Aufzüge ins Paradies

Ein Zeitungsartikel samt Interview hat mich vor zwei Monaten daran erinnert, dass ich eigentlich mal Arthur C. Clarke’s „Fountains of Paradise“, auf deutsch „Fahrstuhl zu den Sternen“ lesen wollte. Habe ich dann gemacht.

Es geht um die Konstruktion eines Weltraumliftes, also prinzipiell ein senkrechtes  Seil, das so lange ist, dass seine Schwerkraft durch die Fliehkraft der Erdumdrehung ausgeglichen wird. Von diesem Konzept habe ich das erste mal vor etwa 15 Jahren in Science of Discworld gelesen, mit Verweis auf das Buch von Clarke, und im ersten Semester gab es eine Übungsaufgabe in Experimentalphysik, bei der wir ausrechnen sollten, wie lange ein solches Seil sein müsste und welche Zugkräfte es aushalten müsste. (Wenn das Seil überall gleich dick ist, müsste es etwa 100 000 km lang sein und etwa 1000 mal stärker als Stahl sein, wenn ich mich richtig erinnere.) Clarke, der die Idee allerdings nicht erfunden hat, hat 1979 also eine Geschichte um den Bau des ersten solchen Seils und des Aufzuges, der darumgebaut wird, geschrieben, und sich dabei durchaus eingehende Gedanken über orbitale Bewegungen von Satelliten etc gemacht.

Er träumt von einem synthetischen Diamanten (und schreibt Jahre später im Vorwort, wie erstaunt er ist, dass ein solches Material mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen und Fullerenen tatsächlich gefunden wurde und sich als sehr reißfest erweist), und von Computern, die jeder mit sich rumtragen kann und die „mehrere tausend Berechnungen pro Sekunde“ ausführen können. Und so ist neben dem für mich als Physiker interessanten Aspekten des Weltraumliftes eben auch der Blick auf Zukunftstechnologien sehr interessant. Es gibt ein System, mit dem jeder auf alle Informationen der Welt zugreifen kann (um sie sich dann auszudrucken) und in dem man jede Person auf der Welt finden kann, auch wenn sie mal umgezogen ist. Somit verschwendet man keine Zeit mehr damit, sein Adressbuch aktuell zu halten! Von Katzenvideos wird allerdings nichts gesagt.

In der Geschichte selbst wird die Jetztzeit (das 22. Jahrhundert) mit einer Geschichte von vor 2000 Jahren verwoben, denn die einzige geeignete Stelle für den Aufzug ist an einem Berggipfel, auf dem ein sehr altes Kloster steht. Zwar sind Religionen seit dem Erstkontakt mit einer Außerirdischen Raumsonde 70 Jahre vorher total out, aber Spiritualität lebt selbstverständlich trotzdem weiter.

Als technikaffinen Zukunftsroman macht Fountains of Paradise mit in jedem Fall sehr viel Lust darauf, in Zukunft noch mehr Bücher von Clarke zu lesen.

Jobsuche

Original-Post

Am 30. Juni 2014 war mein Vertrag am FIAS, einem Forschungsinstitut „neben“ der Uni Frankfurt, ausgelaufen. Die Gründe, warum ich nicht verlängern wollte, sind zahlreich; ein wichtiger Grund ist, dass ich nicht in 10 Jahren in der Physik nicht mehr weiterkomme und dann nichts anderes als Lehrer werden kann, weil niemand in der freien Wirtschaft jemanden einstellen wird, der mit 40 immernoch nie irgendwas außerhalb des universitären Umfeld gearbeitet hat. Und, ich bin mir sehr sicher, dieser Tag wäre gekommen. Also lieber freiwillig gehen, solange ich noch einen Job wählen kann, als irgendwann perspektivlos zu sein.

Anyways, ich brauchte also einen neuen Job. Im April mit Bewerbungen anzufangen hat sich im nachhinein als etwas optimistisch herausgestellt; ich habe letztlich doch viele Absagen bekommen. Mein eigentlicher Wunscharbeitgeber sagte mir ebenso ab wie andere Firmen in der gleichen Branche – trotz keiner Vorbildung dafür wollte ich mich in der Logistikbranche bewerben. Und, natürlich, musste ich mich auch arbeitssuchend melden.

Die Agentur für Arbeit hat extra Sachbearbeiter für Akademiker. Bei meinem ersten Gespräch hat sich jedoch herausgestellt, dass die Dame, die für mich zuständig war, sich nicht wirklich mit der Arbeitsmarktsituation für Physiker (oder überhaupt Naturwissenschaftler) auskennt, und dass sie mich auch auf keinen Fall zu einem nicht-Physiker-Job vermitteln kann – ich habe ja keine Referenzen zu Verkehr, wie kann ich also denken, dass ich da hingehen könnte?

Sie vermittelte mich dann auf zwei Stellen bei der GSI, von denen ich direkt wusste, dass die mich nicht suchen, aber eine Bewerbung musste ich dann noch schreiben. Die GSI ist eine der Firmen, von denen ich erst nach recht langer Zeit eine Absage bekommen habe. Keine Überraschung (es gibt diesen schönen Witz bei uns: „Wie viele Leute arbeiten bei der GSI?“ – „so etwa die Hälfte!“). Lustig war auch die Bundesbank, die mir erst schrieben, dass ich nicht der beste Kandidat bin, aber zur Not würden sie sich’s nochmal überlegen. Später kam dann die endgültige Absage.

Eine private Berufsschule in Darmstadt hat mich dann zu einem Berwebungsgespräch eingeladen, und das etwa 3 Stunden nachdem ich meine Bewerbung abgeschickt habe. Einen Tag nach dem Gespräch hatte ich ein Angebot, das ich aber letztlich ablehnte – die Aussicht, als einiziger Physiklehrer etwa 20 Klassen á 1 Stunde zu haben, hat mich dann doch abgeschreckt (und die Tatsache, dass ich wie ein Lehrer ohne erstes Staatsexamen eingestellt worden wäre, ohne die Möglichkeit, das Staatsexamen nachzuholen). Außerdem ging mir das alles ein bisschen schnell – hätte ich eine Woche Zeit gehabt, wäre das was anderes gewesen, aber die brauchten dringend eine Antwort, denn eine Woche später ging das Schuljahr schon los.

Zu ungefähr der gleichen Zeit hatte ich dann ein Bewerbungsgespräch bei meinem Wunscharbeitgeber, nennen wir ihn WA. Ich hatte mich dort auf mehrere Stellen beworben; die Einladung sagte überhaupt nichts darüber aus, zu welcher Stelle dies nun gehört. Dementsprechend habe ich mich durch das erste Gespräch etwas durchlaviert und habe das schon abgeschrieben. Große Überraschung dann, als mit zweiwöchiger Verspätung dann doch der Anruf kam, dass ich zum Zweitgespräch kommen solle, mit jemandem von einer anderen Abteilung und jemandem von der Personalabteilung. Long story short: Ich konnte nicht davon überzeugen, dass ich diese Stelle wirklich haben will und dass sie auf mich passen würde.

Vorher hatte ich mit drei Leuten bei WA geredet, wurde sehr freundlich empfangen, aber da WA ein so großes Unternehmen ist, dauern Einstellungsverfahren typischerweise recht lange, und gehen eigentlich nur über deren Stellen-Webseite. Letztlich arbeite ich jetzt nicht bei WA, aber vielleicht ergibt sich ja in Zukunft noch was.

Obwohl ich es eigentlich gut kann, hatte ich mich überhaupt nicht für eine Arbeit als Programmierer beworben. Das kam mir irgendwie nicht in den Sinn. So war es mehr Zufall, dass ich im Oktober eine auf einen Monat befristete Stelle bekommen habe, in der ich ein kleines Projekt programmieren sollte. Mehr als einen Monat wollte ich erst nicht; die Bewerbung bei WA war noch am Laufen und ich hatte Hoffnung. Außerdem sollte ich auf Windows arbeiten, mit C# (kannte ich bis dahin nicht). Ich sollte eine Android-App programmieren (die Übersetzung von C# zu Java übernimmt dabei Xamarin). Nach der Absage von WA haben wir dann meinen Vertrag auf unbestimmte Zeit verlängert, mit der Abmachung, dass ich ein großes Projekt, das jetzt ansteht, durchführen werde und über die Zeit danach – in etwa einem Jahr – keine Versprechungen mache.

So arbeite ich jetzt in Steinbach bei der BloomBox GmbH und schreibe Programme für Android und steinalte Windows-CE Versionen. Die Firma ist sehr klein und ich habe sehr nette Kollegen; der kürzeste Weg ist mit dem Fahrrad (morgens hoch, abends runter), und die Bahn/Bus-Tageskarte kostet zur Not 3,70 € (und damit weniger als zwei Einzelfahrkarten zu je 1,90 €). Was will ich mehr?

Telefon und Internet: Umziehen oder lieber gleich weinen?

Original-Post

Ich bin ja umgezogen. Da ich gerne meine Telefonnummer behalten wollte, konnte ich alte und neue Mitbewohnerinnen davon überzeugen, dass ich den WG-Vertrag bei 1und1 mitnehme. Problem Nummer 1: der gehörte noch offiziell einem ehemaligen WG-Mitglied. Da ich innerhalb einer Großstadt umzog, war in der neuen Wohnung natürlich DSL vorhanden. Es sollte ein Upgrade geben: statt 2000er (oder war’s 6000er?) DSL jetzt ein 50000er-VDSL. FÜr 30 Euro im Monat.

Am 5. Dezember, 5 Tage nach dem Real-Life-Umzug, beantrage ich den Umzug fürs Telefon, und mein „so schnell wie möglich“ las sich dann als „bitte am 6. Dezember”, wohlwissend, dass dieser Termin nicht eingehalten werden könne.

Das Nichteinhalten des Termines jedoch veranlasste 1und1 dazu, sich schlecht zu fühlen und mit einen SurfStick für mobiles Internet kostenlos zuzuschicken und mich damit einen Monat lang kostenlos surfen zu lassen (danach 2 Euro pro Tag). Mit immerhin 200 schnellen Megabyte pro Tag – mein Mobilfunktarif bei Mobilcom gibt mir 200 MB pro Monat schnell. Außerdem würde man meine Rufnummer bis zum Umzug auf mein Handy umleiten. Auch kostenfrei.

