Riedbergbahn von oben

Original-Post

Eigentlich warte ich die ganze Zeit darauf, dass die Arbeiten an der Riedbergbahn mal wirklich abgeschlossen sind, aber noch fehlen an allen möglichen Stellen Dinge: Der Bahnsteig Wiesenau auswärts ist noch nicht auf voller Länge wiedereröffnet, in Niederusel fehlen Dynamische Fahrgastinformationen und die Sicherungsanlagen am Bahnübergang Kreuzerhohl und und und. Trotzdem hat ein mir namentlich bekannter Herr mich Anfang März davon überzeugt, dass man doch mal das gute Wetter nutzen kann und aufs Dach von meiner Arbeitsstelle FIAS gehen könnte, um Bilder der Bahn mit dem Taunus im Hintergrund zu machen. In den kommenden Jahren wird die Fläche zwischen Max-von-Laue-Straße und Riedbergallee bebaut werden, also sind diese Bilder nicht mehr lange möglich.

Bei strahlendem Sonnenschein und klarer Luft verbrachten wir also etwas mehr als eine Stunde zwischen 10 und 11 Uhr im eisigen Wind. Die Fahrplansituation bringt immer vier Züge in relativ kurzen Abständen, und das alle 15 Minuten: U9 nach Nieder-Eschbach, U8 nach Riedberg, U8 nach Südbahnhof und U9 nach Ginnheim. Die U3 kann man von da oben leider nicht sehen, höchstens in Bommersheim. Alles andere verdeckt der Lärmschutzwall der A5.

Zug der Linie U9 auf dem Weg nach Nieder-Eschbach. Im Vordergrund ist das Studentenwohnheim samt dazugehörigem Parkplatz zu sehen, und gleich verschwindet der Wagen hinter dem Unterwerk.
Ein anderer Zug der U9, hier schon auf der Riedbergallee vor dem Bahnübergang Ruth-Moufang-Straße/Robert-Koch-Straße am Anfang der Haltestelle „Uni-Campus Riedberg“. Im Vordergrund die Baustelle für das Infrastrukturzentrum (das ist der goldene Käfig zur rechten), im Hintergrund die Baugrube für die Riedbergallee 1.
Außer der U9 fährt auf dem Riedberg auch noch die U8, die für gewöhnlich mit drei Wagen unterwegs ist. Hier ein Zug auf dem Weg zum Südbahnhof. Der letzte Wagen (617) hat Vollreklame für den Hessentag in Oberursel.
Wenn man Glück hat, kann man auch mal zwei Züge gleichzeitig auf ein Bild kriegen, hier kommt der U8-Zug nach Riedberg mit dem führenden 605 mit Zoo-Werbung den Berg hoch, während der Zug zum Südbahnhof mit 617 gerade nach Niederursel verschwindet.

Das letzte Bild ist dann abends auf dem Weg nach Hause entstanden.

Diese Bäume sind das letzte, was vom alten Riedberg übriggeblieben ist. Über deren Schicksal sind sich die veröffentlichten Pläne nicht einig; auf manchen Plänen werden hier bald Gebäude stehen, auf anderen bleibt hier ein Park. Ich drücke die Daumen, dass es ein Park wird…

Bilder vom Balkan

Original-Post

Graffity mal anders: Dampflokgemälde am Güterschuppen von Велика Плана auf dem Weg von Belgrad in Richtung Süden.
Schützentürme an Flussbrücken sieht man in Serbien recht häufig, und man muss sich immer wieder klarmachen, dass das nicht die Überbleibsel von einem Krieg von vor 70 Jahren sind, so wie in Deutschland oder Norwegen, sondern von vor 10 Jahren.
Fips und ich im Spiegel im Abteil kurz vor der Einfahrt nach Ниш, immernoch auf dem Weg nach Bulgarien.
Der Gegenzug, dessen Kreuzung wir auf der Rhodopenbahn im höchsten Bahnhof der Strecke Аврамово abwarten, kurz vor der Einfahrt in ebendiesen Bahnhof auf dem schneelosen Pass.
Noch ein Bild von der Rückfahrt: Direkt nördlich von Sofia durch’s Balkangebirge fährt man zum Beispiel an diesem Haus vorbei, das scheinbar einfach im Fels steckt. Wie der Zugang dahin funktioniert, konnte ich leider nicht erkennen.

Balkan-Reise: Durch Überwald

Original-Post

Leider immernoch ohne Bilder, aber etwas verspätet immerhin ein Bericht von meiner Rückreise: Nach der Fahrt mit der Schmalspurbahn, von der aus ich den Hinreisebericht geschrieben hatte, kamen wir spät abends wieder bei Fips zuhause an. Zum Glück ging der Zug nach Bucuresţi erst um 9 Uhr morgens, also war kein richtig großer Zeitdruck da. Der internationale Schnellzug von Thessaloniki nach Bucureşti, in den ich am nächsten Tag einsteigen wollte, bestand dann aus zwei Abteilwagen, die aber nur von София (Sofia) bis zur Grenzstation in Русе (Russe) fahren sollten, und nur ein alter Reichsbahn-Nahverkehrswagen fuhr durch bis Rumänien.

Die Fahrt begann spektakulär, durch den Balkandurchbruch, der die ganze Region um София entwässert. Später wurde die Landschaft dann zwar flacher, blieb aber schön und sehenswert. In Горна Оряховица (Gorna Orjahoviza) kam dann tatsächlich noch ein bisschen Internationalität in den Zug: ein Bulgarischer Abteilwagen (in den ich dann ging), ein türkischer Liege- und ein Rumänischer Schlafwagen wurden mit auf den Weg über die Donau geschickt. In Русе wurden dann die beiden ersten Wagen wegrangiert und eine rumänische Dieselloks, die uns bis Bucureşti ziehen sollte, kam dazu. Außerdem setzte sich ein netter Ungar, der dritter Kapitän auf einem Donaukreuzfahrtschiff ist, zu mir ins Abteil, und so hatte ich auf dem Rest der Reise etwas Gesellschaft.

Meine Erfahrungen in Rumänien begannen damit, dass ich statt einer Reservierung für den Zug am nächsten Tag nach Cluj-Napoca eine ganze Fahrkarte kaufte. Wenn man halt nicht sicher ist, wieviel das Geld, das man in der Hand hat, wirklich wert ist (ich schätzte den Umrechnungskurs mit dem Preis der Menüs bei McDoof ab), kann sowas mal passieren, Mist. Wenigstens hatte das erste Hostel, dass ich abklapperte, offen und war leicht zu finden, und ich checkte ein. Da wusste ich noch nicht, dass genau auf dieser Straße Frauen käuflicher Zuneigung unterwegs sind, nun, das war nicht direkt toll, aber nach dem 4. „Nein!“ haben sie’s kapiert, dass ich ncht wollte.

Die Fahrt nach Cluj-Napoca führt erstmal durch die Karpaten, und ich hätte diese schöne Strecke mit Sicherheit genossen, wenn ich nicht total Müde gewesen wäre (Abfahrt war schon um 6:08) und nicht aufgrund von Bauarbeiten die Strecke eingleisig ist und wir bis zu 50 Minuten Verspätung gehabt hätten. Nach den Karpaten geschah nicht mehr viel, landschaftlich, und trotz langer Strecken, die mit 40 befahren werden (trotz eigentlich sinnvoller, also kurvenarmer, Trassierung), war die Ankunft in Cluj-Napoca absolut pünktlich — naja, 10 Stunden für 547 km ist nicht ganz meine Vorstellung von „Expresszug“, aber was soll’s.

Der Rest ist schnell erzählt: Cluj-Napoca ist nett, aber Handyempfang ist schlecht, und mein Handy auch, so habe ich Szabolcs, mit dem ich mich eigentlich treffen wollte, missverstanden und bin schon am vormittag weggefahren — ohne ihn zu treffen. Gute Gelegenheit, sich mal wieder wie ein Idiot zu fühlen. Dafür habe ich im Zug eine Fotografin kennengelernt, mit der ich mich nett unterhalten habe. Ich nahm dann von Budapest aus noch einen Zug nach Wien, wo ich um 20 Uhr ankam. Da ich ja von letztem März noch ein Hostel direkt am Westbahnhof kannte, war ich auch zuversichtlich, ein Bett zu finden, und das klappte dann auch. Am nächsten Morgen dann stieg ich in den ICE um 6:36 nach Frankfurt ein, der mich (fast) pünktlich um 13:43 in Frankfurt wieder ausspuckte. Urlaub zuende. Das tollste am ICE: Er ist von Hanau aus nordmainisch, also nicht über Offenbach gefahren! Und über die Deutschherrenbrücke zu fahren und den Blick auf die Skyline zu sehen, entschädigt auch für das anschließende Gegurke über Forsthaus, Niederrad und Gutleut, bis man dann endlich im Bahnhof ist. Bilder kommen bald.

