Die Tribute des Hungers

Katniss Everdeen heißt die Heldin der Trilogie „The Hunger Games“ (auf Deutsch: „Die Tribute von Panem“), und da aus ihrer Perspektive berichtet wird, sollte es kein allzugroßer Spoiler sein, dass sie bis zum Ende des dritten Buches überlebt.

Katniss lebt in einer Sklavenkolonie in den Appalachen, kontrolliert von der Hauptstadt Panem in den Rocky Mountains. Panem kontrolliert außer Katniss’ noch elf andere Bezirke; in jedem wird etwas anderes wichtiges hergestellt (Katniss’ Bezirk ist dem Kohleabbau gewidmet). Jedes Jahr werden die Tribute, zwei Jugendliche aus jedem Bezirk, gelost, ein Mädchen und ein Junge, die dann in den Hunger Games aufeinandertreffen und sich gegenseitig töten müssen. Dem letzten Überlebenden winken Ruhm und Ehre, ein Leben zwar in Reichtum, aber immer noch in der Kolonie. Panem selbst ist eine dekadente Stadt, in der Überfluss herrscht und in der das Schicksal der Kolonien nicht wahrgenommen wird. Die Rechtfertigung für die Hunger Games ist die Revolution vor 74 Jahren, bei der Panem über die Kolonien gesiegt hat und sie seither (wieder?) unterjocht. Aus der Zeit davor ist praktisch nichts bekannt, nur, dass es früher dort die Vereinigten Staaten von Amerika gab und dass die gesamte Bevölkerung der Welt durch ein nicht bekanntes Ereignis stark dezimiert wurde. Die Bewohner Panems und der Kolonien halten sich für die letzten Überlebenden.

Katniss beginnt die Geschichte als selbstbewusste junge Frau, die der Umzäunung entfliehen und jagen kann. Das erbeutete Fleisch verkauft sie auf dem Schwarzmarkt, um ihre Familie, ihre Mutter und ihre kleine Schwester Prim, zu ernähren. Ausgelost wird nicht sie, sondern eben ihre Schwester, und Katniss nimmt freiwillig ihren Platz ein. In der Arena tötet sie, aber fast nur in Notwehr, nie kalkulierend, und gewinnt schließlich. Ihr letzter Akt wird aber von den Obrigkeiten als Affront gegen die Hauptstadt gesehen. Einige der Kolonien schöpfen daraus Kraft, es brodelt und erster Unmut in den Kolonien flammt auf.

Ein Jahr später, als sich die Revolution zum 75. Mal jährt, sind die Spielregeln anders: Aus den bisherigen Gewinnern werden die diesjährigen Tribute ausgewählt. Da Katniss die bisher einzige weibliche Siegerin aus ihrer Kolonie ist, muss sie auch wieder ran. Auch dieses Mal überlebt sie und kommt schließlich zu den Rebellen, die ihr Hauptquatier in der dreizehnten Kolonie haben. (Von dem Panem behauptet, dass es seit dem Krieg der Revolution unbewohnbar sei.) Katniss ist zum Symbol der Rebellen geworden und wird von diesen auch so eingesetzt. Ihre Kolonie wird von Panem vollständig zerstört.

Bei der Darstellung der Rebellen habe ich mich ein wenig an Animal Farm erinnert gefühlt und eine Parabel auf verschiedene Gesellschaftsmodelle gesehen: Einerseits der dekadente, verschwenderische Kapitalismus Panems, der auf dem Leid und der Ausbeutung anderer basiert (man erinnere sich an Textilfabriken im fernen Osten), auf der anderen Seite ein militaristischer Komplex, der alle befreien, aber keinesfalls allen Freiheit geben will, mit strengen Tagesabläufen, totaler Überwachung und enger Rationierung. Die Rebellen kopieren letztlich viele schlimme Dinge, die sie vorher selbst bekämpft haben, bis hin zu den Hunger Games selbst.

Katniss’ Rolle verändert sich dabei immer mehr von der aktiven Akteurin hin zur Getriebenen, von der selbst- und eigenständigen Frau hin zum kleinen Nervenwrack, das zwar immer noch trotzig ist, aber keine eigenen Impulse mehr setzt. Gegen Ende wird sie von den Rebellen eingesperrt – Einzelhaft; das Gerichtsverfahren gegen sie wird ohne Anhörung von ihr durchgeführt – und freigesprochen. Und heiratet am Ende doch den einen, den sie eigentlich nie wollte.

Ja, bei dieser Geschichte ist ihr Werdegang durchaus nachvollziehbar und realistisch. Irgendwann fehlt die Energie, zu kämpfen. Trotzdem hätte ich mir eine stärkere Persönlichkeit gewünscht, die nicht ganz so getrieben von den äußeren Umständen wird. Auch das wäre durchaus realistisch gewesen. Schade – Chance verpasst. Spannend und lesenswert war es aber auf jeden Fall!

Go Set a Perfume

Nach To Kill a Mockingbird ist Go set a Watchman der zweite Roman von Harper Lee, und handelt davon, wie Jean-Louise in den 1960er Jahren, 20 Jahre nach den Vorkommnissen im ersten Roman, wieder mal heim nach Alabama kommt. Eigentlich lebt sie in New York, und sie kann sich nicht mehr so richtig ins Dorfleben einfinden.

Der politische Hintergrund zu der Geschichte ist die Entscheidung des obersten Gerichtshofes, dass eine vorgeschriebene Trennung der Weißen und Schwarzen („separate but equal“) nicht zulässig ist. Der juristische Konflikt dahinter besteht in der unterschiedlichen Gewichtung des 10. und 14. Zusatzartikels zur US-Verfassung und besteht auch heute noch bei Fragen wie der gleichgeschlechtlichen Ehe und LGBTQ-Gleichstellung: Der 10. Zusatzartikel sagt, das alles, was die Verfassung nicht explizit an den Bund delegiert, von den Staaten zu regeln ist – Staaten-Recht bricht Bundesrecht, im Gegensatz zum Deutschen Grundsatz, dass Bundesrecht Landesrecht bricht.

Der 14. Zusatzartikel garantiert allen Menschen gleichen Schutz vor dem Gesetz („equal protection“), und wird von Liberaler und Bürgerrechtsseite von jeher angeführt, um diese Regeln für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung im Bund festzusetzen und in allen Staaten gelten zu lassen. Konservative wollen diese Regelungen tendentiell den Staaten überlassen, was natürlich bedeutet, dass es Staaten gibt, in denen es keine Homo-Ehen gibt, oder eben erzwungene Trennung von Weißen und Schwarzen.

Jean-Louise kommt also aus dem liberalen New York ins immer noch rassistisch geprägte Alabama, in dem die Leute außer sich sind vor Wut, dass „die da oben“ in Washington, D.C., sich in die Selbstbestimmungsrechte des Staates eingemischt haben, und obendrein, wo doch jeder wisse, dass die Neger einfach nicht den Weißen gleich sein können.

Auch Atticus, Jean-Louises Vater, der sich in ihrer Erinnerung nie der Illusion hingegeben hatte, er sei besser als die Schwarzen, der auch in Geschäften darauf bestanden hat, dass die Schwarzen, die vor ihm da waren, auch vor ihm bedient würden, verteidigt auf einmal diesen Rassismus gegenüber Jean-Louise, und hilft auch bei seiner Verbreitung – so erscheint es ihr wenigstens.

Letztlich ist das Buch viel weniger eine Geschichte über Rassismus als über Jean-Louises Abnabelung von Atticus, und darüber, dass wenigstens ein Teil des Südstaaten-Rassismus, der heute noch vorhanden ist, eine Trotzreaktion auf die gefühlte „Bevormundung“ aus Washington ist.

