Go Set a Perfume

Nach To Kill a Mockingbird ist Go set a Watchman der zweite Roman von Harper Lee, und handelt davon, wie Jean-Louise in den 1960er Jahren, 20 Jahre nach den Vorkommnissen im ersten Roman, wieder mal heim nach Alabama kommt. Eigentlich lebt sie in New York, und sie kann sich nicht mehr so richtig ins Dorfleben einfinden.

Der politische Hintergrund zu der Geschichte ist die Entscheidung des obersten Gerichtshofes, dass eine vorgeschriebene Trennung der Weißen und Schwarzen („separate but equal“) nicht zulässig ist. Der juristische Konflikt dahinter besteht in der unterschiedlichen Gewichtung des 10. und 14. Zusatzartikels zur US-Verfassung und besteht auch heute noch bei Fragen wie der gleichgeschlechtlichen Ehe und LGBTQ-Gleichstellung: Der 10. Zusatzartikel sagt, das alles, was die Verfassung nicht explizit an den Bund delegiert, von den Staaten zu regeln ist – Staaten-Recht bricht Bundesrecht, im Gegensatz zum Deutschen Grundsatz, dass Bundesrecht Landesrecht bricht.

Der 14. Zusatzartikel garantiert allen Menschen gleichen Schutz vor dem Gesetz („equal protection“), und wird von Liberaler und Bürgerrechtsseite von jeher angeführt, um diese Regeln für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung im Bund festzusetzen und in allen Staaten gelten zu lassen. Konservative wollen diese Regelungen tendentiell den Staaten überlassen, was natürlich bedeutet, dass es Staaten gibt, in denen es keine Homo-Ehen gibt, oder eben erzwungene Trennung von Weißen und Schwarzen.

Jean-Louise kommt also aus dem liberalen New York ins immer noch rassistisch geprägte Alabama, in dem die Leute außer sich sind vor Wut, dass „die da oben“ in Washington, D.C., sich in die Selbstbestimmungsrechte des Staates eingemischt haben, und obendrein, wo doch jeder wisse, dass die Neger einfach nicht den Weißen gleich sein können.

Auch Atticus, Jean-Louises Vater, der sich in ihrer Erinnerung nie der Illusion hingegeben hatte, er sei besser als die Schwarzen, der auch in Geschäften darauf bestanden hat, dass die Schwarzen, die vor ihm da waren, auch vor ihm bedient würden, verteidigt auf einmal diesen Rassismus gegenüber Jean-Louise, und hilft auch bei seiner Verbreitung – so erscheint es ihr wenigstens.

Letztlich ist das Buch viel weniger eine Geschichte über Rassismus als über Jean-Louises Abnabelung von Atticus, und darüber, dass wenigstens ein Teil des Südstaaten-Rassismus, der heute noch vorhanden ist, eine Trotzreaktion auf die gefühlte „Bevormundung“ aus Washington ist.

Wie auch To Kill A Mockingbird ist das Buch gut und kurzweilig geschrieben und regt zum Nachdenken an.

Ganz woandershin, nämlich ins Paris des 18. Jahrhunderts, nahm mich „Das Parfüm – die Geschichte eines Mörders“ von Patrick Süskind. Wir folgen dem Leben von Jean-Baptiste Grenouille, der im Sommer im Gestank von Paris geboren wird, selbst keinerlei Eigengeruch besitzt, aber einen extrem ausgeprägten Geruchssinn. Er lässt sich von einem Parfumier unterrichten und hat nur eine Leidenschaft: Gerüche aufzusammeln. Der Geruch einer rothaarigen, gerade postpubertären Frau fasziniert ihn so sehr, dass er sie erdrosselt, um an ihr riechen zu können. Um einen solchen Geruch besser konservieren zu können, startet er eine Odyssee nach Grasse in Südfrankreich, die er für sieben Jahre in der menschen(geruchs)leeren Wildnis unterbricht, bevor er dort, im Mekka der Gerüche, eine Lehre anfängt. Kaum dort angekommen, vernimmt er diesen Geruch wieder, aber nur sehr zart – die betreffende Frau ist erst in zwei Jahren „reif“. Zeit genug, neue Techniken zu lernen und zu verfeinern; nach einem Jahr ist er so weit, an anderen jungen Frauen zu „üben“ – 24 tote Jungfrauen später ist das Dorf in Aufruhr und er zufrieden. Die 25. (mit der allerersten 26.) kommt dann nach zwei Jahren, und dann kann er endlich ein Parfum zusammenmischen, dass ihm unbegrenzte Macht über seine Mitmenschen gibt. Als er diese auskosten kann, bemerkt er aber, dass er Menschen eigentlich hasst, und die ihm zuteilwerdende Liebe ihm daher zuwider ist.

Fantasy an sich mag ich ja. Das Buch hier eher nicht so. Die Hauptfigur ist hin und wieder sympathisch oder wenigstens des Mitfieberns würdig, aber dann kommt nicht nur ein Mord, sondern derer gleich 26, ohne, dass er versucht hätte, anderweitig an den Schlüsselgeruch zu kommen. Dass alle, die mit ihm zu tun haben, meist ohne sein zutun ins Unglück stürzen, hilft der Geschichte nicht. Kaum ist er zum Beispiel bei seinem ersten Lehrmeister weg, stürzt dessen Haus in den Fluss und begräbt alle angehäuften Reichtümer. Die Amme, bei der er aufwächst, verliert alle ihre Ersparnisse Jahrzehnte später in der französischen Revolution, klärt uns der Autor in einem Nebensatz auf. Es geht so weit, dass ich bei jeder neuen Person überlegt habe, was wohl mit der bizarres passieren wird.

