Offener Brief an das Wetter

Liebes Wetter,
du bist doch eigentlich nicht mehr so jung. Ich meine, du warst eigentlich die letzten viereinhalb Milliarden Jahre da und um uns herum, oder? Warum kriege ich dann das Gefühl, dass du wie ein kleines Kind beleidigt bist? Ja, ich habe dich im Winter gescholten, weil du mir ein wenig zu lange zu kalt warst. Aber musst du jetzt gleich so überreagieren? Ok, dass das Wasser im Freibad so schön warm ist, ist nett, aber könntest du es nicht bitte bei so 30 Grad im Schatten belassen? Du machst es mir echt nicht leicht, dich noch zu mögen.

Und ich schätze, im Herbst machst du dann wieder einen auf traurig und gibst uns sieben Wochen lang Regen bei 5 Grad. Ohne eine Anstandsphase bei so 20 Grad oder so. Jetzt mal wirklich: ich weiß, dass ich es dir nicht leicht mache. Dir und deinem großen Bruder „Weltklima“. Ja, ich habe auch letztes Jahr 11 Tonnen von dem blöden Kohlendioxid verpulvert (statistisch gesehen), und auch deinem Pfadfindergruppenleiter „Umwelt“ habe ich nicht wirklich geholfen, mit so vielem gegessenen Fleisch, den ganzen Sachen in Plastikverpackungen und so weiter und so fort. Und weißt du was? Es tut mir leid. Ehrlich. Aber mir hat es schon tief drinnen leid getan, bevor du diese Beleidigte-Leberwurst-Nummer durchgezogen hast. Jetzt reiß dich mal am Riemen!

Es wäre ja auch vielleicht nicht so schlimm, wenn du nicht zwischendurch immer so ausrasten müsstest. Aber nein, anstatt dass du uns nur die Hitze gibst, gibt’s da dann auch immernoch diese Stürme, wo man fast wegfliegt und noch obendrein deswegen nicht lüften kann, weil ja sonst innen alles Nass wird und wegfliegt. Und nicht mal die Jalousien kann man unten lassen, nein, denn der Wind, den du selbst zwischen den Stürmen pustest, könnte sie zerstören. Ist das wirklich alles nötig? Welchen Punkt willst du denn machen? Dass man Klimaanlagen auch für über 32 Grad dimensionieren sollte? Dass man besser im klimatisierten Auto rumfahren sollte, aber das wäre doch kontraproduktiv, oder?

Ich habe heute gehört, dass du im Schnitt diesen Jahres 7 Grad mehr als normal hattest. Sieben! Wir versuchen, dich und Weltklima die ganze Zeit auf 2 Grad runterzuhandeln, und dann so was! Willst du uns warnen, wie das sonst werden könnte? Wirklich, liebes Wetter, ich bin ziemlich genervt. Bitte werde doch einfach mal wieder lieb.

Warme Grüße, dein
Bjørn.

Korte-Bukser-Vær

Original-Post (Tag 270) Kurze-Hosen-Wetter

Und zwar volle Kanne. Noch kein Bikini-Wetter wie in Deutschland, aber immerhin. Sollte es morgen wieder schlecht werden, bin ich sauer, denn eigentlich wollte ich einen Fahrradausflug machen. Aber es sieht gut aus.

Und zwar in jeder Hinsicht. Ich arbeite meine To-Do-Listen jetzt ab, und fühle mich weiterhin sehr produktiv. In der Tat habe ich heute den ersten Korrelationsplot fabriziert — eben jene Art von Plots, die die physikalischen Ergebnisse meiner Arbeit enthalten werden. Ich hatte schon gezweifelt, ob ich das überhaupt noch schaffe, aber mir ist eine Idee gekommen, wie ich das wesentlich einfacher machen kann. Wenn ich morgen nach dem Ausflug noch Muße finde, werde ich ein Programm schreiben, was mir diese Plots schön und vor allem automatisch macht. Auf den Plots konnte ich schon herauslesen, dass das, was ich das letzte halbe Jahr lang produziert habe, keinen Mist baut, mein „analytischer Testfall“ funktioniert. Also, sehr euphorisch grade, was das angeht.

Und die Arbeit schreiben funktioniert ebenfalls recht gut — ich bin jetzt bei 30 Seiten, ohne Bilder 25 — ohne den Ergebnis-Abschnitt, habe ja noch keine. Horst sagte, es sollen so 40 Seiten plus Abbildungen und Anhang sein, und ich denke, die schaffe ich locker. Juchu! Außerdem Rückmeldung aus Genf bekommen, meine Unterkunft während der Konferenz Anfang Juni ist gesichert, und die letzten Fahrkarten und Platzreservierungen für meine letzten Fahrten nach Bergen und zurück habe ich auch: Ich werde endgültig am Sonntag, den 17. Juni um 6:29 am Südbahnhof ankommen. Das wird dann Tag 320 sein.

Montag gebe ich meine Mietvertragskündigung ab, und mache meine Doktor-Bewerbung fertig und schicke sie ab, hoffentlich, wenn nicht zuviele Leute, die ich dafür brauche, langes Wochenende machen. Und, da ich jetzt ja mit großer Sicherheit Ergebnisse kriege, werde ich ein Abstract an die Organisatoren besagter Konferenz schicken (also eine Zusammenfassung von dem, was ich denen vortragen werde). Juchu, juchu, juchu. Ich hoffe, euch allen geht es auch gut.

 

Verden lever igjen

Original-Post (Tag 252) Die Welt lebt wieder.

Nein, nein, kein Frühling ausgebrochen hier, nur ist einfach Ostern vorbei. Und das bedeutet bei den Norwegern, dass sie wieder da sind. Letzte Woche sind die Busse Montags bis Mittwochs Samstagsfahrplan gefahren, und ab Donnerstag Sonntagsfahrplan. Stellt euch das mal in Frankfurt vor…

Ich habe heute schon Maneuverkritik für meine Folien für den Vortrag in Frankfurt nächste Woche bekommen, überwiegend positiv, aber ein paar Sachen muss ich ändern. Und meine Osterferien beginnen ja sowieso erst nachher. Naja, nicht ganz; gestern war Stefan ja da (Fotos habe ich noch nicht), und das war ein richtig schöner Tag gewesen. Vormittags, als es noch gutes Wetter war, sind wir auf Fløyen rauf, schöne Aussicht, klares Wetter, und nachmittags bei schlechtem Wetter (die Wolken hingen tiefer als wir vorher waren) war die Stadtbesichtigung vorbei und ich konnte noch mit auf’s Schiff kommen, um mit ihm und seinem Vater zu essen. Sehr schönes Erlebnis.

Leider ist mir die Laune später schlagartig vergangen, was nicht am nun einsetzenden Dauerregen gelegen hat; sehr schlechte Nachrichten von daheim. Mehr kann ich nicht drüber schreiben.