Wie auch To Kill A Mockingbird ist das Buch gut und kurzweilig geschrieben und regt zum Nachdenken an.

Ganz woandershin, nämlich ins Paris des 18. Jahrhunderts, nahm mich „Das Parfüm – die Geschichte eines Mörders“ von Patrick Süskind. Wir folgen dem Leben von Jean-Baptiste Grenouille, der im Sommer im Gestank von Paris geboren wird, selbst keinerlei Eigengeruch besitzt, aber einen extrem ausgeprägten Geruchssinn. Er lässt sich von einem Parfumier unterrichten und hat nur eine Leidenschaft: Gerüche aufzusammeln. Der Geruch einer rothaarigen, gerade postpubertären Frau fasziniert ihn so sehr, dass er sie erdrosselt, um an ihr riechen zu können. Um einen solchen Geruch besser konservieren zu können, startet er eine Odyssee nach Grasse in Südfrankreich, die er für sieben Jahre in der menschen(geruchs)leeren Wildnis unterbricht, bevor er dort, im Mekka der Gerüche, eine Lehre anfängt. Kaum dort angekommen, vernimmt er diesen Geruch wieder, aber nur sehr zart – die betreffende Frau ist erst in zwei Jahren „reif“. Zeit genug, neue Techniken zu lernen und zu verfeinern; nach einem Jahr ist er so weit, an anderen jungen Frauen zu „üben“ – 24 tote Jungfrauen später ist das Dorf in Aufruhr und er zufrieden. Die 25. (mit der allerersten 26.) kommt dann nach zwei Jahren, und dann kann er endlich ein Parfum zusammenmischen, dass ihm unbegrenzte Macht über seine Mitmenschen gibt. Als er diese auskosten kann, bemerkt er aber, dass er Menschen eigentlich hasst, und die ihm zuteilwerdende Liebe ihm daher zuwider ist.

Fantasy an sich mag ich ja. Das Buch hier eher nicht so. Die Hauptfigur ist hin und wieder sympathisch oder wenigstens des Mitfieberns würdig, aber dann kommt nicht nur ein Mord, sondern derer gleich 26, ohne, dass er versucht hätte, anderweitig an den Schlüsselgeruch zu kommen. Dass alle, die mit ihm zu tun haben, meist ohne sein zutun ins Unglück stürzen, hilft der Geschichte nicht. Kaum ist er zum Beispiel bei seinem ersten Lehrmeister weg, stürzt dessen Haus in den Fluss und begräbt alle angehäuften Reichtümer. Die Amme, bei der er aufwächst, verliert alle ihre Ersparnisse Jahrzehnte später in der französischen Revolution, klärt uns der Autor in einem Nebensatz auf. Es geht so weit, dass ich bei jeder neuen Person überlegt habe, was wohl mit der bizarres passieren wird.

Fazit: kann man mal lesen, aber nicht zu viel davon erwarten.

Yossarian

Mit der Geburt von Kevin-Alf am Horizont habe ich in den letzten Monaten von 2016 sehr intensiv daran gearbeitet, meine bezahlte Arbeit in einem guten Zustand an meinen Nachfolger übergeben zu können. Dadurch bin ich kaum mehr dazu gekommen, viel zu lesen.

Dass ich seit Mitte des Jahres jeden Tag die Tageszeitung, die ich auf meinen eBook-Reader bekomme, lesen will, hat dann auch nicht mehr funktioniert. An Weihnachten hatte ich zwei Monate Rückstand. Das Kind im Arm halten ist allerdings eine Tätigkeit, die wenig direkte Aufmerksamkeit erfordert (erst langsam fängt er an, dabei rumzugucken und damit auch die Aufmerksamkeit von Papa – oder Mama – zu fesseln) und wenig andere Sachen erlaubt, also komme ich richtig viel zum Lesen.

Neben dem Rückstand an Zeitungen habe ich das Buch Catch-22 von Joseph Heller gelesen. Die Geschichte des US-Amerikanischen Bombenschützens Yossarian während seiner Stationierung auf der Italienischen Insel Pianosa gegen Ende des (europäischen Teils des) zweiten Weltkrieges ist nicht chronologisch erzählt und es braucht ein wenig, bis man sich in dem Wust der Handlungsstränge wirklich zurecht findet und Rückblenden auch als solche erkennt. Yossarian will keine Kampfmissionen mehr fliegen und will sich daher für verrückt erklären lassen. Das Problem ist der paradoxe Catch-22: Nur zurechnungsfähige Menschen dürfen in Kampfmissionen eingesetzt werden. Wer sich aber aus der berechtigten Angst vor den Missionen als geisteskrank anerkennen lassen will, zeigt damit, dass er absolut zurechnungsfähig ist, denn nur geisteskranke Menschen würden sich einer solchen Gefahr wieder und wieder aussetzen. Sobald man also auf seinen Zustand hinweist, beweist man, dass man noch kampftauglich ist. Und solange sich der Verrückte nicht beschwert, muss man ihn ja auch nicht aus den Kampfhandlungen zurückrufen.

Das Buch ist eine Satire auf das Militär, es zeichnet ein durchaus witziges Bild der Fliegerstaffel, der Yossarian angehört, seiner Vorgesetzten, der Umgebung, der Besatzung und der Kämpfe, aber auch von Gott, Gottesglauben, Militärzensur, Kapitalismus, und nicht zuletzt Prostitution und Moral. Im letzten Drittel wird das Buch immer düsterer und immer weniger lustig; Brutalität ist eben ein inhärenter Bestandteil von Krieg. Gegen Ende war ich zwiegespalten: Würden etwa alle sterben? Aber ein Happy End würde dem Buch nicht passen. Statt dessen gibt es weder ein Happy End noch ein Sad End, sondern ein hoffnungsvolles, Aufbruchs-Ende. Ein befreiendes Ende, was alle meine Erwartungen übertroffen hat.

Das Buch empfehle ich jedem, der gewillt ist, sich erst in ein Buch hineinfinden zu müssen; mir ist es auf jeden Fall hier leichter gefallen als bei Ulysses.

Das war 2016

Im letzten Jahr habe ich einige politische Gedanken gebloggt, und ich finde es nur fair, mal zurückzublicken und mir zu überlegen, wie sich meine Ansichten und die Welt seitdem entwickelt haben.

So habe ich im Mai über schnelle Züge sinniert. Anlass war eine Diskussion über die Mottgers-Spange und meine Frustration darüber, dass ich nirgendwo Zahlen zu den Fahrtzeiten der vorgeschlagenen Alternativen finden konnte. Nun, die meisten Argumente würde ich genau so wiederholen, allerdings wurde ich darauf hingewiesen, dass die aktuelle Planung der Mottgers-Spange tatsächlich eine Fahrzeit von mehr als 45 Minuten auf Frankfurt – Fulda bedeuten würde. Für keine andere Variante habe ich bisher entsprechende Informationen gefunden.

Ich habe ebenfalls, aufgehängt an Gedanken zum Ausbau der Main-Weser-Bahn, über Stuttgart 21 und das Verhalten der Grünen dazu sinniert. Nun sind seit dem mehrere Gutachten öffentlich geworden, die dem Projekt eine zu positive Risikoabschätzung bescheinigen, und aus Baden-Württemberg hört man abwechselnd, dass sich die Grünen gemeinerweise gegen das Projekt stemmen oder gemeinerweise zu sehr für das Projekt sind. Unterm Strich ein Patt, würde ich sagen. Ich hoffe allerdings nach wie vor sehr, dass die Landesregierung standhaft bleibt und keinen Cent mehr als das vom Volksentscheid genehmigte Geld in dieses Projekt steckt.