Für die Vertragsumschreibung brauchte ich eine Perso-Kopie und eine Unterschrift vom alten Besitzer, gut, die konnte man irgendwie auftreiben. Durch Nachfragen bei der 1und1-Hotline fand ich dann auch heraus, dass ich diese Daten nicht unbedingt per Fax oder Brief (Willkommen zurück in den 80ern) schicken muss, sondern durchaus auch per e-Mail („das ist uns sogar am liebsten!“). Bravo, dann schreibt das doch mal in eure e-Mails rein, anstatt immer nur Fax oder Brief vorzuschlagen.

Es war dann zwar noch schwer, denen klarzumachen, dass in dem von mir mitgeschickten PDF auf der zweiten Seite auch die Ausweiskopien von mir drin sind, aber das ging dann doch über die Bühne. Enter Problem 2: Die Telekom.

Ja, in der neuen Wohnung gibt’s DSL, aber das rückt die Telekom nicht an andere Netzbetreiber heraus; sie können eine bestimmte Menge von Netzkontingent für sich reservieren, wenn sie bauen. (Ich habe mich mal darüber geärgert, dass die DB Netz nicht genügend vom Rest des Konzerns getrennt sei und dass der Wettbewerb auf der Schiene darunter sehr leide. Bei der Telekom gibt es nicht mal eine pro-forma-Trennung von Netzbetreiber und Dienstleistungsanbieter, und bei der Bahn gibt es wesentlich mehr als das.) 1und1 bot mir eine Alternative an: Ich könne eine UMTS Surf-Flat haben, ohne Telefon leider, aber, hey! LTE mit 7200 MBit/s. FÜr nur 30 Euro im Monat!

Genau: 1und1 bietet mir als Ersatz für 50000 MBit/s plus Telefonmitnahme und 30 Euro pro Monat 7200 MBit/s ohne Telefon für denselben Preis an. Ein Siebtel der Leistung. Mir war recht schnell klar, dass das keine Alternative ist. Dankenswerterweise hat 1und1 keine Frist gesetzt, bis zu der ich mich entscheiden müsse. Bei der Hotline wurde mir zugesagt, dass ich eine dreimonatige Sonderkündigungsfrist zum Beantragten Umzugsdatum habe, weil das ja nicht funktioniert habe und ich daran keine Schuld trage. Bis ich irgendwas anderes in trockenen Tüchern habe, wollte ich das Angebot von 1und1 erstmal nicht ausschlagen.

Was also tun? Die Telekom verlangt 40 Euro im Monat, andere Anbieter helfen mir mit dem DSL auch nicht weiter (und das wäre möglich: Wenn ich einen Vertrag bei der Telekom mache, ohne Mindestvertragslaufzeit, und dann woanders hingehe, muss die Telekom die Leitung, die sie für mich geschaltet hatte, freigeben. Die Kosten, die mir bei der Telekom entstünden, müsste ich aber komplett selbst tragen). Letztendlich kam die Idee auf, auf DSL zu verzichten und statt dessen übers Fernsehen das Internet zu bekommen. Anbieter hier ist vor allem Unitymedia, bei denen wir durch die Mietnebenkosten ungewollt sowieso schon Kunden sind.

Das Kabelmodem von Unitymedia ist zwar schrottig und kaum konfigurierbar, und Portweiterleitungen habe ich auch nach sechs Wochen noch nicht einrichten können, aber meistens funktioniert das W-LAN mittlerweile recht zuverlässig und das Telefon geht auch. Mit einer neuen Nummer.

Zwei Tage nach der Online-Bestellung kam das Modem bei uns an, ohne Rechnung, ohne „schön, dass sie sich für uns entschieden haben“-Heuchelbrief, einfach so. Ausgepackt, eingeschaltet, geht nicht. Kundenservice: dauert noch zwei Tage.

Zwischendurch wieder 1und1: Über die Weihnachtsfeiertage habe ich festgestellt, dass die Rufnummernumleitung auf mein Handy nicht mehr funktioniert. Information von 1und1? Fehlanzeige. Auf Nachfrage wird mir dann erklärt, dass die ja nur für den Umzug geschaltet gewesen sei und der Umzug ja geplatzt ist. Die Nummer ist einfach gar nicht mehr geschaltet, aber drei Monate noch auf mich reserviert.

Unitymedia schafft es unterdessen immernoch nicht, mal was zu schicken. Vertragsbestätigung oder so. Also, Kundenhotline. Ich schicke Ihnen direkt das Portierungsformular raus. Mehrere Stunden später nochmal angerufen: Ja, das dauert immer, alle unsere Mails müssen durch das Lektorat. Vielleicht hat die Kollegin einen vollen Postausgang, ich schicke es auch nochmal. Am nächsten Morgen hatte ich dann drei Mails mit gleichem Inhalt. Und dann, ein paar Tage später, auch mal einen Brief, in dem das PDFs aus den E-Mails grade ausgedruckt war. Ausgefüllt, unterschrieben, diesmal wirklich als Fax geschickt, und gewartet.

Mit der Portierung beauftrage ich Unitymedia auch, meinen Vertrag bei 1und1 zu kündigen. Nach zwei Tagen also einen Brief von 1und1 bekommen, dass es ja schade ist, dass ich nicht mehr Kunde sein will, und dass mein Vertrag also fristgemäß zum 5.1.2015 endet, also nach Ende der momentanen normalen Vertragslaufzeit. Jetzt kommt das Meisterstück von 1und1.

Natürlich kann Unitymedia nicht irgendwelche Sonderkonditionen, die ich bei 1und1 habe, nachvollziehen, also rufe ich bei der 1und1-Hotline an. Dort werde ich eine Stunde lang von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter weitergeleitet, mir wird wahlweise erzählt, eine vorzeitige Vertragsauflösung ginge gar nicht, könne ich nicht beantragen, wäre nicht bekannt, ich müsse Unitymedia die Portierung zurücknehmen lassen und selbst kündigen und vor allem fünf mal: Ich bin nicht zuständig, ich verbinde sie mal weiter. Nummer sechs kann mir dann endlich helfen, schreibt mir eine E-Mail und warnt mich vor, dass ich meine Ummeldebescheinigung werde schicken müssen. Natürlich auch als E-Mail. Direkt vor dem Urlaub habe ich also alles geschafft, und der Portierungstermin fällt in den Urlaub, so dass ich heimkommen müsste und alles(*) funktioniert. (*: außer der Portweiterleitung)

Natürlich ging es dann erst zwei Tage nach dem Urlaub.

Corporate Twitter – Reprise

Original-Post

tl;dr: VGF und RMV haben sich mit mir getroffen, war nett, habe viel verstanden.

Seit mittlerweile zweieinhalb Jahren nutze ich Twitter, in der Zeit habe ich etwas mehr als 1400 Tweets geschrieben. Kein Tweet hat so viel Resonanz hervorgerufen wie der 1387. (wenn ich richtig gezählt habe), indem ich meinen Blog-Eintrag über die Twitterer bei VGF, RMV und DB beworben habe: Drei Retweets und fünf neue Follower, das ist schon wirklich viel.

Für mich ist twittern relativ einfach. Ich bin eine Privatperson, und wenn ich nicht irgendwelche Geheimnisse ausplaudere, habe ich meine Tweets nur mit mir auszumachen. Die größte Hürde ist also, dass ich nach zwei Monaten nochmal draufschaue und denke „oh Mann, das war wirklich nicht nötig“. Anders natürlich für Menschen, die beruflich und vor allem für ihren Arbeitgeber twittern – in dessen Namen also. Was hier gesagt wird, lesen typischerweise viele Leute, auch die Chefs, und wenn man etwas twittert, dass nicht der offiziellen Lesart der Geschäftsleitung entspricht, dann hat man ein Problem.

All das ist so trivial, aber manich muss smich auch daran erinnern. Ebenso offensichtlich ist, dass die Social Media-Leute in einem Verkehrsunternehmen (auch wenn der RMV kein Verkehrsunternehmen im eigentlichen Sinne ist, zähle ich ihn als Unternehmen, das was mit Verkehr zu tun hat, mal dazu) typischerweise nicht Verkehrsexperten sind, sich also bei tiefergehenden Fragen auf ihre Fachabteilungen berufen und verlassen müssen. (Selbst wenn sie Verkehrsexperten wären, müssten sie das, streng genommen.)

Für mich als Endkunden sind die internen Abläufe meistens nicht zu sehen, was ja auch Sinn macht. Viele Diskussionen sollten daher eigentlich Diskussionen mit den Fachleuten statt den Social Media-Leuten sein, aber ich bin überzeugt, dass man das weder sinnvoll noch produktiv gestalten könnte – und das ist auch vollkommen in Ordnung.

Nun hatte ich also lauthals (und, wie ich jetzt finde, teilweise recht harsch) Kritik geübt. Aber unerwarteterweise ist die Kritik nicht einfach verhallt und hat vielleicht ein paar Leidensgenossen gefallen, sondern hat VGF und RMV dazu gebracht, mir Gespräche anzubieten über den Artikel, über kleine Ungenauigkeiten in dem, was ich geschrieben habe und über die großen Themen, die ich angesprochen habe.

Damit hatte ich noch weniger gerechnet als mit der Riesenresonanz der „privaten“ Twitterer, aber dafür hat es mich auch sehr gefreut, einmal die „Köpfe dahinter“ kennenlernen zu können. Ein wenig mulmig war mir schon, besonders das Team des RMV ist ja nicht sehr gut weggekommen, und jetzt wollte die Chefin(!) der Twitter-„Agents“ (die Chefin selbst twittert nicht, die Agents sind die vier, die auf der Twitter-Seite angegeben sind) mit einem ihrer Agents mit mir reden. Ja, die Mail war freundlich und „wir danken für die Kritik“ und so, aber, hey, das sind PR-Leute. Vielleicht würden die sich mir gegenübersetzen und mir erzählen, wie doof ich doch bin, sowas zu schreiben!?

Nun ja, Augen zu und durch. Zuerst hat mich *sr von @vgf_ffm auf einen KaffeeTee in die Kantine der Stadtwerke eingeladen, und wir haben uns über twitter, die VGF, die Struktur des Nahverkehrs mit VGF, traffiQ, RMV, DB und auch den Busunternehmen unterhalten; vieles von dem, was ich oben geschrieben habe, wurde mir in diesem Gespräch (wieder) bewusst. Es war schön, auch einen kleinen Einblick in seine Arbeit zu bekommen; er erzählte davon, dass er kurz vorher bei Dreharbeiten zu einem kurzen Fernsehfilm über die Sicherheit an Hochbahnsteigen war. Der Beitrag ist mittlerweile bei einem Privatsender über den Äther gelaufen; ich fand ihn zwar grottig, aber das liegt einzig an dem Stil dieser „Infotainment“-Sendung, die den Namen eines der größten Wissenschaftlers missbraucht. Am Tag vor unserem Gespräch hatte die VGF ihr neues Design für ihre Webseite gelauncht, und so haben wir uns noch über TYPO3 ausgetauscht.

