.
Duisburg auf der linken, wir auf der rechten Rheinseite.
Kriemhildsmühle in Xanten. Eingebaut in die Stadtmauer ist dort heute ein kleiner Laden mit Café drin, der zum Glück auch am Sonntag offen hat. Im Vordergrund mal wieder der nette Herr in Blau, der sich in letzter Zeit öfters auf meine Bilder schleicht…
Nagut, da gucke ich etwas grimmig, aber hier in Griethausen mal ein Beweis, dass ich da tatsächlich war. Und der Sonnenbrand am linken Oberschenkel ist auch sichtbar. (©: Peter Bäuchle)
Schöne Wolkenstimmung am Sonntag abend in Millingen a d Rijn.
Der Kirchturm in Millingen. Im Vordergrund nicht zu erkennen sind der freundliche Herr in Blau und seine Ehefrau.

Fleischlos

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Morgen ist Karfreitag. Ostern ist in zweierlei Hinsicht für mich dieses Jahr ein Stichtag: Ich hatte mir einen bestimmten Kilometerstand auf meinem Fahrradtacho vorgenommen, und ich hatte mich dazu entschlossen, in der Fastenzeit kein Fleisch zu essen. (Letzteres lässt sich kurz erklären: Fasching und alle Auswüchse davon sind das letzte „auf-die-Pauke-hauen“ vor der Fastenzeit. Unabhängig von aller Skepsis gegenüber Religion und religiöser Rituale hatte ich an Fasching gefeiert und dabei Spaß gehabt. Dafür auf irgendwas zu verzichten in der Fastenzeit halte ich für fair.)

Nun habe ich selbst mein nach oben korrigiertes Ziel von 11300 km um 100 km übertroffen, und bin nun seit Jahresanfang 518 000 Meter mit dem Fahrrad gefahren. Dabei hat mir natürlich das trockene Wetter geholfen; ich bin dabei vielleicht zweimal in den Regen gekommen. Aber wesentlich entscheidender war der Gewohnheitsfaktor: Nach ungefähr einer Woche dachte ich gar nicht mehr drüber nach, ob ich wieder das Fahrrad aus dem Keller holen will, meine Fahrradhose anziehen soll, das Fahrradhemd — ich habe es einfach gemacht. Und, ja, am Anfang war es eine Überwindung. Mittlerweile wissen sogar die Kassiererinnen im Supermarkt, in dem ich mir jeden morgen auf dem Weg ins Büro zwei kleine Bio-Joghurts kaufe, dass die 70 cent kosten und ich den Kassenzettel will.

Weniger mit Überwindung hatte allerdings diese Fleisch-Sache zu tun. Dachte ich am Anfang. Ich esse seit Jahren nur noch sehr selten Wurst, und praktisch nie als Aufschnitt. Die Sache mit dem Fleisch ist aber bei dem begrenzten Angebot der Mensa, was vegetarische Gerichte angeht, und bei meiner Einstellung zu vielen Gemüsesorten und Dingen wie Schafskäse eher schwierig. Nun hat am Campus eine neue Mensa aufgemacht, bei der es eine Pasta-Bar gibt, und meistens ist die vegetarische Soße auch wirklich lecker (solange keine Olivenstücke drin sind oder es eine „Sahne“-Soße ist).

Trotzdem habe ich es nicht ganz geschafft: Einmal habe ich in einem — sehr leckerem — usbekischem Restaurant nicht „Lazzat, vegetarisch“ sondern nur „Lazzat“ bestellt, und das war mit Fleisch. Einmal habe ich in einem — nicht ganz so leckeren — deutschen Restaurant einen Zwiebelkuchen bestellt, ohne darauf zu achten, ob der mit Speck ist. War er. Und einmal gab’s Rumpsteak. Einfach so. „Wie, und was gibt’s für mich?“ — „Wie, reicht dir eins nicht?“ — *hundeblick* — „Oh nein, du isst ja gar kein Fleisch momentan, das habe ich ja total vergessen!“. Naja, kann ich meiner Mutter ein extra für mich eingekauftes, gebratenes und verdammt lecker riechendes Rumpsteak ausschlagen? (Also, ich weiß, technisch gesehen ist die Antwort „ja“, aber das Steak war ja nun mal schon gebraten.) Ich entschied mich gegen das Prinzip, für eine Ausnahme mit gutem Gewissen und für das Steak.