Darauf aufbauend, wiederum, habe ich mich darüber aufgeregt, dass Bernie Sanders so lange seinen Wahlkampf gegen Hillary Clinton aufrecht erhalten hat, bei der Vorwahl der Demokraten in Amerika. Nun, letztlich hat er eingelenkt und Clinton ehrlich, aufrichtig und unermüdlich unterstützt. Gereicht hat es freilich nicht, und da am Ende etwa 109 000 Wähler*innen den Ausschlag gegeben haben, war sein Verhalten genauso wie jedes andere Detail des Wahlkampfes wahrscheinlich wahlentscheidend.

Mit der Beschwerde der hessischen Beamten, dass sie doch 100 % gäben, aber nur 1 % bekämen, habe ich mich ebenfalls auseinandergesetzt. Die Kritik an dem Slogan besteht weiterhin, allerdings wurde ich darauf hingewiesen, dass die Lohnerhöhungen natürlich auch im Lichte der Arbeitszeitverlängerung in 2004 von 38 ½ Stunden auf 42 Stunden pro Woche gesehen werden sollten. Es sollte also sein: Wir geben 109 %, sie geben 101 %. (Die Inflationsrechnungen, die ich im Juli dazu gemacht habe, lasse ich jetzt mal weg.) Auch richtig, aber dass der Slogan idiotisch ist, wird dadurch immer noch nicht verändert.

Von Blasen und Umfragen

Eigentlich wollte ich einen längeren Artikel über die US-Amerikanische Präsidentschaftswahl schreiben, aber letztlich will ich nur zwei Punkte in die Welt rufen:

  1. Die Umfragen waren nicht übermäßig falsch. Linke, hört auf, an Daten zu zweifeln. Nicht mal die Möglichkeit, dass Konservative sich nicht getraut haben könnten, Umfragern gegenüber zuzugeben, dass sie Trump wählen würden, ist in irgendeiner Weise aufrechtzuerhalten.
    Clinton war Favoritin in der Wahl, aber nicht so sicher, wie viele dachten. Die schönste Verbildlichung der Wahrscheinlichkeit, die ich gelesen hatte, war die von zwei Münzwürfen. Wenn beide als Zahl herauskommen, gewinnt Trump. Clinton hat ihre Wähler nicht mobilisieren können, Trump aber seine – beide „Zahl“, Clinton verliert.
  2. Das Vertrauen der Amerikaner in ihre „Institutionen“ wird kleiner. Damit sind alle möglichen Dinge gemeint:  Ehe, das Parlament, die Medien, organisierte Religion. Besonders das Misstrauen in die Medien ist auch in Deutschland weit verbreitet, und viele Menschen gucken jetzt zu den sozialen Medien und wundern sich, wie denn die „rechten Filterblasen“ so viele Falschmeldungen enthalten können.

Besonders der zweite Punkt ist für die deutsche Bundestagswahl 2017 interessant. Die „Lügenpresse“-Rufe auf PEGIDA-Demonstrationen zeigen, dass auch hier das Vertrauen in die Presse nachlässt, und Filterblasen gibt es auch auf Deutsch.

Aber der Glaube auf der linken Seite des Spektrums, dass die Umfragen so falsch gewesen seien basiert letztlich auch auf einem Nicht-Verstehen und dann Misstrauen gegenüber Wahrheiten™, woraufhin man sich dann lieber auf seine eigenen Überzeugungen zurückzieht. Das ist nicht vom Wesen her anders als Menschen, die die wissenschaftliche Methode nicht verstehen und nie gelernt haben, wie komplexe Systeme aussehen können – und die daher die Ergebnisse der Klimaforschung ablehnen und sich auf den bequemeren Standpunkt zurückziehen, nämlich den, dass an dem ganzen „Alarmismus“ über den Klimawandel nichts dran sei.

Um das hier wirklich kurz zu halten, kommt am Ende einfach ein Appell, der auch an mich selbst gerichtet ist: Überprüfe, wo du in einer Filterblase steckst. Überprüfe, welche deiner politischen (und das Wort ist hier sehr weit gemeint) Überzeugungen und Ansichten einem wissenschaftlichen Konsens entgegenstehen. Überprüfe dann kritisch, ob das gerechtfertigt ist – vielleicht wird das Kopfsteinpflaster vor deiner Tür ja wirklich deswegen nicht ausgebessert, weil der Oberbürgermeister Kopf einer Verschwörung ist, um zu verhindern, dass es mehr Durchfahrtsverkehr vor seiner Haustür gibt. Vielleicht gibt es aber auch gar keine Verschwörung.

Das Wüten des ganzen Fabers

Auf meiner Liste von zu lesenden Büchern stand es zwar nicht, aber Maarten ’t Harts Buch Das Wüten der ganzen Welt war trotzdem dran. Die komplette Jugend eines Niederländischen Kindes wird aus dessen Perspektive erzählt; wie er vom Dorfpolizisten sexuell genötigt und dieser schließlich im Lagerraum von seinen Eltern erschossen wurde, während der kleine Bub Klavier spielt. Und, wie er schließlich den Mörder in Schal und Hut findet und konfrontiert. Die große Hintergrundgeschichte ist der Überfall der Deutschen im zweiten Weltkrieg, ungefähr zu der Zeit, in der unser Held geboren wurde, und wie die einzelnen Personen damit umgegangen sind.

Es fällt mir schwer, viel mehr darüber zu schreiben, ohne viel vorwegzunehmen. Die Geschichte ist mitreißend, und mit Sicherheit auch ein zweites Mal spannend, wenn mal weiß, wie es ausgeht, weil man die ganzen Hinweise erkennt. (So ging es meiner besseren Hälfte, die das Buch schon kannte, als wir es uns gegenseitig vorlasen.) Erst ganz am Schluss fallen alle Puzzlesteine zusammen, auf eine Art und Weise, die man nicht geahnt hätte.

Grade fertig sind wir mit dem nächsten Vorleseprojekt Homo Faber von Max Frisch. Meine erste Begegnung damit war, als eine Deutschlehrerin in der 11. Klasse meine deterministische, reduktionistische Weltsicht kritisieren wollte und mir ans Herz legte, ich solle doch mal Homo Faber lesen, um zu merken, wie falsch ich liege. Nun, es hat eineinhalb Jahrzehnte gedauert, aber here I am. Walter Faber, der Titelheld, Züricher (wie der Autor), fliegt von New York, wo er wohnt, im Jahr 1957 nach Venezuela, um dort im Auftrag der UNESCO die Installation von Turbinen zu überwachen. Er ist Ingenieur und hat einen sehr klaren Plan vom Leben. Sein Flugzeug landet kurz vor Mexico City in der Wüste not, und in den wenigen Tagen, die er dort verbringt – emotionslos, weil es ist ja nichts dabei – lernt er den Bruder seines ehemals besten Freundes kennen. Hier geraten sein Leben und seine Überzeugungen langsam ins Wanken, er macht Abstecher auf dem Weg nach Venezuela (kein Problem: die Turbinen waren sowieso noch nicht da, aber das erfährt er erst später) und trifft die Liebe seines Lebens.

Lange Zeit noch klammert er sich an die Objektivität; eine Wolke ist eine Wolke und kein Hase; der Sonnenuntergang oder Mondaufgang hat nichts romantisches, sondern ist einfach da. Ein Unglücksfall reißt ihn jedoch aus diesem Trott heraus, und letzten Endes verliert er jeden Halt, und wohl am Ende auch sein Leben (aber das wird nicht wirklich klar).

