Regen, Behörden

Original-Post (Tag 15)

Beides gleich ärgerlich und endgültig über mich hereingebrochen. Gestern und vorgestern hat es kaum aufgehört, zu regnen, und es ist auch jetztmal kälter als in Frankfurt. Verdammt.

Was die Behördern angeht: Ich habe große Probleme, ein Konto zu eröffnen, was recht wichtig wäre, um Sachen wie die Miete zu bezahlen (vom Automaten Geld abzuheben ist wesentlich teurer als Überweisungen, die wohl auch kostenlos sein können). Nun, woher kommt das Problem? Um ein Konto zu eröffnen, braucht man eine Norwegische ID-Nummer, die bekommt man vom Folkeregistret (etwa unser Einwohnermelde- oder Bürgeramt), aber nicht, bevor man eine Aufenthaltsgenehmigung hat. Diese wiederum wird von der Ausländerstelle bei der Polizei ausgestellt. Soll ganz schnell gehen, wurde mir von der norwegischen Botschaft in Deutschland gesagt. Dauert 6-8 Wochen, wurde mir hier gesagt. Na toll. Aber so ein Glück; die Polizei kommt zur Uni, um ein beschleunigtes Verfahren für alle International Students durchzuführen. Das sei, sagen alle Broschüren, ein „integraler Bestandteil der Einführungswoche“ (diese geht von vorgestern, den 14., bis übermorgen, den 18. August). Was erwartet man, wann die Polizei kommt? Irgendwann in dieser Woche? Weit gefehlt, sie kommen am 31. August. Das verletzt zwar u.a. die Regel, dass man sich innerhalb von sieben Tagen auf eine Aufenthaltsgenehmigung bewerben muss und macht es auch unmöglich, bis 28. August ein Konto zu haben, von dem man aus die Miete bezahlen soll (dann wird sie fällig), aber das bockt hier keinen.

Besonders doof ist es natürlich, wenn man wie ich Panik kriegt und sich nicht auf die bestklingenste von mehreren widersprüchlichen Angaben verlässt und dann am bis dahin verregnesten Tag zu allen möglichen Stellen rennt und nachfragt — das habe ich heute morgen getan. Wenigstens gut, zu merken, dass ich mich auf die Regenjacke, Regenhose und Regenschuhe recht gut verlassen kann. Dafür sind meine Fahrradhandschuhe bald total durchgeweicht gewesen, und komischerweise waren sie salzig (fragt nicht, woher ich das weiß).

Es gibt noch mehr hier, was gerade suboptimal läuft; die Internetverbindung ist totaler Mist. Man muss sich mit jedem Programm, das aufs Internet zugreifen will, separat bei einem Proxy anmelden, um ins Netz zu bekommen, aber dann doch nicht, und überhaupt und sowieso. Wie toll doch unser HRZ ist! Mails verschicken kann ich nicht gut, wenigstens nicht von meinen normalen Adressen, weil der Zugang zu SMTP-Servern (das sind Server, zu denen man ausgehende Mails schickt, wenn man sie mit Programmen wie Firefox schickt) blockiert ist — ok, dass tue das HRZ auch, wurde mir gesagt.

Alles schlecht also? Nicht wirklich. Heute habe ich nämlich auch Karten für einen Bootsausflug am Samstag geholt, der kostenlos ist und für alle neuen International Students organisiert wurde. Außerdem habe ich endlich Laszlo, meinen Prof, angetroffen, mit ihm über die Kurse, die ich belegen werde, und meine Diplomarbeit gesprochen und ein Büro bekommen. Dort steht zwar ein — mein — Schreibtisch zu wenig und einen PC habe ich auch noch nicht, aber das soll jetzt bald kommen.

Naja, eines ist noch schlecht; es dauert noch 51 Tage (ohne heute), bis ich wieder in Frankfurt bin… *vermiss*. Ich denke, ich werde am Wochenende mal eine Flasche Ebbelwoi aufmachen.