Balkan-Reise: Der Weg nach България

Original-Post

Nun geht es fast schon wieder nach Hause. Nachdem wir in Zagreb im dritten Anlauf endlich ein Hostel gefunden hatten, genossen wir den ersten Abend noch in der Gesellschaft von neuen Freunden mit gutem Bier. Am Morgen des nächsten Tages blieb noch genügend Zeit für zwei Rundgänge durch Zagreb, bevor der Zug nach Београд abfuhr. Im Gegensatz zum Tag davor mit den Strecken durch die Alpen nach Ljubljana (und im Dunkeln nach Zagreb) ist die Strecke nach zwischen der kroatischen und der serbischen Hauptstadt eher langweilig, In Belgrad fanden wir wenigstens das (nach der Erfahrung vorbestellten) Hostel recht schnell, und nach den Strapazen der vorangeganenen Tage waren wir dann recht früh im Bett.

Auf der Strecke von Београд nach София zockelte der Zug am Anfang mit 50, 30 und abschnittsweise sogar nur 10 km/h rum, dann kamen aber zum Glück auch Abschnitte mit 100 km/h. Kurz vor Ниш (Niš) konnten wir dann beobachten, wie sich ein Fahrgast vor der Fahrkartenkontrolle drücken wollte, indem er auf freier Strecke aus dem (stehenden) Zug, letzte Tür, ausstieg und den letzten Wagen entlang lief, um weiter vorne wieder einzusteigen. Die Schaffner haben ihn aber gesehen, so ein Pech. Hinter Ниш ging es dann mit einer Diesellok und nur noch zwei Wagen weiter (die anderen 3 fuhren weiter gen Mazedonien) und die Passagiere fingen langsam an, mit Schraubenziehern und allem Möglichen Verkleidungen abzuschrauben, um Zigarettenstangen zu verstecken. Die Grenzkontrollen dauerten recht lange, gefunden wurde aber scheinbar nichts, und nach der zweiten Station auf bulgarischem Boden begann die Ernte. Wir haben uns wirklich gefragt, ob die Zöllner eigentlich was finden wollten.

Der gestrige Freitag begann dann mit langem Ausschlafen und einem Rundgang durch София, mit einem Besuch am Markt, nachdem ich zwei Jeans und ein Paar Schuhe mehr tragen musste, und ein wenig Sight-Seeing. Heute, Samstag, fahren wir mit einer Schmalspurbahn. Das hieß, 5 Uhr aufstehen, Taxi zum Bahnhof (4 Euro), Schnellzug nach Септември (Septemvri) und dann in einen kurzen Zug, der von 300 Metern bis 1200 Meter aufsteigen wird. Diese Worte schreibe ich bei 797 Metern. Das Wetter ist unbeschreiblich gut; ein richtiger Pralltag.

Morgen geht es dann um 9 Uhr Richtung Bucuresţi, von da aus am Montag nach Cluj-Napoca, und dann über Budapest (Dienstag) nach Frankfurt (Mittwoch nachmittag). Von Budapest werde ich nicht viel sehen, leider, mein Aufenthalt dort ist von 19 Uhr bis 6 Uhr morgens, und in dieser Jahreszeit ist das wohl alles im Dunkeln. Danach kommen wohl auch noch ein paar Bilder und mehr Berichte.

Update: Fips hat einen Bericht über die Schmalspurbahn geschrieben.

Bybane

Original-Post

Ich bin momentan wieder in meiner zweiten Heimat. Hier in Bergen ist die Stadtbahn seit kurz nach meinem letzten Besuch im Betrieb und scheint nach allem, was ich sehen kann, gut in den Winter gekommen zu sein. Winter. Ja, den gibt’s in Bergen wirklich, auch wenn das damals, vor ja mittlerweile 4 Jahren, überhaupt nicht so ausgesehen hat. Heute ist aber blauer Himmel und Sonnenschein, und so habe ich eben ein paar Bilder von der Stadtbahn gemacht. Jetzt sitze ich in der Bybane auf dem Weg in die Uni, denn in knapp zwei Stunden hat Szabolcs seine Verteidigung. Morgen ist Yun dran, aber schon um 10 Uhr, da werde ich wohl vorher keine Zeit haben, fotografieren zu gehen, denn hell ist es hier nicht vor halb neun. In Nesttun, dem südlichen Endpunkt der Strecke, war noch um halb elf keine Sonne.

Der Flug nach Bergen war ok, aber verspätet (warum beschweren sich eigentlich die Leute immer über die Bahn, aber selten über Staus und Flugzeuge?) und der Transfer in die Stadt einwandfrei. Das Jugendherbergszimmer ist zwar etwas schwierig zu lüften, dafür gab es heute morgen Lachs zum Frühstück. Das ist schon nett! Nochwas zur Stadtbahn: Man merkt, dass das ein deutsches System ist. Schon im Mai war mir aufgefallen, dass die Signale deutsch sind (ein Weichenkontakt wird mit einem weißen W auf blauem Grund beschildert, aber „Weiche“ heißt auf Norwegisch „Veksel“), eben habe ich im Display des Führerstandes „kleinere Störung“ (eben auf Deutsch) gelesen. Nicht, dass ich mich beschweren wollte, aber lustig ist das. In den Tunnels, in denen man von manchen Stellen nicht eines der beiden Portale sehen kann, gibt es lustige Beleuchtungen; in dem einen weiße und magentafarbene Blöcke (sieht fast wie Werbung für einen großen deutschen Telekommunikationsanbieter aus), in dem anderen hängen blau/weiße bzw rot/weiße Lichtschlangenlinien an der Wand.

Das Bussystem hat sich mit Einführung der Stadtbahn und vor allem jetzt mit Beginn der Bauarbeiten auf dem zweiten Abschnitt (Nesttun-Lagunen) stark verändert, und es ist nicht direkt leicht, sich jetzt noch zurecht zu finden. Aber dafür geht es wenigstens mit der Informationspolitik aufwärts; die Stadtbahnstationen haben recht ausführliche Informationen wo man ist, wo Busstationen in der Nähe sind, wann eine Bahn fährt, und wie man welche Fahrkarte kaufen kann. Leider sind die Busstationen häufig noch im selben Zustand wie vor vier Jahren: Entweder keine Information, oder nur über ein paar der Linien, die da fahren, meistens nicht mal der Name der Haltestelle. Aber, wie gesagt, die Bahn ist da wesentlich weiter; es besteht also noch Hoffnung.

Oben Bleiben!

Original-Post

Am Montag war ich in Stuttgart, um an einer Protestkundgebung gegen Stuttgart 21 teilzunehmen, ein weiterer Punkt von meiner Todo-Liste. Ich möchte hier nicht lange ausführen, warum ich glaube, dass das Projekt nicht sinnvoll ist und gestoppt werden sollte, bevor zu viel gebaut ist. Aber von dem Protest an sich möchte ich erzählen, bevor morgen wieder der sympathische Endzwanziger, IM Jäger, der große Wallascheck (große Magie zum kleinen Preis), Manfred und die Glocke des Schweigens meine Zeit in Anspruch nehmen.

Die Kundgebung fing um 18 Uhr an, und da ich schon um 4 Uhr da war, konnte ich mich im Schlossgarten (neuerdings scheinbar auch als Park des Himmlischen Friedens bekannt) umsehen, der ja leider vor drei Wochen zum traurigen Mittelpunkt der deutschen Politik wurde. Ich war begeistert von der Kreativität und Vielseitigkeit des Protestes. An allen Bäumen, die abgerissen werden sollen, waren Schilder, Bilder, Karikaturen, Gedichte, Pamphlete, Texte, Teelichter und und und angebracht. Im ganzen Park verteilt sind Leute, die Buttons verkaufen und Informationsmaterial verteilen, die zelten und die den Park tatsächlich aufräumen. Ich habe mir kurzerhand auch einen Müllsack und Handschuhe geben lassen und habe Müll und nicht mehr lesbare Schilder eingesammelt. Bei der Kundgebung waren Vertreter der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg da, die mit drei Traktoren eine Runde durch den Schlosspark drehen wollten. Diese Aktion wurde von der Politik nicht genehmigt und von den anwesenden Polizisten verhindert, was für Unmut gesorgt hat, aber es blieb friedlich. Während der Kundgebung bestätigte sich den Eindruck, den ich schon vorher hatte: Alle demonstrieren mit. Alte, junge, Spießer und Hippies, und alle dazwischen. Von wo ich stand, konnte ich ein Plakat sehen „Gewerkschafter gegen Stuttgart 21“, eines mit „Ingenieure gegen Stuttgart 21“ und eines mit „Unternehmer gegen S21“. Als die Kundgebung fertig war, waren im Stuttgarter Hauptbahnhof die Bahnsteige abgesperrt, sodass der Zugang etwas schwierig war, aber das hat letzten Endes keine unüberwindbaren Probleme gemacht.