Was wollte diese Lehrerin (den Namen weiß ich nicht mehr) mir beibringen? Es gibt auch Schönheit im Leben? Reduktionismus kann nicht alles erklären? In der Diskussion damals ging es um die Frage nach dem freien Willen, und das wird in Homo Faber nicht angesprochen. Es ist ein bewegendes Buch, das man aber auch als Aufruf verstehen kann, nicht nur die Arbeit zu sehen. Beziehungen nicht aufzugeben. Empathie zu haben. Vielleicht hatte ich damals zu wenig Empathie, das ist von heute aus schwer zu beurteilen. Aber, was soll’s: Beide diese Bücher habe ich sehr gerne gelesen.

Meg’s Geschichte

Eine ungewöhnliche Inspirationsquelle für ein neues Buch hat sich mir in der Rede von Chelsea Clinton beim Parteitag der US-Demokraten präsentiert, als sie davon sprach, wie sie mit „A Wrinkle in Time“ aufgewachsen ist. Nach kurzer Recherche entschloss ich mich, das auch mal zu lesen. Das Buch ist der erste Teil eines Quintetts, dessen andere Bücher ich im Anschluss auch gelesen habe.

Die Zeitfalte, so der deutsche Titel des ersten Buches, ist eine sehr klassische Gut/Böse-Geschichte. Meg, die 13-jährige Hauptperson, reist mit ihrem vierjährigen, aber mental schon ziemlich erwachsenen, Bruder Charles Wallace, und einem Freund, Calvin, mit der Hilfe von mystischen Gestalten auf fremde Planeten, um ihren Physiker-Vater vor einem bösen, körperlosen Gehirn zu retten. Dieses will alles gleichmachen, doch sie findet heraus, dass das nicht erstrebenswert ist, auch wenn sie sich oft wünscht, den anderen Kindern in der Schule ähnlicher zu sein.

A Wind in the Door spielt zwei Jahre später. Meg macht sich mit Calvin und einem Cherubim (so eine Art viele Drachen in einem) auf, diesmal in eine von Charles Wallace’s Zellen, in ein Mitochondrium, in dem ihre Biologen-Mutter neue Wesen, die Farandola, postuliert hat. Diese sollen so symbiotisch in den Mitochondrien leben wie diese in unseren Zellen, aber zu klein sein, um gesehen zu werden. Nun gilt es, eine dieser Dinger zu überzeugen, nicht einen auf Hippie zu machen (ich paraphrasiere hier mal, was die Autorin Madeleine L’Engle damals in 1973 wohl gemeint haben möge), sondern sich wie seine Eltern zu verhalten und damit in diesem einen Mitochondrium in dieser einen Zelle dieses einen kleinen Jungen in diesem einen Planeten in der einen Galaxie die gesamte Balance des Universums so zu verschieben, dass sowohl Charles Wallace als auch das ganze Universum gerettet wird.

In A Swiftly Tilting Planet erfahren wir dann, dass die Mutter für die Entdeckung der Farandola den Nobelpreis erhalten hat, und dass der Vater für den Präsidenten der Vereinigten Staaten ein so wichtiger Ratgeber ist, dass er abends persönlich angerufen wird und als einer der wenigen Menschen erfährt, dass dieser eine Südamerikanische Präsident wohl morgen den Atomkrieg anfangen wird. Die mittlerweile 23-jährige Meg ist momentan von ihrem Ehemann Calvin schwanger, und dessen Mutter gibt Charles Wallace einen alten Zauberspruch aus Wales, den er auf seiner Reise in der folgenden Nacht oft weitergeben wird: Mit Hilfe eines Einhorns springt er in der Zeit zurück und wird Zeuge, wie zwei Prinzen aus Wales lange vor den Wikingern in Nordamerika landen; der junge Prinz natürlich der gute, reine, der ältere der Böse. Deren Nachkommen über die Jahrhunderte resultieren letztlich in dem Diktator in Südamerika, und es ist Charles’ Aufgabe (immer IM Geist eines der Protagonisten der Episode), dafür zu sorgen, dass bei jedem Aufeinandertreffen der Nachkommen der Gute gewinnt und letztlich der Regierungschef mit den Atomwaffen aus der guten Reihe kommt.

Charles Wallace und Meg nehmen dann in Many Waters eine Nebenrolle ein, als wir deren Zwillingsbrüder Sandy und Dennys begleiten. Diese sind bisher immer nur nebenbei aufgetaucht und drei Jahre jünger als Meg. Nun laufen sie etwa vier Jahre vor den Ereignissen in A Swiftly Tilting Planet in ein Experiment ihres Vaters herein, dass sie in die Zeit vor der biblischen Sintflut in die Oase, in der Noah und seine Familie wohnen, versetzt. Auch hier gibt es einen Kampf der Guten gegen die Bösen. Wir alle wissen natürlich, dass da eine Flut kommen wird, und die Zwillinge wissen das auch. Die Geschichte bis dahin ist ganz nett und durchaus spannend, aber das Ende ist schlichtweg unkreativ und entwickelt sich eigentlich nicht aus der Geschichte heraus, sondern hätte auch die ganze Zeit so kommen können.

Schließlich sind wir in An Acceptable Time bei Meg’s Tochter Polly angelangt, und eigentlich ist das eine Geschichte, die auch in eine andere Reihe von Büchern über Polly passt. Polly stolpert bei ihren Großeltern (der Nobelpreisträgerin und dem Physiker) immer wieder in einen anderen „Zeitkreis“, der 3000 Jahre in der Vergangenheit liegt und besonders kurz vor Halloween stark mit „unserer“ Zeit verknüpft ist. Neben ihr kann ein befreundeter Bischof, ein Bekannter von Polly und eine Cobra, sowie zwei Menschen und ein Hund aus der alten Zeit, zwischen den Zeitkreisen wechseln – manchmal. „Damals“ herrscht Dürre, und das Volk des Windes, dem Charles Wallace schon in A Swiftly Tilting Planet begegnet war, wird wieder mal (beziehungsweise damals schon) von dem bösen Stamm von jenseits des Sees bedroht. Wieder sind zwei Brüder aus Wales per Schiff über den Atlantik gekommen und landeinwärts weitergezogen, um genau dort zu landen.

Allen Büchern ist gemeinsam, dass die Autorin versucht, ihren Geschichten den Hauch von wissenschaftlicher Plausibilität zu vermitteln, sich dabei aber bei Motiven und Gedanken aus New-Age-Pseudozeugs bedienen. Für meinen Geschmack gibt es zu viele Punkte, an denen ich mich Frage, ob sie die Grundlagen der jeweiligen Disziplinen genug verstanden hat, um davon ausgehend eine Fantasiewelt zu erschaffen (wie ich es bei Pratchett immer empfunden habe), oder ob sie einfach wissenschaftliche Worte verwendet, um ihren narrativen Erfindungen die Illusion der Glaubwürdigkeit zu geben. Ein Beispiel, aus dem letztgelesenen Buch: Polly’s Opa versucht, sie zu beruhigen und „auf den Boden der Realität“ zurückzuholen, und fragt sie Physik-Dinge ab. Zum Beispiel, woraus ein Proton besteht. 3 Quarks, antwortet Polly. Opa fragt darauf, welche Richtung, und Polly antwortet: „two up, one down.“ Ein Proton besteht tatsächlich aus zwei Up- und einem Down-Quark, aber das sind keine Richtungen, sondern Bezeichnungen für zwei Arten von Quarks, die nichts mit den gewöhnlichen Konzepten von hoch, runter, Seltsamkeit, Anmut, Unten und oben zu tun haben, auch wenn die Teilchen up, down, strange, charm, bottom und top genannt wurden. Kurz gesagt: Hier ist ein kleiner Teil gehört und gründlich missverstanden worden. Ähnliches lässt sich über die Relativitätstheorie sagen.