Fazit: kann man mal lesen, aber nicht zu viel davon erwarten.

Das Wüten des ganzen Fabers

Auf meiner Liste von zu lesenden Büchern stand es zwar nicht, aber Maarten ’t Harts Buch Das Wüten der ganzen Welt war trotzdem dran. Die komplette Jugend eines Niederländischen Kindes wird aus dessen Perspektive erzählt; wie er vom Dorfpolizisten sexuell genötigt und dieser schließlich im Lagerraum von seinen Eltern erschossen wurde, während der kleine Bub Klavier spielt. Und, wie er schließlich den Mörder in Schal und Hut findet und konfrontiert. Die große Hintergrundgeschichte ist der Überfall der Deutschen im zweiten Weltkrieg, ungefähr zu der Zeit, in der unser Held geboren wurde, und wie die einzelnen Personen damit umgegangen sind.

Es fällt mir schwer, viel mehr darüber zu schreiben, ohne viel vorwegzunehmen. Die Geschichte ist mitreißend, und mit Sicherheit auch ein zweites Mal spannend, wenn mal weiß, wie es ausgeht, weil man die ganzen Hinweise erkennt. (So ging es meiner besseren Hälfte, die das Buch schon kannte, als wir es uns gegenseitig vorlasen.) Erst ganz am Schluss fallen alle Puzzlesteine zusammen, auf eine Art und Weise, die man nicht geahnt hätte.

Grade fertig sind wir mit dem nächsten Vorleseprojekt Homo Faber von Max Frisch. Meine erste Begegnung damit war, als eine Deutschlehrerin in der 11. Klasse meine deterministische, reduktionistische Weltsicht kritisieren wollte und mir ans Herz legte, ich solle doch mal Homo Faber lesen, um zu merken, wie falsch ich liege. Nun, es hat eineinhalb Jahrzehnte gedauert, aber here I am. Walter Faber, der Titelheld, Züricher (wie der Autor), fliegt von New York, wo er wohnt, im Jahr 1957 nach Venezuela, um dort im Auftrag der UNESCO die Installation von Turbinen zu überwachen. Er ist Ingenieur und hat einen sehr klaren Plan vom Leben. Sein Flugzeug landet kurz vor Mexico City in der Wüste not, und in den wenigen Tagen, die er dort verbringt – emotionslos, weil es ist ja nichts dabei – lernt er den Bruder seines ehemals besten Freundes kennen. Hier geraten sein Leben und seine Überzeugungen langsam ins Wanken, er macht Abstecher auf dem Weg nach Venezuela (kein Problem: die Turbinen waren sowieso noch nicht da, aber das erfährt er erst später) und trifft die Liebe seines Lebens.

Lange Zeit noch klammert er sich an die Objektivität; eine Wolke ist eine Wolke und kein Hase; der Sonnenuntergang oder Mondaufgang hat nichts romantisches, sondern ist einfach da. Ein Unglücksfall reißt ihn jedoch aus diesem Trott heraus, und letzten Endes verliert er jeden Halt, und wohl am Ende auch sein Leben (aber das wird nicht wirklich klar).

Was wollte diese Lehrerin (den Namen weiß ich nicht mehr) mir beibringen? Es gibt auch Schönheit im Leben? Reduktionismus kann nicht alles erklären? In der Diskussion damals ging es um die Frage nach dem freien Willen, und das wird in Homo Faber nicht angesprochen. Es ist ein bewegendes Buch, das man aber auch als Aufruf verstehen kann, nicht nur die Arbeit zu sehen. Beziehungen nicht aufzugeben. Empathie zu haben. Vielleicht hatte ich damals zu wenig Empathie, das ist von heute aus schwer zu beurteilen. Aber, was soll’s: Beide diese Bücher habe ich sehr gerne gelesen.

Sehen… und Sterben?

Die Rede ist von Brügge in Belgien, das ich vor allem durch den unglaublich guten Film Brügge sehen… und sterben? kennengelernt habe. Ein Konferenzbesuch in Brüssel seitens meiner besseren Hälfte war Anlass zu der Idee, das anschließende Wochenende zusammen in Belgien zu verbringen, und der Blick auf die Landkarte brachte Erinnerungen an den Film und damit schließlich die Entscheidung, von Freitag abend bis Sonntag mittag in dieser Weltkulturerbe-Stadt zu sein.

Keine Kirche, sondern der Aussichtsturm, der nachts heute vor allem ein Ansichtsturm ist.
Keine Kirche, sondern der Aussichtsturm, der nachts heute vor allem ein Ansichtsturm ist.
Sieht fast aus wie eine Burg, ist aber ein Tor hinter einer Klappbrücke.
Sieht fast aus wie eine Burg, ist aber ein Tor hinter einer Klappbrücke.
Die Klappbrücke vorne und das Tor von der anderen Seite dahinter.
Die Klappbrücke vorne und das Tor von der anderen Seite dahinter.