Eine Korrektur / Ergänzung zu dem VGF-Teil brachte es: Die Sache mit der U3/U8 und den zwei Wagen (Fahrgast beschwert sich, dass es nicht drei sind, weil voll) hatte mich vor allem deswegen geärgert, weil die VGF selbst noch im letzten August geschrieben hatte, dass sie das Angebot ausreichend finden würde. Nun ja, auch das konnten wir ausräumen.

Einen Termin mit RMVdialog zu finden, hat wesentlich länger gedauert; erst gestern kam es dazu. Immerhin haben wir uns, nach meinem Hinweis, dass meine Fahrkarte nur bis Zeilsheim, also nicht bis in den RMV-Hauptsitz in Hofheim, reicht, auf ein Treffen im Café Hauptwache geeinigt. Die Chefin hat /ka mitgebracht, und es wurde mir schnell klar, dass das „wir danken für die Kritik“ wirklich ernst und aufrichtig gemeint war. Wir sind die Dialoge, über die ich geschrieben habe, durchgegangen und haben darüber geredet, was da wo an welcher Stelle schiefgelaufen ist – sowohl in der Kommunikation (auf beiden Seiten, also auch bei mir), als auch RMV-Intern beziehungsweise im tatsächlichen Verkehr. Besonders interessant fand ich, wie viel Struktur hinter dem Twitter-Auftritt steckt. Nun sind die Strukturen hinter RMVdialog eben recht neu, noch nicht komplett eingespielt und auch nicht an jeder Stelle perfekt – Aussagen nach dem Motto „hier haben wir festgestellt, dass das und das nicht gut läuft; deswegen haben wir die Struktur geändert“ kamen öfters. Zwei besonders erwähnenswerte Dinge: Das Team will nicht, dass Tweets mit „Nein“ beginnen. Das kann ich vollkommen verstehen; das ist der Grund für den gelöschten Tweet, über den ich mich geärgert hatte. Zweitens: Ich muss auch selbst genau lesen. Ich finde die 140-Zeichen-Begrenzung bei Twitter ja eigentlich total toll, aber es erfordert eben auch in Dialogen Präzision. Der zweite Tweet, den ich nicht gefunden hatte, existiert noch. Warum hatte ich ihn übersehen? (Oder hatte ich noch einen anderen gemeint?) Vielleicht tauchte er in der einen Dialogansicht nicht mehr auf. Das ist natürlich ärgerlich. Und das mit dem Vectus, aber das schreibe ich gleich. Eine besondere Komplikation des RMV ist auch, dass er eben ein Verbund ist. Viele Fragen betreffen einen der Partner des RMV, von den Verkehrsunternehmen (VGF, DB, Veolia etc) über die lokalen Nahverkehrsorganisationen (in Frankfurt die traffiQ) bis hin zu den Gebietskörperschaften (Städte und Gemeinden). Viele Fragen, die tatsächlich den RMV betreffen, erfordern mindestens eine Ab- oder Rücksprache mit den Partnern. Und Änderungen an Strukturen (nicht nur, aber natürlich vor allem Tarifstrukturen) bedürfen einer Einigung zwischen allen Partnern. Im Allermindesten verlangsamt das die Kommunikation natürlich.

Wie gesagt, die beiden Damen vom RMV haben auch viel inhaltlich zu den Problemen sagen können. Da ist zum Beispiel der kurze LINT (LINT27) auf der Bahn Richtung Limburg, in dem wir am 1. Mai saßen. Stellt sich heraus, der hätte lang sein sollen und ist wegen einer Fahrzeugstörung am langen Triebwagen eben mit dem Kurzen gefahren. Besser als Ausfall? Alle mal. Da war aber die Frage nach den Fahrgastzählungen. Zählungen macht der RMV nicht, sondern die Verkehrsunternehmen, die dreimal im Jahr dem RMV berichten. Fahrgastzählungen sind aber teuer, und so geht es eben nicht, dass an jedem Feiertag gezählt wird. Nun gut. Dass der ÖPNV in Deutschland und Hessen chronisch unterfinanziert ist, ist nun wirklich nichts, an dem der RMV selbst was ändern kann. Wenn die Landesregierung auch lieber unnötige Regionalflughäfen baut… Anyway, ich habe behauptet, dass RMVdialog versprochen habe, die Vectus auf die Engpässe hinzuweisen, und das war falsch. Machen wir mal einen kleinen Factcheck:

Das tut mir leid. Wir haben die beschriebenen Engpässe auf der Vectus-Linie an Feiertagen bereits weitergeleitet.

Offensichtlich wurden die Engpässe weitergeleitet, aber da steht nicht, dass es an die Vectus gegangen sei; natürlich ging es an die zuständige Stelle im RMV. (und außerdem steht da eben „weitergeleitet“ und nicht „hingewiesen“. Wie komm‘ ich nur auf so was?).

Die Sache mit dem Bus in Kronberg ist extrem unglücklich gelaufen. Ich hatte mich darüber geärgert, dass ich ständig andere Antworten bekommen hatte. Alle drei Antworten waren scheinbar in der ersten internen Antwort an das Twitterteam schon enthalten, das wurde aber nicht klar. Lesson learned: Früher auf Mail umsteigen. Das hat natürlich andere Nachteile (die Antwort ist nicht mehr öffentlich etc), aber irgendeinen Tod muss man sterben. Die Antwort auf die Frage, warum denn 11 Minuten Umsteigezeit nicht reichen würde, steht noch aus.

Bei der Sache mit der Kurzstrecke gab es wohl tatsächlich eine Fehlinformation, nämlich die mit der Abhängigkeit von dem benutzten Verkehrsmittel. Und selbst das ist nicht komplett richtig; zwischen Hauptbahnhof und Stresemannallee (ich rede natürlich von Frankfurt) gilt die Kurzstrecke in der S-Bahn nicht, nur im Bus. Weil die S-Bahn eben nicht direkt fährt und wesentlich länger als 2 Kilometer unterwegs ist. Gleiches Beispiel zwischen Heddernheim und Römerstadt, nur dass es hier die U-Bahn ist, die den Umweg gegenüber dem Bus fährt. Dass die Verbindungsauskunft und die Tarifauskunft nicht miteinander verbunden sind, ist ein offenes Problem beim RMV, und der Hinweis „Bitte beachten Sie: Lokale Regelungen können zu Fahrpreisabweichungen führen“ ist halt extrem unbefriedigend, wenn ich doch eine RMV-Karte kaufen will. Aber auch hier ist das Problem in der Struktur des RMV, nicht bei RMVdialog zu suchen.

So. Und jetzt? Mich zu beschweren, dass ich in 2½ Tagen keine Antwort bekommen hatte, war natürlich etwas übertrieben. Ich habe jetzt mehr Verständnis für die Leute „auf der anderen Seite“; mal sehen, wie sich das niederschlägt, wenn es mal wieder einen Konfliktpunkt gibt. Ich hoffe, dass mein Artikel und die Gespräche danach wirklich helfen, die Kommunikation zu verbessern. Die Twitterteams sind aber eben nicht Twitterer wie ich, sondern Sprachrohre für ihren Betrieb, und in gewisser Hinsicht Prügelknaben (und -mädchen). Darum kann man sie wohl nicht beneiden, schon gar nicht aus der Perspektive eines privaten Twitterers. Also, @vgf_ffm und @RMVdialog, schön, dass es euch gibt, schön, dass man mit euch reden kann, viel Erfolg weiterhin. Wir lesen uns!

Corporate Twitter

Original-Post

tl;dr: VGF twittert super, DB gut, RMV schlecht. Außerdem gibt es eine Reprise zu diesem Artikel.

Mir liegt da was auf dem Herzen, seit länger schon, und ich wollte schon länger darüber schreiben. Als Bahn- und genereller auch ÖV-affiner, twitternder Mensch aus Frankfurt folge ich bei Twitter den Unternehmen VGF, DB und RMV – also dem lokalen Verkehrsunternehmen, das den kommunalen Schienenverkehr (U- und Straßenbahn) in Frankfurt betreibt und dem alle Haltestellen gehören, dem großen Unternehmen, mit dem ich immer Fernreisen unternehme und das hier einen Großteil des „großen“ Schienenverkehrs, vor allem den S-Bahn-Verkehr, betreibt, sowie den Verkehrsverbund, der den überkommunalen Verkehr koordiniert und bestellt sowie die Preisstruktur festlegt. Als einzige Stelle fehlt für mich die traffiQ, die als Frankfurter Amt die lokalen Linien bestellt, deren Fahrplan festlegt und auch bezahlt.

Nun begrüße ich es generell sehr, wenn Unternehmen eine Anlaufstelle mit möglichst geringer Beteiligungsschwelle bieten; die drei Unternehmen bilden da keine Ausnahme. Die Qualität der einzelnen Services ist aber sehr unterschiedlich:

VGF (@vgf_ffm)
Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt twittert schon recht lange, ich glaube, seit kurz nachdem ich selbst damit angefangen hatte. Von den drei Mitarbeitern im Twitter-Team, die ihre Tweets mit „*“ + Kürzel unterschreiben, twittert eine Person sehr selten, und zwischen die Dialogtweets bei Kundenanfragen mischen sich noch automatische Informationen im gleichen Feed.

Wenn man mit Fragen etwas mehr ins Detail geht, merkt man oft, dass die MarketingÖffentlichkeitsarbeits-Menschen der VGF (Update: Ich habe mich aufklären lassen, dass Marketing in Frankfurt alleinige Sache der traffiQ ist, die VGF daher keine Marketing-Leute hat) nicht vom Fach sind, aber um mit dem Otto-Normal-Kunden auf einer Ebene kommunizieren zu können, ist das ja auch nicht unbedingt schlecht. Allerdings kommt es dann auch schonmal vor, dass man über mehr als zehn Tweets versucht, darauf hinzuweisen, dass an einer Stelle ganz offensichtlich zwei U-Bahn-Typen verwechselt wurden.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass man sich bewusst hinter Halbwahrheiten oder Unvollständigkeiten versteckt. Jüngstes Beispiel: Jemand beschwert sich, dass im nachmittäglichen Berufsverkehr auf der Linie U3 nur kurze zwei-Wagen-Züge fahren. Die Antwort der VGF ist, man könne „momentan leider keine längeren Züge auf der Linie U3 einsetzen“. Darauf hingewiesen, dass drei Wagen sehr wohl möglich sind und im Winterhalbjahr auch wirklich fahren, wird dann präzisiert, dass es um die Finanzierbarkeit gegangen sein sollte. Update: Zur Klarstellung noch folgendes: Im August letzten Jahres hat die VGF noch getwittert, dass sie sich „mit der traffiQ einig“ sei, dass die Kapazität auf U3 und U8 ausreicht. Vor diesem Hintergrund fand ich die Antwort suboptimal.