Ich würde gerne alle „besten“ Aktionen und Karikaturen, die ich gesehen habe, aufzählen, aber die Auswahl ist extrem schwierig. Daher hier nur ein paar Bilder:

„Danke, dass Sie meinem Gesprächsangebot folgen konnten. Der Südflügel wird Ihnen erstmal nicht abgerissen. Auf das Gesamtfressprojekt kann ich natürlich nicht verzichten.“ Am Bauzaun am Südflügel hängt noch viel mehr: neben allen Möglichen neuen Namen für CDU (zum Beispiel „Christus dachte Unterschiedlich“), und dem Durchstreichen des Cs und des Ds steht da auch: „Niemand beabsichtigt, eine Mauer Milliardengrab zu errichten“.
Hier liegen Politik, Vertrauen, Frieden und viele ihrer Freunde begraben.
Das „Mahnmal“ zu dem Polizeieinsatz vom 30. September 2010.
Das Kundgebungsgelände mit Bühne und am Kran befestigter Beschallungsanlage (links der Mitte). Rechts ist die Zentrale der Protestaktion.

Verwechselungsgefahr! Was war nochmal was?
Die Baden-Würtemberger können ja angeblich alles außer Hochdeutsch. Nun kann man sich drüber streiten, ob sie denn Demokratie, Mathe und Geschichte können, aber für letzteres gibt es am Zaun beim Nordflügel Hilfe. Nicht weit davon hängt ein Besen mit dem Hinweis, Kehren sei die Stärke, also könne man auch um-kehren.
Frei nach Cato: „Des Weiteren bin ich der Meinung, dass der Bahnhof nicht zerstört werden muss“. Auch am Nordzaun.

Stadtbahn in Bergen

Original-Post

Donnerstag und Freitag waren wieder sehr regnerisch, deswegen hielt es mich doch im Büro. Freitag abend allerdings war es trocken und ich lief nach Fantoft, um auf dem Weg dorthin möglichst viele Bilder der Stadtbahn zu machen. Was sich durch den Bau der Stadtbahn alles verändert hat, war schon sehr beeindruckend, und viel zu viel, um im Detail hier erwähnt zu werden. Leider hatte ich 2007 doch nicht so viele Bilder gemacht, die ich jetzt sinnvoll vergleichen kann, aber naja.

Tunnelportal in Fantoft (Tunnel aus Sletten). Oben: vor dem Bau (1. April 2007), Unten: Heute (2. Mai 2010)
Testfahrt (Wagen 203) in Wergeland Station, blick Richtung Norden (Fahrt nach Depot Kronstad). Links der Mitte das alte Wartehäuschen der Straßenbahnschleife Minde (Trikkesløype Minde)
Station Fantoft mit Tunnelportal nach Paradis und neugebauter Erweiterung für die Studentenwohnungen
Blick von Süden zur Station Troldhaugen mit überhängendem Haus
Endstation: Nesttun Terminal. Blick auf die Strecke, also nach Norden. Das Gleis Richtung Rådal (Süden) ist noch vom Bahnsteig überbaut…
Endhaltestelle in Nesttun

An der Endstation in der Stadt — Byparken — liegen zwar zwei Gleise, aber nur das Gleis Richtung Nesttun hat einen Bahnsteig. An dessen Ende liegt auch die Plakette der „Grundschienenlegung“. Die Strecke führt zum Hauptbahnhof und durch den Busbahnhof durch. Dahinter kommt die erste sehr stark veränderte Stelle: Ein Haus — Pastasentralen — musste der Strecke weichen. Eine S-Kurve später (Höchstgeschwindigkeit 10 km/h) sind wir dann an der Station Nygård direkt vor den naturwissenschaftlichen Gebäuden der Uni. Dahinter kommt Florida und die Brücke über den Store Lungegårdsvann. Hier fahren die Autos auf einer neu gebauten Brücke, während die Stadtbahn die alte Brücke mit Fahrradfahrern teilt. Hinterm Danmarksplass fängt dann ein langes Stück mit wirklich starken Eingriffen in das alte Straßenbild an, sowohl die Bjørnsonsgate als auch der Inndalsveien sind nun zum großen Teil Einbahnstraßen. Vor 5 Jahren war diese Verbindung noch die Haupteinfallstraße von Süden nach Bergen… Fantoft mit der 90°-Kurve und einem neuen Studentenwohnheim hat sich natürlich recht stark verändert, und hier ist noch am deutlichsten sichtbar, dass die Arbeiten noch nicht ganz abgeschlossen sind.

Der Rest der Strecke hat keine größeren Einschnitte mehr in die existierende Infrastruktur gebracht, lediglich das Stück Troldhaugen―Nesttun wurde von drei Spuren auf zwei verkleinert, um Platz für die Strecke zu machen. In Nesttun, der momentanen südlichen Endstation, sind zwar auch beide Gleise verlegt, das Gleis Richtung Bergen allerdings ist nicht mit dem Rest verbunden und liegt unter einem Behelfsbahnsteig, sodass man jetzt von beiden Seiten in die Bahn einsteigen kann.

Soviel zur Bybane. Vielleicht kommt bald noch ein Bericht über den Rest in Bergen…

WLAN im Zug

Original-Post

Nun bin ich also in Bergen, und eine der guten Sachen, so weit mit dem Zug zu fahren ist, dass man verschiedene Züge bereist und deren Vorzüge vergleichen kann. Außerdem erlebt man ja auch ein bisschen was auf so einer langen Reise…