Wie gesagt, Fantasy muss nicht wissenschaftlich korrekt sein, aber hier ist für mich wirklich einfach zu viel Märchen vermischt mit Pseudo-Blabla.

Darüberhinaus sind die Bücher zwar nicht explizit pro-Christlich, und teilweise sogar Christentumskritisch, aber immer wieder kommen Motive aus Bibel und Thora vor; und immer wieder sind diese wahr (das beinhaltet die oben erwähnte Geschichte von Noah, aber auch Jesus). Die Ureinwohner werden so beschrieben, als glaubten sie eigentlich auch an den gleichen Gott wie die zivilisierten Völker, wissen es nur nicht – überhaupt, die Urvölker Amerikas werden sehr stark verfeuersteint, also in ein romantisches, modern geprägtes Weltbild von damals hineingepresst. Flintstonization ist ein Konzept, dass ich im Buch Sex at Dawn kennengelernt habe; es besagt eben, dass viele Anthropologen in die Funde von Steinzeitmenschen ihre heutige Gesellschaftsform hineininterpretieren, wir wissen ja immerhin, dass die Steinzeitmenschen genauso gelebt haben wie wir – siehe Fred Feuerstein (oder Flintstone, im Original). Ähnliches passiert hier; als gröbsten Fehler sehe ich die Annahme, dass die Ureinwohner Nordamerikas vor 3000 Jahren Landwirtschaft betrieben hätten und sesshaft waren. (Warum das ein Problem wäre, habe ich in Guns, Germs and Steel gelernt.)

Langer Rede kurzer Sinn: Keine guten Bücher.

Aber ich habe doch recht!

Für Stuttgart 21 gab es einen „Stresstest“, laut dem ein Bahnhof, der nicht gebaut werden soll (10 Gleise statt 8), mit einer Technik, die es nicht gibt (eigentlich dauert es 30 Sekunden, bis Gleisabschnitte freigegeben werden), problemlos einen Fahrplan, der nicht gefahren werden soll, bewältigen kann. Die Medien haben aber die Geschichte der Deutschen Bahn („Stuttgart 21 besteht Stresstest“) geglaubt, die Gegner haben es nicht geschafft, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass der geplante Bahnhof den Test eben nicht bestanden habe und das wirkliche Bauvorhaben eben immer noch genau so desaströs zu werden droht, wie schon immer befürchtet. Der Volksentscheid wurde verloren, Stuttgart 21 wird gebaut.

So eine ähnliche Situation kann man aktuell in den USA sehen: Bernie Sanders bewirbt sich für die Nominierung der Demokraten und tritt dabei gegen Hillary Clinton an. (Es gab Anfangs noch vier andere Kandidaten, die aber mittlerweile aufgegeben haben.) Sanders gilt als sehr links, bezeichnet sich selbst als demokratischer Sozialist, während Clinton als Establishment und als moderater gilt; beide haben sich, als sie gemeinsam im Senat waren, bei etwa 93% der Abstimmungen gleich verhalten. Die haben Medien schon lange, bevor irgendwer gewählt hat, Clinton als Favoritin ausgemacht, und von den etwa 15% der Delegierten auf dem Parteitag (713 von 4765), die als Parteifunktionäre nicht gewählt sind, haben sich sehr viele schon vorher auf Clinton festgelegt.

Dann kommt noch die unglückliche Tatsache, dass die Partei im Vorfeld verhindern wollte, dass es zu viele Debatten geben würde – die Idee ist, dass man, je weniger man unter Demokrat*innen diskutiere, sich weniger gegenseitig kritisieren und demontieren würde. In der Hauptwahl gegen die Republikaner könnten diese also weniger „die Demokraten denken ja selbst, dass ihr(e) Kandidat(in) nichts taugt“ sagen. Gleichzeitig verhindert das, dass unbekannte Kandidaten (eben Sanders) bekannter werden. Kurz: die Ausgangssituation hat Clinton sehr bevorzugt.

Nun sind die Vorwahlen fast durch; heute wählen noch die letzten Staaten, bevor nächsten Dienstag auch der District of Columbia seine letzten Delegierten bestimmt. Clinton führt in jeder denkbaren Sichtweise:

  • Gebundene Delegierte (also die, die durch die Wahlen festgelegt wurden),
  • Anzahl der gewonnenen Staaten,
  • Wählerstimmen gesamt,
  • freie Delegierte (die vorgenannten Superdelegierten).

Entscheidend ist die Anzahl der freien + gebundenen Delegierten. Aber natürlich kann man das (vollkommen richtige!) Argument anführen, dass die Superdelegierten undemokratisch sind, also kann man auf gebundene Delegierte und Wählerstimmen gucken.

In beiden, vom Volk bestimmten, Maßen ist Clinton vorne, und zwar nicht nur knapp. Clinton könnte Kalifornien heute Abend mit 50%-Punkten verlieren und hätte immer noch eine Mehrheit an Delegierten; die 3 Millionen Stimmen Vorsprung kann Sanders praktisch gar nicht mehr einholen. Die Umfragen für Kalifornien sagen einen Sieg für Clinton (zwischen 2% und 18%) voraus.

Sanders (und vor allem seine Unterstützer) sind aber der Meinung, doch noch die Nominierung bekommen zu können. Wie? Man werde die Superdelegierten überzeugen, ihre Meinung zu ändern. (Ich sollte nicht unerwähnt lassen, dass Superdelegierte für die Sanders-Kampagne am Anfang das Böse schlechthin waren, so lange, wie es nicht praktisch unmöglich war, eine Mehrheit der freien Delegierten zu gewinnen.)

Aus deutscher Sicht war es lange Zeit schwer verständlich, warum Sanders in Amerika für radikal gehalten wird; in der Tat sind die meisten seiner Forderungen in Deutschland praktisch gar keine Streitthemen. Aber an seiner Reaktion auf die tatsächlichen Wahlergebnisse sehe ich einen alarmierenden Aspekt: die Überzeugung, dass man doch eigentlich besser geeignet wäre, die Demokraten bei der Präsidentschaftswahl zu vertreten, dass die eigenen Positionen doch eigentlich die besseren seien, führt dazu, dass man die Wahl ignorieren will. Weil man es besser wisse als die Wähler, die schlecht informiert waren, denen viel zu lange erzählt wurde, dass Clinton ja sowieso gewinnen würde. Das ist für mich auf jeden Fall radikal, und, ja, ich halte das auch für gefährlich. „Meine Meinung ist wichtiger als die Mehrheitsmeinung“ ist per Definition undemokratisch.