Anderes Thema. Computer. Den Büro-PC habe ich tatsächlich wieder hingekriegt, nur die Soundkarte will noch nicht so ganz wie ich will, und dann habe ich mich noch um meinen Laptop gekümmert, als ich das Betriebssystem neu installiert hatte und mein Lieblingsbrowser immernoch nicht ging, las ich im Internet, dass ich gar keinen Mist gebaut hatte, den ich für das plötzliche nichtmehrgehen verantwortlich gemacht hatte… Nun, ich muss vorerst mit Iceweasel (also, Firefox) vorlieb nehmen, und warten.

Wetter in den nächsten Tagen… ich schreib lieber nichts *grummel*. Oder vielleicht dann doch, wie es war, aber jetzt nicht. Alleine der Weg in den Norwegisch-Kurs vorhin hatte schon gereicht, eigentlich! Ob Johannes mir überhaupt glauben wird, dass der Himmel in Bergen auch blau ist?

God Påske!

Original-Post (Tag 249) Frohe Ostern!

Nicht, dass ich mich dieses Jahr sehr um Ostern scheren würde. Den Karfreitag habe ich im Büro verbracht, um meinen PC zu fixen, dabei habe ich an meinem Vortrag gebastelt und mich über Schnee draußen gewundert. Und den gibt’s heute immernoch, er bleibt sogar liegen. So wie’s aussieht, werden Stefan und Johannes also Bergen im Schnee erleben, hoffentlich auch in der Sonne.

Heute werde ich auch wieder in die Uni gehen, ich glaube — bzw hoffe — dass ich sehr nahe dran bin, den PC wieder zum Laufen zu bringen. Und morgen ist mein Tag 250, mmh, ich habe gar nichts zu feiern, naja, ich muss eh eher arbeiten, feiern kann ich die nächsten zwei Wochen noch genug, und dann auch in (sehr netter) Gesellschaft.

Noch mal zum Wetter — die letzten Tage von Frühling zu Winter, und ich habe keine Ahnung, wie lange das noch anhält. Wenigstens ist es mittlerweile wieder lange hell — gestern um neun war es noch recht gut — und auch bei dichter, tiefhängender Wolkendecke um halb zehn morgens (jetzt) ist es verdammt hell, nicht so wie im Dezember (ja, ich weiß, das war absehbar, aber… trotzdem schön zu merken). Und die Wolken hängen wirklich sehr sehr tief heute. Naja, mal sehen, wie es so weiter geht.

Naken kvinner lærer fort å spinne

Original-Post (Tag 242) Nackte Frauen lernen schnell, zu spinnen. Oder, wie wir Deutschen eher sagen würden, Not macht erfinderisch.

Alternativtitel heute ist Konsertbilans, Konzertbilanz, denn viel mehr als zwei Konzerte war nicht gewesen die letzten Tage.

Mit geliehenem Blazer:

Nun ja, die Komplettansicht. Ich guck da zwar ein bisschen doof, aber egal. Foto aufgenommen von Anja. Danke.

gebastelter Fliege:

…und eine Detailansicht der Fliege.

sang ich zweimal Rossini’s Stabat Mater. Irgendwie fand ich den Dirigenten nicht so toll, und beim zweiten Mal hat das Orchester auch irgendwie Mist gebaut, aber die Solisten — und der Chor — waren gut, und das singen hat viel Spaß gemacht. Die Erkältung hatte zum Glück im Laufe beider Tage stark nachgelassen, denn nach dem aufwachen ging stimmlich erstmal gar nix (heute wieder). Muss mich mal richtig ausschlafen. Für nächste Woche Mittwoch ist geschlossene Wolkendecke angesagt, und (sehr wenig) Regen für Dienstag und Donnerstag, schade eigentlich, aber beschweren werde ich mich nicht (siehe Wetterstatistik für März — und die eine Woche Pralltage in Nantes ist da nicht mal dabei!). In der Tat, so gut war es noch nie gewesen, nicht mal im August und September — und genau für eine solche Erkenntnis habe ich die Wetterstatistik am Anfang begonnen! Toll.

In der Physik ist’s wieder etwas schleppender, fühlt sich momentan nach Achterbahn an; mal alles super, dann wieder nicht so, deswegen bitte nicht Angst haben, es wird schon.

Forkjølelse

Original-Post (Tag 240) Erkältung.

Das war ja mal so klar — kaum ist gutes Wetter, kriege ich ’ne Erkältung. War wohl etwas zu optimistisch in der Wahl der Kleidung… Dabei ist heute abend Konzert! So ein Mist. Gestern habe ich auf einen Spaziergang mit dem Rest der Arbeitsgruppe verzichtet, um endlich mal weiterzukommen mit meiner Arbeit, und es war auch ganz prouktiv.

Das trifft auf den Rest der Woche nicht zu: Laszlo ist momentan in Vilnius, und daher hatten wir Montag und Dienstag keine Vorlesung. Dadurch habe ich es nicht geschafft, die Zeitumstellung richtig zu durchleben, bin also spät in die Uni gekommen. Und dann ist ja schon Norwegisch-Kurs, und nach dem hatte ich dann jeweils eine Stunde bis zur Chorprobe. War nicht sehr arbeitsam. Auf dem Weg veränderte sich dann das „Keine Laszlo-Vorlesung diese Woche“ in meinem Kopf zu einem „Keine Vorlesung diese Woche“, weshalb ich gestern viel Zeit zum arbeiten hatte und die QFT verpasste. Na toll. Wenigstens eine meiner zwei Baustellen scheint aber langsam gut zu klappen, und die andere wurde (fast) ganz ohne zutun gelöst.

Das Wetter ist noch immer nicht zu stoppen; bis mindestens Dienstag nächster Woche soll es trocken bleiben, und weiterhin die meiste Zeit sonnenklar (und der Rest ist Nacht). Ich bin total motiviert, viel zu tun, muss aber arbeiten. Vielleicht klappt’s am Wochenende mit einem Barbeque mit ein paar anderen Leuten. Und ich kriege wirklich Angst, dass das Wetter am 9. April schlecht wird oder so (würde ja passen), also an dem Tag, an dem Stefan hier ist, und dass es bis zum 15. dauerregnet, also bis zu dem Tag, an dem ich mit Johannes nach Frankfurt fliege… naja, hofen wir das Beste. Und jetzt ganz akut hoffe ich, dass meine Stimme heute abend wieder da ist *röchel*.