Alles in allem finde ich aber den Kundenservice der VGF bei twitter vorbildlich. Über den Tellerrand dieser Plattform hinausgeguckt verstehe ich zwar nicht, warum schöne Bildergalerien wie die zum Umbau von Ptb- zu Pt-Wagen oder von Schotterarbeiten auf der C-Strecke nur bei Facebook und nicht auf der eigenen Homepage der VGF zu sehen seien können, aber das ist nun wirklich ein kleines Detail. Oh, und manchmal kommen Antworten auch am Sonntag. Das nenne ich Einsatz! (Würde aber liebend gerne auch bis Montags warten normalerweise.)

DB (@DB_Bahn)
Die Deutsche Bahn ist natürlich ein viel größeres Unternehmen, deshalb kümmern sich gleich 12 Personen um den Account. Unterschrieben wird hier mit „/“ + Kürzel. Obwohl es eigentlich auch einen eigenen, dezidierten Info-Kanal (@DB_Info) gibt, kommt auch über den Dialogkanal hin- und wieder Werbung für irgendwelche Angebote der Bahn, was ich persönlich nervig finde.

Fehlendes Detailwissen gibt es bei der Bahn auch, aber auch hier regen mich Halbwahrheiten mehr auf. Über meine krasseste Sache mit der Bahn habe ich vor einem Jahr geschrieben, da hatte es etwas gedauert, bis ich den lieben Leuten klarmachen konnte, dass überhaupt was schiefgelaufen ist. Und natürlich die Anfrage eines Bekannten, warum denn der Sprinter an dem einen Tag nicht fährt, wo die lieben Leute nicht realisiert hatten, dass das einfach an Montagen kein ICE-Sprinter fährt, weil Verkehrstage Di-Do sind und ihm keine Antwort geben konnten (er hatte gefragt, warum er den Zug nicht in der Verbindungsanfrage angezeigt bekommt).

Dann war da noch die Situation, in der ich gefragt hatte, warum ich denn keine Ankunftstafel auf meinem Smartphone mit der offiziellen DB-App herunterladen könnte . Die Antwort war im Prinzip „weil wir nicht glauben, dass das für irgendwen interessant sein könnte“. Okay, das ist eher ein Braindamage bei der DB als bei dem Kommunikationsteam, aber naja.

Auf dem Schwesterkanal, @DB_Info, konnte man einmal schön die Denkweise des ganzen Unternehmens exemplarisch sehen, als sie schrieben:

Zugverkehr in Bremen stark beeinträchtigt (Stand 15 Uhr): Güterwagen eines Privatzuges vor dem Bahnhof Bre… http://bit.ly/UiObnS #DBVm

…worauf eine wunderschöne Gegenfrage von @Zugschlus sich danach erkundigte, ob das denn bedeute, dass die DB sich nicht als Privatunternehmen sehe (was sie rechtlich sind).

Nun ja, die DB benutze ich fast nur in meiner Freizeit, dementsprechend selten sind meine eigenen Kontakte mit deren Twitter-Team. Alles in allem bin ich recht zufrieden.

RMV (@RMVdialog)
Seit recht kurzer Zeit hat auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund eine Dialogplattform in Twitter. Vielleicht kann man vieles von dem hier auf fehlende Erfahrung schieben, aber bis jetzt bin ich fast bei jedem Gespräch sehr unzufrieden zurückgeblieben. Es twittern vier Personen, die wie DB_Bahn mit „/“ + Kürzel unterschreiben. Meine Interaktionen beschränken sich bisher auf zwei von denen.

Auf eine Anfrage, zugegeben, wollte ich nochmal was Ausführlicheres schreiben, da kann ich mich nicht wirklich über fehlende Antwort beschweren. Es ging mir darum, warum bei der RMV-Homepage, wenn ich etwas in die Felder für die Verbindungsauskunft eingebe und zu schnell tippe, statt meines Textes der erste Hit der JavaScript-Autovervollständigung übernommen wird (so wird zum Beispiel regelmäßig aus ‚F Heddernheim‘ ‚Frankfurt (Main) Hauptbahnhof‘).

Andere Erfahrungen: Am ersten Mai bin ich dieses Jahr wie jedes Jahr an diesem Tag mit dem Zug und Freunden in den Taunus gefahren, und zwar so, dass wir um kurz vor 10 Uhr in Niedernhausen aus der S2 in den Zug der Linie 21 Wiesbaden→Limburg umsteigen. Unabhängig vom Wetter wurde es in diesem Zug schon immer recht kuschelig, und das auch schon, als noch ein langer LINT 41 dort unterwegs war. Dieses Jahr fuhr nur ein kurzer LINT 27, und es wurde richtig eng. Einer meiner Freunde hat daraufhin bei RMVdialog nachgefragt, warum das so ist, und bekommt als Antwort, dass „nicht alles lässt sich perfekt im Voraus planen [lasse], das hängt auch vom Wetter und den Veranstaltungen ab“. Auf nachboren wurde dann versprochen, dass die Vectus, der Betreiber der Linie 21, auf die „beschriebenen Engpässe hingewiesen“ worden sei. Was das nun bedeutet – ändert sich dadurch was? – ist mir unklar, und warum der RMV nicht selbst mal Zählungen durchführt, wurde mir ebenfalls nicht klar. Update: Ist mir jetzt klar. Siehe die Reprise.

Am gleichen Tag fuhren wir am späten Nachmittag wieder zurück nach Frankfurt; diesmal ging es mit dem Bus von Heftrich über Königstein und Oberursel Bahnhof in die U3 nach Heddernheim. Während die Anschlüsse in Königstein von Buslinie 223 auf Buslinie 261 gut aufeinander abgestimmt sind, kommt der 261er planmäßig eine Minute nach Abfahrt der (halbstündlich verkehrenden) U3 Richtung Frankfurt am Bahnhof in Oberursel an.

Darauf angesprochen, warum das so ist, lautete die Antwort von RMVdialog, die Fahrzeit richte sich nach dem Anschluss an die S4 in Kronberg aus. Das an sich wäre eine gute Begründung, nur hatte ich mich daran erinnert, dass der Bus ein paar Minuten in Kronberg gestanden hatte und währenddessen nichts in dem Bahnhof ein- oder ausgefahren war. Also bemühte ich mal die Fahrpläne und stellte fest, dass die Antwort nicht so ganz stimmen kann:

S-Bahn Ankunft Kronberg Bf 19:51
Bus Ankunft Kronberg Bf 19:59
Bus Abfahrt Kronberg Bf 20:00
S-Bahn Abfahrt Kronberg Bf 20:08

Zugegeben, ich habe noch nie einen Fahrplan entworfen und musste mich noch nie mit Fahrgastbeschwerden auseinandersetzen, die durch zu kurze Anschlüsse entstanden sind, aber eine Verschiebung um 2 Minuten nach vorne scheint mir den Anschluss in Kronberg nicht zu gefährden. Darauf angesprochen ändert sich die Argumentation von RMVdialog dann zu dem notwendigen Umstieg für Pendler in Kronberg Süd. Pendler. An Feiertagen und Sonntagen. Nagut, kann ja sein. Fahrplan?

S-Bahn Richtung Kronberg Bf 19:49
Bus in Kronberg Süd 20:03
S-Bahn Richtung Frankfurt 20:10

Die Sonntagspendler, die aus Frankfurt kommen und in den Bus Richtung Oberursel/Bad Homburg umsteigen wollen, haben also 14 Minuten Zeit zum Umsteigen. Nein, ich kann nicht verstehen, warum 11 Minuten nicht mehr ausreichend sein würden.

Auf einmal gibt es eine dritte Argumentationslinie von RMVdialog, nämlich, dass ein zu frühes Ankommen des Busses in Oberursel den Anschluss der S5 ebenda gefährden könnte. Warum der Bus nicht einfach drei Minuten Liegezeit in Oberursel Bahnhof bekommen könnte, wird nicht klar. Zwischendurch und am Ende gab es dann noch schmallippige Aussagen „die Linie 261 ist an den Anschluss an/von die/der S4/S5 gebunden, nicht an die U-Bahn“ und „leider kann es nicht an allen Knoten optimale Anschlüsse geben. Irgendwo müssen Kompromisse gemacht werden“, ohne dass irgendwie klar wurde, warum hier im Speziellen ein Kompromis überhaupt notwendig ist.

Ich empfand dieses Gespräch sehr enttäuschend. Was hätte ich mir besser gewünscht? Dass ich nicht im Laufe des Gesprächs drei unterschiedliche Argumentation erzählt bekommen hätte, die allesamt durch einen einfachen Blick in den Fahrplan hätten widerlegt werden können. Hier ist es schwierig, rauszufinden, ob das am Unvermögen der Marketingleute oder an bewusstem Versuch, zu verschleiern liegt, aber ich als Kunde des RMV bleibe mit einem schalen Gefühl zurück. Sagt doch einfach „Oh, das wissen wir auch nicht, wir leiten das mal weiter“, statt euch hinter falschen Ausreden zu verstecken!

Leider war das noch nicht alles mit dem RMV. Meine Schwester sprach mich an, ob ich denn wüsste, wie weit die Kurzstrecke von der Bockenheimer Warte aus gelte. Kein Problem, ich kann ja per Twitter mal den RMV fragen, dachte ich. Komischerweise merke ich jetzt, beim Zusammenschreiben, dass einige der Antworttweets von RMVdialog nicht mehr aufzufinden sind; ein Schelm, wer dabei böses denkt. Zum Glück habe ich meinen E-Mail-Papierkorb noch nicht geleert. Jedenfalls wurde mir gesagt, dass das nicht ginge; nur die Automaten wüssten das.

Nein, das übernimmt normalerweise der Automat oder das RMV-HandyTicket für Sie. In welchem Gebiet möchten Sie denn fahren?

Das ist nicht möglich. Auskunft darüber erteilt nur das entsprechende Kurzstreckenverzeichnis an der Haltestelle.