Weitaus schwieriger empfand ich aber den Rest der Zeit. Apfelweinkneipen haben meistens wenigstens Grie Soß, was zwar im Winter eine schlechte (weil Gewächshaus-) Ökobilanz hat, aber zur Not geht, aber weder Schneegestöber noch Handkäs sind meine Lieblingsessen. Manchmal gibt’s Kässpätzle, da freue ich mich immer. (Und den Zwiebelkuchen, da steht ja oben schon was da.) Dann war da aber noch die Sache mit Fast Food. Ja, manchmal, vor allem am Wochenende, gehe ich irgendwo hin, bestelle mir was Fastfoodmäßiges und esse es. Das ist wahrscheinlich nicht gut für meine Gesundheit, aber ich glaube, ich übertreibe es auch nicht. Aber finde mal FastFood für Vegetarier. Burger-Läden kann man von vornherein vergessen; Salat kann ich mir auch wirklich selbst machen. Brötchen mit Leberkäse oder Frikadellen oder Bratwürste kriegt man zu Hauf, aber wie sieht’s mit Brötchen mit Käse aus? Also, nicht belegte Brötchen mit Butter und Salat und Ei und Tomate und Käse, sondern einfach Brötchen aufschneiden, einen Block Käse rein, gerne auch gegrillten Grillkäse, und ab in den Mund. Schwierig. (Tofu oder sonstiger Fleischersatz sind übrigens ein komplettes No-go für mich.) Pizza gibt es vegetarisch. Nudeln macht mein Italiener auch gut, aber Nudeln habe ich ja schon unter Woche immer in der Mensa. Döner gibt es auch in vegetarisch, aber da kommt wieder mein Schafskäse-Problem auf. Burritos, Best Worscht — dabrauchemergarnetdrübberredde. Selbst Thai ist schwierig, denn die Gerichte, die mir schmecken, kommen unweigerlich mit Fleisch, und die anderen würde ich auch nicht essen, wenn Fleisch dabei wäre.

Jetzt ist die Fastenzeit fast vorbei, und ich freue mich auf eine Bratwurst bei Best Worscht, einen Döner bei Caratas und einen Burrito bei dem Burrito-Laden im Nordwestzentrum (wie auch immer der heißt). Das offizielle Ende der fleischlosen Zeit ist aber ein leckeres Lammsteak bei meinen Eltern. (Update: es ist ein leckeres Etwas vom Lamm, lasse ich mir grade erzählen. Was genau, weiß ich noch gar nicht. Freue mich trotzdem drauf!) Omnomnom.

und OB!

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Zu lange zu lesen? Tut mir leid. Bitte wenigstens den Schluss, nach der horizontalen Linie, lesen.

Morgen ist es soweit. Morgen wird in Frankfurt der Oberbürgermeister in einer Stichwahl gewählt. Zur Wahl stehen ein CDUler und ein SPDler. Ich bin grünes Mitglied, das ist kein Geheimnis und sollte auch für niemanden eine Überraschung sein. Doch was mache ich also morgen?

Vor der Wahl war ich mir totsicher: Rhein (CDU) als OB geht gar nicht. Rhein ist Mitglied der hessischen Landesregierung, und die CDU Hessen ist für mich der rechteste Landesverband der Christdemokraten überhaupt. Die Landesregierung klagt momentan dagegen, dass ihr vorgeschrieben wird, dass sie ihre Versprechen einhalten muss. Ich würde also auf jeden Fall in einer Stichwahl SPD gegen CDU für die SPD stimmen.

Blöderweise ist es wirklich zu einer Stichwahl ohne Grüne Beteiligung gekommen. Noch am Wahlabend erzählt mir ein anderer Grüner, das werde die erste Wahl sein, bei der er CDU wähle. Das Argument: Rhein hat den Schwarz-Grünen Koalitionsvertrag mitausgehandelt. Er hatte, bevor er Innenminister wurde, in Frankfurt als Dezernent dieser Stadtregierung gearbeitet. Er steht dahinter. Und, egal, was mir SPDler sagen: Er (update: der Vertrag, nicht Rhein) ist sehr grün.