Ein Tag mit ein paar Stunden drumherum ist natürlich nicht übermäßig viel Zeit, aber mit einem ordentlichen Hostel, das gute Tipps gibt und eine tolle Stadtführung anbietet, kann man doch recht viel von einer Stadt sehen. Neben den obligatorischen ältesten Häusern und wichtigen Punkten aus der Geschichte der Stadt sahen wir auf der Führung auch alle wichtigen Punkte aus dem Film sowie Tipps für die besten Waffeln, Schokoladen und Pommes Frites, zusätzlich gab’s einen Kurzbesuch im Biermuseum.

Alte Windmühlen gibt es in der innenstadt auch, hier Blick von einer zur anderen mit Herbstlaub.
Alte Windmühlen gibt es in der Innenstadt auch, hier Blick von einer zur anderen mit Herbstlaub.
Der berühmteste Punkt in Brügge, am alten Ledermarkt.
Der berühmteste Punkt in Brügge, am alten Ledermarkt.
Nochmal Abendstimmung in Brugge
Nochmal Abendstimmung in Brugge

Sonntag morgen sind wir dann spontan noch ans Meer in Oostende gefahren und haben die Beine in die eiskalte Nordsee gehalten, bevor der Heimweg angetreten wurde. Der fing dann erstmal mit Lokschaden und verpassten Anschluss nach Deutschland an, ging dann in Köln unschön weiter, als ein Zug, der eigentlich an genau diesem Tag nicht fährt, trotzdem angezeigt wurde, aber schließlich kamen wir doch wieder daheim in Kassel an.

Das wunderschöne Wetter am Sonntagmorgen in Brugge
Das wunderschöne Wetter am Sonntagmorgen in Brugge

Frankreich 2015

Auf dem Weg nach Barcelona im Mai 2015 ging es durch Frankreich, auf der Rückfahrt auch. Die meisten Bilder dieser Fahrt sind von dort:

Näher als hier kommt man mit der Bahn nicht an Andorra heran: Zugkreuzung in L’Hospitalet-près-l’Andorre
Näher als hier kommt man mit der Bahn nicht an Andorra heran: Zugkreuzung in L’Hospitalet-près-l’Andorre
Die Gelbe Bahn. Leider waren wir im modernen Zug links, nicht in dem alten rechts.
Die Gelbe Bahn. Leider waren wir im modernen Zug links, nicht in dem alten rechts.
An einer der Schnittstellen zwischen französischem und spanischem Hochgeschwindigkeitsnetz treffen sich zwei TGV der jeweiligen Staatsbahnen.
An einer der Schnittstellen zwischen französischem und spanischem Hochgeschwindigkeitsnetz treffen sich zwei TGV der jeweiligen Staatsbahnen.
Abendstimmung in Lyon.
Abendstimmung in Lyon.

Barcelona

Ob ich nicht Lust hätte, mit ihm zusammen den Zug nach Barcelona zu nehmen, hat mich ein Freund letzten Frühling gefragt. Dieser hatte mich schon mal, im November 2012, zu einer Bahnfahrt nach Spanien angestiftet, und auch dieses Mal konnte ich nicht widerstehen.

Unser Ziel war es, am Wäldchestag abends in Barcelona zu sein, weil seine Freundin dort eine Konferenz hatte, die eben Montag und Dienstags ging. Er verbrachte dann noch ein wenig Zeit mit ihr dort, während ich schon wieder auf dem Heimweg war. Nach einigem Hin- und herüberlegen entschieden wir uns dann für eine Route über Paris, Toulouse, (dort übernachten), dann die Pyrenäen rauf und auf französischer Seite wieder runter, und dann mit TGV durch die Pyrenäen bis Barcelona.

Nun gab es an Pfingstmontag irgendwelche Bauarbeiten zwischen Mannheim und Saarbrücken, sodass der direkte ICE nach Paris nicht fuhr, aber die Umstiege in Mannheim und Karlsruhe haben gut geklappt, sodass wir ohne Probleme bei Strasbourg im TGV über die Grenze nach Frankreich fahren konnten.

In Paris hatten wir genug Zeit – 1h15′ – um zum Bahnhof Austerlitz zu kommen, wo der InterCity nach Toulouse abfuhr. Dachten wir. Vor Paris standen wir, weil Polizisten im nächsten Bahnhof erstmal der Steinewerfe habhaft werden mussten, etwa 30 Minuten. Zuerst hieß es, dass wir eine Stunde würden warten müssen, doch dann haben die Polizisten, in den deutschen Worten des französchen Schaffners, „ihren Beruf gemacht“ und es ging weiter. Unsere großzügige Umstiegszeit reichte dann am Ende gerade so aus, und wir waren auf dem Weg quer durch Frankreich nach Toulouse. Die Strecke ist anfangs sehr flach – bis Orleans würde man denken, in Ostfriesland zu sein – aber dann wurde es langsam etwas hügeliger. Ohne das Gefühl zu bekommen, dass wir zu langsam waren, hatten wir zwischendurch mal 10 Minuten Verspätung, aber innerhalb der 6 Stunden Fahrt waren wir am Ziel wieder pünktlich. Das Abendessen in Toulouse war phänomenal, das (eine!) (schmale!) Bett nicht so, aber letztlich sind wir frohgemutes in den nächsten Tag gestartet.