Dass an den Automaten ja die Listen auch aushängen, bemerke ich, und frage nach dem Grund, der mir nicht gesagt werden kann. Ich ergänze später noch, dass mir selbst in der Verbindungsauskunft keine Kurzstreckenpreise angegeben werden, auch wenn ich eine sehr kurze Strecke abfrage. Nun ja, man frage nach. Zwischendurch hatte ich per Suchmaschine eine Liste der traffiQ gefunden, auf der ich genau das steht, was ich gesucht hatte. Verbesserungswünsche hier? Der RMV sollte diese Listen kennen und auch selbst zur Verfügung stellen.

Am nächsten Tag bittet mich dann der RMV darum, eine kurze Mail zu schreiben, damit sie mir ihre ausführliche Antwort zumailen können. In dieser Mail wird mir kompletter Bullshit aufgetischt:

Hallo Bjørn,

die Kurzstrecke hängt an bestimmten Regeln (Entfernung, teilweise Zahl der durchfahrenen Haltestellen). Der schlichten Auflistung ist dies jedoch nicht anzusehen – tatsächlich gibt traffIQ nur Auskunft über die möglichen Kurzstreckenziele. Die tatsächlich gegebene Abhängigkeit von der gefahrenen Strecke und den Verkehrsmitteln bleibt unberücksichtigt:

Eine Darstellung in der Verbindungsauskunft, welche Haltestellen zum Kurzstreckentarif erreichbar sind, wäre nicht wirklich exakt, da es von der tatsächlich gefahrenen Strecke abhängt, ob ein Kurzstreckentarif zur Anwendung kommt. Beispielsweise hast du in Frankfurt in vielen Fällen eine Option zwischen Tram und S-Bahn oder einer Kombination aus beidem. Hier ist es nicht von einer Start- Zielrelation abhängig, ob ein Kurzstreckenticket gültig ist, sondern von der gewählten Fahrtvariante. Somit könnte die Verbindungsauskunft nur bei Kenntnis des Verkehrsmittels und der Fahrtstrecke zuverlässige Auskünfte geben.

Diese Auskunft strotzt nur so vor Fehlern und Ungereimtheiten. Gucken wir kurz in die Tarifbestimmungen, Paragraph 3.3.1 c):

Kurzstreckenfahrkarten für Erwachsene und Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren (einschließlich) auch für tarifgrenzüberschreitende Kurzstreckenfahrten zu Regelfahrpreisen. Sie berechtigen zu einer Fahrt zu jeweils einem der an der jeweiligen Starthaltestelle ausgewiesenen Kurzstreckenziele (inklusive Umsteigens, falls dies erforderlich ist) im Rahmen der definierten Kurzstreckenlänge.

… und dann in die Preisliste des RMV [pdf], einer Tabelle, in der „Kurstrecke“ in drei verschiedenen Varianten definiert ist: „K1; 1.000 m“, in Preisstufe 1 (also in Frankfurt nicht interessant), „K4; 1.500 m“ in Preisstufen 2 [Offenbach] und 13 [Mainz/Wiesbaden] sowie „K2: 2.000 m auch tarifgrenzüberschreitend“ in Preisstufe „3 Tarifgebiet 5000 Frankfurt am Main“.

In Frankfurt ist also die „definierte Kurzstreckenlänge“ gemäß Tarifbedingungen 2.000 Meter. Es gibt keine Abhängigkeit von den Verkehrsmitteln (nur von der gefahrenen Strecke). Auch, und das ist insbesondere ein Problem, kann man an den Haltestellen gar nicht sehen, welchen Weg man denn nun nehmen darf mit der Kurzstreckenkarte, denn an den Haltestellen hängen ja eben gerade die Ziele aus, ohne Zusatz, wie man fahren darf. Dass ich immer den direktesten Weg nehmen muss, ist sowieso klar.

Es geht aber noch weiter: In der Online-Verbindungsauskunft wird mir für jede Fahrtvariante ein eigener Preis genannt. Hier ist der Preis also sehr wohl an die genaue tatsächlich gefahrene Strecke und sogar die Verkehrsmittelwahl gebunden. „Eine Darstellung in der Verbindungsauskunft, welche Haltestellen zum Kurzstreckentarif erreichbar sind, wäre“ also in der Tat wirklich exakt. Ich habe also per Mail zurückgefragt:

vielen Dank für eure Recherche. Zwei Fragen wirft eure Antwort aber auf:

  1. An den Haltestellen in Frankfurt hängen schon „immer“ Listen mit den Kurzstreckenzielen. Verstehe ich eure Antwort richtig, dass ich mich nicht darauf verlassen kann, dass ich zu diesen Zielen mit einer Kurzstreckenkarte fahren kann?
  2. In der Verbindungsauskunft bei RMV.de wird mir ein eigener Preis für jede spezielle Verbindung angegeben. Hier ist die tatsächliche Verbindung inklusive aller Unterwegshaltestellen und aller dabei benutzten Verkehrsmittel klar. Trotzdem wird „nie“ (d.h., nie bei meiner zugegebenermaßen recht begrenzten Stichprobe von sehr kurzen Verbindungen wie Frankfurt-Nordwestzentrum → Frankfurt Bernadottestraße) der Kurzstreckenpreis unter der Spalte „Tarif“ angegeben. Warum?

Mittlerweile habe ich noch herausgefunden, dass ich unter „Tarifauskunft“ auf der RMV-Homepage sehr wohl fahrtwegunabhängig eine Auskunft darüber bekomme, dass die Relation Bockenheimer Warte → Hauptwache Kurzstrecke ist (ebenso Nordwestzentrum → Bernadottestraße). Also, genau an der Stelle, an der es laut dem angeblichen Problem mit der genauen Verbindung und so nicht gehen dürfte, geht es doch, und an der Stelle, an der das Argument nicht greifen würde (wenn es denn richtig wäre), geht es nicht. Und die Antworten, die man vom Twitter-Team bei RMV bekommt, sind falsch und unsinnig.

Ich lasse jetzt mal weg, dass wenn man in der Tarifauskunft statt „Einzelfahrt“ „Einzelfahrt ohne Umweg“ anklickt, es auf einmal keine Kurzstreckenkarte mehr gibt, denn das hat ja nun nichts mehr mit dem Twitter-Team zu tun. Meine Rückfrage-E-Mail habe ich übrigens vor 2½ Arbeitstagen gestellt und noch keine Antwort erhalten.

Und auch das war noch nicht alles. Aber das rumgeeiere auf die Frage, warum alle Provinzverkehrsmeldungen des NVV bei RMVInfo auftauchen, nicht aber auch die Meldungen der anderen benachbarten Verkehrverbünde, muss hier nicht auch noch lang und breit besprochen werden, auch wenn diese neuerliche Merkwürdigkeit einer der Auslöser für diesen viel zu langen Blogpost waren.

Allerdings habe ich mir das beste, im Wortsinne, zum Schluss aufgehoben: Als ich von Frankfurt-Louisa nach Darmstadt-Wixhausen fahren wollte, hat mir RMVdialog wirklich mal geholfen, als sie mir erklärt hatten, dass der Grund, warum ich keine BahnCard-Ermäßigung in der S-Bahn haben kann, ist, dass es diese erst bei teureren Fahrkarten der Preisstufe 5 und größer gibt.

Corporate Twitter wird also sehr unterschiedlich gehandhabt, und meine Erfahrungen damit sind ebenfalls stark unterschiedlich. In keinem Fall würde ich aber gerne den schlechten Service durch gar keinen Service ersetzt haben wollen. Vielleicht muss ich ja auch lernen, nicht überall gute Antworten zu erwarten und auch mal eine himmelschreiend falsche Antwort unkommentiert zu lassen (und zwar vor dem 20. Versuch). Mal sehen.

Gefühlte Geschwindigkeit

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Eines der grundlegendsten physikalischen Prinzipien ist, dass man Geschwindigkeiten nicht fühlen kann. Wenn man sich in einem Container befindet ohne Verbindung nach draußen, kann man nichtmal messen, wie schnell man ist. Man kann Geschwindigkeit sehen, indem man darauf achtet, wie schnell Dinge an einem vorbeiziehen, und mit der Information, wo man wann ist, kann man sie auch messen (Stichwort GPS). Das war’s dann aber auch.

Dieses Relativitätsprinzip ist übrigens eine Erfindung von Galileo Galilei, nicht Einstein (der hatte es nur auf Lichtgeschwindigkeitsmessungen erweitert).

Was man aber fühlen (und messen) kann, sind Beschleunigungen. In einem Zug zum Beispiel spürt man Unebenheiten in den Gleisen durch die kleinen, kurzen Querbeschleunigungen, die man als Ruckeln wahrnimmt. Schnelles, heftigens, häufiges Ruckeln wird als hohe Geschwindigkeit wahrgenommen, ruhige Fahrt daher als langsam. Das ist antrainiert — es entspricht der Erfahrung, die man zum Beispiel im Auto macht.

Manchmal trügt das Gefühl aber auch. So was ist mir bei meinen Hochgeschwindigkeitsfahrten in Frankreich und Spanien bewusst geworden: weil der Fahrweg so unglaublich gut ausgebaut ist, kommt einem die Fahrt mit 270, 300 oder gar 320 km/h überhaupt nicht schnell vor, während der Regionalzug im Anschluss mit seinen 140 km/h unglaublich flott wirkt. Weil das Erlebnis eine schlechtere Qualität hat.

Gegen die Fahrtrichtung zu fahren ist für manche Leute schwierig. Als ich im Nachtzug von Paris nach Madrid gefragt wurde, ob ich denn nicht meinen Platz tauschen wolle, weil da eine Fahrgästin nicht rückwärts fahren kann, habe ich dass zwar gerne gemacht, aber ich hatte mich etwas gewundert, denn alle Gardinen waren zu, und außer durch Sehen kann man ja nicht rausfinden, in welche Richtung man fährt. Lineare Beschleunigungen (wenn der Zug schneller oder langsamer wird) spürt man zwar, aber man spürt eben nicht, ob man danach schneller oder langsamer ist.

Trotzdem „merkt“ man es, irgendwie:

  • Das Ruckeln gibt einen Anhaltspunkt, aber wenn ich von einer langsamen Stelle mit viel Ruckeln zu einer schnelleren, besser ausgebauten Stelle komme und der Zug beschleunigt, kann ich das nicht spüren.
  • Oft hört man aber auch was. Vor allem im Regionalverkehr und in Lokzügen ist das Rollgeräusch sehr präsent, und ein guter Indikator für Geschwindigkeit.
  • Meistens kann man eben auch raussehen.
  • Vielleicht können Menschen — eventuell unbewusst — erkennen, ob Erschütterungen von vorne oder von hinten kommen. Bei einem typischen Achsabstand von etwa 16½ Metern (19 Meter Drehzapfenabstand minus 2½ Meter Achstand in einem Drehgestell) vergeht zwischen der letzten Erschütterung im vorderen und der ersten Erschütterung im hinteren Drehgestell eine Zeitspanne von knapp 3 Sekunden, wenn man mit 20 km/h unterwegs ist. Bei 320 km/h – aber da ist der Fahrweg eigentlich so gut, dass man eh nichts mehr spürt – ist die Zeit auf 0,18 Sekunden gesunken, immernoch weit im Bereich, den man typischerweise mit seinen Sinnen auflösen kann.