FrankfurtHamburg, ICE: Montag, 0:55 bis 5:43 Uhr
Die meisten werden schon mal in einem ICE gesessen haben. Dies war einer der ersten Generation, die noch Abteile haben. Auf einen Platz im Abteil hatte ich gehofft, aber viele andere auch, so waren in den meisten Abteilen schon Leute drin, die Großräume dafür leer, aber leider hell. Im ICE gibt es Steckdosen, aber kein WLAN. Dafür Mitreisende. Ein Mädchen, dessen Alter ich erst nicht richtig einschätzen konnte, lag auf zwei Sitzen vor mir, ich setzte mich in ein Viererabteil mit Tisch. Da ich nicht vom Schaffner geweckt werden wollte, wollte ich nicht direkt schlafen, und irgendwie kamen wir ins Gespräch. Sie kam gerade von den Kanaren, wo sie Urlaub ohne ihren Freund gemacht hat, weil Probleme mit Umbuchen und so. Nachdem der Schaffner erst bei Schlüchtern kam, redeten wir aber weiter, in Fulda, Bad Hersfeld, Göttingen, und dann kam ja eh bald Hannover, wo sie aussteigen musste. Ich will nicht sagen, dass es nervig war, aber halt anstrengend, eigentlich wollte ich ja schlafen. Sie war übrigens ziemlich gleichalt wie ich. War echt nett. Ein wenig Schlaf hat mir dann die gute Stunde nach Hamburg noch gebracht. Oh, und es war alles Pünktlich.
Hamburg → København, IC3: Montag, 7:25 bis 12:11 Uhr
Die Gumminasen habe ich mal für das hässlichste gehalten, das auf Schienen fährt, aber bequem sind sie wirklich. Richtige Sessel sind das. Nachdem ich anderthalb Stunden auf dem Hamburger Hauptbahnhof nicht eingeschlafen bin, suchte ich mir einen Fensterplatz in Fahrtrichtung (alle Plätze sind in Viererabteilen mit Tisch), wo ich es sehr bequem hatte, bis zwei Frauen kamen, die sich wohl versehentlich in die erste Klasse gesetzt hatten, auf Sitze mit der gleichen Nummer, aber eben im falschen Wagen. Also, an den Gang. Da ist Schlafen nicht so richtig einfach, aber mit meinem Kissen, dass ich dabei hatte, habe ich doch zumindest Ruhe gefunden, vor allem nach der Fährüberfahrt. Die Dänische Staatsbahn versorgt alle zwei Plätze mit einer Steckdose, also wie im ICE, und kündigt Internet an, was es aber zumindest auf dem deutschen Teil der Strecke nicht gibt. Im Dänischen gab ich mich meiner Müdigkeit hin, und das einzige, an das ich mich erinnern kann, ist das Gespräch der beiden Frauen: Beide machen irgendwas im Sportjournalismus, die eine scheinbar beim ZDF, und ich hatte das Gefühl, sie mal gesehen zu haben — vielleicht ist sie eine Moderatorin? Aber was weiß ich schon. Und was interessiert es mich auch. Die Fahrt auf die Fähre hatte sich etwas verzögert, daher auch die Fährfahrt und die Weiterfahrt in Dänemark auch, Ankunft in der København wieder Pünktlich.
København → Göteborg, X2000: Montag, 12:59 bis 16:32 Uhr
Warten in Københaven hat mich gelehrt, dass es doch langweiliger geht als dieses „nur rote Züge“-Feeling, dass ich in Frankfurt immer kriege: In Københaven fahren vier verschiedene Zugarten, plus die S-Bahn, und an denen hat man sich recht schnell satt gesehen. Naja, eine davon ist der X2000. Ich wollte schon immer mal mit einem X2000 fahren, und der Sparpreis der Schwedischen Eisenbahn machte dies für 10 Euro möglich. Gediegenes Inneres, Holzvertäfelung, Steckdosen und tatsächlich zuginternes WLAN. Hier kann man entweder Internetzugang kaufen (teurer als die ganze Fahrt: 100 zu 95 Schwedische Kronen) oder kostenlos die Website der SJ und Zuginformationen abrufen, wie eine Karte, wo man gerade ist. Das war sehr nett, weil man ja normalerweise nicht weiß, wo gerade dieser nette Ausblick ist, den man da sieht. Leider war die Landschaft noch nicht groß genug, als dass es davon viele gegeben hätte, und mehr als schön kriegt man in Schweden ja auch nicht). Während also der Ausblick nicht wirklich aufregend war, guckte ich mir auf dem Laptop Charlie Wilson’s War an. Zwei Minuten zu spät in Göteborg.
Göteborg → Oslo, BM73B: Montag, 17:45 bis 21:45 Uhr
Ich hatte seit Frankfurt nur ein Schokohörnchen gegessen, das mir aber nicht wirklich gut bekommen ist, also brauchte ich was zu essen. Ich ging also auf der Suche nach einem Supermarkt vom Göteborger Bahnhof weg und fand, dass es schwierig ist, sowas zu finden. Nachdem ich zwei hübsche Mädels gefragt habe, fand ich dann aber einen Laden, in dem ich Kekse und Banenen kaufen konnte. Im Bahnhof fand ich keinen Fahrkartenautomaten der Norwegischen Staatsbahn, an dem ich eigentlich meine Tickets abholen wollte, aber der Schaffner sagte mir, ich solle das Ticket dann einfach in Oslo holen, bevor ich in den Zug nach Bergen steige. Nun gut. Von den sechs BM 73B habe ich wahrscheinlich in allen schon mal gesessen, und hier gab es wirklich keine Überraschung (außer, dass das eine Klo zu war und ich weiter laufen musste als gedacht. Sitz in einem Viererabteil mit Tisch, Blick nach links (Westen). Keine Steckdose, kein Netz, nur kurz in Schweden jemand im selben Vierer, ansonsten sehr leer. Ich sah My Sister’s Keeper und musste wieder hemmungslos heulen, und dann begann ich zu lesen: Ich habe mich entschlossen, Douglas Adams noch Chancen geben und kaufte die weiteren Teile von Per Anhalter durch die Galaxis. Leider habe ich festgestellt, dass ich immernoch das Gefühl habe, Douglas versucht einen aberwitzigen Text zu schreiben, ohne zu wissen, wie das geht. Ich weiß, viele Leute mögen das, aber ich war nach zwei Kapiteln sowieso zu müde und döste bis Oslo (Ankunft pünklich) vor mich hin.
Oslo → Bergen, B7: Montag 23:09 bis Dienstag, 06:56 Uhr
Umsteigen in Oslo verlief ohne Probleme, und ich betrat das erste Mal einen neu umgebauten B7-Wagen. Die Sitze sind nun anthrazit statt vorher rot, und haben ebenfalls Steckdosen, außerdem gibt es Internet. Statt der Billiggrafik der Position im X2000 hat man hier google maps; man kann selbst hin- und zurück scrollen, die Strecke wird als Linie angezeigt. Habe ich aber nur in Oslo ausprobiert, dann war schlafen angesagt! Neben mich setzte sich ein grimmig aussehender Schrank, der scheinbar nur aus Muskeln und Grunz-Stimmbändern bestand, sich aber, als er gesehen hat, dass schräg hinter uns ein Doppelsitz frei war, umsetzte. Geschlafen habe ich lange und ziemlich gut, so dass ich am nächsten morgen relativ fit am Bahnhof ankam, wo Szabolcs schon auf mich wartete.

Wie’s mir hier in Bergen ergangen ist und weiter ergeht, schreibe ich dann bald.

Soziologische Experimente

Original-Post

So, morgen früh ist meine ich-bin-mal-lange-da-Phase zuende und ich fahre zur Telekom-Stiftung und erzähle denen, wofür die mich eigentlich die letzten zwei Jahre gefördert haben. Ich bin sehr gespannt, wie das läuft… Und danach kommt ja wie angekündigt meine Woche in Bergen, in der ich auch einen Vortrag halten soll. Und zwischendurch sind die Jamaica-Proceedings fällig… Aber das hört sich schon wieder viel zu negativ an. Die Proceedings sind geschrieben, ich brauche nur noch das ok oder die Verbesserungsvorschläge von Marcus. (Nur das wird etwas schwierig, wenn ich keinen Arbeitstag mehr hier habe. Schwierig, nicht unmöglich.) Der Vortrag für die Telekom ist ja fertig, aber den Bergen-Vortrag habe ich noch nicht mal angefangen, und der soll 45 Minuten lang sein, naja, maximal nur, aber weniger als 30 wären schon komisch. Ich werde mir alle Folien, die ich bis jetzt gemacht habe, mitnehmen, und versuchen, auf dem Weg nach Norwegen daraus einen Vortrag zu basteln. Wenn ich mir meine USB-Tastatur mitnehme, kann ich auch mit Sicherheit gut arbeiten, und mindestens bis Göteborg sollte ich auch eine Steckdose zur Verfügung haben.

Bevor ich fahre, starte ich noch schnell Unmengen an Rechnungen auf dem Rechencluster, so dass in der Zeit, in der ich nicht hier bin, etwas Sinnvolles geschehen kann. Und danach heißt es dann Power-Auswerten und Power-Paperschreiben.

Die erste Fahrt, die jetzt kommt, macht mir ein bisschen Sorgen: Ich fahre ICE nach Köln und dann IC nach Bonn, habe aber nicht reserviert (einmal habe ich drauf verzichtet). Mit dem vom Vulkanausbruch beeinträchtigten Flugverkehr dürfte der ICE von Frankfurt nach Amsterdam eher voll als leer sein, und neben Türen sollte man sich im ICE momentan auch nicht aufhalten — ich hoffe, dass ich einen Sitzplatz kriege. Nach Bergen ist auch nicht reserviert (ok, also zweimal habe ich darauf verzichtet), und ich hoffe, dass ein ICE um 0:55 Uhr auch nicht komplett von verhinderten Fluggästen überrannt wird, immerhin ist das ja auch noch ne Woche hin.

Heute hatte ich mein erstes richtiges Tutorium in diesem Semester — das letzte Woche war ja nur ein „Hallo Leute“ und zählt deswegen nicht. Hier habe ich ein wenig experimentiert: Es gibt in diesem Semester Präsenzübungen, die im Tutorium von den Studenten gelöst werden müssen. Ich hatte eine tolle Idee: Gib ihnen einfach die Aufgabe und lass es sie selbst regeln, wie sie alle nach einer Stunde die Lösungen kennen. Da war ich wohl etwas SoftSkill-verseucht… Nun, die Leute saßen von den 60 Minuten etwa 55 Minuten lang still da und rechneten. Und schafften daher nur die Hälfte. Dementsprechend hat auch die Besprechung danach wesentlich länger gedauert als gedacht, und wir haben eine Viertelstunde lang überzogen (es dauert schon von vornherein drei Zeitstunden). Eigentlich hatte ich gedacht, wir könnten eine halbe Stunde früher Schluss machen, denn heute tagte der Verkehrsausschuss der Stadt Frankfurt, und da wäre ich gerne hingegangen. Nun, meine Soziologie-Theorien haben also einen gehörigen Dämpfer gekriegt, und für die nächste Experimentiersession (also das Tutorium in zwei Wochen) muss ich mir was Neues einfallen lassen. Und was ich Gunnar, der mich nächste Woche vertreten wird, als Arbeitsauftrag geben werde, weiß ich auch noch nicht.

P.S.: Ich erinner mich gerade daran, dass in Zweifel gezogen wurde, dass die letzte Zeit für mich tatsächlich eine ich-bin-mal-lange-da-Phase war, da ich ja einen Tag in Leipzig und eineinhalb Tage auf dem Weg nach Hannover und zurück war. Aber es hat sich wenigstens so angefühlt.