Der nächste Zug leider nicht. Erst mit 25 Minuten Verspätung ging es los, und das bei 19 Minuten Umsteigezeit am nächsten Bahnhof. Oh-oh. Auf einer vielbefahrenen eingleisigen Strecke an einem Werktag (außerhalb von Frankfurt ist der Wäldchestag dies ja nun mal) wuchs die Verspätung auf bis zu 33 Minuten an, um dann kurz vor dem Durchbruch auf die andere Seite der Pyrenäen (bei L’Hospital-pres-l’Andorre) auf einmal sehr klein geworden zu sein. Nun ja, der Anschluss hätte eh gewartet, und dann ging es in der „Pyrenäen-Metro“, mit dem Gelben Zug, in Richtung Mittelmeer. Diese Schmalspurbahn hielt leider lange nicht, was sie versprach; die Trassierung ist wesentlich kurviger, als es vom Gelände her nötig erscheint, nimmt dafür aber alle möglichen Orte mit. Nur keine Fahrgäste – es war doch ziemlich leer.

Immerhin war das das sechste Jahr in Folge, in dem ich im ersten Halbjahr mit einer Schmalspurbahn gefahren bin, also wenigstens etwas Positives. An einem Unterwegsbahnhof stiegen richtig viele Touristen ein, und wir haben uns schon gewundert, doch nicht lange: Auf einmal wurde die Strecke richtig aufregend, mit Tunnels, Brücken und Kurven und einem erkennbaren Drang nach unten. Kein hin- und her, kein hoch und runter, nein, nur noch runter, wie ich das von einer Gebirgsbahn erwartet habe. So ein Glück.

Den letzten Abschnitt nach Perpignan gab es dann wieder in Normalspur im flacher und breiter gewordenen Tal, und dann ging es in den TGV – der leider eine Stunde zu spät war. Trotz allem kam er, und weil es ein Doppelstöckiger Zug war, konnten wir recht gut die Landschaft und die untergehende Sonne sehen.

Die Strecke von Perpignan nach Barcelona hat kurz vor der Pyrenäenquerung (ein 10 Kilometer langer Tunnel) ein Überwerfungsbauwerk, an dem von franzöischem Linksfahren auf spanisches Rechtsfahren gewechselt wird, und schließt dann in Figueres an das normalspurige spanische Hochgeschwindigkeitsnetz an. Nun kommt mal also mit einem Mal umsteigen von Frankfurt bis Madrid. Leider zwingt die Finanzkriseen die Austeritätspolitiker die Spanier und Portugiesen dazu, den Bau der geplanten Schnellfahrstrecke zwischen Madrid und Lissabon, die die Fahrzeit von elf Stunden auf 2½ Stunden verkürzen würde, auf Eis zu legen… Nun, in Barcelona wurden wir also abgeholt, gingen ins Hotel, aßen und schliefen.

Mein Rückweg fing mit einer Strecke an, die ich schon kannte, aber zuletzt im Spätherbst abends gefahren bin. Diesmal konnte ich mehr von der alten Strecke nach Frankreich sehen, und auch von der Mittelmeerstrecke in Frankreich, die über weite Strecken zwischen Binnenseen und dem Mittelmeer verläuft, nachdem sie an der Grenze noch viele kleine, malerische Buchten verbindet. Wegen eines Polizeieinsatzes am Bahnsteig, bei dem die beteiligten Polizisten nicht direkt konfliktvermeidend aufgetreten sind, habe ich dann tatsächlich einen Anschluss verpasst, fand aber noch ohne Probleme nach Lyon, wo das nächste Bett wartete. Nicht aber, bevor ich nicht die kulinarische Empfehlung einer Bekannten aus Lyon ausprobiert und für gut befunden habe.

Aufgrund anderer Verpflichtungen war mein Ziel allerdings nicht Frankfurt, sondern zunächst Bonn bzw. Bad Honnef, wo das alljährliche Stipendiatentreffen der Telekomstiftung am Donnerstag und Freitag stattfand, und dann Herford. Ich setzte mich daher in den TGV nach Metz, der „quer durch“ statt über Paris fährt. Leider verlief mal wieder nicht alles glatt, und da ich leider nur Bruchstücke von Französisch verstehe, fragte ich beim Zugpersonal, ob mein Anschluss nach Luxembourg in Metz gefährdet sei. „Metz? No, no, Metz ok!“ war die Antwort; ok, dachte ich mir, ist ja noch ein Weilchen hin bis dort. In Nancy wendet der TGV, dafür braucht er jedes mal sieben Minuten (ich habe mittlerweile einen Triebfahrzeugführer mit Ausbildung auf den TGVs gefragt, der mir bestätigt hat, dass das nicht schneller geht). In Metz waren wir dann leider so spät, dass ich den nächsten Zug nicht erreicht habe und schließlich in Luxembourg eine Stunde später nach Koblenz gefahren bin, ergo eine Stunde zu spät in Bad Honnef war.

Ok, passiert, nur eines hat mich wirklich geärgert: Der Zug, den ich in Nancy auf dem Nebengleis habe ausfahren sehen, und in den ich dort locker hätte umsteigen können, war genau der, den ich in Metz dann nicht mehr erreicht hatte. Hätte der Schaffner mir also eine bessere Auskunft geben können – oder wollen – wäre ich pünktlich gewesen.