Ach ja, noch was: In Hessen kann man als Neonazi im Staatsschutz (Link zu hr-online mittlerweile tot) arbeiten. Prost Mahlzeit. Und immernoch wollen 38 Prozent der Hessen diese Partei wählen. Hängt vielleicht damit zusammen, dass die andere große Partei auf einmal für die neue Landebahn am FRAPORT ist und der Landesverband der einen kleinen Partei das doof findet, wo doch deren Frankfurter Abordnung das schon längst auch will. Zu kryptisch? Die Landesgrünen heucheln gegen die SPD, dass das doch doof ist, dass diese den Flughafen-Ausbau nicht mehr ablehnen, unterschlagen aber, dass die Frankfurter Grünen, die seit einem Jahr in Frankfurt den Magistrat mitstellen, ihren Widerstand auch schon aufgegeben haben. Und das, wo eine neue Nachricht der FRAPORT kommt. Die hat in den neuen Planfeststellungsunterlagen einfach nichts nachgebessert (das war eigentlich der Grund, wofür man überhaupt neue Unterlagen brauchte) und denselben Müll, gegen den erfolgreich geklagt wurde, wieder veröffentlicht. Schafft man so Vertrauen?

Mye å gjøre

Original-Post (Tag 237) Viel zu tun.

Deswegen wenige Updates. Sorry. Was habe ich zu tun? Nun, zu aller erst das Wetter genießen, und das kann man vom Laptop schlecht (naja, man könnte ihn nach draußen tragen, aber dann arbeitet’s sich so schlecht dadran…). Eine weitere sonnige Woche steht mir bevor, außerdem war gestern und heute, genauso wie morgen und übermorgen, drei Stunden Chorprobe, Donnerstag und Freitag ist dann Aufführung. Freu‘ ich mich wirklich drauf!

Physikmäßig habe ich die letzte Woche lange gewartet und seit Freitag abend (!) dann an einer von zwei Baustellen weitergearbeitet, und trotzdem es heute gar nicht lief, war ich noch recht motiviert (momentan habe ich für diesen Abend endgültig die Nase voll — vielleicht finde ich morgen heraus, wie ich diesen Mist zum laufen bringe).

Am Freitag nachmittag — ich war eigentlich früher nach Hause gegangen, weil ich noch Wäsche machen wollte, entschied ich mich auf dem Weg nach Hause dazu, einfach weiterzufahren; Wetter gut, ich auch gut drauf und wollte ja eh mal wieder Fahrrad fahren und überhaupt und sowieso — 40 Kilometer waren es am Ende (jaja, nicht so viel wie gewohnt, aber ein guter Anfang für’s Jahr, oder?). Und unvorbereitet und alles. In der Tat habe ich, als ich nahe am Flughafen war, einen Abstecher dorthin gemacht, um (wenigstens) eine dieser Touristen-Karten abzustauben, die mir sehr grob, aber doch den Weg gewiesen hat.

Die Sommerresidenz des Königs in Bergen, mal von der anderen Seite.
Das Birkellandskrysset. Da fährt man vom Flughafen kommend lang. Im Hintergrund noch richtig viel Schnee auf den Bergen im Osten…
War: Reisebus. Ist: Pferdeanhänger. Fand ich lustig. Gefunden auf dem Weg nach Flesland (dem Ort, nicht dem Flughafen).
Das wär‘ natürlich schöner ohne Zaun (aber da war dann die Sonne weg). Auf der Brücke zu einer Insel im Süden von Flesland.
Naja, den Fischer sieht man kaum, aber auch ohne eigentlich ein sehr schöner Blick von selber Insel auf das Festland.

Dag

Original-Post (Tag 233) Tag.

Und zwar jeder ab jetzt; alle länger als bei euch. Schon seit gestern. Schönes Gefühl. Wenn dazu noch richtig tolles Wetter ist (momentan über komplett Südwestnorwegen kein bisschen Niederschlag), ist das natürlich richtig toll. Und es soll noch viel länger gutes Wetter bleiben, ich habe fast ein bisschen Angst, dass sich das erst ändert, wenn Johannes kommt, das wäre natürlich sehr schlecht!

Aber bei dem Wetter ignoriere ich wenigstens meine Busfahrkarte; ich fahre wieder Rad! Und sogar (sofern man das nach drei Fahrten schon sagen kann) regelmäßig. Es ist verdammt gut, in diese Regelmäßigkeit reinzukommen, ohne jedes Mal Regenklamotten anziehen zu müssen, dass hatte die Motivation doch sehr stark vermindert. Aber jetzt schon den dritten Tag trocken, meistens auch sonnenklar (heute morgen war’s bewölkt) und so soll es auch die nächsten sieben Tage noch bleiben — boah, toll! Ihr merkt, ich kriege mich gar nicht mehr ein. Mal was anderes.

Sind eigentlich vier Monate viel? Irgendwie hört sich das für mich nach mehr an wie „bis zum Workshop im April ein Monat, dann ein Monat bis ich Mitte Mai nach Frankfurt komme, dann drei Wochen bis ich wieder hier bin, und dann noch einen Monat“. Also, wenn es um meine Arbeit geht, dann habe ich noch drei Monate und drei Wochen, bis ich fertig sein muss, das hört sich nach mehr Zeit an (für mich), wenn es ums heimkommen geht, dann die andere Variante, das hört sich schneller an. Arbeiten muss ich in jedem Fall viel und eigentlich will ich ja schnell fertig werden.

Nur so nebenbei, ich habe eben grade live miterlebt, wie die Sonne hinterm Berg verschwunden ist, und das hatte ich gestern auch — und heute war’s drei Minuten später. Hach, wie toll!

Igjen svak

Original-Post (Tag 231) Wieder schwach.

So habe ich mich Freitag nachmittag gefühlt; der Regen war mir zu blöd, und ich habe doch wieder eine Monatskarte gekauft… Diese Woche soll angeblich kein Tropfen Regen fallen, und gestern — Montag — bin ich mit dem Fahrrad zum Norwegischkurs und zurück gefahren (von der Physik aus). Als ich dann nach Hause wollte, habe ich mich von einem Regenschauer davon überzeugen lassen, dass das vielleicht nicht die allerbeste Idee ist, durch diesen Regen (wer weiß, wie lange der noch anhält? — Fünf Minuten) mit dem Fahrrad zu fahren, und überhaupt und sowieso, kurz, wieder Bus. Mal sehen, ob ich mich heute dazu aufraffen kann (aber da ist ja erstmal Chor und dann ist es spät und dunkel und ich habe meine Lampe daheim und — ihr merkt schon, ich bin einfach unmotiviert).

Tja, Chor, da bin ich mal gespannt, wie ich da heute mitkomme, nachdem ich ja gefehlt hatte, und bald ist Aufführung. Heute ist erstmal eine Stunde Tenor-Extra-Probe vor der Chorprobe, mal sehen.

Physik mache ich prinzipiell auch noch, gestern konnte ich Laszlo überzeugen, dass ich gute Arbeit mache und damit auch in dieser Form weitermachen solle, und die Gliederung meiner Arbeit steht. In Anbetracht der Tatsache, dass ich noch knappe 4 Monate Zeit habe, bin ich auch wirklich sehr zuversichtlich. Bis ich — hoffentlich übermorgen — wieder Input bekomme, versuche ich, Norwegisch von letzter Woche nachzuarbeiten (damit bin ich jetzt fast fertig), und den Stoff von der Quantenfeldtheorie-Vorlesung nachzurechnen, was ich ja auch verpasst habe. Und die Tage runterzählen, bis ich wieder Frankfurter Boden unter den Füßen habe und Grie Soß essen kann… mmmh… (es sind noch 26 Tage und 22 Stunden). So, genug geschwätzt, ich arbeite mal weiter.