Eisenbahnbilder

Original-Post

Ein paar Eisenbahnbilder zwischendurch können nicht schaden, oder?

Der München-Nürnberg-Express bei Einfahrt in Nürnberg
Auf dem Rückweg von einer Fahrradtour muss man natürlich auch mal ein Bahnfoto machen, hier wartet Di 4 651 mit meinem Zug nach Mosjøen in Dunderland auf den Gegenzug
Nicht wirklich ein Eisenbahnbild, aber… man schimpft ja immer auf die Jugendlichen und die Gewalt und so. Hier war’s mal ein Busfahrer, der einfach in statt an das Wartehäuschen gefahren ist. („Ick wüllu ma wat mit Landeklappen!“). War lustig.
Tücken der modernen Technik: Diese beiden neuen U5-Wagen haben sich nicht richtig auf das Ziel geeinigt… Fast so schlimm wie bei den Pt-Wagen!
Stimmung gefällig? Schade, dass die Handykamera doch recht schlecht ist.
Immerhin ein Schild, nur fährt die Linie 26 seit Ende 2006 nicht mehr bis zur Haltestelle „Im Uhrig“, sondern nur bis Eschersheim Bahnhof.

Bormio 2010

Original-Post

Ende Januar 2010 ging es nach Norditalien, nach Bormio. Nach den Schwierigkeiten, hinzukommen, hatte ich eine schöne Woche mit vielen netten Leuten und einer phänomenalen Rückfahrt mit der Rhätischen Bahn.

Ich und meine zweite Folie in Bormio.
Bormio im Schnee
Der Heimweg aus Bormio: Miralago, aus dem Zug der Rhätischen Bahn heraus fotografiert
Blick zurück auf Miralago
Der Lago Bianco ist im Winter wirklich sehr weiß

Norwegen 2009

Original-Post

Nach etwas mehr als zwei Jahren war ich endlich wieder in Norwegen! Mit dem Flugzeug nach Tromsø, mit dem Schiff nach Honningsvåg, und dann mit dem Fahrrad zum Nordkapp und in Richtung Süden. Welch Wonne!

So habe ich ganz am Anfang meines Norwegenurlaubes ausgesehen. Später kam unter anderem die Isomatte noch auf den Schlafsack (also aus dem Rucksack raus). Hier stehe ich in Tromsø auf dem Weg in die Stadt hinein; das ging ganz schön steil nach unten! Und kalt war es ohne Ende…
An manchen Tunneln gab es gab es Warnwesten für Fahrradfahrer.
Ein Blick den Langfjorden entlang
Nach etwa 135 km an diesem Tag nochmal ein 400-Meter-Anstieg! Aber schöne Sicht entlohnt mich.
Ja, in Norwegen gibt’s auch Blumenwiesen. Hier wieder in Tromsø
Auf dem Rückweg muss man natürlich auch mal ein Bahnfoto machen, hier wartet Di 4 651 mit meinem Zug nach Mosjøen in Dunderland auf den Gegenzug

Es geht voran

Original-Post

Und zwar an allen Fronten. Nach dem Soft-Skill Workshop in Schloss Buchenau (was ich als „Rhön“ angekündigt hatte) war ich zwar erstmal fertig, aber durchaus zufrieden. Kleinere Unzufriedenheiten ließen sich durch ein Telefonat am Dienstag morgen ausräumen, und jetzt ist wirklich alles toll. Dafür hat das Telefonat auch Überwindung gekostet — aber ohne Fleiß kein Preis!

Die Konferenz im Juni rückt auch näher (zeitlich wie prinzipiell), denn mein Paper macht zur Abwechslung mal echte Fortschritte. Dafür fehlen mir noch Daten für einen Vortrag in 12 Tagen…

Auch die Reisepläne werden konkret: Für Bergen sind die Fahrkarten gekauft, und ich freue mich schon riesig. Wer es noch nicht auf Facebook gelesen oder es von mir erzählt bekommen hat: Ich habe mir nach Preisangaben von 643 und 302 Euro (beide von der DB, beides selbe Verbindung, beides „das billigste, was es gibt“) die Fahrkarten bei DB, SJ und NSB selbst zusammengestückelt und etwa 154 Euro bezahlt.

Bevor ich aber in den Zug dorthin steige, war ja nochmal Bonn, zur Telekom-Stiftung. Hier bin ich genau von Mittwoch bis Freitag, bevor am Samstag Nacht der Museen ist (ich plane, im Physikalischen Verein zu helfen) und ich dann am Montag nach Bergen fahre. Wird stressig. Bei der Telekom jedenfalls soll ich einen Vortrag über meine Arbeit halten, als (mittlerweile) „Alt-Stipendiat“. Das wird mit Sicherheit nicht einfach, in 15 Minuten das Feld zu erklären, warum es interessant ist und was ich tatsächlich dabei tue. Herausforderung, Here I Come!

Nochwas: Ich war am 20. Februar beim Science Slam im Physikalischen Verein. So eine tolle Veranstaltung! Vor dem nächsten werde ich hier nochmal Werbung machen, ich habe sogar eine Idee, vielleicht mache ich selbst mit. Leider gewann nicht der beste Vortrag, sondern der letzte (zwei Boni: Das Publikum war warmgeklatscht und es war nach 6 Physikvorträgen der erste und einzigste Biovortrag). Aber sei’s drum, es war super

Facebook!

Original-Post

Kann Facebook diese Seite verbessern? Weiß ich nicht, aber seit ich in Facebook angemeldet bin, habe ich über verschiedene Seiten Motivationen bekommen, mehr (und vielleicht anderes) hierher zu schreiben. Also fange ich doch mal an.

Meine Pläne für das restliche Jahr sind recht vollgestopft und ehrgeizig; ich will meinen Abschluss machen und viel, viel Reisen. Beide Teile helfen sich nicht unbedingt… Zunächst die Reisepläne: Ich werde in nächster Zeit in die Rhön, nach Wien, nach Hannover (zur CeBIT) und nach Bonn (gleich 2× ― Telekom und DPG-Tagung) fahren, und natürlich an Pfingsten wieder ins Rodgau zur Orchesterfreizeit. Soviel steht fest.

Und dann kommen noch die ganzen Pläne, Orte, an die ich hinfahren möchte: Sofia (über Budapest, Bukarest, Belgrad, Zagreb und Ljubljana), doch das wird wohl erst im Sommer passieren. Bergen, mal wieder, vielleicht Ende April (genaueres weiß ich vielleicht in einer Woche). Amsterdam wollte ich mir auch mal angucken, aber ob das überhaupt noch dieses Jahr funktioniert, weiß ich nicht. Amerika — Detroit — wäre noch ein Long Shot, und wenn, dann wäre da ein Besuch in Portland, OR dabei. Und dann war da noch die richtig tolle Konferenz an der Côte d’Azur Ende Juni, auf die ich gerne möchte.

Das letzte bringt mich zu den anderen Plänen: Um nach Frankreich zu reisen, brauche ich ein Paper, also muss ich schnell arbeiten. Wenn meine Motivation stimmen würde, wäre das ja gut, nur… Ich nehme mir jetzt jedenfalls vor, ganz viel und ganz toll zu arbeiten. Dann klappt’s vielleicht auch mit Abgabe am Ende vom Sommersemester. Drückt mir die Daumen.

Und von den Reisen wird es mindestens Bilder geben!

Ersatzzug

Original-Post

Anlass dieses Posts ist, dass ich gerade im Cisalpino von Zürich nach Milano sitze und zu müde zum Arbeiten bin. Warum also nicht mal wieder was auf die Homepage schreiben? Seit einiger Zeit denke ich schon darüber nach, wie ich das hier umgestalten kann; was ich damit will. Über diese Frage hatte ich ja auch schon mal sinniert. Die Homepage ist als Norwegen-Blog groß geworden, sollte sich aber vielleicht eher zu einer Visitenkarte entwickeln, und dafür muss eben nicht unbedingt das Aussehen, aber der Inhalt ein bisschen neustrukturiert werden.

Naja, deshalb nicht so viel Bericht über meine Erlebnisse in den letzten Monaten, sondern nur über heute morgen: Ich bin auf dem Weg nach Bormio, Norditalien, weil ich auf einer Konferenz dort einen Vortrag halten werde. Abfahrt in Frankfurt 5:56 Uhr, Umsteigen in Zürich und Mailand, dann ab Tirano Bus. Zweimal umsteigen ist das Optimum, allerdings hätte ich mit fünfmal umsteigen auch ein paar Stunden schneller sein können.