Nun ja, am Freitag ging es dann nach einem Besuch im ehemaligen Bundeskanzleramt, heute Entwicklungshilfeministerium, mit einem Nordrheinwestfalenticket weiter nach Herford. Hier war leider auch alles verspätet, sodass ich nicht meine schöne Planung mit den Querverbindungen Düsseldorf-Wuppertal und Wuppertal-Essen abfahren, sondern bin recht direkt nach Herford gefahren.

Bilder gibt es in einem eigenen Post.

Metz – oder so.

Original-Post

Mal wieder Bahnfahren. Ende Juni, an dem ich urlaubsbedingt nicht arbeiten musste, eignet sich doch hervorragend dafür! Da gibt es eine Bahnstrecke entlang der Mosel, und zwar oberhalb von Trier, und immerhin vier mal pro Woche (Samstags und Sonntags, jeweils morgens und abends) fährt dort ein Zug von Trier nach Metz. Super, das mache ich mal!

Am Vortag habe ich abends im Reisezentrum am Frankfurter Hauptbahnhof die Fahrkarten gekauft, um von Frankfurt über Koblenz und Trier nach Metz und zurück über Sarreguemines und Strasbourg zu fahren. Früh morgens also in den IC nach Koblenz, und bei der Ankunft in Trier höre ich dann die Ansage, dass der Zug nach Metz aufgrund des Streikes in Frankreich leider ausfällt. So. Ein. Mist.

Ich bin also nicht bester Laune ins Reisezentrum gedackelt, um die Fahrkarten zurückzugeben; immerhin war dieser Zug der einzige Grund, wegen dem ich überhaupt hier bin. Während die freundliche Dame am Schalter mir meine Fahrkarten (komplett!) stornierte, fiel mir auf, dass ich eigentlich auch mal die Eifelstrecke befahren wollte, die von Trier nach Köln führt. Als ich vor zwei Jahren den Deutschlandpass hatte, hatte diese Strecke nie irgendwo reingepasst, also entschied ich mich spontan für Köln → SiegenGießen → Frankfurt als Rest meiner Reise.

Nun hatte ich auf einmal eineinhalb Stunden Zeit in Trier, also machte ich mich auf die Suche nach dem Wahrzeichen der Stadt, und siehe da, Porta Nigra ist recht nahe am Bahnhof.

Das schwarze Tor in Trier
Das schwarze Tor in Trier.

Die Strecke nach Köln ist anfangs sehr waldig, ab Gerolstein wird es dann flacher und feldiger, und schließlich kommt man ins Rheintal. In Köln hatte ich dann auch genügend Zeit, um das dortige Wahrzeichen zu fotografieren; pünktlich zum Fußballspiel der Deutschen gegen Ghana war ich dann auch wieder daheim.

Der Dom, der ja bitteschön immer in Köln gelassen werden soll.

Huelga General

Original-Post

Der Generalstreik. Am 14. November wurde in Spanien und Portugal gleichzeitig gestreikt, was meine Reisepläne etwas modifiziert hatte. Aber der Reihe nach:

B. hat einen Sprachkurs in Spanien gemacht. S., ihr Freund, wollte sie dort abholen und mit ihr von Cadíz auf die Kanaren fahren, um Urlaub zu machen. Fliegen wollte er nicht, alleine Zugfahren auch nicht, also fragte er mich, ob ich nicht mitwolle. So fuhren wir Sonntag auf Montag über Paris, Madrid und Sevilla nach Cadíz, verbrachten dort einen schönen abend und einen schönen Vormittag, dann ging es für mich wieder nach Sevilla.

Der Plan war, von dort den Bus nach Faro zu nehmen, Mittwoch dann morgens nach Lissabon und in der Nacht auf Donnerstag nach Madrid. Blöderweise war für Mittwoch in beiden Ländern ein Generalstreik angesagt, so dass ich mich nicht darauf verlassen wollte, rechtzeitig wieder in Madrid zu sein, um den AVE nach Barcelona nach dem Streik zu bekommen. Stattdessen nahm ich den nächsten Zug von Sevilla nach Madrid und verbrachte dort einen kompletten Tag.

Bei der Gelegenheit durfte ich also Madrid kennenlernen, was durch eine von meinem Hostel angebotene Stadtführung leicht war. (Das Hostel war nicht das, das ich gebucht habe, denn jenes hat gestreikt und mich 50 Meter entfernt in einem anderen Hostel untergebracht.) Weiter ging es dann nach ans Mittelmeer und bis Italien. Auf dem Weg dahin habe ich zwar die kurzen spanischen Betten hinter mir gelassen, aber zwischendurch nur per Handy in ein Hotel eingecheckt und den Vermieter nie gesehen. Kurz hinter Monte Carlo (Monaco ist der 31. Staat, in dem ich war — ich bin auch ausgestiegen und eine halbe Stunde rumgelaufen) kam dann die italienische Grenze, und in Ventimiglia habe ich festgestellt, dass meine Kamera weg ist. In Monte Carlo bin ich noch mit ihr eingestiegen, im Zug war sie nicht mehr auffindbar, das Ticket-Office der FS wurde ich, weil ich mit einem französischen Zug gekommen war, auf das Fundbüro in Nizza verwiesen (lag nicht mehr direkt auf meinem Weg) und die Grenzpolizisten verstanden kein Englisch und keine Hand-und-Fuß-Beschreibung, so dass ich halt einfach weitergefahren bin und jetzt keine Bilder zeigen kann.