Auf der anderen Seite steht ein Herr Feldmann bei der SPD, der gegen jedes Grüne Vorhaben in den letzten Jahren gestimmt hat. Der mal angetreten war mit „ich werde den Schwarz-Grünen Magistrat sprengen“. Der den Ausbau des Flughafens (wenn auch nicht in dieser Version) unterstützt hat.

Ich war also tatsächlich sehr in Verlegenheit gekommen. Um die Sache kurz zu machen: Herrn Rhein zu wählen, kann ich mir — nach reiflicher Überlegung — in keiner Situation vorstellen. Aber reicht das, um mein Kreuz bei Feldmann zu machen?

Zu wenig Aufmerksamkeit habe ich vor der Hauptwahl auf die Aussagen von Feldmann (und Rhein!) gelenkt. Das war ein Fehler. In den letzten 2 Wochen habe ich aber verzweifelt Gründe für Feldmann gesucht. War nicht einfach. Allzusehr bekam ich das Gefühl, dass mir Herr Feldmann Sand in die Augen streuen will, wenn er die Frage, ob er eigentlich für den Ausbau war, nicht beantwortet. Rhein’s Meinung mag ich nicht, aber er steht dazu. Wenn Herr Feldmann mir erzählt, die Grünen Dezernate unangetastet zu lassen, er aber andererseits „Integration zur Chefsache“ machen will, was ein Grünes Dezernat ist — Sand? Ein paar seiner Ideen finde ich auch einfach abenteuerlich, aber ok.

Beim Versuch zur Meinungsfindung habe ich auch von SPDlern, Jusos und anderen SPD-Sympathisanten ganz, ganz viele Argumente gegen Rhein gehört, und immer wieder den Vorwurf, dass es mir doch „nur“ um Grünen Machterhalt ginge. Natürlich spielt der eine Rolle, natürlich will ich, dass Grüne Inhalte weiterhin umgesetzt werden, aber die Machtvariante wäre doch, Rhein zu wählen. Das werde ich nicht. Argumente für Feldmann habe ich aber nur ein einziges gehört (außer „naja, er hat ehrgeizige Ziele, das ist besser als gar keine“ — als ob Rhein keine Ziele hätte), nämlich, dass er ein Linker ist, und es der SPD ganz sicher nicht schadet, wenn sie nach links rutscht.

Gestern hatte ich meine Entscheidung getroffen — dachte ich. Ich würde mich enthalten. Daraufhin haben unzählige Leute (also 3) bei facebook auf mich eingeredet, das könne ich doch nicht machen. Und welche Argumente gab es? Weil Rhein Scheiße ist. Na super. Das wusste ich auch so.

Heute morgen hatte ich dann unerwarteterweise viel Zeit. Herr Feldmann wollte um halb zehn am Riedbergzentrum sein. Nagut, denke ich, fragst du ihn halt mal selber zu deinen Knackpunkten aus. Nachdem er dann endlich da war, hat er sich auch wirklich Zeit genommen, mir zuzuhören. Er hat mir meine Fragen zwar nicht wirklich direkt beantwortet, aber meine Zweifel wenigstens verkleinert: Mit Nargess (der Integrationsdezernentin) wolle er einfach besser zusammenarbeiten, als dies Frau Roth gemacht hat. Zum Flughafen hat er recht eindeutig Stellung bezogen, ebenso zum Öffentlichen Verkehr, er bekennt sich zum Radverkehrskonzept. Hört sich gut an. Von 99% sicher, dass ich ungültig wählen würde, war ich bei 50% angelangt. (Rhein, nur zur Erinnerung, ist immernoch bei stabilen 0%.)

Rhein war übrigens auch im Riedbergzentrum, aber nicht, wie Feldmann, mit einem Begleiter, sondern mit 5-6 jungen Leuten.