Woher kommt aber dieses Festhalten an diesen Strohhälmen? Wie kann man einen solchen Affront gegen alle Wähler*innen fordern – abgesehen von der symbolischen Wirkung, wenn eine mit großem (!) Vorsprung gewählte Frau die ihr dadurch zustehende Position nicht bekommen würde, sondern ein alter, weißer Mann ihr bevorzugt würde? Auch, wenn viele Sanders-Anhänger sie als korrupt bezeichnen, als zu konservativ, oder glauben, dass sie ob ihres Umgangs mit e-Mails als Außenministerin offiziell angeklagt wird, wird Clinton die Kandidatin sein. Und nicht, weil sie so viele Superdelegierte auf ihrer Seite hat, sondern weil sie so viele Stimmen bekommen hat. Weil so viele Leute der Meinung waren, sie sei die bessere Wahl. Vielleicht haben viele davon gar nicht geglaubt, dass sie wirklich als Präsidentin einem Präsident Sanders vorzuziehen ist; vielleicht war vielmehr ausschlaggebend, dass die Nachteile einer Präsidentin Clinton gegenüber einem Präsidenten Sanders dadurch aufgewogen werden, dass die Wähler geglaubt haben, ein Sieg Clintons gegen die Republikaner (wir wissen jetzt: Trump) sei viel wahrscheinlicher als ein Sieg von Sanders, und dass die Wähler daher nicht so sehr Clinton gegen Sanders sondern vielmehr {Clinton gegen Trump} gegen {Sanders gegen Trump} abgewägt haben. Vielleicht wurde diese Abwägung uninformiert getroffen, vielleicht haben sich die Wähler geirrt. Vielleicht gab es andere Gründe für das Wahlverhalten. Diese ganzen Vielleichts sind aber unwichtig, denn beim Ergebnis ist kein Vielleicht übriggeblieben.

Der Kampf um Superdelegierte ist nun zu einem Kampf derjenigen geworden, die von ihrer Meinung so überzeugt sind, dass sie nicht wahrhaben wollen, dass ihre Positionen nicht mehrheitsfähig sind, oder zumindest einfach keine Mehrheit bekommen haben. Ähnlich, wie die Gegner von Stuttgart 21 keine Mehrheit bekommen haben, und auch da gibt es immer noch Hardliner, die das nicht wahrhaben wollen. Es werden Verschwörungen gewittert: auch wenn die genauen Beteiligungsregeln in den Vorwahlen in manchen Bundesstaaten extrem merkwürdig sind (in New York zum Beispiel musste man sich ein halbes Jahr vor der Wahl bei der richtigen Partei registrieren), sind sie alle schon so lange gültig, dass man keine akute Bevorzugung von Clinton hineininterpretieren kann. Über Vorwahlen, in denen nur registrierte Demokraten wählen durften, wurde sich lauthals beschwert, weil viele von Sanders‘ Unterstützern eben keine registrierten Demokraten sind (und, in der Tat, Sanders hat bei „offenen“ Vorwahlen besser abgeschnitten als bei „geschlossenen“). Über Caucuses, eine sehr komplizierte Art der Vorwahl, die sich vor allem durch eine sehr kleine Wahlbeteilgung auszeichnen und die für Sanders sehr viel besser ausgegangen sind, wurde sich jedoch nicht beschwert. (Eine sehr nette Analyse der bisherigen Wahlergebnisse zeigt, dass Clinton wesentlich mehr durch Caucuses geschädigt wurde als Sanders durch geschlossene Vorwahlen; wenn alle Staaten freie Vorwahlen hätten, wäre Clinton’s Vorsprung noch ein wenig größer.)

Nun bin ich also schon wieder an einem Punkt, an dem falsche Hoffnungen geschürt werden, an dem demokratische Entscheidungen nicht akzeptiert werden können, an dem Betrug gewittert wird, wo es einfach nur nicht genügend Gleichdenkende gibt. In dem Fall hier hoffe ich, dass sich genügend Sanders-Wähler bei den Hauptwahlen im November aufraffen werden, um zu verhindern, dass Donald Drumpf der mächtigste Mann der Welt wird. Ich bin mir sehr sicher, dass Hillary Clinton eine wesentlich bessere Wahl ist.

The Big Wahoonie

Original-Post

Ich war ja letztes Jahr schonmal in Manhattan, jenen 59km², über die so viel geschrieben, gesungen, gesagt und gedichtet wurde, und die man trotzdem selbst erlebt haben muss, um einen Eindruck zu bekommen. Diesmal hatte ich nach eineinhalb Tagen Washington nach der Konferenz und dreieinhalb Stunden Zugfahrt noch etwa zweieinhalb Tage Zeit in New York. Mit vier Mann Begleitung, die alle noch nicht im Big Apple waren, richtete ich mich nach deren Wünschen und habe selbst noch viel Neues entdeckt, einiges wiedergesehen, vor allem den (fast) allgegenwärtigen Müllgeruch wiedergerochen und den allgegenwärtigen Lärm gehört.

In Washington war ich noch einmal bei ein paar (anderen) Monumenten in der Nacht, habe das Nationale Luft- und Raumfahrtmuseum angeguckt (und war nach sechs Stunden völlig platt) und habe festgestellt, dass nach neun Uhr abends an einem Sonntag keine gute Zeit ist, in der Innenstadt noch Gastronomie zu suchen. Washington hat aber noch eines, das erwähnenswert ist: Unendlich viel Fluglärm, sowohl von Flugzeugen als auch von Hubschraubern. Nicht gut. Das Museum aber war atemberaubend cool, und da der Eintritt umsonst ist, empfehle ich allen, lieber zwei halbe Tage reinzugehen statt einen ganzen, um wirklich für alles aufnahmefähig zu sein. Durch die letzten Ausstellungen sind Gunnar und ich nur noch zombieartig durchgelaufen, ohne wirklich viel zu sehen.

Blick entlang des Federal Triangles (rechts, mit dem Turm des alten Post Office) zum Kongress.
Blick vom Lincoln Monument zum Washington-Phallus. (©: Gunnar Gräf)
Sicher nicht das aufregendste Bild, das jemals mit dem Hubble-Teleskop aufgenommen wurde, aber das ist ja auch nur der Prototyp da hinter mir… (©: Gunnar Gräf)

Gleiches kann einem auch in New York City geschehen, aber da muss man immerhin nur gucken, nicht lesen. Gunnar und Stefans Wünsche (Christoph und Thomas haben langschlafbedingt ihr eigenes Ding gemacht) führten mich auf die (kostenfrei benutzbare) Staten Island Ferry, die an Ellis und Liberty Island vorbeiführt, am Hudson entlang und zum High Line Park, einer alten Hochbahnstrecke, die nach und nach in den letzten sechs Jahren zu einem Naherholungsgebiet mit mal wieder komplett anderem Blick auf die Stadt um/ausgebaut wurde. Und das letzte Stück fehlt noch. Cool wird das vor allem dadurch, dass man nicht am jedem Block stehen bleiben muss, weil die Ampel grade rot wird, wenn man ankommt.

Amerikanische Oberleitung. Die hängt schnurgerade in der Mitte des Gleises, ich dachte immer, das würde nicht gehen, wegen der Abnutzung der Stromabnehmer!?
Blick am High Line Park nach Norden.

Heute, letzter Tag, bin ich nur noch mit Stefan unterwegs, die anderen drei sitzen im Zug zu den Niagara Falls. Im Nationalen Museum für die Ureinwohner haben wir eine nette Ausstellung über den Einfluss der Indianer auf die Popkultur gesehen, und jetzt sitze ich im Bryant Park und warte auf Stefan, der hoffentlich nicht mehr in der Schlange steht (edit: stand er nicht mehr), um vom Empire State Building aus über die Stadt zu gucken (was mir die Gelegenheit gibt, soviel auf meinem Handy zu bloggen). Außer Essen und einem Buchlanden steht dann auch nichts mehr auf den ToDo-Listen, sodass wir gegen 18 Uhr unser Gepäck aus dem Hotel holen und uns auf nach JFK machen, wo der Flieger nach Frankfurt um 21:50 Uhr abfliegen soll.