Mailand hat mich recht wenig begeistert. Das hängt mit der Ausschilderung am Bahnhof zu tun, mit den Leuten, die an den Metrofahrkartenautomaten viel zu nah an einem dran stehen und irgendwas von einem wollen (ich nehme an, Geld), und mit dem nicht-freundlichsten Hotelmenschen, den ich je gesehen habe. Und an dem Bahnhof gibt es exakt 0 Sitzgelegenheiten. Und der Zug von dort nach Verona fährt eine halbe Stunde lang nicht schneller als 60 km/h. Uff.

Nach Verona (halbe Stunde Aufenthalt) bin ich dann noch durch das wunderschöne Brennertal gefahren, dann die Karwendelbahn und ab München mich dann innerlich darauf eingestellt, bald wieder daheim zu sein.

Jetzt bin ich um Erfahrungen reicher und um eine Kamera ärmer, aber trotz all dem Schlechten hat’s doch Spaß gemacht. Und jetzt, endlich, habe ich keine Lust mehr auf irgendeine Reise dieses Jahr (naja, mal sehen, was Silvester bringt).

Niederrhein

Original-Post

Ich habe da noch was offen. Ich will schon längst mal meine Fahrradtour den Rhein entlang fahren. Außerdem wollte ich mit meinen Eltern mal eine längere Fahrradtour unternehmen. Außerdem musste ich vor 10 Tagen nach Bad Honnef, weil die Deutsche Telekom Stiftung dort ihr jährliches Stipendiaten- und Alumnitreffen abhielt. Und da mir dieses immer viel Spaß macht, wollte ich das nicht verpassen. Außerdem (keine Angst, das ist das letzte) haben meine Eltern die letzte Woche Urlaub gehabt.

All das zusammen ist eine wunderbare Voraussetzung, mit dem Fahrrad Donnerstags von Neuwied (bis dahin war ich gekommen) nach Bad Honnef zu fahren, nach dem Stipendiatentreffen am Freitag morgen dann weiter nach Bonn zu fahren, meine Eltern einzusammeln (die mit dem IC aus Frankfurt kommen) und mit denen dann Flussabwärts zu radeln.

Die Strecke ist wirklich schön, wenn man mal Düsseldorf rauslässt, und besonders der Niederrhein hat seinen Charme, den keiner von uns dreien erwartet hätte — für uns war „der Rhein“ immer mit Weinbergen und Burgen verbunden, Ober- ist uns halt näher als Wesel. Aber die Mischung aus Bauernhöfen im Land und immerwieder Industrie und Häfen am Fluss ist schon beeindruckend. Xanten ist eine wirklich sehenswerte Stadt, Emmerich gibt eine beeindruckende Stadtkulisse ab, das Millingerward ist (trotz schlechten Fahrradfahrwegen) sehr hübsch zu durchfahren, einzig die Ausschilderung in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen ist unter aller Sau.

Keiner hat sich verletzt, und wir haben es in dreieinhalb Tagen bis Nijmegen geschafft. Es war also eigentlich ein guter Urlaub, nur:

Am Donnerstag morgen, kaum in der U-Bahn zum Hauptbahnhof, fällt mir auf, dass ich keinen Fahrradschlüssel dabei habe. Zurückgefahren, Schlüssel geholt, keine Chance mehr, den 06:53 Uhr-Zug nach Neuwied zu kriegen. Vielleicht doch? Fahrrad habe ich ja dabei, durch die Stadt gepest, um 6:55 Uhr am Bahnhof. Es gibt ja aber zum Glück den RE nach Koblenz, von dem aus ich in den ursprünglichen Zug umsteigen kann (den haben wir dann in Lorch/Lorchhausen auf der anderen Rheinseite überholt). Fahrkarte gekauft. Danach daran erinnert, dass das ja nicht alles im RMV ist und Fahrrad auch was kosten könnte. Wen fragen? Zub (Zugbegleiter/in) nicht in Sicht. Überall gesucht. Kurz vor Abfahrt steigt eine Frau ein, die rauchend draußen gestanden hat, und deren DB-Embleme auf der Uniform durch ihre Jacke verdeckt waren. Kurz geredet, „Fahrkarte haben sie aber?“ — ja — „na dann geht schon“. Puh, Glück gehabt.

Nach Umsteigen in Koblenz merke ich in Neuwied, dass meine Fahrradhandschuhe weg sind. Mist! Dann halt ohne fahren. Wetter: Nieselregen. Hinter Andernach (habe den Rhein zunächst auf ner Brücke überquert) wird der Weg auf einmal recht matschig, ich wundere mich noch, da rutschen meine verschlammten Reifen etwas zur Seite und ich falle voran in Brennnesseln hinein. Alles versaut. Ich habe zwar ordentliche Klamotten für das Stipendiatentreffen im Rucksack, aber die guten Schuhe an. Bilanz: Halterung des Tachos aus der Verankerung gerissen, hält aber immerhin noch bis kurz vor Bonn am nächsten Tag, wo die Halterung runterfällt und vom Vorderrad mitgerissen wird; dadurch reißt das Kabel. Außerdem ist der Flaschenhalter (so ein großer, wo auch 1-Liter-PET-Flaschen reinpassen) kaputt, hält die Flaschen zwar noch, aber klackert ständig rum. Nach dem Weiterfahren merke ich, dass der Weg einfach falsch (oder gar nicht?) beschildert war und ich nicht auf dem richtigen Radweg war.