Später, als ich fast daheim war, bin ich im REWE an der Heddernheimer Landstraße einkaufen gegangen, und als ich rauskam, war an dem CDU-Stand dort schon wieder Herr Rhein. Jetzt habe ich mir seine Begleiter mal genauer angeguckt: alles junge Leute. Wie kann man nur so sein Leben wegschmeißen? Ich meine, mal ehrlich: Junge Union? Ich musste einfach hier dran denken:

Sollten die Spießer von der Jungen Union jetzt den Ausschlag für Feldmann geben? (Vor allem, nachdem ich so oft gesagt habe, ich möchte keine Argumente gegen Rhein, sondern für Feldmann haben?) Teilweise schon. Ich bin bei 75% Feldmann.

Auch wenn das jetzt schon viel zu lange ist, muss ich doch auch noch was zu den Grünen Frankfurt sagen. Keine Wahlempfehlung abzugeben, halte ich für vollkommen in Ordnung. Durchblicken zu lassen, dass man aber eigentlich schon gerne Rhein hätte, ist da schon wieder ein bisschen schwieriger. Was aber gar nicht in Ordnung ist, ist, dass man die privaten Meinungsäußerungen pro Rhein unkommentiert stehen lässt, aber die privaten Meinungsäußerungen pro Feldmann nicht. Davon bin ich wirklich enttäuscht.


Die Frankfurter Grünen sind gebrannte Kinder in zweierlei Hinsicht: Die SPD hat sich in der Vergangenheit recht oft von den Grünen losgesagt oder selbst in einer Koalition unsere Leute nicht gewählt und unsere Themen nicht umgesetzt (1989, 1995, 2005), und als ein OB außerhalb der Koalition gewählt wurde (Frau Roth, CDU, 1995), haben die Grünen, nicht der Partner SPD, in die Röhre geguckt. Interessanterweise schlagen die SPDler vor, man könne ja auch eine Rot/Grüne Minderheitsregierung in Frankfurt machen (Klartext: „Hey, Koalitionen brechen macht Spaß, das kennen wir schon. Macht doch mit!“). Nicht sehr überzeugend. Aber muss denn Grün wirklich Angst haben, dass die CDU umfällt? Bei allem was ich gehört habe — dass die CDU viel zuverlässiger ist als die SPD — kann ich mir das eigentlich nicht vorstellen. Herr Feldmann könne Frankfurt repräsentieren und allen Dinge erzählen, die dem Willen der Stadtverordneten und dem des Magistrats diametral entgegenstehen, aber so what? Die Grünen haben gerade einen Bundespräsidenten gewählt, mit dem Argument, sie wollen jemanden haben, mit dem sie auch mal über ein Thema streiten können. Wieso soll das nicht auch in Frankfurt gehen?

Natürlich wäre regieren mit einem Herrn Rhein bequemer. Man müsste sich weniger Gedanken machen. Aber ein wirklich überzeugendes Argument, warum das uns schaden muss, habe ich nicht gehört. Sind wir nicht wesentlich größer und stärker als 1995? Haben wir nicht eine eigene Agenda? Herr Feldmann ist kein Wunschkandidat. Er hat sich mit Sicherheit nicht in ökologischen Themen, mit denen er jetzt rumjongliert, hervorgetan. Er hat sich, wie der Rest der SPD, sicherlich oft auch gegen unserer Vorhaben gestellt. Aber könnten wir nicht auch mit ihm leben? Ich glaube schon.

Tagestrip nach Amsterdam

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Ich habe ja vor vier Wochen versprochen, dass ich von meinen Reisen berichten werde. Nun habe ich den nächsten Ausflug hinter mir. Sonntag vor einer Woche fuhr ich am frühen morgen mit dem ICE nach Brüssel und von dort nach Amsterdam. Amsterdam war mein eigentliches Ziel; ich war bis jetzt noch nie in den Niederlanden.

So hatte ich also 3 ½ Stunden Zeit, um mir Grachten, Häuser, Coffeeshops (nur von außen) und Schaufensterbordelle (auch nur von außen) anzugucken. Die ersten beiden Dinge sind wirklich sehenswert, Nummer drei und vier muss ich jetzt nicht nochmal sehen. Nun finde ich zwar holländische Eisenbahn nicht so richtig hübsch, aber der Bahnhof ist wirklich ganz nett, also habe ich noch ein paar Bilder gemacht.