Wieder da

Original-Post (Tag 11)

Diese Zeilen schreibe ich wieder ohne Internetverbindung; diese werde ich wohl erst morgen bekommen. Ich bastele weiter am Layout der Homepage, und versuche gerade ein Content Management System zu schreiben, was sich mit meinen begrenzten Programmierkenntnissen etwas schwierig gestaltet. Nun ja.

Ich habe gestern die Bilder aufgehängt, von jeder Seite strahlen mich nun fröhliche Gesichter an. Bei Gelegenheit lade ich die Bilder davon hoch. Das Wetter ist mal wieder super, und langsam beginne ich, diese Märchen von der Regenstadt Bergen zu vergessen…

Leider hilft das Wetter wenig, nicht die ganze Zeit wehmütig an Frankfurt zu denken, vor allem, da ich den Ebbelwein daheim hab liegen lassen, ich Idiot.
Soviel für heute

Angekommen

Original-Post (Tag 5)

Die ersten Tage Bergen liegen hinter mir. Das Zimmer ist eingerichtet und die meisten Sehenswürdigkeiten mit Hannah besichtigt. Und das Beste: Das Wetter ist super! Nur gestern etwas bewölkt, aber ansonsten strahlend blauer Himmel. Leckere, süße Himbeeren und Erdbeeren haben wir schon gefuttert, und Johannisbeeren am Wegrand abgeerntet. Mit anderen Worten: Alles toll. Heute werden wir wohl nur Faulenzen, bevor es morgen dann nach Kristiansand zur Fähre und am Dienstag nach Frankfurt geht.

Wer bin ich

Original-Post

Ich bin Bjørn, ein 22-jähriger Physik-Student, aus Frankfurt am Main in Deutschland. Ich studiere seit Oktober 2003 an der Universität Frankfurt Physik und bin nun für ein Jahr in Bergen in Norwegen, um meine Diplomarbeit zu schreiben. Ihr Arbeitstitel ist Unterdrückung von Di-Jets mit hohem Transversalimpuls in ultrarelativistischen Schwerionenkollisionen — Observablen bei ALICE@LHC, diesen zu erklären, werde ich hier nicht versuchen. Es gehört zu der großen Aufgabe, die kleinsten Bestandteile der Materie zu verstehn. Ein Teil dieser Aufgabe wird mit Sicherheit auch Baryonenzählen sein…

Der Anfang…

Original-Post

…vom Ende. Heute ist Freitag, Montag geht’s los. *Aufgeregtsei*. Ich habe heute eine Grundregel verletzt: Never Change A Running URL. Naja, ich hab ein wenig rumgeschoben, aber alles ist noch da, irgendwo. Hoffentlich keine Broken Links, aber das kann ich nicht garantieren. Irgendwie brauch ich wieder ein paar neue Zitate; vielleicht finde ich ein paar hübsche Norwegische. Mal sehen. Irgendwie habe ich grade einen Kloß im Hals, und mir fällt eines meiner Lieblingszitate ein: Coming Back To Where You Started Is Not The Same As Never Leaving. Denkt daran (Notiz an mich selbst: Denke auch du daran!).

Projekt 6000

Original-Post

Langsam wird’s ernst: Noch 41 Tage und 99 km…
Mittwoch, 21.06., morgens: 40 Tage (mit heute); 84 km (wenn ich das nicht schaffe…)
Donnerstag, 22.06., mittags: 38,5 Tage; 72 km
Dienstag, 27.06., mittags: 33,5 Tage; 47 km (yeah yeah yeah — vielleicht sollte ich auf 6100 erhöhen?)
Hehe… hat jetzt doch etwas länger gedauert… aber nun ist es vollbracht! 6009 km steht jetzt auf dem Tacho! Juchuh! (Donnerstag, 13. Juli 2006.) Übrigens; noch 17,5 Tage jetzt…