Die in Bad Honnef neu gekauften Fahrradhandschuhe taugen ca. 0,1 Schuss Pulver (also prinzipiell gar nichts), und wurden in Frankfurt direkt wieder durch neue ersetzt. Am zweiten Tag, der eigentlich komplett bewölkt ist, hole ich mir einen Sonnenbrand auf der Nase (die eigentlich immer nach Norden zeigte) und auf dem linken Oberschenkel. Am dritten Tag, kurz hinter Xanten, reißt mir dann auch noch der Seilzug für die hintere Gangschaltung, aber so bin ich wenigstens nicht mehr viel schneller als meine Eltern beim Anfahren (die kraftlose Position ist der höchste Gang), sondern nur noch ein bisschen schneller.

Zu guter Letzt sind dann die DB-Automaten in Venlo kaputt, und in der Eurobahn nach Mönchengladbach kriegen wir nicht die Fahrkarten, die wir wollen, sondern Anfangsfahrkarten zum „einlösen“ im DB-Reisezentrum; das in Mönchengladbach hatte aber noch nie was von sowas gehört. Sei’s drum, wir kommen abends gut in Frankfurt wieder an, und beim Versuch, Grillgut für die Maiwanderung am 1. Mai zu kaufen (misslingt weil kein Fleisch mehr da) stoße ich mir den linken Fuß an eine Leiste im Supermarkt und habe eine ca. 4 cm lange Wunde am Fuß.

Aber, hey! Ich bin mit meinen Eltern immerhin 270 km Rad gefahren, wir sind nach Holland gekommen und hatten eine schöne Zeit. Ich habe dann abends noch Karten für Neues aus der Anstalt Anfang Juni gekauft, und hatte einen schönen Dienstag mit Schilter und Freunden im Taunus. Alles also nur halb so wild. (Oh, P.S.: Alle Züge waren super-pünktlich.)

Die Düsseldorfer Königsallee bei Nacht.
Duisburg auf der linken, wir auf der rechten Rheinseite.
Kriemhildsmühle in Xanten. Eingebaut in die Stadtmauer ist dort heute ein kleiner Laden mit Café drin, der zum Glück auch am Sonntag offen hat. Im Vordergrund mal wieder der nette Herr in Blau, der sich in letzter Zeit öfters auf meine Bilder schleicht…
Nagut, da gucke ich etwas grimmig, aber hier in Griethausen mal ein Beweis, dass ich da tatsächlich war. Und der Sonnenbrand am linken Oberschenkel ist auch sichtbar. (©: Peter Bäuchle)
Schöne Wolkenstimmung am Sonntag abend in Millingen a d Rijn.
Der Kirchturm in Millingen. Im Vordergrund nicht zu erkennen sind der freundliche Herr in Blau und seine Ehefrau.

Tagestrip nach Amsterdam

Original-Post

Ich habe ja vor vier Wochen versprochen, dass ich von meinen Reisen berichten werde. Nun habe ich den nächsten Ausflug hinter mir. Sonntag vor einer Woche fuhr ich am frühen morgen mit dem ICE nach Brüssel und von dort nach Amsterdam. Amsterdam war mein eigentliches Ziel; ich war bis jetzt noch nie in den Niederlanden.

So hatte ich also 3 ½ Stunden Zeit, um mir Grachten, Häuser, Coffeeshops (nur von außen) und Schaufensterbordelle (auch nur von außen) anzugucken. Die ersten beiden Dinge sind wirklich sehenswert, Nummer drei und vier muss ich jetzt nicht nochmal sehen. Nun finde ich zwar holländische Eisenbahn nicht so richtig hübsch, aber der Bahnhof ist wirklich ganz nett, also habe ich noch ein paar Bilder gemacht.

Alleine für die Fahrten mit dem ICE hat sich aber der ganze Trip gelohnt: Sowohl nach Brüssel als auch von Amsterdam ist die zweite Klasse vorne, und beim ICE 3 kann man vorne rausgucken, wenn der Tf die Scheibe klar lässt — und beide haben das getan. Super-Sicht nach draußen, und ich konnte meine neue Kamera gut ausprobieren. (Wobei, die Sicht an sich war nicht überall toll, bei der Hinfahrt gab es im Westerwald bei Tempo 300 auch schon mal Nebel mit weniger als 50 Metern Sichtweite.)

Am Ende war ich 15 Stunden unterwegs, davon etwa 7 ½ Stunden im ICE. Meine neue Kamera — eine Nikon S6300 — hat ihren ersten Bewährungstest gut bestanden, bis jetzt bin ich sehr zufrieden. Ich hoffe, dass ich noch viele Fahrten damit machen kann!