In Frankfurt steht am Bahnsteig nur „Stuttgart“ als Fahrziel, aber auf dem einfahrenden Zug steht dann doch „Zürich“. So ein Glück. Ich habe einen Sitzplatz direkt hinter dem Fahrer, toll.

Der Fahrer kommt und verundurchsichtigt die Glasscheibe hinter ihm. Na super. Und warum? Damit er rauchen kann. Manno. Ich flüchte später vor dem Qualm, der aus dem Führerhaus kommt, nach hinten. Kurz vor Abfahrt kommt in Frankfurt die Durchsage, dass dieser ICE nur bis Stuttgart fahre (also doch!) und von dort ein Ersatzzug bis Zürich fahren würde. Der Zugbegleiter erzählt mir beim Fahrkartenkontrollieren, dass das Zugpersonal bis dahin auch nichts davon wusste.

In klirrender Kälte in Stuttgart (und ich bin hundemüde!) steht der Zug natürlich noch nicht bereit, auch wenn das über Lautsprecher behauptet wird. Er fährt dann ein — wenigstens IC-Wagen mit Steckdosen. Allerdings fährt der Zug nur bis Singen, weil die Lokzüge nicht in die Schweiz dürfen. Bis ich vom neuen Personal kontrolliert werde, ist mein Ärger wieder verflogen, und die Zugbegleiterin versichert mir, dass der Zug die normale Fahrzeit wird halten können und mein 20-Minuten-Anschluss in Zürich nicht gefährdet sei. Nun, ich sitze jetzt im Anschlusszug, also hatte sie recht behalten. Die Fahrt von Singen nach Zürich, an dem Rheinfall vorbei, ist dann in einem SBB-Regionalzug ohne Toiletten, in Zürich kann man nicht ohne Franken pinkeln, und im Cisalpino waren auch genügend Toiletten kaputt, dass ich Panik bekam. Habe ich aber noch eine gefunden.

Jetzt sitze ich hier in einem reservierungspflichtigen Zug ohne Reservierung (konnte mir die Dame am DB-Schalter nicht verkaufen), aber der Schaffner hat nicht darauf geachtet. Und gleich kommt der Gotthard und ich bin schon sehr gespannt darauf, sieht jetzt schon toll aus da draußen!

Eines noch: Ich bin jetzt bei Facebook (Update von 2016: Seit Anfang 2015 ignoriere ich meinen Facebook-Account wegen der neuen Datenschutzrichtlinien), vielleicht kommt hier auch irgendwann ein Link hin, und ich habe mich von Fips von Openstreetmap überzeugen lassen — noch nicht eine gleichwertige Alternative zu Google Maps, aber es hat durchaus Potential.

Regnet hilser

Original-Post

(Tag 265) Der Regen grüßt.

Die meisten meiner Leser habe ich ja letzte Woche gesehen, deswegen ganz kurz: Die restlichen Tage mit Johannes waren einfach super, der Flug war ok. Bilder folgen vielleicht. Ich vermisse Frankfurt mehr denn je. Die Fahrt nach Bergen war… naja, lustig. Erste Prämisse waren 13 Minuten Umsteigezeit in Hamburg Hauptbahnhof (dorthin brachte mich ein über Nacht und Ruhrgebiet verkehrender IC). Und es ging mit sechs Minuten Verspätung los… Kein Problem, in Koblenz war 18 Minuten Aufenthalt, Loktausch. Abfahrt pünktlich. Doch das Abenteuer hatte grade erst begonnen…

Noch vor Andernach war eine Baustelle, auf dem Gleis Richtung Köln, nach der Vorbeifahrt eines südwärts fahrenden Zuges fuhren wir dann auf dem „falschen“ Gleis weiter. Das wäre an sich nicht so schlimm gewesen, hätte ich mich nicht an das Zugunglück von Brühl erinnert — selbe Strecke, selbe Situation, auch Nachts, andere Richtung, neun Tote. Irrtümlich nahm ich auch an, dass damals der zweite Wagen um den Bahnsteigspfeiler gewickelt hatte (ich saß im zweiten Wagen), doch jetzt, wo ich mich drum kümmere, stelle ich fest, dass es der dritte Wagen war. Aber passiert ist ja eh nichts. Die Verspätung durch diese Baustelle war auch nicht schlimm, bei 32 Minuten Aufenthalt in Dortmund (danach waren noch ein paar Schlaf- und Liegewagen am Zug dran). Das hatte ich alles gar nicht mehr mitbekommen, aufgewacht bin ich in Osnabrück. Mmh. Abfahrtszeit verstrichen, nichts los, Signal auf Fahrt, aber Türen auf. Was los? Zwölf Minuten Verspätung am Ende, und vor Bremen kam die Durchsage, es sei ein „Bundespolizeieinsatz im Zug“ gewesen, Details kenne ich nicht. Und noch zweimal auf dem falschen Gleis fahren, das kostet doch Zeit!!

Nochmal gecheckt. 13 Minuten in Hamburg ist das Ziel. In Bremen wider erwarten nur noch neun Minuten. Irgendwo in der niedersächsischen Pampa fahren wir offensichtlich einem anderen Zug auf; dreimal recht kurz hintereinander kommen wir fast vor einem Halt gebietendem Signal zum stehen. Oh Verdammt!

Allerdings, zu meinem riesigen Erstaunen, sind wir drei Minuten vor Ankunftszeit in Hamburg-Harburg und eine Minute zu früh am Hauptbahnhof. Alles Gut gegangen.

Der Rest verlief ganz gut, mit dem Zug auf die Fähre zu fahren war schon eine lustige Sache (abgesehen davon war die Fähre irgendwie häßlich). Ankunft in København war pünklich, doch dann musste ich rennen, weil der „Zug nach Malmö“, der auf das andere Gleis verlegt wurde, doch bis Göteborg fuhr. Die letzten neunzig Minuten dieser Fahrt döste ich weg, war auch nötig nach nur drei Stunden schlaf. Kühle, frische Luft in Göteborg lies mich wieder etwas klarer werden, und die Fahrt nach Oslo las ich.

Und dann, es grämt mich, das zu sagen, stellte ich den großen Nachteil an Bahnfahrten in Norwegen fest: Die letzte Sitzreihe im Zug. Weniger Beinfreiheit als überall sonst, und man kann die Sitze nicht verstellen. Und genau so einen Platz hatte ich. Und der Zug war voll. Dabei hatte ich mich schon gefreut, gut schlafen zu können, müde genug war ich. Am Ende hat es nicht lange gedauert, bis ich einschlief, war ein paar mal wach, aber es ging grade so.

Schon in Schweden hatte es geregnet, und hier ist es keinen Deut besser.

Und jetzt sitze ich mit ungewaschenen Haaren im Büro, warte darauf, dass ich mich um meine plötzliche Beurlaubung für’s Sommersemester kümmern kann (andere Geschichte), und dass eine Vorlesung ist, dann essen, dann Norwegischkurs, dann heim. Und schlafen…

Siste Stasjon Vaksdal

Original-Post

(Tag 109) Endstation Vaksdal. An einem schön scheinendem Samstag morgen entschloss ich mich heute, den letzten Tag meines Scan-Rail-Tickets auszunutzen und ein bisschen die Bergensbane entlangzufahren. Ich fuhr in die Stadt und nahm den Zug um halb elf in Richtung Oslo. Der Lokführer sagte mir zunächst, dass es nicht möglich sei, mitzufahren, überlegte lange rum, aber, nein, geht nicht. Als ich auf dem Weg zu den Wagen war, rief er mir hinterher. Wegen der Entgleisung nach Erdrutsch am 6. November seien momentan große Sicherheitsvorschriften und deren Überprüfung angesagt, und naja… naja… ähm… in Hallingskeid solle ich vorkommen.

Also setze ich mich erstmal in den Wagen, und meine Laune sank stetig, als es immer bewölkter und dunkler wurde. Bald fing es auch an, zu regnen. Habe ich den Tag verschwendet? Der Zug lieferte sich ein Wettrennen mit den Wolken, und kurz hinter Voss ging dem Wind die Puste aus, Sonne schien auf immer dichter werdenden Schnee. In den fünf Minuten Aufenthalt in Myrdal stieg ich aus, um zu fotografieren, und mit mir zwei australische Mädels, die noch nie zuvor Schnee gesehen hatten und diesen für eine Schneeballschlacht nutzten.