Alleine für die Fahrten mit dem ICE hat sich aber der ganze Trip gelohnt: Sowohl nach Brüssel als auch von Amsterdam ist die zweite Klasse vorne, und beim ICE 3 kann man vorne rausgucken, wenn der Tf die Scheibe klar lässt — und beide haben das getan. Super-Sicht nach draußen, und ich konnte meine neue Kamera gut ausprobieren. (Wobei, die Sicht an sich war nicht überall toll, bei der Hinfahrt gab es im Westerwald bei Tempo 300 auch schon mal Nebel mit weniger als 50 Metern Sichtweite.)

Am Ende war ich 15 Stunden unterwegs, davon etwa 7 ½ Stunden im ICE. Meine neue Kamera — eine Nikon S6300 — hat ihren ersten Bewährungstest gut bestanden, bis jetzt bin ich sehr zufrieden. Ich hoffe, dass ich noch viele Fahrten damit machen kann!

Ganz nebenbei fahre ich weiterhin fleißig mit meinem Fahrrad. Nachdem es in der Werkstatt war und eine neue Hinterachse, neue Seilzüge und neue Bremsklötze bekommen hat, läuft es wie Butter. Die 11000 km-Marke habe ich schon vor zweieinhalb Wochen erreicht, und nun bin ich bei 11162 km. Zeit für neue Ziele? Noch vier Wochen bis Ostern; wenn ich bis dahin jeden Tag mit dem Fahrrad ins Büro fahre, bin ich etwa 110 km gefahren. Sagen wir, neues Ziel bis Ostern also 11300 km!? Dann darf ich aber nicht mehr jedes Wochenende ne große Bahntour machen ☺

Zugkreuzung auf der LGV hinter Liège.
Amsterdam Centraal Empfangsgebäude.
Amsterdamer Gracht. Schee, oder?
Sprinter Lighttrain bei Ausfahrt aus Amsterdam Centraal nach Westen.
VIRM an der Ostseite von Amsterdam Centraal mit dem Flügelrad auf der Bahnsteigshalle.

Projekt 11000

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Nachdem nun mal wieder mehr als ein halbes Jahr vergangen ist, muss ich mal wieder berichten. Montreal ist ’ne schöne Stadt, aber ich werde dort nicht hinziehen. Vielmehr habe ich seit 1. November einen neuen Job als Programm-Koordinator bei HIC for FAIR, einem wissenschaftlichen Zentrum hier an der Uni. Dabei darf ich weiter Physik machen, aber meine Hauptaufgabe ist es, Berichte über die Forschung anderer zu schreiben. Bis jetzt macht das recht viel Spaß, und wenn das Zentrum und meine Stelle Ende Juni 2014 auslaufen, bin ich 30 Jahre, promoviert in Physik, und habe knapp 3 Jahre Berufserfahrung im Wissenschaftsmanagement. Ich finde, das sind gute Voraussetzungen.

Im Ortsbeirat 8 der Stadt Frankfurt fühle ich mich mittlerweile „angekommen“; und eigentlich gefällt mir die „kleine“ Politik ganz gut. Ich gehe sogar aus Neugierde auf Faschingsveranstaltungen, zu denen ich eingeladen wurde, und diesen Monat stehen noch ein paar Neujahrsempfänge an.

Heute schreibe ich vor allem deswegen, weil ich das erste Mal in diesem Jahr (was ja noch gar nicht so alt ist) mit dem Fahrrad in die Uni gekommen bin. Ich beginne dieses Jahr mit einem Kilometerstand von 10882 km, was erbärmlich ist, wenn ich mich daran erinnere, dass ich die 10000 in meinem Norwegen-Urlaub vor zweieinhalb Jahren überschritten habe. Meine Ziele sind daher eher niedrig: 11000 km bis Ostern. Das sollte eigentlich locker machbar sein, aber das hatte ich mir ja schon öfters gedacht. Die neue Riedberg-U-Bahn ist einfach zu bequem… Drückt mir die Daumen!

Norwegen 2009

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Nach etwas mehr als zwei Jahren war ich endlich wieder in Norwegen! Mit dem Flugzeug nach Tromsø, mit dem Schiff nach Honningsvåg, und dann mit dem Fahrrad zum Nordkapp und in Richtung Süden. Welch Wonne!