For mye hår

Original-Post (Tag 209) Zu viel Haar.

Das habe ich mir heute gedacht, als ich den Fahrradhelm aufgesetzt habe; ja, die Haarpracht wächst noch immer ungebremst (außer den Koteletten, die ich hin und wieder stutze). Die Heimfahrt heute ging bei Regen los, dann waren es winzige Eiskristalle, die eine schöne, kalte Gesichtsmassage abgaben, und schließlich weiche Schneeflocken. Der Boden ist dabei allerdings warm genug gewesen, um keine Gefahr zu bilden. Mittlerweile ist es allerdings draußen wieder weiß, so dass das Fahrrad morgen wohl hierbleibt.

Das Wochenende war wieder das Gegenteil von entspannend; Am Samstag war ich wieder unfreiwillig bis 4 wach, und auch am Sonntag konnte ich nach einem Vorabend-Nickerchen bis drei Uhr nicht einschlafen (erst weil nicht müde, dann wegen Musik, dann wegen nicht mehr müde)… Ich hoffe, ich kriege das diese Woche in Griff.

Physik habe ich nicht viel gemacht, dafür heute wieder, und gleich wieder blöde Bugs entdeckt, die ich noch nicht alle aufgespürt habe, vielleicht komme ich da morgen weiter und kann die nächsten Bugs entdecken ☺

Ny uke, ny sjanse

Original-Post (Tag 202) Neue Woche, neue Chance.

Etwas motivierter zu sein. Am Wochenende habe ich nichts wirklich Produktives gemacht; nicht mal das Fahrrad, das ich demnach gleich stehen lassen werde. Oje. Und aufräumen sollte ich auch mal wieder. Dafür war mein 200-Tage-Kuchen verdammt lecker. Das Jazzkonzert waren in der Tat nur drei Musiker in der Ecke eines Restaurants, das haben wir uns dann nicht angetan. Und gestern, Sonntag hat es wieder ab und zu geregnet, heute morgen sieht es … heiter bis wolkig aus, naja, das lässt doch hoffen.

Ich habe noch zwei sehr lustige Sachen entdeckt: Einmal lässt sich Evil Company grade die Idee patentieren, die normale Arbeit am PC zu unterbrechen, um Werbung zu zeigen und nachher die Weiterarbeit zu verhindern, bevor man nicht Fragen zur Werbung korrekt beantwortet hat. Zum anderen macht die Bild-Zeitung eine Studie, in der dargelegt wurde, wie unsinnig es ist, ohne Sinn und Verstand Menschen in Gruppen einzuteilen und dann zu sehen, was dabei rauskommt, zur Schlagzeile Endlich alle 12 Sternzeichen erforscht — So wirken die Sterne auf Ihre Gesundheit!. Was ein Unsinn.

Fartsmåler

Original-Post (Tag 192) Tacho.

Eine Woche mit super Wetter liegt hinter mir. Zwar hat es nicht weitergeschneit, aber der Schnee liegt noch immer, und es waren jetzt drei Tage in Folge praktisch wolkenlos. Und kalt. Morgen, am 10. Februar, läuft meine Buskarte aus. Was tun? Neu kaufen? Das werde ich wahrscheinlich tun, entweder morgen oder am Montag, weil es noch glatt ist, aber ich habe heute einen neuen Tacho gekauft. Sieht ähnlich aus wie der, den ich hatte, selbe Firma, und passt in die selbe Halterung. Und hat dieselben Funktionen.

Zwei Besucher haben sich in der letzten Woche angekündigt; Felix kommt Anfang März, bevor ich nach Paris fliege, und Johannes (wahrscheinlich) im April, so dass ich mit ihm zusammen nach Frankfurt fliege. Juchu! Und nach Paris fliege ich auch nicht alleine, Therese nimmt durch Zufall denselben Flug.

Leider war ich am Mittwoch und Donnerstag nicht sehr motiviert, weiterzuprogrammieren; ich schob es zumindest teilweise darauf, dass mein Programm schon 1400 Zeilen lang war (heute sind es noch mehr; 1485, sehe ich grade), und es langsam etwas unübersichtlich wird, vor allem, wenn man merkt, dass man irgendwas komplett anders als vorher gedacht machen muss. Naja. Nach dem langen Weg nach Tipperary und Gregori Wallascheck (kleine Magie zum großen Preis) heute morgen im Radio war ich dann wieder motiviert, und heute habe ich es soweit geschafft, dass ich glaube, dass mein Programm jetzt sinnvolles tut. Der letzte Test fehlt halt noch.

Und wieder fast vergessen: Der Chor. Recht spaßig. Mehr bei Gelegenheit.

Snø

Original-Post (Tag 174) Schnee.

Aber der Reihe nach. Nicht ganz weiß, sondern teilweise grün war der Schimmel auf meinem Brot am Samstag abend. Die neue Brotsorte, die ich momentan esse, hält wesentlich länger als die alte, und daher war der zweite Laib, den ich am Montag gekauft hatte, am Ende nicht mehr gut. So ein Mist! Zum Glück hatte ich noch (recht neuen) Kartoffelsalat, der mich über den Abend gerettet hatte. Am Sonntag gab’s dann gutes Mittagessen, allerdings sind keine Kartoffeln fürs Abendessen übrig geblieben. Da ich den ganzen Tag gekehrt und Wäsche gewaschen habe, hatte ich abends aber Hunger, also entschloss ich mich, in die Stadt zu fahren, um einen Whopper zu mir zu nehmen.

Am sternklaren abend nahm ich dann nicht den Bus heim, sondern lief durch das eiskalte Bergen, bevor ich in Club Fantoft noch ein Bier nahm und ins Bett ging.

„Stromausfall“ bezw. „Strømutfall“ wäre der Titel dieses Artikels gewesen, wenn ich ihn heute morgen geschrieben hätte. Kurz, bevor ich gehen wollte, ging meine Lampe aus, der Laptop schaltete auf Akku-Betrieb, und auch das Internet ging nicht mehr. Blick zum Fenster raus — alle Straßenlaternen dunkel, auch auf der anderen Seite des Tals, aber, so ein Glück, etwas in Richtung Norden, da, wo Bergen ist, brennen Lichter, also kann ich wohl in der Uni arbeiten.