Quark Matter

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Quarkmaterie. Das ist, wie schon gesagt, der Name des Anlasses meiner USA-Reise. Die großen Beschleuniger, an denen Experimente für unser Feld gemacht werden, stehen in Genf, da wird seit 2010 gemessen, auf Long Island, wo seit 2000 Daten gesammelt werden und wo es momentan viel Überzeugungskraft braucht, Gelder für weitere Jahre von den Politikern zu bekommen, und bei Darmstadt, wo ab 2018 physikalische Fragen beantwortet werden sollen. Daraus erklären sich teilweise die Orte: Annecy nahe Genf letztes Jahr mit den ersten Ergebnissen, Washington bei den Entscheidungsträgern dieses Jahr, Darmstadt in zwei Jahren (der Zyklus ist nominell 1½ Jahre). Und für 2015 wurde Japan ausgedeutet, aber erdbebenbedingt ohne genauen Ort.

Die Konferenz an sich war für mich anstrengend — man hat kaum eine Minute für sich, die Nächte sind kurz und ich schranze oft nahe an der Reizüberflutung lang. Dafür war das Essen okay (besser als in Frankreich letztes Jahr), die neuen Ergebnisse aus Experiment und Theorie spannend genug, um nicht ständig einzuschlafen, die Organisation bis auf wenige Kleinigkeiten tadellos (im starken Gegensatz zu 2011!) und mein Zimmernachbar sehr angenehm (genau wie 2011, war ja derselbe).

Am ersten Tag, als die großen Übersichtstalks liefen, fand ich bei Twitter einen Wissenschaftsjournalisten, der aus dem Saal livetwitterte. In der Kaffeepause haben wir uns getroffen und unterhalten; sehr erhellende Einsichten von einem Außenseiter auf unser Feld (er ist Gravitationsphysiker). Es gab zwei Abendvorträge, einen über Energie und woher wir sie kriegen (den ich schonmal in Frankfurt gesehen habe und den ich trotzdem gut fand), und die richtige After-Dinner-Speech nach dem Gala-Dinner vom schlechten Astronomen Phil Plait der unter dem Titel Death from the Skies über Asteroiden, Kometen, grotten- und nicht ganz so schlechte Hollywoodfilme, Sonnenwinde und andere Möglichkeiten, wie das Leben auf der Erde durch kosmische Einflüsse beeinträchtigt werden könnte, berichtete. Das war die beste After-Dinner-Speech, die ich bei einer QuarkMatter je erlebt habe, und immerhin muss die sich dem Bericht über die Pathfinder-Mission vor zwei Jahren in Tennessee messen.

Und natürlich trifft man Leute, und zwar zu Hauf. Alte Weggefährten aus Frankfurt, aus Bergen, Leute, die doch keine Weggefährten wurden wie die aus Montreal, Konferenzbekannschaften, die man immer wieder gerne trifft.

Alles in Allem eine schöne Konferenz, die auch die Unmengen (per Atmosfair abbezahlten) Mengen CO2, die der Flug über den großen Teich verursacht hat, lohnenswert erscheinen lassen. Und ob ich, sechs Wochen vor dem Ende meines Vertrages, die Reise zur nächsten Quark Matter werde bezahlen lassen können, daran besteht nicht wirklich ein Zweifel.

(Disclaimer: Mein Arbeitgeber hat die Aufgabe, die neue Anlage in Darmstadt vorzubereiten und zu promoten.)

Bezirk von Kolumbia

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District of Columbia. Washington also; da bin ich grade. Die nächste QuarkMatter-Konferenz, nach der in Annecy letztes Jahr und Knoxville, TN vor drei Jahren. Heute ist Halbzeit der sechstägigen Konferenz, und den freien Nachmittag habe ich genutzt, um auf eigene Faust die Stadt anzugucken.

Was wird mir wahrscheinlich hiervon im Gedächtnis bleiben? Ich glaube, drei Dinge: Vor allem die ständigen Temperaturunterschiede. In geschlossenen Gebäuden ist es kühl, aber selten angenehm, eher wirklich kalt, und draußen schwitzt man sich fast zu Tode. Der Übergang ist jedes Mal abrupt und sehr, sehr unangenehm. Zweitens die Metro, aber nicht, weil sie hier besonders aufregend wäre, eher wegen dem Gegenteil: die Züge sind hässlich und alle (unterirdischen) Stationen sehen gleich aus. Und nichtmal schön, vor allem dunkel. Aber das ist wohl gewollt, sonst könnte man einfach die Wände weiß streichen, das würde schon so viel ausmachen…

Typische Metrostation in Washington, DC. Die einzige Variation ist manchmal, dass es einen Mittelbahnsteig gibt, und dass die Abgänge manchmal woanders sind. Kreuzungsbahnhöfe sind einfach zwei solche Stationen rechtwinklig aufeinandergesetzt, eine davon mit etwas höherer Decke.

Das dritte sind die Monumente. Ich halte zwar nicht unbedingt viel von Prachtbauten, aber beeindruckend sind die ganzen Teile schon. Dank der Anregung von einem Freund sind wir am ersten abend (naja, dem zweiten, der erste war nur Ankommen und Ins-Bett-fallen) bei Nacht zu einer Tour an die großen Denkmäler aufgebrochen, und auch wenn es ökologischer und klimatologischer Frevel ist, soviel Licht in den Himmel zu blasen, erzeugt der Teil der Lichtes, der auf den Obelisk und die anderen Prunkbauten fällt, wirklich eine schöne Stimmung. Auch tagsüber, das habe ich dann eben heute bemerkt, sind die Bauten eindrucksvoll. Leider ist die Washington Mall, also der Bereich zwischen Kongress und Lincoln Memorial, wie auch viele andere Stellen in der Stadt, momentan Baustelle, was der Fotogenität nicht direkt zuträglich ist.

Das Kapitol. Wesentlich beeindruckender als das Weiße Haus, was ich aber auch nicht direkt klein fand…
Washington Monument (das große Phallus-Symbol links) und Jefferson Monument (das mit den Säulen und der Kuppel rechts) mit mir im Bild.

Am Samstag ist die QuarkMatter zu Ende, dann habe ich noch den Sonntag hier, Montag geht es mit dem Zug zurück nach New York, und Mittwoch abend der Flieger nach Europa. Mal sehen, was ich dann noch zu berichten weiß.

Projekt 11000

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Nachdem nun mal wieder mehr als ein halbes Jahr vergangen ist, muss ich mal wieder berichten. Montreal ist ’ne schöne Stadt, aber ich werde dort nicht hinziehen. Vielmehr habe ich seit 1. November einen neuen Job als Programm-Koordinator bei HIC for FAIR, einem wissenschaftlichen Zentrum hier an der Uni. Dabei darf ich weiter Physik machen, aber meine Hauptaufgabe ist es, Berichte über die Forschung anderer zu schreiben. Bis jetzt macht das recht viel Spaß, und wenn das Zentrum und meine Stelle Ende Juni 2014 auslaufen, bin ich 30 Jahre, promoviert in Physik, und habe knapp 3 Jahre Berufserfahrung im Wissenschaftsmanagement. Ich finde, das sind gute Voraussetzungen.

Im Ortsbeirat 8 der Stadt Frankfurt fühle ich mich mittlerweile „angekommen“; und eigentlich gefällt mir die „kleine“ Politik ganz gut. Ich gehe sogar aus Neugierde auf Faschingsveranstaltungen, zu denen ich eingeladen wurde, und diesen Monat stehen noch ein paar Neujahrsempfänge an.