So habe ich ganz am Anfang meines Norwegenurlaubes ausgesehen. Später kam unter anderem die Isomatte noch auf den Schlafsack (also aus dem Rucksack raus). Hier stehe ich in Tromsø auf dem Weg in die Stadt hinein; das ging ganz schön steil nach unten! Und kalt war es ohne Ende…
An manchen Tunneln gab es gab es Warnwesten für Fahrradfahrer.
Ein Blick den Langfjorden entlang
Nach etwa 135 km an diesem Tag nochmal ein 400-Meter-Anstieg! Aber schöne Sicht entlohnt mich.
Ja, in Norwegen gibt’s auch Blumenwiesen. Hier wieder in Tromsø
Auf dem Rückweg muss man natürlich auch mal ein Bahnfoto machen, hier wartet Di 4 651 mit meinem Zug nach Mosjøen in Dunderland auf den Gegenzug

Wieder nix mit Regelmäßig

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Und mal wieder stelle ich fest, dass ich lange nix geschrieben habe. Sorry, mal wieder. Dabei war ich im langweiligen Bochum, im langweiligen Tennessee und im aufregend-schönen Weiltal. Vielleicht habe ich auch irgendwann Bilder. Also, wie gesagt, Bochum war langweilig, in Knoxville war wenigstens die Konferenz ganz ok, und im Weiltal war ich, um Thomas beim Marathon anzufeuern. Das bedeutete, um halb acht an einem Sonntag morgen in Heddernheim aufzubrechen, um mit dem Fahrrad über den Sandplacken nach Arnoldshain zu kommen, wo um 9:30 Uhr der Marathon losging. 4 Stunden und 8 Minuten später war Thomas dann im Ziel in Weilburg. War ein echt schöner Tag. Und für den Urlaub dieses Jahr muss ich ja auch ein bisschen Bergfahren üben…

Heute (jetzt) bin ich in der GSI, bei einem Workshop. Mal sehen, ob der noch wirklich aufregend wird, naja, gleich spricht mein Chef, das wird wohl besser werden. Leider musste ich von der S-Bahn aus hierher laufen (und nachher wieder zurück), weil ich mein Fahrrad in der Werkstatt habe. Mal sehen, wann das fertig wird.

Fahrradurlaub am Rhein

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Im September war ich endlich für dieses Jahr im Urlaub. Mit Gunnar wollte ich den Rhein entlangfahren; in Basel geht es los. Nach einem 150-km Trip von kurz hinter Strasbourg bis Mannheim war der nächste Tag (bis Mainz) aber so quälerisch, dass wir aufgaben. Zwei Wochen später fahre ich mit Johannes und Stefan aber noch von Mainz nach Koblenz.

Auf der französischen Seite machten wir am zweiten Tag Pause. Da, wo ich stehe, bemerke ich kurz später nicht, dass es schon da, wo kein Wasser ist, verdammt glitischig ist. Nasse Schuhe, nasse Strümpfe und viele Lacher resultieren.
Am Rhein-Rhone-Kanal gibt es viele schöne, kleine Schleusen. Hier ist die erste, der wir begegnet sind.
Wir hatten Spaß, der Gunnar und ich.
Mittagspause in Oberwesel (©: unbekannt)
Das Beweisfoto. Ich, Stefan und Johannes vor der Burg Ehrenbreitstein am Deutschen Eck in Koblenz. (©: unbekannt)

Siste innføring om Norge

Original-Post

Letzter Eintrag über Norwegen. Wenigstens über mein Jahr dort. Warum noch was? Weil noch eine Info fehlt: Das Ergebnis der ganzen Sache. Heute halte ich mein Diplom in den Händen; es steht darauf „mit Auszeichnung“. Juchuh.

Ich habe auch mein Paper dazu fast fertig; bald werde ich alles hier irgendwo auf die Website stellen zum nachlesen. Mit geht’s wieder wirklich gut, alles super, bin wieder richtig da. Und heute habe ich den Weg in die Uni das erste Mal wieder mit dem Fahrrad bestritten (es waren übrigens 7355 km auf dem Tacho — also bin ich magere 1295 km in Norwegen gefahren).

Jetzt kommt die Promotion, hier in Frankfurt. Und vielleicht auch was Neues auf der Homepage, irgendwann. Mal sehen. Auf Wiederlesen

Siste Forlesning

Original-Post (Tag 277) Letzte Vorlesung.