Man höre und staune, gestern um 21:20 habe ich auch die für’s Wochenende versprochenen Plots bekommen, und heute morgen dann gegen 10 deren endgütige Version. Nach den letzten Rumschraubungen wollte ich dann die Dateien für den Artikel zusammenpacken, mache aber einen Fehler und überschreibe die Textdatei. Man stelle sich das vor; vier Seiten eineinhalb Stunden vor Abgabetermin (ich hatte mir selbst 12:00 Uhr als Ziel gesetzt) zunichte. Einfach so. Was jetzt?

Ärmel hochkrempeln und nochmal schreiben. Ich hatte den Output noch und einen Ausdruck und versuchte dann, die Quelldatei wiederzuschreiben. Als ich bei der ersten Referenz angekommen war, erinnerte ich mich daran, dass ich den Quelltext am Wochenende per Mail verschickt hatte, ich konnte diese Daten benutzen, musste nur noch die weiteren Änderungen einarbeiten. Um Halb Zwölf war es fertig. Und jetzt ist es veröffentlicht.

Nach Mittagessen mit Sonnenschein bei klarstem Wetter und so war dann um zwei Uhr Norwegisch-Kurs. Keiner da, den ich kenne, so ein Mist. Doch dann geht die Tür auf, und wer kommt rein? Aasne, die schon letztes Semester meine Lehrerin war. Und sie war wirklich gut, deswegen habe ich mich sehr gefreut.

Und dann passierte es: Es fing an zu schneien! Zwischendurch mal wieder nicht, aber dann wieder — schon gut und gerne sieben Zentimeter! Und es scheint kalt genug, so dass es liegenbleibt! Und jetzt hör ich mal wieder auf mit den Ausrufezeichen. Ihr merkt daran aber, dass bis dahin alles toll war.

Nur bis dahin? Nein! Es ging ja noch zum Chor. Die „öffentliche Probe“ bedeutete nicht etwa „wir singen und ihr dürft zugucken“, sondern „wir singen und ihr dürft mitmachen“. Und danach ging es in ein Café, in dem weitergesungen wurde und ich mit vielen Leuten sprach. Dabei habe ich krass gemerkt, wie schlecht ich noch Norwegisch kann, aber Mitglied in diesem Chor zu sein (so die mich denn morgen nehmen), würde meinem Norwegisch mit Sicherheit helfen!

Ytringsfrihet

Original-Post (Tag 172) Redefreiheit.

Keine Angst, der Politik-Teil ist heute recht kurz. Nur noch ein Argument gegen die Ju Es of Ey: Zugegeben, noch nicht beschlossen, aber alleine die Tatsache, dass es im Kongress als Gesetzesvorlage liegt, ist einfach ohne Worte: Jeder, der gegen Bezahlungkommerziell politische Lobbyarbeit betreibt, soll sich nach den Plänen der Republikaner beim Kongress registrieren und ihm alle drei Monate zu berichten, was man gesagt hat, bei Zuwiderhandlung Gefängnis.

Ok, ist ja in Ordnung, gegen Bezahlung Lobbyarbeit ist ja auch irgendwie komisch, nicht? Nein, wenigstens nicht so: Große Unternehmen kriegen jede Menge Schlupflöcher, während einfache Kommunikation als Lobbyismus angesehen wird und unentgeltliche Kommunikation zu mehr als 500 Leuten schon als bezahlterkommerzieller Lobbyismus betrachtet wird. Wer will noch nach Amiland? Ich nicht.

So, was war noch? Eine weiß-grüne Wiese vor dem Fenster, die Wiese scheint sogar weißer zu sein als der Berg dahinter, aber leider sind die Vorhersagen für die Temperaturen mittlerweile nach oben korrigiert worden, es wird wohl nur noch recht kurz unter den Gefrierpunkt gehen.

In der Uni hatte ich diese Woche vergeblich auf die Plots gewartet und das Paper am Freitag an die Koautoren geschickt, ohne diese Plots, und um Rückmeldung gebeten. Zwei davon habe ich bekommen, sie sind eingebaut, und jetzt hoffe ich nur, dass die beiden Plots wirklich am Wochenende kommen, und dann habe ich am Montag meine allererste Veröffentlichung. Ich glaube, dann gehe ich feiern!

Nein, kann ich nicht. Montag abend trifft sich der Männerchor Arme Ritter, bei dem ich nächstes Semester mitsingen will. Mal sehen ob die mich wollen ☺

Mal sehen auch, wieviel die Bücher für den Norwegisch-Kurs dieses Semester kosten, letztes Semester war ich da mit 80 € doch recht teuer dran.

Vielleicht doch noch was zum Wetter: bei mir war es gestern sehr sonnig, und in letzter Zeit nicht sehr windig, im Gegensatz zu Deutschland. Alle, bei denen ich mich gestern erkundigt habe, hatten keine Probleme, aber wie sah’s bei euch anderen aus? Ich würde mich über Erfahrungsberichte freuen. Und wenn ich bei der Frage danach nicht mehr unbedarft zwischen irgendwelche gerade frisch entstandenen Fronten gerate, wäre ich auch sehr dankbar *g*

Forlesning

Original-Post (Tag 169) Vorlesung.

Die erste dieses Jahr (und damit in meinem achten Semester) hatte ich heute. Quantenfeldtheorie. War heute nur Wiederholung von der Vorlesung letztes Semester, aber egal. Das Frühjahrssemester wird (abgesehen von meinen wahrscheinlich drei Reisen) hier in Bergen zweimal unterbrochen; Ostern is nix, und Anfang Februar sind Winterferien. Habt ihr das gemerkt — was eine tolle Brücke — WINTER! Jaha! Heute morgen habe ich seit langer Zeit mal wieder eine Zeitung im Aufzug gefunden, und der Wetterbericht sagt Donnerstag abend und den kompletten Montag frostige Temperaturen vorraus — ohne Niederschlag dann zwar, aber immerhin, es wird kalt.

Allerdings sagt diese Zeitung auch vorne „81 Tage mit Regen in Bergen“ und hinten weist die „Niederschlagsstatistik der letzten 30 Tage“ zwei Tage ohne Regen aus…

In der Uni habe ich die letzten Tage die Proceedings zu Laszlo’s Vortrag bei der QuarkMatter zusammengeschrieben, und habe davon eine Menge Zeit damit verbracht, auf jemanden zu warten, der mir Plots machen soll, leider immer noch vergeblich. Mal sehen, wie lange das noch dauert.

Außerdem habe ich weiter am Songbook gearbeitet, mit Stefan’s neuem Input (heute schickte er mir „Snow“ von den Chili Peppers); ich versuche, nach und nach das Format zu vereinheitlichen. Das war zwar schon das Ziel gewesen, als ich überhaupt angefangen hatte, das alles zu einem riesigen PDF zusammenzupacken, aber hat dann doch irgendwo nicht mehr funktioniert. Wenn ich es jetzt einmal durchgehe, wird es mit Sicherheit wieder zwischen ganz vorne und ganz hinten Inkonsistenzen geben, deswegen versuche ich, die „Regeln“ aufzuschreiben und es möglichst gründlich (und zweimal) durchzusehen, das wird aber wohl etwas dauern. Aber ich hab ja Zeit ☺

Smør

Original-Post (Tag 165) Butter.

