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The Big Wahoonie

Original-Post

Ich war ja letztes Jahr schonmal in Manhattan, jenen 59km², über die so viel geschrieben, gesungen, gesagt und gedichtet wurde, und die man trotzdem selbst erlebt haben muss, um einen Eindruck zu bekommen. Diesmal hatte ich nach eineinhalb Tagen Washington nach der Konferenz und dreieinhalb Stunden Zugfahrt noch etwa zweieinhalb Tage Zeit in New York. Mit vier Mann Begleitung, die alle noch nicht im Big Apple waren, richtete ich mich nach deren Wünschen und habe selbst noch viel Neues entdeckt, einiges wiedergesehen, vor allem den (fast) allgegenwärtigen Müllgeruch wiedergerochen und den allgegenwärtigen Lärm gehört.

In Washington war ich noch einmal bei ein paar (anderen) Monumenten in der Nacht, habe das Nationale Luft- und Raumfahrtmuseum angeguckt (und war nach sechs Stunden völlig platt) und habe festgestellt, dass nach neun Uhr abends an einem Sonntag keine gute Zeit ist, in der Innenstadt noch Gastronomie zu suchen. Washington hat aber noch eines, das erwähnenswert ist: Unendlich viel Fluglärm, sowohl von Flugzeugen als auch von Hubschraubern. Nicht gut. Das Museum aber war atemberaubend cool, und da der Eintritt umsonst ist, empfehle ich allen, lieber zwei halbe Tage reinzugehen statt einen ganzen, um wirklich für alles aufnahmefähig zu sein. Durch die letzten Ausstellungen sind Gunnar und ich nur noch zombieartig durchgelaufen, ohne wirklich viel zu sehen.

Blick entlang des Federal Triangles (rechts, mit dem Turm des alten Post Office) zum Kongress.
Blick vom Lincoln Monument zum Washington-Phallus. (©: Gunnar Gräf)
Sicher nicht das aufregendste Bild, das jemals mit dem Hubble-Teleskop aufgenommen wurde, aber das ist ja auch nur der Prototyp da hinter mir… (©: Gunnar Gräf)

Gleiches kann einem auch in New York City geschehen, aber da muss man immerhin nur gucken, nicht lesen. Gunnar und Stefans Wünsche (Christoph und Thomas haben langschlafbedingt ihr eigenes Ding gemacht) führten mich auf die (kostenfrei benutzbare) Staten Island Ferry, die an Ellis und Liberty Island vorbeiführt, am Hudson entlang und zum High Line Park, einer alten Hochbahnstrecke, die nach und nach in den letzten sechs Jahren zu einem Naherholungsgebiet mit mal wieder komplett anderem Blick auf die Stadt um/ausgebaut wurde. Und das letzte Stück fehlt noch. Cool wird das vor allem dadurch, dass man nicht am jedem Block stehen bleiben muss, weil die Ampel grade rot wird, wenn man ankommt.

Amerikanische Oberleitung. Die hängt schnurgerade in der Mitte des Gleises, ich dachte immer, das würde nicht gehen, wegen der Abnutzung der Stromabnehmer!?
Blick am High Line Park nach Norden.

Heute, letzter Tag, bin ich nur noch mit Stefan unterwegs, die anderen drei sitzen im Zug zu den Niagara Falls. Im Nationalen Museum für die Ureinwohner haben wir eine nette Ausstellung über den Einfluss der Indianer auf die Popkultur gesehen, und jetzt sitze ich im Bryant Park und warte auf Stefan, der hoffentlich nicht mehr in der Schlange steht (edit: stand er nicht mehr), um vom Empire State Building aus über die Stadt zu gucken (was mir die Gelegenheit gibt, soviel auf meinem Handy zu bloggen). Außer Essen und einem Buchlanden steht dann auch nichts mehr auf den ToDo-Listen, sodass wir gegen 18 Uhr unser Gepäck aus dem Hotel holen und uns auf nach JFK machen, wo der Flieger nach Frankfurt um 21:50 Uhr abfliegen soll.


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