Mehr fällt mir nicht ein. In jedem Fall passen verschiedene Sinneseindrücke nicht zusammen, und das bringt manche Leute aus dem Gleichgewicht – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich will das weder be- noch abwerten. Gewohnheit kann ganz schön gemein sein. Optische Täuschungen basieren darauf, dass man gewohnt ist, Dinge nicht nur zu sehen, sondern in einen bestimmten Kontext zu setzen. Einen, den man kennt. Bei optischen Täuschungen führt das Enttäuschen der Erwartungen meistens zu einem Aha-Effekt (oder manchmal auch zu UFO- oder Geistersichtungen oder gar Verschwörungstheorien). Wenn neben den Augen, die die Geschwindigkeit der Landschaft draußen sehen, noch der Gleichgewichtssinn dazukommt, und beide sich nicht einig sind, wird eben manchen Leuten übel.

So what? Nix. Wollte mir nur mal Gedanken machen über’s Rückwärtsfahren. Thanks for Listening.

Update: Fips weist darauf hin, dass sich einfach die Stärke der Beschleunigung typischerweise im Zug unterscheidet zwischen positiver und negativer (also, Beschleunigung und Bremsen). Guter Ansatz, wenn ich auch nicht komplett überzeugt bin. War ich ja aber vom Rest auch nicht.

Lichtschranken

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Seit den letzten beiden öffentlichen Gedanken, die ich zur Verkabelung einer Modellbahnanlage hatte, sind schon wieder mehr als 9 Monate vergangen. Getan hat sich in der Zeit auf meiner Seite wenig, aber die ersten Holzrahmen für den Bahnhof D nehmen langsam Gestalt an. Bei dem ganzen Reisen dieses Jahr bin ich nicht dazu gekommen, mal eine Testanlage aufzubauen, um rumprobieren zu können, aber irgendwie packt’s mich heute, was daran zu tun. Naja, da Sonntag ist, kann ich nicht losgehen und Materialien kaufen, daher bleibt es mal wieder theoretisch.

Was mich besonders umtreibt momentan ist die Ausstattung von Lichtschranken. Besonders die Frage, was mit sehr kurzen Zügen (etwa Lokzüge oder kurze Triebwagen) passieren soll: Wenn ich das Auslösen einer Lichtschranke als Gleisbesetztmeldung benutze, aufgrund derer der Strom abgeschaltet wird, was mache ich dann, wenn der Bremsweg des Zuges länger als er selbst ist? Er würde die Lichtschranke damit wieder verlassen und das Gleis als frei gelten.

Wenn man sich meine eigene Beschreibung des Blocksystems durchliest, stellt man fest, dass diese Fragestellung während des Betriebs irrelevant ist. Die Problematik ergibt sich beim Einschalten der Anlage, wenn das System nicht weiß, welches Gleis welchen Zustand hat. Muss man jedes Gleis einzeln per Hand auf „Frei“ schalten? Das wäre eventuell eine Möglichkeit, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das sinnvoll ist. Also gehe ich davon aus, dass ich etwas an den Lichtschranken ändern muss.

Meine Idee ist, dass diese nicht unbedingt senkrecht zu den Gleisen stehen müssen, sondern in recht spitzem Winkel zur Gleisachse sein können. So kann man die Länge des zu überprüfenden Bereichs stark verlängern. Zusätzliche Spiegel würden helfen. Sollten Spiegel aber verschmutzt werden, wäre das Arbeit, sie wieder zu säubern, aber zwischendurch „denkt“ das System, dass das Gleis belegt wäre, was wenigstens die Sicherheit aufrechterhalten würde.

Eine weitere Frage, für die ich mal basteln müsste, ist, inwiefern sich Lichtschranken in parallelen Gleisen gegenseitig beeinflussen könnten. Lichtschranken senkrecht zur Gleisachse sind zwar davon nicht ausgeschlossen, dass der Sensor von der falschen Diode beleuchtet wird, aber hier könnte eine Abschirmung zwischen den Gleisen recht klein und lokal begrenzt ausgeführt werden. Schwieriger ist es, wenn eine Abschirmung, die aus Platzgründen wohl parallel zu den Gleisachsen gebaut werden muss, sehr groß sein muss, um eine Toleranz von wenigen Grad zu erreichen, denn so würde es schwierig werden, per Hand in die Anlage einzugreifen, was natürlich besonders im Schattenbahnhof möglich sein sollte.

So, nun habe ich mal wieder laut über Modellbahn nachgedacht; ich muss wirklich mal basteln, glaube ich. Verdammte Sonntage.

E-Book?

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Ich habe seit ungefähr einem halben Jahr einen e-Reader, und zwar den kindle von Amazon. Ich bin sehr zufrieden damit, und heute mittag hat mich eine Freundin per Mail danach gefragt. Da die Antwort recht ausführlich und keinesfalls vertraulich ist, habe ich mich entschlossen, das zu veröffentlichen:

Ich habe mal ein paar Frage bezüglich dem Ebook-Reader, den Du dir gekauft hast. Was für ein Model ist denn das, warum hast Du dich nicht für ein Konkurrenzprodukt entschieden und würdest Du dir, wenn Du dir nochmal einen kaufen würdest, wieder diesen kaufen? Ich habe nämlich vor, mir demnächst selber einen zuzulegen. Nun bin ich am Vergleichen, da ja Verschiedene am Markt angeboten werden.

Ich habe den „kleinen“ (6 Zoll-) Amazon kindle, der jetzt als „Kindle Keyboard“ angeboten wird. (Ich sehe eben, dass der Kindle auch in einer noch kleineren (vom Funktionsumfang her) Version angeboten wird, mit weniger Tasten, weniger Speicher und weniger Akku.)

Ich hatte mich nach relativ eingehender Recherche für den Kindle entschieden, weil ich die Bedienung im Vergleich sehr intuitiv fand und ich kein Touchscreen wollte (das ist Geschmackssache, war aber für mich tatsächlich sehr ausschlaggebend). Das waren, glaube ich, tatsächlich die einzigen Gründe. Nachteilig ist, dass man auf Amazon festgelegt ist, während man z.B. mit den Sony-Readern sowohl von Thalia als auch von Hugendubel Bücher kann (und auch von noch anderen Firmen). Da ich bis jetzt ausschließlich Klassiker gelesen habe, die nicht mehr dem Urheberrecht unterliegen, ist das aber für mich vollkommen egal.

Den Kindle gibt’s auch noch in einer ca. DIN A4-großen Variante, die mir aber zu sperrig ist — mein momentaner ist nur unwesentlich größer als DIN A5, leicht, und mit einer Tasche, die du für 40 Euro dazukaufen kannst, sehr gut transportabel.

Noch ein paar Downsides: Der Kindle kann zwar pdfs anzeigen (lass‘ dir nicht von irgendwelchen Verkäufern erzählen, das könne er nicht, das war die allererste Version), ist dabei aber extrem langsam. Dafür ist er halt nicht gebaut. Wie das bei den anderen Readern aussieht, weiß ich nicht. Gleiches gilt für die Anzeige von Bildern oder Bilderserien, bei denen ist es aber noch ein wenig komplizierter, die richtig auf den kindle zu laden. Dem kindle Seitenzahlen zu entlocken ist — auch systembedingt — nicht (leicht?) möglich, also zum Beispiel zu wissen, wieviele Bildschirmseiten das Kapitel noch hat (oder das nächste — lese ich es noch vorm Schlafen?), ist nur durch vorblättern herauszufinden. Again, keine Ahnung, wie das bei den anderen ist. Zu guter Letzt finde ich die Bedienung zwar ziemlich gut, aber natürlich nicht perfekt.

Insgesamt finde ich, die Investition hat sich gelohnt, obwohl sie das vielleicht aus einer rein finanziellen Sicht nicht getan hat. (Da ich ca. 0,50-1,00 Euro pro Buch spare, müsste ich etwa 200 oder eher mehr Bücher lesen, bis sich das rechnet — wird nicht passieren.) Allerdings lese ich viel mehr als vorher, und auch wenn ich nicht alles am Kindle richtig toll finde (siehe oben), macht es doch ziemlich Spaß. Ich habe mir sogar von traffiq.de alle Fahrpläne in Frankfurt runtergeladen, und kann recht leicht herausfinden, ob ich gleich rennen muss zum Umsteigen oder mir Zeit lassen kann (ok, das kann mein Handy auch, aber das finde ich zu scheiße, um es ständig benutzen zu wollen).

Ja, ich würde mich ziemlich sicher wieder für den kindle entscheiden, allerdings nicht, ohne zu gucken, ob die Vorteile nicht mittlerweile in den anderen Readern vorhanden sind.

1. Update, Donnerstag, 12.01.2012 Nun ja, da war der Artikel keine 24 Stunden alt, und ich muss hinter die ganzen Loblieder auf den kindle was negatives sagen: Letzte Nacht hat sich das Display von der Gemeinschaft der funktionierenden Dinge verabschiedet. Es ist — ohne mir offensichtlichen Grund — scheinbar intern gerissen. Ich habe es dann heute abend daheim direkt eingepackt und an Amazon geschickt und warte nun gespannt auf die Qualität des Kundenservices.

2. Update, Freitag, 20.01.2012 Jetzt bin ich ein wenig verwirrt, und ich weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll: Am Dienstag habe ich eine E-Mail von Amazon bekommen, dass mir der Einkaufspreis von meinem kindle erstattet würde. Ich muss zwar zugeben, dass ich nicht den richtigen Weg mit der Einsendung gegangen bin (da hätte ich einen Aufkleber ausdrucken müssen, aber das habe ich erst später gefunden — Minuspunkt für unübersichtliche Webseite). Zum Glück hatte ich vorher ein komplettes Backup von meinem kindle gemacht, also alles gut.

Nun sollte ich heute einen neuen kindle bekommen haben, den ich mir neu bestellt habe. Ob die Post den wirklich geliefert hat, werde ich dann sehen, wenn ich selbst wieder heim komme. Aber das gute dabei: Mittlerweile kostet der kindle nur noch 119 Euro statt 139, die ich dafür bezahlt hatte.