Darüber habe ich eigentlich nicht viel zu erzählen, aber ich sitze hier gerade, Samstag morgen, höre Werner Reinke, und habe als Frühstück Weißbrot mit Nutella — und ungesalzener Butter darunter. Ist ein Überbleibsel von Mama und Papas Essenspaket zu Weihnachten. Das ist Luxus. Hach.

Dem Wetter nach zu urteilen, hat sich der Frühling wieder etwas zurückgezogen, aber nein, er ist nicht schon dem Sommer, sondern doch wieder dem Winter gewichen. Am Mittwoch morgen hat es geschneit, davon war zwar abends nur noch Glatteis übrig, aber auf dem Løvstakken ist es immer noch recht weiß. Keine Bilder, natürlich, Kamera is ja kaputt, schade.

Doch neben dem verspäteten Jahreswechsel hat sich noch was anderes getan; in meinem Büro gibt es jetzt zwei neue; Masterstudenten aus Stavanger, die allerdings noch keine Ahnung haben, über was sie schreiben. Nun ja. Während ich in dieser Woche recht fleißig am Programmieren und Schreiben war, haben sich meine Reisepläne für das nächste Halbjahr weiter erweitert: Vom 16. bis 19. April findet ein Hydro-Workshop statt, organisiert vom ITP Frankfurt! Und ohne wirklich Rücksprache zu halten, hat Laszlo einfach mal vier Leute — mich und ihn eingschlossen — angemeldet. Nicht falsch verstehen, ich find’s super. Noch eine Reise nach Frankfurt, für die ich nix bezahlen muss!

Meinen Mitbewohner habe ich immernoch nicht wirklich kennengelernt, etwas merkwürdig, vielleicht bringt das gerade beginnende Wochenende ja was.

Songbook

Das Wochenende wird mit relativ großer Sicherheit wenigstens eine Erweiterung für’s Songbook bringen — Dani California! Ist schon alles vorbereitet, bin nur nicht ganz fertig.

Manuel

Original-Post (Tag 161)

Keine Zeit, traurig zu sein. Heute ist Hannah wieder nach Hause geflogen (wenn alles pünktlich war, ist sie vor zehn Minuten in Frankfurt gelandet), und deswegen geht’s mir nicht wirklich super. Wie auch. Allerdings könnte es schlimmer sein, aber von vorne: Gestern und heute haben wir tatsächlich mal die Sonne gesehen. Ich habe gestern mit Laszlo geredet, und er sagte mir, dass er im März mal eine Woche in Dresden sein wird, wusste aber noch nicht genau, wann. Das traf sich gut, denn ich wollte Hannah doch mal im März in Nantes besuchen kommen. Heute kam ne Mail, unser Wunschtermin haut hin, ich habe Flug Bergen → Paris sowie den TGV Paris → Nantes (jeweils mit Rückfahrt) für 8. März bzw. 15. März gebucht. In 58 Tagen sehe ich sie um 17:07 am Nanter Bahnhof wieder!

Außerdem will mir Laszlo für eine Konferenz Anfang Juni am CERN, um deren Besuch mich Horst gebeten hatte, die Fahrt nach Frankfurt (ab da bezahlt Horst) finanzieren, so dass ich dann wohl an Christi Himmelfahrt oder so komme, meinen Geburtstag feiere, dann zur Gitarrenfreizeit mitfahre und am Pfingstmontag abend nach Genf abhaue, zwei Wochen, und dann noch wahrscheinlich eine Nacht in Frankfurt und dann bis zum bitteren Ende nach Norge. (Alles ohne Gewähr!) Nun, also das scheint auch Form anzunehmen.

Die Rückfahrt vom Flughafen nutzte ich, mir mal das unerwartetste Weihnachtsgeschenk dieses Jahr, eine hessische Weihnachtsgeschichte, durchzulesen, das hat meine Tränen etwas reduziert und in Lachtränen umgewandelt. Danke, Johannes, Julia, Luisa, Fabian, Angela, Stefan und Berit — wahnsinnig toll!

Dann saß ich hier rum, keine Lust auf nix, als es an der Tür rumschraubt und mein neuer Zimmernachbar reinkommt. Mexikaner, Wiwi, bleibt ein Semester hier, hat einen Freund im C- oder D-Block (die mit großer Küche), und kündigte an, dass er die meisten seiner Essenmachsachen bei ihm unterbringen wird, weil es hier keine Mikrowelle gibt. Nun, ich habe hastig gespült (das war eigentlich als Ablenkung für die großen Einsamkeitsschübe von heute abend gedacht gewesen) und ein paar Worte mit ihm gewechselt und festgestellt, dass ich mit dem Lernen des Norwegisch endgültig alle letzten Reste Spanisch aus meinem Wortschatz verbannt habe. Nun, er kann Englisch, also halb so wild. Nach kurzer Zeit sind sie wieder abgedampft, die beiden, ich bin mal gespannt darauf, ihn näher kennenzulernen.

Ach so, er heißt Manuel.

Außerdem bin ich gespannt darauf, wie ich jetzt weiterarbeiten kann, jetzt, wo es schlechtes Wetter und jeden Tag ein paar Minuten mehr „Helligkeit“ gibt… Das Fahrrad bleibt aber noch einen Monat stehen, ich werde morgen meine Busfahrkarte ‚verlängern‘.

Ferie

Original-Post (Tag 158) Ferien.

Und zwar schon recht lange und von recht vielem, auch dem Bloggen, aber leider nicht von allem. Weihnachten hatte ich etwas Ferien von Bergen, mit der Familie, aber leider nicht vom Regen. Das ach-so-schneesichere Voss hatte keinen Schnee, sehr schade. Also wollten wir nach ein paar schönen Tagen in die Berge fahren, um dort durch Schnee zu stapfen, also auf nach Finse, mit dem Zug. Zu spät stellte ich fest, dass ich auch keine Ferien von meiner Dabbigkeit hatte; es fiel mir erst auf, als meine Kamera auf dem Boden aufschlug. Kaputt. Der Ausflug war trotzdem toll, wir sind ein paar Stunden durch den Schnee und über einen See gewandert, um dann wieder zurückzufahren. Bilder — eine Zusammenstellung aus meinen und denen meiner Mutter — gibt’s wahrscheinlich auch irgendwann.

Seit dem 27. bin ich wieder im Bergener schlechten Wetter (das sich eigentlich nicht wirklich vom Vosser schlechten Wetter unterscheidet), obwohl, gerade eben wird das grau draußen doch merklich bläulicher…, ähm… achso, ja, zurück in Bergen, und mit toller Begleitung (Hannah natürlich). Wir verbringen hier eine wie immer schöne Zeit, und ich plane ernsthaft, im März mal nach Nantes zu fahren, ich warte nur noch, bis Laszlo kommt und ich mit ihm den Termin vielleicht mal abstimmen kann.

