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Lange Reise im Kosmos

The Long Cosmos ist nun wirklich der letzte Teil der Long Earth-Reihe von Terry Pratchett und Stephen Baxter. Einige Zeit nach der Handlung der alten Bücher ist die alternde Hauptfigur Joshua mal wieder unterwegs in die unerschlossenen Gebiete der Langen Erde und wird schwer verletzt. Gleichzeitig hallt durch die ganze lange Erde ein Aufruf: JOIN US – Schließt euch uns an. Die superintelligente Weiterentwicklung der Menschheit, die Next, die in den letzten Büchern eingeführt wurden, bauen nach Plänen, die mit diesem Aufruf zusammen gesendet wurden, einen riesigen, kontinentgroßen Computer, der diesem Aufruf folge leisten soll.

Dieser Band ist ein wesentlich besserer Abschluss der Saga als es The Long Utopia gewesen wäre,  und es hat wieder viele kleine interessante Ideen, wie zum Beispiel die kilometerhohen Bäume, die durch die geschickte Einlagerung von Wasserstoff leicht genug sind, um diese massiven Strukturen zu stützen. Dennoch bleibe ich dabei, dass ich mir wünsche, Pratchett hätte die Zeit lieber in die Erzählung der Scheibenwelt investiert als in die Lange Erde.

Im Anschluss daran begann ich, einen weiteren SciFi-Klassiker zu lesen, die Romanversion des „archetypischen guten Science Fiction-Films“, Arthur C. Clarkes 2001: A Space Odyssee. Ich habe den Film einmal gesehen und wusste grob, dass es einen geheimnisvollen Steinquader, den Monolithen, gibt, und dass der Bordcomputer HAL des Raumschiffs, mit dem durch das Sonnensystem gereist wird, die Hauptperson Dave aussperrt.

Die Geschichte beginnt tatsächlich vor 3 Millionen Jahren und beschreibt, wie der Monolith auf die Erde kommt und den Menschenaffen Intelligenz gibt (und Gewalttätigkeit), und springt dann zur Jahrtausendwende (36 Jahre in der Zukunft des Autors), zu der ein anderer Monolith auf dem Mond vergraben gefunden wird. Als er freigelegt wird und Sonnenlicht auf ihn fällt, sendet er ein Signal in Richtung Saturn. Daraufhin beginnt eine Mission zum Saturn, auf deren Weg HAL eine gefährliche Persönlichkeitsstörung entwickelt.

Wie auch bei Fountains of Paradise ist die Technologie und die Physik dahinter sehr plausibel und gut recherchiert; dass in 2001 die Sowjetunion schon seit einer Dekade nicht mehr existieren würde, war natürlich schwer vorherzusehen, und dass es in 1964 durchaus wahrscheinlich war, dass es in 2001 permanente Mondbasen gab, glaube ich auch gerne.

Die Fortsetzung, 2010 (Space Odyssee), setzt allerdings eher den Film fort als das Buch; Clarke beschreibt und begründet das auch ausführlich. Die Handlung besteht aus einer neuerlichen Reise zum Jupiter (! eine der Änderungen zum Buch war, dass im Film aus Budgetgründen die Ringe des Saturns nicht dargestellt werden konnten), um das Schiff aus dem ersten Teil zu bergen. Jupiters Mond Europa hat Lebensformen, denen zu nahe zu kommen der Menschheit am Ende verboten wird, als Jupiter in eine zweite Sonne verwandelt wird (die dann Luzifer genannt wird).

Wieder ist die Wissenschaft an sich recht plausibel dargestellt, aber dafür wird die Handlung mit Geistergeschichten angereichert, was ich schade finde.

Die nächste Station wird dann in 2061 (Space Odyssee Book 3) erreicht, als ein Flug nach Ganymede, einem der anderen Jupitermonde, die nun von dem Licht Luzifers aufgetaut werden, nach Europa umgeleitet und nicht sofort zerstört wird. Schließlich wagt Clarke in 3001 (Space Odyssee Book 4) einen Sprung ins nächste Jahrtausend, mit einem wiederbelebten alten Bekannten und der Erkenntnis, dass jetzt, nach tausend Jahren, mit einer Antwort der Erbauer des Monolithen gerechnet werden müsse – immerhin ist das identifizierte Ziel der Nachricht aus 2001 etwa 500 Lichtjahre weg. Und, oh weh: Damals, im zwanzigsten Jahrhundert, war die Menschheit ja überhaupt nicht gut, sondern sehr gewalttätig, vielleicht trübt diese Perspektive die Reaktion?

In jedem Buch werden einige Kapitel der vorherigen Bücher wiederholt, Wort für Wort. Das ist anstrengend, und außerdem wird die Geschichte nie konsistent weitererzählt. Das fand ich bei den großen Dingen  – Jupiter statt Saturn – noch ziemlich einfach zu verdauen, aber bei vielen kleinen Details wusste ich dann nicht mehr, ob das eigentlich in der Welt des neuen Buches wirklich passiert war oder nicht; ob es eine Relevanz für diese Handlung haben kann oder nicht. Das war doch ziemlich störend. Insgesamt ist es eine sehr schöne Geschichte, aber das letzte Buch ist darin letztlich ein Fremdkörper. Die Zukunftsvisionen von Clarke konnte ich gerade in diesem Buch schwer nachvollziehen.


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