In jedem Fall hat der Kundenservice sehr schnell reagiert, auch wenn, wie gesagt, nicht ganz so, wie ich es erwartet habe. Aber unterm Strich ist das rausgekommen, was ich erwartet habe, und das komplett ohne Diskussion oder Kämpfe. Vielen Dank, amazon!

Logik in Blöcken

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Im Einrichtungs-Bereich der nicht-sichtbaren Strecke wird ein Blocksystem eingebaut. Wieviele Blöcke das sein werden, steht noch nicht fest, aber das mindeste sind die Blöcke B1.T und B1.H, der Schattenbahnhof S und ein Block in C (siehe Skizze). Ich gehe davon aus, dass ich n+1 Blöcke vor dem Schattenbahnhof (B1.T, B1.H und B2 bis Bn) habe, sowie m Blöcke hinter dem Schattenbahnhof (C1 bis Cm). Um Wendezüge zu ermöglichen, muss der ganze Block abgeschaltet werden, und nicht nur ein kleiner Teil vor der Halteposition. Um Achszähler zu vermeiden, werde ich davon ausgehen, dass die Züge nicht abreißen.

In jedem Block gibt es vier logische Punkte: Den Anfang A, den „Frei“-Punkt F, den Stop-Punkt S und den End-Punkt E. Punkt A im Block i ist identisch mit Punkt E im Block i+1. Der Abstand von A und F im gleichen Block muss größer oder gleich der längsten zulässigen Zuglänge sein, und der Abstand von S und E muss größer des längsten möglichen Bremsweg sein. Ich bin mir nicht sicher, ob es Sinn machen könnte, zu erlauben, dass Punkt S vor Punkt F kommt. An Punkten F und S stelle ich mir als Kontakte Lichtschranken vor.

Zur Namenskonvention: Anfang: Der physikalische Beginn des Blockes, Frei: Ab hier ist der letzte Block frei, Stop: Ab hier muss die Spannung abgeschaltet werden, falls der nächste Block nicht frei ist, Ende: das Ende des Blockes.

Ein Block kann vier verschiedene logische Zustände haben:

F
Frei: Kein Zug im Block oder Zug zwischen A und F. i-1 ist A.
E
Einfahrt: Zug zwischen F und S. i-1 ist nicht A.
W
Warten: Zug zwischen S und E, Ausfahrt nicht erlaubt. i+1 ist nicht F.
A
Ausfahrt: Zug zwischen S und E, fährt nach i+1 aus. i+1 ist F.

Damit ergeben sich folgende mögliche Kombinationen aus Auslösen der Schalter S und logischem Zustand des Blockes i+1 Z:

Zustand Lichtschranke Resultat
F F i-1:F; Einfahrt. i:E
F S Darf nicht passieren!
E F Einfahrt.
E S Halteposition erreicht: Wenn i+1:F, dann i:A, sonst i:W
W F Zug steht und ragt nach hinten (ok)
W S Zug steht und ragt nach hinten (ok)
A F Ausfahrt (ok)
A S Ausfahrt (ok)

Es werden also zwei Zustände von außen geändert (A und F), und zwei intern (E, W). Die Ausfahrt vom Schattenbahnhof nach C1 ist prinzipiell identisch zur Fahrt von den Blöcken B1 nach B2, nur, dass die Ausfahrt von S nicht automatisch getriggert werden soll. Die Einfahrt in den Schattenbahnhof hat als Besonderheit nur, dass das „Frei“-Signal auf kompliziertere Weise erzeugt werden muss und mit den Weichen übereinstimmt.

Modellbahn-Steuerung

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Ich will eine Modellbahnanlage verkabeln. Ja, nur verkabeln, bauen tut jemand anders. Aber ich will dazu die Technik machen. Das generelle schematische Layout ist in der ersten Grafik zu sehen: Ein Bahnhof mit drei eingleisige Ausfahrten, eine davon (Å) ist vorerst unwichtig. Die beiden anderen (L,K) führen, nach einer Überwerfung, in einen Schattenbahnhof (S).

Meine Anforderungen an die Schaltung sind leider so, dass ich im Internet keine Beispiele finde:

  • Alle Gleichstromfahrzeuge müssen fahren dürfen, und zwar ohne Anpassungen. Insbesondere will ich keine Magnete, Strichcodes oder sonstige Dinge einbauen müssen.
  • Damit verbunden muss jedes beliebige Fahrzeug den Zuganfang und den Zugschluss bilden können.
  • Ebenfalls damit verbunden: Das Triebfahrzeug beziehungsweise das stromziehende Fahrzeug darf nicht vorne sein müssen — Wendezüge müssen möglich sein.
  • Die Schaltung sollte mit nicht-programmierbarer Elektronik gebaut werden.

Ich habe noch keine Ahnung, wie die Schaltung am Ende aussieht, aber ich habe einen Idee, wie der genaue Anforderungskatalog aussehen könnte. Wenn ich im Laufe der Zeit tolle Ideen bekomme, werde ich sie hier weiterführen. Zunächst wird es wohl um die Blocksteuerung gehen. (Wer so ’ne Schaltung kennt, kann mir auch gerne Tipps geben.)

Fukushima

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Ich hatte gestern ein bisschen Probleme damit, einzuschlafen. Das hatte nichts direkt mit Weltschmerz oder Angst vor der Katastrophe in Fukushima zu tun, sondern mit einer Diskussion, die sich auf Facebook nach diesem Tweet von mir entsponnen hat. Ich hatte das geschrieben, weil ich mich ernsthaft gefragt hatte, welcher Reaktortyp denn tatsächlich gerade die Welt in Atem hält. Ich wurde schon recht häufig angesprochen, dass doch die deutschen Kernkraftwerke so sicher sein, dass nichts passieren konnte, doch die momentane Situation in Japan beweist leider das Gegenteil.

Die Diskussion begann, als mir (von einem Journalisten) vorgeworfen wurde, die Info sei „ein zynischer Scheiß“, und diese Aussage ist es auch, die mich beschäftigt hat. Ich habe dazu ein paar Gedanken: Ist es auch zynisch, wenn ich mich öffentlich wundere, ob mehr Leute zur Menschenkette zwischen Neckarwestheim und Stuttgart gekommen sind, weil sie durch das Erdbeben und seine Folgen aufgerüttelt wurden? (Ist es zynisch, einen solch schlechten Wortwitz einzubauen?) Wem würde die Information nützen? Aber ist das das Kriterium, was ich anlegen muss?

Unser Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Dr. Norbert Röttgen ist in den letzten Tagen durch Aussagen hervorgetreten, dass Deutschland nicht von der Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen werden wird — da stimme ich ihm zu ― und dass eine Diskussion über die Laufzeitverlängerung jetzt deplatziert sei — da stimme ich ihm nur bedingt zu: die Diskussion hätte vor einem Jahr stattfinden müssen und so enden müssen, dass wir heute nicht darüber zu diskutieren brauchen. Ist es denn nicht sehr fahrlässig, nicht zu fragen, ob genau das nicht auch bei uns passieren kann? Und was die Folgen wären?

Vor nur ein paar Tagen erklärte mir jemand, dass ein Terroranschlag mit Passagierflugzeugen auf Kernkraftwerke ja praktisch unmöglich sei, denn man müsste ja mit der exakt richtigen Geschwindigkeit in einem speziellen Winkel an die passende Stelle fliegen, und das sei unmöglich. Doch nun frage ich mich, ob es nicht auch reichen würde, die Notstromaggregate oder vielleicht die Kühlsysteme kaputtzufliegen, so dass eine Abschaltung notwendig würde? Ist es zynisch, so etwas zu denken? Helfe ich damit vielleicht Terroristen, wenn ich das ins Internet stelle (oder, alternativ: Bin ich so viel schlauer als alle potentiellen Terroristen, wenn es die denn überhaupt gibt, dass die nicht an so was denken)?

Einer der Kritikpunkte an meinem Tweet und der Diskussion war, dass ich und zwei andere Physiker, die mitdiskutiert haben, „selbstgerechten Menschen“ seien, „die sich selbst für Halbgötter halten“. Wir seien „selbstgefällig“, weil wir darüber diskutieren. Keiner von uns hatte geschrieben „ich hab’s ja immer schon gesagt“, sondern nur „Kernkraft ist wirklich gefährlich“. Aber soll man denn momentan nicht sagen, dass Kernkraft gefährlich ist? Dürfen das momentan nur Leute sagen, die das vorher nicht gesagt hatten?

Sollte ich jetzt nichts sagen dürfen, nur weil ich schon vor der letzten Bundestagswahl der Meinung war, dass der Atomausstieg eine wichtige Sache ist, wichtiger als, sagen wir, Mehrwertsteuersenkungen für Hotels?

Ich denke nein. Ich glaube, gerade jetzt muss man davor warnen, was in der Welt passiert und auch hier passieren kann. Und nicht, weil man froh ist, es schon vorher gesagt zu haben, und auch nicht, weil man glaubt, jetzt findet man besonders viele Zustimmer, sondern damit es im Bewusstsein bleibt und ich mir nicht beim nächsten Wahlkampfstand wieder anhören muss, dass die ganzen Katastrophen in Deutschland ja nicht passieren können. Ich glaube aber auch, dass man gerade jetzt davor warnen muss, dass der GAU nicht das schlimmste Problem ist, sondern vielmehr, dass wir immernoch kein Endlager, geschweige denn ein Zwischenlager gefunden haben, und dass wir in Deutschland auf genau einen Standort für beides setzen. Dieser Standort ist politisch, nicht wissenschaftlich ausgesucht worden, dieser Standort wird erkundet, weil man ja schon so viel Geld hineingesteckt hat. Wie wahrscheinlich ist bei so einem Ansatz, dass wirklich ergebnisoffen gehandelt wird?

Habe ich eigentlich schonmal einen Beitrag mit so vielen Fragezeichen geschrieben?

Leipzig

Original-Post

Nach Leipzig zieht an diesem Wochenende meine Schwester; am Gründonnerstag war ich mit ihr dort und habe ein lachsrotes Zimmer erst weiß und dann (ein bisschen) beige gestrichen (ein bisschen, weil wir nicht fertig wurden). Zwischendurch bin ich aber weiterhin beim Arbeiten — nicht, dass das momentan einfach wäre: unser Rechencluster ist zwar wieder online, ist aber noch nicht vollkommen eingespielt (ich habe vorgestern z.B. 1400 Mails bekommen, dass ein Job — es war immer derselbe — gelöscht werden muss), und neben dem FIAS wird momentan gebaut, was nicht schlimm wäre, wenn es da nicht einen Erdverdichter gäbe, der das Gebäude zum wackeln bringt, was extrem nervig ist und mir Kopfschmerzen bereitet.

