Fleischlos, und kein Alkohol

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Nachdem das Wetter im ersten Quartal so richtig mies war, ist meine Fahrradbilanz eher schlecht – statt der angepeilten 250 km habe ich nur etwa 55 km geschafft. Letztes Wochenende war außerdem Ostern, und wie schon letztes Jahr habe ich auch dieses Jahr 40 Tage lang versucht, auf Fleisch zu verzichten.

Letztes Jahr hatte ich über eine Ecke erfahren, dass ein Freund, der jetzt in Hamburg ist, auch fleischgefastet hat, und darüberhinaus noch auf Alkohol verzichtet hatte. Er berichtete, dass seine Wahl zwischen Fleisch und Alkohol oder Schokolade und Kaffee war, und er seinem Chef nicht einen Koffeinzombie zumuten wollte. Jedenfalls habe ich mich davon inspirieren lassen und dieses Jahr auch Alkohol von meinem Speiseplan verbannt.

„Unfälle“ wie ein falsch bestelltes Essen gab es dieses Jahr nicht, und dass meine Mutter an einer Stelle extra für den heimkommenden Sohn Kasseler gekauft hatte, hatte ich diesmal vor dessen Zubereitung bemerkt. Dafür habe ich mit einem Kollegen und einem Glas Sekt angestoßen, als er Geburtstag hatte, und an einem Wochenende – ein sozialer Besuch bei Herford – das Fasten ausgesetzt, damit nicht wegen mir ein großer extra-Aufwand getrieben werden musste.

Davon abgesehen fiel es mir einerseits teilweise wirklich schwer, etwas Vegetarisches zu finden, und ich hatte zwischendurch manchmal extrem viel Lust auf Fleisch oder einen Apfelwein. Besonders die Woche in Dresden war hier schwierig, scheinbar sind vegetarische Gerichte in sächsischen Kneipen noch nicht so sehr angekommen wie hier (nicht dass es hier überall leicht wäre).

Andererseits fiel es mir stellenweise auch leichter als im letzten Jahr, weil ich meine Einstellung zu einigen Gerichten in den letzten Jahren stückweise geändert habe: Döner mit Schafskäse (oder wenigstens Feta) wäre letztes Jahr noch zu weit außerhalb meiner comfort zone gewesen, aber dieses Jahr habe ich ihn gegessen, und er hat auch eigentlich geschmeckt, (Rahm-)Spinat esse ich mittlerweile auch, und obwohl ich keinen Blattspinat mag, habe ich die Lasagne, die es damit einmal gab, auch lecker gefunden. Und der vegetarische Burrito schmeckt auch gut.

Bei den ganzen Eisenbahntouren letztes Jahr hatte ich mal erwähnt, dass ich mehr Wurst als gewöhnlich gegessen habe, weil Wurst einfach praktisch zum mitnehmen auf Tagestouren ist. Jetzt habe ich während meines diesjährigen Fastens ein paar Tagestouren fernab der Heimat gemacht, und musste das daher mal mit Käse ausprobieren. Obwohl meine ursprüngliche Befürchtung – dass es mit Wurst einfacher geht, was Leckeres zum Beißen dabei zu haben – nicht vollends widerlegt wurde, ging es doch eigentlich ausreichend gut, sodass ich das wohl beim nächsten Mal auch ohne Fasten“zwang“ machen werde.

Fastenbrechen war dieses Jahr in zwei Stufen: Alkohol gab’s in Form von Apfelwein während des familiären Grüne-Soße-Essen am Karfreitag. (Das war der Ersatz für das große Oster-Essen, weil nicht alle am Gründonnerstag zum Grüne-Soße-Essen konnten und nicht alle am Sonntag zum Bratenessen konnten.) Fleisch gab es dann am Ostersonntag beim Biosteakbraten bei mir daheim. So bringt mir das Fasten dieses Jahr auch etwas für den Rest des Jahres: Es ist schön, Fleisch essen zu können, aber ich mag die Alternativen immer mehr. Den Rest des Jahres auf Fleisch verzichten? Soweit bin ich lange nicht. Aber den Rest des Jahres bewusst Fleisch zu essen und mir jedes mal wieder die Frage zu stellen, ob ich das jetzt gerade will (im Gegensatz dazu, einfach aus Gewohnheit Fleisch zu essen), das ist auf jeden Fall drin. Omnomnom.

baeuchle

Autor: baeuchle

Baujahr 1984, Maikind. Geboren in Frankfurt, aufgewachsen in Frankfurt, bis ins Alter von 31 Jahren eigentlich immer Frankfurt. Jetzt Kassel. Ausführliche Vorstellung

2 Gedanken zu „Fleischlos, und kein Alkohol“

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