Heute schreibe ich vor allem deswegen, weil ich das erste Mal in diesem Jahr (was ja noch gar nicht so alt ist) mit dem Fahrrad in die Uni gekommen bin. Ich beginne dieses Jahr mit einem Kilometerstand von 10882 km, was erbärmlich ist, wenn ich mich daran erinnere, dass ich die 10000 in meinem Norwegen-Urlaub vor zweieinhalb Jahren überschritten habe. Meine Ziele sind daher eher niedrig: 11000 km bis Ostern. Das sollte eigentlich locker machbar sein, aber das hatte ich mir ja schon öfters gedacht. Die neue Riedberg-U-Bahn ist einfach zu bequem… Drückt mir die Daumen!

Klassenfahrt

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Und noch ein Lebenszeichen aus Annecy, während ich im Bus sitze, der gleich Annecy verlassen und irgendwann heute Nacht in Frankfurt ankommen wird. Die Konferenz ist zuende, die nächste Quark Matter wird im August 2012 im District of Columbia (also in Washington) stattfinden. Jetzt heißt’s aber erstmal, die Ergebnisse dieser QM zu verdauen und zu sehen, was das nun für unsere Modelle und Theorien bedeutet. Mal sehen, was es dann nächstes Jahr alles Neues gibt…

So ’ne Konferenz ist aber bei allem Spaß und allen tollen Sachen ziemlich anstrengend, und es ist ganz gut, dass es nicht länger als eine Woche dauert. Das gilt neben der Kondition auch ganz besonders für den Geldbeutel, denn das Essen hier in Frankreich ist echt sauteuer, aber wenigstens ist das Essen nur halb-typisch französisch, sondern eher so, wie ich mir schweizer Essen vorstelle — viel Käse und Kartoffeln. Das Essen, das wir bei der Konferenz bekommen haben, ist schon eher typisch französisch gewesen: Wenig, fancy, alle lieben’s außer Bjørn. Naja — außer, dass am Mittwoch scheinbar jeder Durchfall hatte. Französisches Essen ist ja soo toll.

Meine Karrierepläne kommen tatsächlich voran, Charles hat mich für Ende September nach Montreal eingeladen, und wenn ab jetzt alles gut läuft, wäre nächstes Frühjahr in Montreal anzufangen realistisch. Mal sehen, wie es bis dahin weiterläuft. Vorerst freue ich mich auf daheim, meinen Geburtstag nachzufeiern, die ganzen Sommerfeste, die jetzt so langsam auf mich zukommen, aufs Freibad und den ganzen anderen Kram, der Frühling und Sommer so toll macht.

Montreal

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Also jetzt ist es wirklich in Ordnung, auf das Jahr zurückzublicken; viel wird nicht mehr passieren. Mit drei Konferenzen und einem eingeladenen Vortrag sowie meinem Kurzbesuch in Bergen vor zwei Wochen wirkt es eigentlich gar nicht so, als hätte ich keinen Urlaub dieses Jahr gemacht, und mit sechs Papern und einer Doktorarbeit scheint es auch nicht wirklich unproduktiv gewesen zu sein.

Und, auch wenn der November insgesamt eher negativ war (aber das habe ich ja schon mal erwähnt), hat mich das Jahr 2010 auch persönlich irgendwie weitergebracht. Dafür waren mit Sicherheit vor allem die Konferenzen und die dort geknüpften Kontakte verantwortlich, aber auch alles andere, was ich dieses Jahr gemacht habe. Selbst der November. Mindestens hat mich das Jahr zu dem Titel eines Doktor phil. nat. gebracht, aber das heißt für mich eigentlich nur, dass ich weiter für die Physik bezahlt werden kann. Klar, ein bisschen stolz darauf, wie ich es hingekriegt habe, bin ich schon, aber damit genug davon.

Nun ist Heilig Abend, die Tage werden seit gestern wieder länger, und im Januar kommt endlich mein verdienter Urlaub, der mich endlich nach Bulgarien bringen wird. Die Karten sind schon gebucht — am 11. Januar um 05:51 geht’s ab Frankfurt Hauptbahnhof los. Die Rückfahrt ist noch nicht ganz geregelt, ich weiß nur, dass ich am 19. abends einen wichtigen Termin habe und daher wieder zurück sein muss. Aber diese eine Woche wird mit Sicherheit sehr toll!

Viele andere Pläne für 2011 habe ich noch nicht; ich würde gerne mal nach Montreal, weil ich mich dort für eine Postdocstelle bewerben mag, aber das ist grade erst in den Anfangsstadien — in den nächsten Tagen werde ich dem Professor dort einen Lebenslauf schicken und dann mal sehen. Vielleicht wohne ich im Sommer oder Herbst dann schon in Kanada.

Ansonsten will ich nächstes Jahr auch gerne mal wieder einen Sommerurlaub machen, mein Lieblingsziel dafür wäre natürlich mal wieder Norwegen. Aber das ist momentan noch so weit weg für mich, dass ich da nur von träume und noch lange nicht plane. Daher erstmal den Wunsch, dass ihr alle gut in das neue Jahr kommt (egal, ob das für euch persönlich vorgestern um 00:38, heute abend oder am 1.1. anfängt).

Quark Matter 2009

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Ende März/Anfang April 2009 war ich bei der Quark Matter im langweiligen Tennessee. Aber obwohl die Stadt nicht aufregend war, habe ich doch zwei, drei schöne Bilder mitgebracht.

Sehe ich wirklich so aus, wenn ich was erkläre? Das Bild war wirklich nicht gestellt!
Im Smokey Mountain National Park.
Ich bin halt weitsichtig (©: Henner Büsching)
Ich liebe blühende Bäume, und am ersten April ist es nochmal ganz besonders, fühlt sich fast nach Mai an!
Die Innen-/Altstadt von Knoxville, Tennessee. Das Monument ist der Frauenrechtsbewegung/-in gewidmet.

Jamaica 2010

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An Neujahr 2010 machte ich mich morgens um 5 Uhr auf, um nach Jamaica zu reisen. Der Grund? Eine Konferenz natürlich! Ich ließ mich weder von starkem Nasenbluten noch von Haibissen aufhalten und hatte eine schöne Zeit bei leider schlechtem Wetter.

Ein Markt in Ocho Rios/Jamaica.
Das bin ich mit meiner dritten Folie (oder so) in Jamaica. (© CC-BY-SA 3.0: Ioannis Bouras)
Exkursionsziel war ein Korallenriff vierhundert Meter neben dem Hotel, wo alle, die nicht grade in eine Glasscherbe reingetreten waren, Schnorcheln gegangen sind. Die anderen sind halt auf dem Schiff geblieben und haben Fotos gemacht ☹
Der Wasserfall bei Ocho Rios, den ich in Ermangelung guten Wetters leider nicht mehr besucht hatte.
Blick aus dem Hotel auf Ocho Rios.

Hot Quarks in Colorado

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Im August war ich in Estes Park, Colorado in den Vereinigten Staaten. Dort fand die Konferenz „Hot Quarks“ statt. Eine Woche lang in den Rocky Mountains auf etwa 2900 Metern Höhe, mitsamt Fahrrad-Fahr-Ausflug: Mit dem Auto auf 3500 Meter (12090 Fuß), und dann runterrollen bis zum geht nicht mehr. War toll, und ich war auch nicht in die beiden Unfälle verwickelt…

Im Hotel gab’s nachts Bären und morgens Rentiere.
Ja, ich war wirklich auf Zwölftausend und neunzig Fuß Höhe. (©: unbekannt)
Bei einer Pause während der Fahrradtour entstand dieses Gruppenbild. (Selbstauslöser)
Die Rocky Mountains nur noch im Rückspiegel auf der Rückfahrt nach Denver…
In Detroit gibt es eine Art Trambahn innerhalb des Terminals.