Die Deadlines türmen sich derweil auf; ich habe momentan vier Forschungsfronten, drei Lehrfronten, suche noch jemanden, der mich bei einer der beiden Fronten unterstützt und nebenbei habe ich auch noch ein Privatleben (doch, wirklich…). Nun ja, mal sehen, welche Deadline ich nicht einhalten kann…

PStricks

Original-Post

Ich muss mal was loben: PStricks. Das ist ein sogenanntes Macro-Package, mit dem man in LaTeX ganz viel tolle Sachen malen kann. Richtig gut. Nur, wenn man sich was angucken will, muss man immer alles kompilieren. Echt? Nein! Ich habe mir ein Shell-Skript geschrieben, das dieses Problem umgeht. Es heißt wie das package — also pstricks, und kann ganz einfach mit der PStricks-Datei als Argument aufgerufen werden. Oder ansonsten einfach mit pstricks --help.

Skrivefeil II

Original-Post (Tag 246) Schreibfehler II

Ist ja nicht so, dass ich zuviel Zeit hätte; die Festplatte, die meinem Büro-PC Anfang März Probleme gemacht, war tatsächlich kaputt; jetzt darf ich mich schon wieder darum kümmern. War gestern aber schlimmer als heute; bei den erfolglosen Versuchen, da drumrumzuarbeiten, hatte ich nichts zu tun; heute habe ich meinen Laptop dabei und kann nebenbei weiterprogrammieren, Plots erstellen und z.B. was auf meine Homepage zu schreiben.

Ostern ist sehr nahe, und wenn ich mich auch nicht österlich fühle, merke ich es an jeder Ecke; der Bus fährt seltener und ich brauche meine Schlüsselkarte, um ins Gebäude zu kommen (sonst braucht man die nur zwischen 16:20 und 7:40 Uhr). Und es ist tatsächlich nichts los. Das Wetter wurde pünktlich zum April… nun, aprillich. Sonne Regen Sonne Regen, jeweils einen Tag lang. Aussicht gibt’s bis Dienstag, der Samstag soll richtig schlimm werden, dann wieder besser, und eine Extrapolation verrät mir, dass es dann wieder sonnig ist… naja, viel drauf geben tu ich allerdings nicht.

Beim Workshop in Frankfurt soll ich einen Vortrag halten, habe gestern ein Abstract eingeschickt und versuche jetzt erstmal Plots zu machen und dann dadrum rum eine Präsentation aufzubauen, hoffentlich klappt das soweit, mal sehen.

Und hoffentlich ist das System auf diesem *grr*-PC da neben mir auch bald mal installiert…

Skrivefeil

Original-Post (Tag 212) Schreibfehler.

Natürlich musste sich der Februar so verabschieden, wie er gekommen ist — regnerisch. Trotz dem ist der Februar erfreulich gut gewesen, wettermäßig. Der letzte Monat, den ich komplett hier verbrachte… Ich habe der Wetterstatistik noch eine Spalte „Schnee“ hinzugefügt, dies sind die Tage, an denen draußen Schnee gelegen hat.

Während sich meine Schlafzeiten wieder normalisiert haben und ich schon am Dienstag wieder sehr fit war, hat sich der Zustand meines Fahrrads wieder mal schagartig verschlechtert: Am Berg vor der Uni ist am Mittwoch die Gangschaltung gerissen. Ich war recht frustriert und habe es noch nicht zur Reparatur gebracht, dort wird es die Zeit sein, wenn ich in Nantes bin (schon nächste Woche), bis dahin ist Busfahren angesagt.

Arbeitssam war ich wieder diese Woche, und habe ne Menge geschafft. Heute allerdings nicht in der Uni; der PC, an dem ich da sitze, hat irgendwie auf einmal ein Problem, auf die Festplatte zu schreiben, was sinnvolles Arbeiten unmöglich macht. Also bin ich heim und habe auf dem Laptop weitergemacht, ging sogar erstaunlich gut. Dabei hatte ich eine große Ablenkung; ich habe ein verspätetes Weihnachtsgeschenk bekommen; Noten. Welche, kann ich hier (noch) nicht sagen, soll eine Überraschung für ein paar meiner Leser sein. Jedenfalls total toll.

Abgelenkt war ich dann mehr vom Gespräch mit meinen Eltern, so abgelenkt, dass ich Kartoffeln habe einkochen lassen. Die Quittung war ein Feueralarm um neun Uhr abends, aber das geht ja noch. War auch kein Drama, stinkt jetzt nur.

Was gibt’s noch neues? Haufenweise 1,0er von meinen Freunden in Mathe — nochmal herzlichen Glückwunsch! Tja… naja, gestern abend hatte ich auf einmal richtig heimweh, will nicht nur für Urlaub, sondern richtig wieder nach Frankfurt. Geht mittlerweile wieder, aber heim will ich trotzdem.

Søvnløshet

Original-Post (Tag 195) Schlaflosigkeit.

Was ist nur los? Mal wieder der Reihe nach: Das Wochenende brachte zwei sonnenklare Tage, heute war es durchgängig bewölkt, aber trocken. Programmiert habe ich nur wenig, ist auch mal besser so, zur Abwechslung. Generell habe ich nicht viel getan, dieses Wochenende, und das war wohl ein Teil des Fehlers. Am Samstag abend bin ich nach einem ereignisarmen Tag über Verschlüsselungssoftware gestolpert, die mich bis drei Uhr abends beschäftigt hat.

Am späten Sonntag nachmittag geht dann mein Mikro auf einmal nicht mehr — was ist passiert? Nach dem (recht einseitigen) Gespräch mit Hannah schraube ich das Headset auf; Kabel gerissen! So ein Mist!

Abends drängelte ich dann Johannes ein bisschen, (naja, gut, ein bisschen viel,) und buchte schlussendlich seinen Flug hierher und unseren Flug zurück nach Frankfurt. Juchu! Meine Rückfahrt wird wohl mit dem Zug sein; IC nach Hamburg (über Nacht), EC über die Vogelfluglinie nach København, dann wie schon mal, Göteborg, Oslo und Nachtzug nach Bergen. Die Karte dafür werde ich aber erst in Frankfurt kaufen.

Tja, und dann konnte ich nicht einschlafen. Um viertel nach zehn ins Bett, um viertel nach elf wieder raus, um halb eins wieder rein, um kurz nach zwei wieder raus, halb drei… Kurz nach drei dann nochmal kurz aufgestanden, und dann endlich liegengeblieben. Oh Mann!

Heute fing mit einem neuen Paper an, wo jemand, den Hannah gut kennt, etwa das gemacht hatte, was ich auch mache, nur ein bisschen anders. Finde ich recht interessant, diesen Ansatz, diese Arbeit, und ich denke, ich habe daraus was gelernt. Mittags wollte ich dann von Laszlo einen Tipp haben, brauchte eine Stunde, um ihn davon zu überzeugen, dass es ein Problem gibt, eine weitere halbe Stunde, um ihn wirklich davon zu überzeugen und die restliche halbe Stunde reifte in mir die Erkenntnis, dass ich es einfach so mache, wie ich denke. Na toll.

Ganz!

Original-Post (Tag 79)

Mein Fahrrad ist endlich repariert! Nachdem ich gestern noch vergeblich in der Werkstatt war, rief ich heute vorher an und bekam grüns Licht zum abholen. Vorher wollte ich noch in der Stadt ein Konto eröffnen, doch dafür hätte ich den Brief mit meiner ID-Nummer, der am Dienstag im Briefkasten lag, dabeihaben müssen, hatte ich natürlich nicht, grr. Ansonsten habe ich jetzt auch endlich einen Zugang zum hiesigen Hochleistungsrechenzentrum bekommen, nur wie ich da Programme laufen lassen kann, weiß ich noch nicht. Und sogar die Shell an meinem Büro-Computer ist fast von tcsh zu bash geändert… („fast“ wegen… ach, norwegische Admins…)

Auch toll ist, dass ich für das Fahrrad wesentlich weniger als erwartet bezahlt habe, da nur die Achse statt das ganze Hinterrad ausgetauscht wurde (irgendwie habe ich das Gefühl, das ist nur, weil ich so genervt habe und die nicht warten wollten, bis die das Rad dahaben, aber was soll’s).

Meine Physik-Sachen gehen langsam voran, meine Ergebnisse von Anfang Oktober sind recht merkwüdig, und ich suche momentan, ob ich den Fehler gemacht habe oder ob der Fehler im Hydro-Code liegt… Mal sehen.

Erfolg!

Original-Post (Tag 20)

Endlich hat es geklappt, ich kann jetzt die Webseiten mit einem Knopfdruck aktualisieren. So kann ich leichter und damit werde ich öfters neue Sachen schreiben, damit nicht wieder alle tagelang das Gefühl haben, bei mir ist alles Scheiße, obwohl’s doch grade wieder gut läuft!

Ja, es geht wieder besser. Die beiden Regentage sind die einzigen geblieben; Donnerstag, Freitag, Sonntag und heute (Montag) waren sonnig. Was mit Samstag ist? Nun, hier in Bergen soll es geregnet haben, aber ich war auf einem sehr coolen Schiffsausflug durch die Fjorde, den uns (= den Internationalen) die Uni spendiert hat, und da war es bewölkt, mit etwas Sonnenschein und etwas Regen, aber die beiden hielten sich die Waage.

Seit Donnerstag nachmittag habe ich einen recht netten Mitbewohner, Sylvan, US-Amerikanischer Psychologie-Student aus Montana, der auf die härtere Sorte Musik steht (Rammstein und so). Er war aus seiner anderen Wohnung zwei Etagen weiter unten geflüchtet, weil der Kerl da wohl ziemlich komisch war.

Noch mehr zum freuen: Ich habe mal eine Antwort auf das Blog bekommen (habe ich irgendwo den Eindruck geweckt, ich will keine E-Mails erhalten?), und diese machte mich auf eine scheinbare Widersprüchlichkeit in den Texten aufmerksam. Wer findet’s auch? Danke soweit an Gudrun & Gebhard Kabelitz.

Auch die Bilder habe ich endlich zugreifbar, ich werde sie heute abend noch etwas bearbeiten, auswählen und einige davon zugänglich machen.

P.S.: Außerdem ist es jetzt wieder so warm wie in Frankfurt. Ha!

Das Bild ist lange entstanden, bevor ich wusste, dass dort mein Büro zu sehen ist; gleich am ersten Tag.
Mein Schreibtisch
Der Blick aus dem Büro (die schöne Seite)