In Hallingskeid also, einem Bahnhof, der in einer Schneeverwehung liegt, packte ich meine Sachen und ging vor. Der Fahrer erzählte mir davon, dass es bis Hallingskeid eine Lawinenwarnung gab und deshalb noch jemand mit auf der Lok war und noch einiges anderes, und er nahm mich bis Geilo mit, wo ich eine Stunde auf den Gegenzug wartete. Eigentlich wollte ich nicht so weit, aber er meinte, in Finse (mein eigentliches Ziel) könne ich nur im Warteraum sitzen, und das wesentlich länger, und in Geilo sei wenigstens was los. Was soll ich sagen; er hatte ja recht. In beiden Fällen wäre ich mit dem selben Zug heimgekommen. Oder auch nicht, aber dazu gleich mehr.

Wenn so eine Straße aussehen würde, hätte man verloren. Wenn man bei so einer Strecke im ersten Wagen sitzt und rausgucken will, auch, denn dann sieht man nur aufgewirbelten Schnee. Aber von vorne isses toll!
Nur einer von tausenden See, die ich fotografiert habe, hier schon auf der Rückfahrt, vor Haugastøl.
An dieser Station (Finse) hatte ich mein erstes Schneebild gemacht, aber das ist richtiges Schneewetter.
Und im selben Bahnhof; hier ist ein alter Wagen der Bauart B1 als „Übergangslösung“ zwischen zwei Gebäuden installiert worden.

Den Lokführer des Rückzuges fragte ich selbstverständlich auch, ob er mich mitnehmen könne, dieser hat aber sofort abgelehnt, also sah ich die Sonne vom Wagen aus untergehen. Bei dem ganzen Schnee blieb es noch recht lange hell, und ich fühlte mich wieder an jenen Dienstag morgen im ersten Semester erinnert, als ich Ende Januar auf dem Weg zur Mathevorlesung beim Anblick der jungfräulichen Autobahnauffahrt ein Lied geschrieben hatte — alle Anzeichen der Menschen sind unter dem Schnee begraben…

Hinter Myrdal schneite es dann, und bald war es wirklich viel zu dunkel, um was zu sehen. Ich war müde und freute mich auf daheim. Als wir genug Höhe verloren hatten, ging der Schnee in Regen über, und als wir so fuhren, gab es auf einmal (ich saß im dritten Wagen) einen riesigen Funken über dem Zug, und es tat einen Schlag. Der Zug hielt an und die Zugführer stiegen aus, um die Lage zu inspizieren, doch kurz danach ging es weiter.

Bis Vaksdal.

Dort hielt der Zug, und es kam die Durchsage, dass es ein Problem gäbe, mit dem Strom (genau habe ich es nicht verstanden), und die noch nicht wüssten, wann und wie es weitergehe. Recht bald war klar, dass der Zug heute nicht mehr weiterfährt, und Busse wurden angefordert. Krieg mal am Samstag abend um sechs Uhr vier Reisebusse. Spontan, natürlich! Klappt nicht, ist ja klar. Die beiden Frauen, die das Zugcafé bedient haben, gaben gratis essen und gratis Getränke aus, und ich widmete mich dem Sudoku und Karuko, dass ich einer Zeitung fand, half dem Zugpersonal bei Übersetzungen für deutsche Touristen, die Panik schoben, ihr Hurtigruter-Schiff nicht mehr zu bekommen (es ging um halb elf), und anderen Passagieren dabei, ihr Gepäck auf den Hausbahnsteig zu tragen, und fuhr schließlich auch mit dem Bus heim, drei Stunden war am Ende die Verspätung.

Und da war die Reise zu Ende, dort, in Vaksdal, steht der Zug wahrscheinlich jetzt (also Samstag, 10 nach Mitternacht) immer noch.

Noch ein bisschen was anderes: Freitag war mal wieder ein Sonnentag, und ich habe sogar mal ungesalzene Butter gefunden, die ist aber doppel so teuer wie gesalzene, deswegen habe ich sie nicht gekauft. Und, ach ja, und wer in letzter Zeit einen Blick in die Bild-Zeitung geworfen hat, der wird die Anti-Wikipedia-Kampange entdeckt haben: Die Bild-Zeitung bezahlt, kurz gesagt, momentan Leute dafür, in die Wikipedia Fehler einzubauen und diese dann zu melden, was sie dann lange breit tritt. Vielleicht will sie bald ein „Volkslexikon“ herausbringen? Jedenfalls zeigen die Beispiele, die Bild bringt, eigentlich nur, wie gut ein OpenSource-Projekt funktioniert, denn alle Beispiele waren — schon vor VeröffentlichungAnprangerung durch Bild und Bild.de — nach kürzester Zeit (zwischen einer Minute und einer halben Stunde) korrigiert. Wo gibt’s das schon noch?

Lügen

Blick aus meinem Zimmer
Blick aus meinem Zimmer

Original-Post (Tag 87)

Zweimal wurde ich gestern Lügen gestraft. Das eine Mal hat mit dem Wetter zu tun, deswegen ein kleines Update diesbezüglich: Während es die letzten Tage (Dienstag und Mittwoch) ja wohl in Hessen recht stürmisch war, war hier blauer Himmel und Sonnenschein. Und Windstille. Also erzählte ich am Mittwoch abend Hannah über Skype, dass es hier eigentlich nie windig ist, und spekulierte darüber, dass wahrscheinlich die ganzen Berge rundrum den Wind abhalten.

Donnerstag morgen wehrte sich das Wetter dann gegen diese Verleumdung und zeigte mir, dass es sogar morgens (wenn ich nach Norden fahre) nach Süden und abends (wenn ich nach Süden fahre) nach Norden gehörig blasen kann. Wäre ja nicht so schlimm gewesen, aber:

Ich war nach dem Norwegisch-Kurs auf dem Torgallmenning, dem größten Platz hier in Bergen, um ein Bild von dem Denkmal darauf, dem Sjømannsmonumentet (zu deutsch Seemannsdenkmal) zu machen und fragte in der Turist-Info nach Informationen darüber. Als ich den Berg wieder hochfuhr, zur Physik, tat es einen Schlag an meiner Hinterachse und ich denke gerade schon, dass meine Hinterachse schon wieder aufgeplatzt ist. Zum Glück war die Achse „nur“ verrutscht, jedenfalls führte das meine Behauptung, dass mein Fahrrad „repariert“ sei, ad absurdum. So schleifte das Hinterrad am Rahmen entlang und bremste doch gehörig ab, zusätzlich zum Gegenwind. Daheim habe ich dann ein bisschen dran rumgeschraubt und heute konnte ich — auch auf der Hinfahrt im Gegenwind — wieder gut fahren. Aber, nur nochmal zur Zusammenfassung: Die Gangschaltung war nicht richtig eingestellt, die Vorderbremse auch nicht und die Hinterachse war nicht richtig fixiert. Solltet ihr jemals in Bergen eine Fahrradpanne haben: Geht nicht nach Nesttun zu Atro Sykkel.

Dafür war heute wieder gutes Wetter, ich habe mal wieder einen Großeinkauf gemacht, und bin noch ein klein wenig auf alte-Eisenbahn-Spurensuche gegangen.

Für mich als Eisenbahnfan ist es wirklich eine Qual, zu sehen, wieviele alte Straßenbahn- und Eisenbahn-Fragmente es hier in Bergen gibt. Heute war ich an zwei alten Gütertunneln mitten durch die Stadt, die vom Bahnhof ans Wasser führen. Durch Zufall habe ich dann in einer ganz anderen Straße ein weiteres Fragment eines Trambahngleises gefunden… Die könnten hier mit minimalen Aufwand ein 1A — Schienengebundenes Nahverkehrssystem aufbauen, die Busse sind hier oft genug überlastet und viele Strecken wären sehr leicht umbaubar oder reaktivierbar. Alleine 3 Tunnels werden nur noch für Güterverkehr gebraucht, und ich weiß nur von einem, dass er noch gebraucht wird. Welche Stadt hat schon so billige Möglichkeiten, eine U-Bahn zu bauen?

Also, noch was anderes: Bevor ich nach Deutschland gefahren bin, bekam ich einen Brief aus Leipzig, in dem mich ein Google-Finder meiner Homepage nach diesem Denkmal gefragt hat. Ich vertröstete ihn, und eben gestern fand ich allerlei darüber raus. Wollte es eigentlich auch gestern schon posten, aber ich hatte den Zettel im Büro liegen lassen… Also, jetzt, Infos über das Seemannsdenkmal.

Åndalsnes

Original-Post (Tag 83)

Am Freitag habe ich dann endlich das Konto eröffnet, und so hatte ich am Wochenende eine Sorge weniger. Und den Kopf brauchte ich frei am Wochenende, hatte ich doch Großes vor: Auf meinem ScanRail-Ticket, das ich für die Fahrt nach Deutschland gekauft hatte, waren noch drei Tage Bahnfahrt übrig, und die wollte ich verbrauchen, solange es noch nicht ganz so früh zu dunkel zum Rausgucken ist…

Also nahm ich früh am Samstag den Zug nach Oslo, naja, viele andere Möglichkeiten hat man von Bergen auch nicht. Die Strecke führt kurz am Fjord entlang, bevor sie durch ein wunderschönes Tal führt und weit ansteigt und bei 1222 Metern über Normalnull Finse erreicht. Da gab’s Schnee! Runter geht es dann wieder — nach einer Stunde war der Schnee vergangen — bis man schließlich in Drammen wieder am Fjord ist, von da aus ist es nicht mehr weit bis Oslo.