Noch was lustiges: Melanie, meine normalerweise so verfrorene Schwester (sie studiert momentan in Tromsø), kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus: Der Bahnhof in Bergen (sie kam bei Dunkelheit an) ist größer als der Flughafen in Tromsø, die Straßen sind ja viiiiiiel größer, und, hey — die haben ja Fahrbahnmarkierungen! Und soooo viel Verkehr! Und hier in Fantoft, da ist man schon ne viertel Stunde Bus gefahren, hier gibt’s immernoch Ampeln! Davon gibt’s in Tromsø nur welche am Flughafen und im Industriegebiet! Und — Oh Gott, ist es hier Warm!!!! Gegen Mittag war sie dann von der Helligkeit geblendet, kein Witz. Am Tag, bevor wir in Finse waren, hat sie Kopfschmerzen von der „Helligkeit“ gehabt, so geht’s mir im Sommer in Frankfurt…

Mit der Physik geht es momentan komischerweise recht gut voran, in Voss habe ich etwas programmiert, und hier auch, und es steht schon ein großer Teil des Programmes (wobei ich den schwierigsten allerdings bis jetzt gut umschifft habe).

Ach ja, mir sind da noch so Gerüchte zu Ohren gekommen, von wegen, man müsse meine Wetterstatistik eine Spalte nach rechts verschieben — unverschämte Verleumdung! ☺ Also, naja, es kann schon sein, dass die Tage, die im Dezember sonnig waren, zur Hälfte im August noch wolkig gewesen wären, aber „wolkig“ heißt vor allem, kein Regen oder nur sehr wenig. Wenn ich vier mal am Tag draußen bin und ich nie nass werde (auch meine Kleidung nicht), dann ist das wohl kaum verregnet, und auch nicht regnerisch. Also, ich finde die Statistik ok.

Heute abend gehen wir Pizza essen, mal sehen, ob wir dahin schwimmen müssen (das blau wurde wieder durch grau verdrängt mittlerweile…), ansonsten mal sehen. Bis dann.

God Jul!

Original-Post (Tag 142) Frohe Weihnachten!

Nein, das kommt nicht etwa drei Tage zu früh, die Römer konnten nur einfach nicht rechnen. Jul ist auch, im Gegensatz zum deutschen Wort, die alte Bezeichnung für das „heidnische“ Jahresendfest, dass eigentlich heute stattfinden müsste — heute ist der kürzeste Tag im Jahr, folglich beginnt nach der schon angefangenen Nacht das neue Jahr. Also: Frohes Neues Jahr, alle zusammen: Godt Nytt År, Alle Sammen!

Morgen kommt also Melanie aus Oslo, und damit beginnt für mich Weihnachten. Naja, eigentlich nicht:

Nachdem ich heute mittag das erste Mal in meinem Leben eine halbe Prüfung lang nichts wusste (kein Blackout, einfach nicht gelernt) und dann noch mal zurück musste, um Wäsche aus dem Trockner zu holen, nahm ich drei Bier (für mich und die beiden anderen Prüflinge) mit. Und als wir dieses kurz vor der Notenbekanntgabe aufmachten, fingen für mich die Ferien an. Das Wetter ist recht gut momentan, das heißt, es ist nur bewölkt, ohne Regen, wenigstens, wenn ich hingucke. Übermorgen geht’s nach Voss, eigentlich ist da Schnee garantiert, nur bezweifele ich, dass es da so kalt ist, wenn es hier sieben bis neun Grad sind… Also, ob es weiße Weihnachten werden, darf bezweifelt werden.

Auf jeden Fall werden es schöne Weihnachten im Familienkreis. Ob ich die Möglichkeit (nicht zu sprechen von der Zeit und Lust) haben werde, ins Internet zu gehen und eventuell aktuelle Bilder unserer Hütte zu veröffentlichen, vielleicht sogar Schneebilder (naja, siehe oben), weiß ich nicht. Auf jeden Fall wünsche ich euch allen ein frohes Fest und mögen alle eure Wünsche in Erfüllung gehen.

Mørke

Original-Post (Tag 138)

Dunkelheit. Mittlerweile macht mir die schon ziemlich zu schaffen, wesentlich mehr, als ich es für möglich gehalten hatte. Gestern war es besonders schlimm; niemand mehr hier, mit dem man spontan was unternehmen könnte, und am Freitag entschlossen, keine Physik am Wochenende zu machen, wurde mir recht langweilig. Mit Schlafmangel (es scheint mir tatsächlich zu dunkel zu sein, wer hätte sowas für möglich gehalten) gepaart gab das einen recht doofen Abend. Chatten hatte es auch nicht viel besser gemacht. Und heute? Alles viel besser. Zweimal heimskypen und — vor allem — gutes Wetter haben meine Laune sehr gesteigert. Und mein anderthalbstündiger Spaziergang inklusive halbe Stunde auf-der-Bank-sitzen-und-in-die-Sonne-gucken. Leider belichtet die Kamera nicht gut genug, als dass man die Sonne auf den Bildern sehen kann, aber ich denke, sie sind trotzdem ganz gut, und zumindest habe ich die Erinnerung an so was wie „Helligkeit“ wieder aufgefrischt.

Davon gibt’s auch Sonnenbilder an einem schönen Sonntag Mittag: Endlich wieder gutes Wetter und Helligkeit!

Das hier war noch vor dem Spaziergang entstanden; es ist gutes Wetter und kalt!
Auch der andere Berg, der Ulriken, hat Schnee (der ist ja auch knapp doppelt so hoch)
Das ist der Storetveitvatnet, an dem ich eine halbe Stunde in die Sonne geguckt habe… Das Bild ist um drei Uhr mittags entstanden, eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang
Hier konnte man im Original die Sonne am Himmel und im Wasser erkennen, aber das ist leider auf dem Chip der Kamera verloren gegangen. Trotzdem schön.
An dem Bild ist irgendwas falsch… Auch der Løvstakken.

Vår

Original-Post (Tag 135) Frühling.

Guck mal an, 135 Tage sind schon vorbei. Da fällt mir doch auf, dass das ⅜ eines Jahres ist. Da ich immernoch nicht das Gefühl habe, schon ⅜ der Arbeit geschafft zu haben, bin ich momentan recht exzessiv am arbeiten, immernoch.