Ganz nebenbei fahre ich weiterhin fleißig mit meinem Fahrrad. Nachdem es in der Werkstatt war und eine neue Hinterachse, neue Seilzüge und neue Bremsklötze bekommen hat, läuft es wie Butter. Die 11000 km-Marke habe ich schon vor zweieinhalb Wochen erreicht, und nun bin ich bei 11162 km. Zeit für neue Ziele? Noch vier Wochen bis Ostern; wenn ich bis dahin jeden Tag mit dem Fahrrad ins Büro fahre, bin ich etwa 110 km gefahren. Sagen wir, neues Ziel bis Ostern also 11300 km!? Dann darf ich aber nicht mehr jedes Wochenende ne große Bahntour machen ☺

Zugkreuzung auf der LGV hinter Liège.
Amsterdam Centraal Empfangsgebäude.
Amsterdamer Gracht. Schee, oder?
Sprinter Lighttrain bei Ausfahrt aus Amsterdam Centraal nach Westen.
VIRM an der Ostseite von Amsterdam Centraal mit dem Flügelrad auf der Bahnsteigshalle.

Fahrradurlaub am Rhein

Original-Post

Im September war ich endlich für dieses Jahr im Urlaub. Mit Gunnar wollte ich den Rhein entlangfahren; in Basel geht es los. Nach einem 150-km Trip von kurz hinter Strasbourg bis Mannheim war der nächste Tag (bis Mainz) aber so quälerisch, dass wir aufgaben. Zwei Wochen später fahre ich mit Johannes und Stefan aber noch von Mainz nach Koblenz.

Auf der französischen Seite machten wir am zweiten Tag Pause. Da, wo ich stehe, bemerke ich kurz später nicht, dass es schon da, wo kein Wasser ist, verdammt glitischig ist. Nasse Schuhe, nasse Strümpfe und viele Lacher resultieren.
Am Rhein-Rhone-Kanal gibt es viele schöne, kleine Schleusen. Hier ist die erste, der wir begegnet sind.
Wir hatten Spaß, der Gunnar und ich.
Mittagspause in Oberwesel (©: unbekannt)
Das Beweisfoto. Ich, Stefan und Johannes vor der Burg Ehrenbreitstein am Deutschen Eck in Koblenz. (©: unbekannt)

‚Hjemme‘ igjen

Original-Post (Tag 226) Wieder „daheim“.

Dabei fühlte ich mich die letzte Woche doch viel daheimer… Von vorne: Die letzte Woche war die bis hierhin schönste in diesem Jahr. Dabei hat Hannah mich zu vielem gebracht, zum Beispiel habe ich Ziegenkäse gegessen; nur hat sie mich nicht dazu gebracht, ihr zu glauben, dass in Nantes ständig wechselhaftes Wetter ist. Sieben Tage Sonnenschein scheinen das Gegenteil zu behaupten! Und hier in Bergen hat mich strömender Regen empfangen, na super. Dafür hat eine Karte, die ich aus Mont Saint Michel geschickt habe, eine lang erwartete Mail ausgelöst, was meine schlechte Laune hier sehr abgemindert hat! Nun, obwohl das jetzt eigentlich Ferien waren, habe ich an zwei halben Tagen mit Hannah in der Uni mein Programm jetzt auf einen weiteren Meilenstein geschoben, jetzt bin ich an dem Punkt, an dem ich auf jeden Fall wieder Input brauche. Und ich muss Laszlo davon überzeugen, dass ich sinnvolle Sachen mache ☺. Und die guten Nachrichten sind noch nicht zu Ende; eine Mail versprach mir gestern wesentlich mehr Geld als bisher gedacht (und es war nicht die Mail von dem netten Kronprinzen aus Zamudistan, dem ich nur 232 234 076 Dollar vorschießen muss, damit er sich dann nachher erkenntlich zeigen kann und mir 232 234 077 $ geben kann).

Der Berg des heiligen Michaels
Ostseite von Saint Malo
’ne Flut-Insel vor Saint Malo
Küste bei Croisic
Die Strandstraße bei Croisic. Hier wurde offensichtlich die Straße vor recht kurzer Zeit verkleinert, und eine Spur zum Fahrradweg umgewidmet. Daneben dann ein schön zu laufender Weg. Echt toll.

Flyhilser

Original-Post (Tag 219) Flugzeuggrüße.

Ja, jetzt ist es schon ein bisschen her, dass ich das letzte mal geschrieben habe. Diese Zeilen schreibe ich auf dem Weg nach Paris, ich habe allerdings noch keine Ahnung, wann ich sie uploaden kann. Mal sehen. Letzten Samstag war ich mit Yun und Szabolcs wandern, durch Schnee und absolute Wildnis. Manchmal vergisst man hier wirklich, dass man sich eigentlich in der geografischen Mitte der zweitgrößten Stadt Norwegens befindet, wenn man durch die Berge stapft…

Nachmittags ist dann mein Mitbewohner ausgezogen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er mir überhaupt Bescheid gesagt hätte, aber was soll’s; er ist jetzt jedenfalls weg. Alleine war ich ja dann eh nicht; Felix war hier, auch wir waren wandern, doch von beiden Wanderungen habe ich noch keine Bilder (aber heute nachmittag kriege ich ja — unter anderem — meine eigene Kamera wieder!).

Also, jetzt, wie gesagt, erst mal eine Woche Nantes mit Hannah, da freue ich mich natürlich sehr drauf, wird langsam ja auch mal wieder Zeit.

Entschuldigung an alle, denen ich momentan eine E-Mail „schulde“, vielleicht habe ich irgendwann wieder Zeit dafür, hoffentlich…