Gestern. Soo, viel passiert diese Woche? Mmh, irgendwie nicht. Viel Arbeit jetzt halt. Ich produziere jetzt echte tolle (naja, das zeigt sich noch) Daten. Und einige davon habe ich Laszlo am Donnerstag gezeigt, und er gab sehr produktive Hinweise, was ich noch machen könnte, ab.

Blöderweise entdeckte ich dann einen Fehler, der in sehr unwahrscheinlichen Fällen das Programm zum abstürzen bringt. Und außerdem irgendwie eigentlich falsche Daten produzieren müsste. Mein erster Bugfix hat dann wirklich falsche Daten produziert, sodass ich die Rechnungen von zwei Nächten und dem Tag dazwischen momentan neu laufen lasse. Mit einem Bugfix, dass richtig aussieht und auch sinnvolle Daten produziert.

Schreiben tue ich momentan nicht, da ich eigentlich schon an dem Punkt bin, an dem ich nur noch über Ergebnisse schreiben kann, und auf die warte ich ja wie gesagt jetzt. Dafür habe ich die letzten Vorlesungen gehabt, jetzt gibt’s noch Norwegisch-Klausur am Dienstag morgen und die mündliche Prüfung dazu am Montag drauf. Ansonsten habe ich diese Woche ein das Abstract für’s CERN geschrieben, meine Bewerbungen für’s Stipendiat abgeschickt, mal wieder Bilder sortiert, norwegische Flaggen gekauft, und mich seelisch darauf eingestellt, nächstes Wochenende schon zu packen.

Das Wetter ist unwahrscheinlich toll momentan; den neunten Tag hintereinander sonnig bis zum geht-nicht-mehr (morgen soll’s wieder mal regnen, nagut…); nur seit Dienstag fängt jeder morgen mit richtig dickem Nebel (Sichtweite unter 50 Metern) an. Aber es ist einfach wunderschön, bei Sonne im Frühjahr durch diese Stadt Rad zu fahren. Irgendwie merkwürdig — ich weiß, dass ich es hier vermissen werde, wenn ich endlich wieder in Frankfurt bin. Das heißt, naja, irgendwie nicht merkwürdig, sowas war ja eigentlich zu erwarten, oder?

Viddetur med Sykkel

Original-Post (Tag 272). Bergsteigen mit dem Fahrrad.

Das tat ich am Sonntag. Immernoch super Wetter, aber wie in Deutschland wird’s auch hier langsam kälter. Aber Pflanzen sind hier noch nicht am vertrocknen…

Nun, also, am Sonntag also Fahrradtour. Um neun Uhr ging’s schon los — dass ich bis acht schlafen konnte, war schon eine Ausnahme, aber dazu später mehr — nach Süden. Es lief sehr gut, und bald wähnte ich mich vor der ersten Herausforderung: 10 Kilometer lange Steigung. Doch, was war? Pustekuchen. Es ging sogar eher bergab. Dabei hatte das so nach einem Tal ausgesehen, das nach oben ging… Also, 10 Kilometer später war ja noch nix gewesen, also wieso nicht weiterfahren, auf dem Wanderweg, breit genug ist er ja. Kies- und Schotterweg, aber wenigstens recht fester Untergrund. Und wenn ich den durchhalte, dann komme ich auf der anderen Seite wieder an den Fjord, das wäre ja ganz toll. Nun ja, ich mach’s kurz, der Weg wurde immer schlechter, und ich hatte nicht das Gefühl, viel Höhe zu gewinnen, deshalb entschloss ich mich, umzukehren. Was ärgere ich mich jetzt! Auf dem Rückweg merkte ich, wie sehr viel Höhe ich doch schon gewonnen hatte. Naja. Dann „kurz den Berg hoch“ und ein anderes, paralleles Tal runter, stand auf dem Plan. Und hätte ich nicht genau gewusst — zwei Wanderer hatten dies bestätigt — dass es in diesem Tal wirklich sehr bergab geht, hätte ich aufgegeben. Für dieses „kurz den Berg hoch“ — 3 km — brauchte ich etwa 45 Minuten. Ich habe gelitten.