Allerdings scheine ich wohl hier zwei Frühlinge erleben zu können; heute waren es neun Grad. Das Wetter dazu ist wechselhaft, alles außer Sonne und Schnee (doch, Sonne gab’s — massig sogar — am Samstag, aber seit dem nicht mehr). Am Montag hatte ich mich dann tatsächlich zum Busfahren entschieden und das Fahrrad in der Uni (da ist es überdacht) stehenlassen. Diese Entscheidung wurde zum Glück direkt durch Hagel gerechtfertigt (den es seit dem nicht mehr gab) und hat auch was damit zu tun, dass ich an einer Stelle meines Hinweges an ebenjenem Tag mitten auf der Straße plötzlich in (ungelogen) 10 Zentimeter tiefen Wasser gefahren bin. An der selben Stelle machen momentan auch die Busse sehr langsam… Dass dies selbst für Bergen nicht typische Verhältnisse sind (und ich habe mich ja schon mal über tiefe Pfützen beschwert), konnte ich nur erahnen, weil da jemand mit einer Fernsehkamera stand und die armen Passanten gefilmt hat.

Da hier momentan alle nach Hause aufbrechen (entweder Heimaturlaub oder fertig), scheint in Fantoft irgendwie überall Feierlaune angesagt zu sein, was nicht per sé schlecht wäre, wenn diese Idioten doch nur die Finger von den Feuermeldern lassen würden… Einmal war’s drei Uhr, gestern (bzw ja schon heute) halb eins. In der Nacht, jeweils (das um viertel nach zwölf war schlimmer, ich hatte grade geduscht, und das mit drei Uhr war am Wochenende, da, ähem, war ich noch auf).

Achso, zwei Prüfungen hatte ich ja noch. Norwegisch ist super gelaufen, habe noch keine Note, und die erste Physik-Prüfung habe ich, naja, wie immer, abgeschlossen.

Regnbue

Original-Post (Tag 99) Regenbogen.

Unsere neue Büroeinrichtung brachte mich dazu, die Kamera mitzubringen, und mit Regen und Sonne im Rücken entstand ein schön zu sehender, schlecht zu fotografierender Regenbogen über Bergen.

Mein Schreibtisch nach der Umräum-Aktion.
Und nochmal der Schreibtisch, in die andere Richtung geguckt.
Und der Schreibtisch von Yun und Szablocs.
Ein riesiger Regenbogen…
…den man unbedingt nochmal ansehen sollte.

Politik

Original-Post (Tag 97)

Ich habe mich immer sehr bemüht, meine politischen Ansichten auf die drei (winzigen) Links auf der Startseite zu reduzieren, die wahrscheinlich noch nie jemand außer die Google-Search-Engine bemerkt hat, aber heute lese ich zuviele Sachen, als dass ich sie ignorieren könnte, sorry. Wen’s partout nicht interessiert, irgendwo weiter unten wird wahrscheinlich noch was anderen stehen.

Den meisten (außer denen, die nur Bild-Zeitung lesen) wird die neueste Studie über den Niedergang des Lebens in den Weltmeeren nicht entgangen sein (das ist natürlich Unsinn, aber es wird keine großen Lebewesen mehr geben), aber ich will ich hier kein „hört auf zu fliegen“-Pamphlet schreiben; es geht mir auch nicht um die Frage, ob der Strommarkt privatisiert sein sollte.

Viele Leute hatten mich, bevor ich nach Norwegen ging, gefragt, ob es denn nicht besser wäre, in die Vereinigten Staaten zu gehen, denn dort fände ja die richtige Forschung statt. Ich führte meine Wahl für Norwegen neben meiner Vorliebe für dieses Land auch auf die politische Situation in Amerika zurück, und ich fühle mich heute sehr bestätigt. Nicht genug, dass vielen politischen Aktivisten der Zugang zu Flugzeugen ernorm erschwert wurde (finde ich ja prinzipiell gut, wenn’s nur jeden träfe und gleich ein Verbot wäre), und es hört auch nicht damit auf, dass die Vereinigten Staaten seit Neuestem Anspruch auf den Weltraum erheben (kein Link dafür, habe ich vor einigen Tagen im Radio gehört) und Drittstaaten den Zugang dazu verweigern will und ihn auch militarisieren will; ich rede auch nicht davon, dass Dubya mittlerweile jede Gewalt gegen „ruhestörende Bürger“ das Militär einzusetzen und im Ausland zu foltern, nein, darum geht es mir ja gar nicht.

Aber ab 14. Januar 2007 (das ist in 2 Monaten und 8 Tagen) gibt es nur noch geheime Listen darüber, wer das Land verlassen darf und wer nicht. Eine Möglichkeit, von der Liste genommen zu werden, gibt es nicht. (Auf den halb-öffentlichen Listen, die momentan im Flugverkehr angewandt werden, stehen momentan die mutmaßlichen Attentäter von 2001 drauf). Aber, keine Sorge, so was würde ja nie missbraucht werden, gell? Faschisten.

So, zurück zum Tagesgeschäft. Hier regnet’s grade den vierten Tag hintereinander ohne Unterlass, und vor meiner Lektüre (siehe oben) wollte ich diesen Artikel irgendwie „Spontanseen“ oder so nennen, denn Pfützen sind das definitiv nicht, was hier auf manchen Kreuzungen steht. Irgendwie scheinen die hier nicht mal versuchen, das Regenwasser von der Straße zu bekommen, aber was solls, Aquaplaning kann mir nicht passieren, nur ist Regenkleidung hier kein optionales Feature mehr. Weit schlimmer finde ich aber die Sturzbäche, die einem an jeder Steigung entgegenkommen.

Am Freitag haben wir unser Büro umgeräumt und jetzt lachen mich fünf Bilder von der Wand an (Bilder davon kommen hoffentlich hierher, hatte meine Kamera heute vergessen). Außerdem macht mein Laptop neuerdings Spirenzien, die ich nicht verstehe, aber das wird schon wieder!

Is

Blick aus meinem Zimmer (mal wieder)
Blick aus meinem Zimmer (mal wieder)

Original-Post (Tag 94) Eis.

Wie schon angedeutet, war das Wetter komplett umgeschlagen; ein kristallklarer Morgen begrüßte am Mittwoch die Welt. Kristallin war auch das Wasser auf den Straßen und Gehwegen, doch als ich heimfuhr, war alles wieder getaut. Dachte ich. Doch dann eben, diese kleine Straße, auf der ich zu spät merkte, dass diese Pfütze noch nicht aufgetaut war. Ich schlitterte, fiel, rutschte ein wenig, tat mir aber am Bein etwas weh. Wenigstens die Eier, die ich kurz vorher gekauft hatte, sind ganz geblieben, erst daheim merkte ich, dass sich der Gepäckträger gewaltig verbogen hatte…

Am Donnerstag war dann der Berg gegenüber schnee—… naja, nicht wirklich bedeckt, ebenso wie die Wege direkt hier… Also bin ich Bus gefahren, holte eine Monatskarte, stellte dann aber fest, dass es Mittags wiederrum getaut war und es auch wieder warm werden sollte.

Wie funktioniert das hier? Ganz einfach, indem Wolken herkommen! Und so war es heute etwas wärmer und nieselregnerisch. Dafür haben wir heute unser Büro umgeräumt (mal sehen, ob ich ein aussagekräftiges Bild hinbekomme), und das feiern wir nachher noch.