Schnee in Finse! Bei der Rückfahrt war davon allerdings nur noch ein Bruchteil da, es hatte geregnet.

Von Oslo aus nahm ich einen Zug Richtung Norden, sein Ziel war Trondheim, meines Dombås, wo ich umsteigen sollte. Noch in Oslo dachte ich mir, fragen sei kostenlos, und fragte den Lokführer, ob ich vorne im Führerstand mitfahren könne, und in der Tat nahm er mich bis Hamar (ca. eineinhalb Stunden lang) mit. Danach saß ich hinten im Zug, musste allerdings feststellen, dass es schon gegen halb fünf sehr schwierig wurde, etwas zu sehen. Außerdem — das Problem hatte ich schon auf dem Weg nach Oslo — saß ich auf der falschen Seite, das heißt, auf der Seite, auf der der Berg war, nicht das Tal (doof war vor allem, dass ich „auf dem Berg“ kurz hinter Finse den Platz wechseln musste, weil meiner reserviert war, und ich dabei die Seite wechseln musste; gerade als das Tal die Seite wechselte). Von Dombås führte mich der Weg nach Åndalsnes; auf dieser Fahrt von sieben bis viertel nach acht Uhr habe ich allerdings wirklich gar nichts mehr gesehen.

Finse im Schnee
Der Zug meines letzten Teilstückes nach Åndalsnes.

Die Übernachtung war super, ich habe in einem privat vermieteten Gasthaus geschlafen, für 250 Kronen. Am Sonntag war dann das Wetter noch schlechter, nicht mehr nur bewölkt, sondern gleich ganz verregnet, und dieser Lokführer wollte mich nicht vorne mitfahren lassen (ist ja sein gutes recht). Angefangen hat die Fahrt enttäuschend, dieses schöne fleckchen Norwegen konnte seinen Charm bei niedrigst hängender Wolkendecke nicht entfalten… Irgendwann war das Tal dann höher als die Wolkendecke, und ich hatte wunderbare Aussichten. So, aus Angst, keiner liest mehr so viel, jetzt schnell: Auf dem Stück Dombås — Oslo hat mich derselbe (!) Lokführer wieder ein Stück mitgenommen, bis Lillehammer, und die Lokführer nach Bergen (einer Oslo → Ål, der andere von Ål nach Bergen) waren nicht so nett. Leider war auch der Platz eher schlecht, ich landete nach fünfmal umziehen (alle Plätze stellten sich nach kurzer Zeit als reserviert raus) auf einem Platz auf der falschen (=Berg-)Seite, gegen Fahrtrichtung und am Gang. Arschkarte, aber was soll’s. Abends bin ich dann mit dem Fahrrad heimgefahren und vielen enttäuschten Fans von Brann Bergen entgegengekommen, deren Mannschaft gerade gegen Rosenborg Trondheim ein Spiel 1:3 und damit die Aussichten auf Titelverteidigung als norwegischer Fußballmeister verloren hat.

Das Romsdal bei Verma. Erinnerungen an meinen ersten Norwegenurlaub werden sehr, sehr lebendig. In dieser Gegend habe ich Norwegen lieben gelernt… (ok, das Bild ist nicht soo der Hammer, die Landschaft dafür umso mehr).
Der Lågen, der Fluss durchs Gudbrandsdalen, das für die Norweger eine ähnliche Bedeutung hat wie das Rheintal für Deutschland.
Die Strecke im Gudbrandsdalen an einer etwas breiteren Stelle (so sieht es die meiste Zeit aus, eigentlich). Und der Beweis, dass ich auf der Lok war.

Achso, und heute war’s etwas anstrengend in der Uni, aber das wird schon wieder.

Und wieder im Alltag

Original-Post (Tag 76)

Also Alltag ist es noch nicht wieder, ich tippe gerade im Zug nach Oslo, gleich überquert dieser die Grenze nach Norwegen, morgen früh geht’s wieder in die Uni. Die letzten 10 Tage waren einfach toll, acht davon war ich in Frankfurt, an den anderen beiden bin ich Bahn gefahren, und ich bereue keine Sekunde von beidem. Die Lorentztrafo hatte ich wenigstens noch hingekriegt, bevor ich nach Frankfurt aufbrach, dafür schaffte ich es nicht, den richtigen Schlüssel vom Schlüsselbund zu entfernen, so dass ich mich am Abend der Abfahrt selbst ausschloss; das kostete mich 300 Norwegische Kronen für den Schlüsseldienst. Die Fahrt war super, in der zweiten Nacht konnte ich sogar recht gut schlafen, als ich mich über drei Plätze ausstrecken konnte.

Der Aufenthalt in Frankfurt war, wie gesagt, auch super, viele Leute wiedergesehen, sogar mehr, als ich dachte, und eine wunder-wunder-schöne Woche mit meiner wunder-wunder-schönen Freundin verbacht. Lediglich am Freitag war alles etwas stressig, als ein viertel-Stunden-Termin damit geendet hat, dass ich mir zwei Stunden lang anhören musste, dass das Modell, dass ich benutze, vollkommenen Schwachsinn produziert. Na super — und dass, wenn man eigentlich längst weg wollte… Und Sonntag, als der Abschied näher rückte, war natürlich nicht perfekt, aber über weite Strecken doch ein sehr schöner TAg. Heute bin ich nach einer Nacht alleine im Abteil eine Stunde früher als geplant von København nach Göteborg gekommen, hatte dort dann dreieinhalb Stunden Zeit, in denen ich etwas Norwegisch nachholte (letzte Woche war Präteritum dran; ich ging das ganze Buch bis zu dieser Lektion durch und fand die Vergangenheitsformen für alle Verben raus), ein lustiges Taschenbuch las und dabei One More Car, One More Rider hörte. Auf dem Weg über den Øresund< gab’s ne Steckdose; ich programmierte etwas, das habe ich eben (mit Akku) fertiggestellt, bevor ich das hier zu Tippen begann. Und, da alle irgendwie das Selbe gefragt haben, beschloss ich, ein FAQ zu schreiben, das mache ich wohl gleich.

Kaputt!

Original-Post (Tag 59)

Das Wetter blieb gestern bis Einbruch der Dunkelheit ok, dann fing es an, eine ganze Nacht lang in Strömen zu regen. Heute morgen war alles gut, naja, heute morgen war ich noch nicht wach, aber als ich es war, war schönes Wetter. Ich habe gestern noch bis in die späte Nacht Filmchen gemacht, um sie Laszlo schicken zu können, und außerdem lerne ich gerade den Umgang mit VIM (dieses Programm ist einfach unbeschreiblich cool, und mit Sicherheit erst recht, wenn man mit Zehnfingersystem tippen kann), das hat beides recht lange gedauert. Heute mittag also war ich kurz in der Uni, holte mir eine Manöverkritik und neue Aufträge ab, verabschiedete mich für die nächsten zwei Wochen von Laszlo (er ist nächste Woche nicht da, ich übernächste) und ging wieder heim.

Papa hatte mir heute morgen einen Link zu Bildern von einem Ausflug des norwegischen Eisenbahn-Klubs nach Bergen — von 1973. Da waren viele Bilder der alten Strecke Bergen-Oslo drauf, die im Prinzip direkt vor meiner Haustür (*übertreib*) vorbeigefahren ist.

Davon angestachelt und weil es sehr trocken aussah draußen, bin ich heute nachmittag also nochmal aufgebrochen und wollte die alte Strecke abfahren (die Trasse idient heute auf recht langem Stück einem Fahrradweg, der echt schön zu fahren ist), und das war alles richtig toll, bis…

Kaputtes Radlager
Kaputt!

… mein hinteres Achslager aufgeplatzt ist. Argh. Einfach so, beim Anfahren am Berg. Gott sei Dank war ich da kurz vor Nesttun, wo es viele Busse gibt, die nach Fantoft fahren. Ich fand auch einen Fahrradladen, muss aber bis Donnerstag warten, bis es fertig ist. Außerdem habe ich grade einen Pfannenkuchen verbrannt, und hatte Angst, dass der Feuermelder losgeht, aber *schnüff, schnüff* nein, ich glaube, das geht. Also nicht so tolles Ende von meinem Tag heute, vielleicht geht es bald besser.