Aber dann, wie gesagt, eine Abfahrt sonders gleichen. 8 Kilometer schnurgerade nach unten, das hat mich wieder entschädigt. Danach, auf dem Rückweg, sah ich dann ein Denkmal für die alte Schmalspurbahn von Nesttun nach Os. Am Ende war ich 70 Kilometer gefahren.

Dafür fühlte ich mich heute nicht so produktiv, was aber wahrscheinlich gar nicht berechtigt ist, wenn ich mal so drüber nachdenke. Die Tage werden hier länger und länger, selbst jetzt, zwanzig nach elf, ist noch ein heller Streifen am Horizont, und morgens, wenn ich aufwache, ist es taghell. Und das weckt mich auf. Dadurch habe ich aber keinesfalls zu wenig Schlaf, ich gehe momentan recht früh ins Bett (erwischt — heute nicht).

Vogel-Gezwitscher ist mir begegnet bei meinen ausgedehnten Pausen auf diesem Ausflug:

An dem Berg ging es vorbei, erst rechts (da wo ich umkehrte), dann links (da wo’s so verdammt weh getan hat).
Ich will keine Filme hier einstellen, ansonsten hätte ich hier jetzt die obligatorischen 10 Sekunden Wasserfall ☺ Das war auf dem Weg zurück.
Auch auf dem Weg zurück, weiter unten.
Meine grüner-Saft-Wiese. Das ist jetzt mein Bildschirmhintergrund (in 1024×768).
Stend. Der letzte Teil der alten Bahn von Nesttun nach Os, deren sehr flache Trasse heute als netter Fahrradweg dient, der nur leider viel zu voll war, zum Beispiel mit den Kerlen auf dem Foto, die zu doof waren, zur Seite zu gehen (und sie haben’s versucht!)

Mye å gjøre

Original-Post (Tag 237) Viel zu tun.

Deswegen wenige Updates. Sorry. Was habe ich zu tun? Nun, zu aller erst das Wetter genießen, und das kann man vom Laptop schlecht (naja, man könnte ihn nach draußen tragen, aber dann arbeitet’s sich so schlecht dadran…). Eine weitere sonnige Woche steht mir bevor, außerdem war gestern und heute, genauso wie morgen und übermorgen, drei Stunden Chorprobe, Donnerstag und Freitag ist dann Aufführung. Freu‘ ich mich wirklich drauf!

Physikmäßig habe ich die letzte Woche lange gewartet und seit Freitag abend (!) dann an einer von zwei Baustellen weitergearbeitet, und trotzdem es heute gar nicht lief, war ich noch recht motiviert (momentan habe ich für diesen Abend endgültig die Nase voll — vielleicht finde ich morgen heraus, wie ich diesen Mist zum laufen bringe).

Am Freitag nachmittag — ich war eigentlich früher nach Hause gegangen, weil ich noch Wäsche machen wollte, entschied ich mich auf dem Weg nach Hause dazu, einfach weiterzufahren; Wetter gut, ich auch gut drauf und wollte ja eh mal wieder Fahrrad fahren und überhaupt und sowieso — 40 Kilometer waren es am Ende (jaja, nicht so viel wie gewohnt, aber ein guter Anfang für’s Jahr, oder?). Und unvorbereitet und alles. In der Tat habe ich, als ich nahe am Flughafen war, einen Abstecher dorthin gemacht, um (wenigstens) eine dieser Touristen-Karten abzustauben, die mir sehr grob, aber doch den Weg gewiesen hat.

Die Sommerresidenz des Königs in Bergen, mal von der anderen Seite.
Das Birkellandskrysset. Da fährt man vom Flughafen kommend lang. Im Hintergrund noch richtig viel Schnee auf den Bergen im Osten…
War: Reisebus. Ist: Pferdeanhänger. Fand ich lustig. Gefunden auf dem Weg nach Flesland (dem Ort, nicht dem Flughafen).
Das wär‘ natürlich schöner ohne Zaun (aber da war dann die Sonne weg). Auf der Brücke zu einer Insel im Süden von Flesland.
Naja, den Fischer sieht man kaum, aber auch ohne eigentlich ein sehr schöner Blick von selber Insel auf das Festland.