Gruppenverhalten

Es ist mal wieder Zeit für ein bisschen Fußball. Aktuell ist der dritte Spieltag der Europameisterschaft der Männer; heute abend „kämpft“ das deutsche Team um den Einzug ins Achtelfinale – allerdings reicht schon ein 0:1 zum Weiterkommen (als Gruppendritter). Das erste Turnier, das ich bewusst miterlebt habe – allerdings eigentlich erst ab dem Achtelfinale – war die WM 1994 in den USA. Das war auch das bisher letzte Männerturnier mit sechs Vierergruppen, und damals gab es gleich zwei Gruppen, in denen die drittbeste Mannschaft 2 Siege geschafft hat. Gleichzeitig gab es eine Gruppe, in der alle Mannschaften gleich viele Punkte hatten.

Die aktuelle Meisterschaft hat wieder sechs Vierergruppen mit anschließendem Achtelfinale, sodass wieder vier der sechs Dritten weiterkommen können. Der deutsche Bundestrainer, Jogi Löw, lamentierte vor ein paar Tagen über dieses System, dass „manche Mannschaften, die nach dem zweiten Spieltag einen Punkt haben, […] noch immer eine Chance auf das Achtelfinale [haben]“. Nun teile ich Löw’s Kritik an dem System – ich finde auch, dass das Weiterkommen aus einer Gruppe nur an den Ergebnissen aus dieser Gruppe hängen sollte, und dass nicht 24 von 55 Mitgliedern der UEFA ihre Auswahlen zur EM schicken sollten/müssen und dass nicht 16 der 55 Mitgliedsverbände in die K.O.-Runde kommen müssen – aber auch bei einem System, in dem nur die ersten Beiden weiterkommen, gibt es mögliche Konstellationen, in denen ein Team mit 0 Punkten nach zwei Spielen noch Hoffnung haben kann. Das wäre das Gegenteil der Gruppen, in denen der Dritte 6 Punkte hat (wie eben bei der WM 1994: Ein Team verliert alle Spiele, und die übrigen drei Teams gewinnen gegeneinander jeweils ein Spiel: Ergibt 6, 6, 6 und 0 Punkte), nämlich dass ein Team alles gewinnt und die anderen drei gegeneinander jeweils ein Spiel gewinnen, sodass das Ergebnis 9, 3, 3 und 3 Punkte ist.

Das war für mich Stein des Anstoßes, mal die Wikipedia-Artikel zu allen Fußballwelt- und -europameisterschaften zu durchforsten und zu zählen, wie oft solche „bizarren“ Konstellationen auftauchen. (Und die anderen Konstellationen habe ich selbstverständlich auch gezählt.) Rausgekommen ist folgende Tabelle:

Punkteverteilungen aller 4er-Gruppen in Fußball-EM und -WMs. Ergebnisse „alter“ Gruppen sind auf das aktuelle 3-Punkte-System umgerechnet. Die erste Spalte zeigt die Punkte von Gruppenerstem, -zweitem, -dritten und vierten, die zweite Spalte die Häufigkeit, mit der das aufgetreten ist.
Punkteverteilungen aller 4er-Gruppen in Fußball-EM und -WMs. Ergebnisse „alter“ Gruppen sind auf das aktuelle 3-Punkte-System umgerechnet. Die erste Spalte zeigt die Punkte von Gruppenerstem, -zweitem, -dritten und vierten, die zweite Spalte die Häufigkeit, mit der das aufgetreten ist.

Dabei sind die Vierergruppen von 1954 nicht enthalten, weil diese damals nicht komplett ausgespielt wurden, aber dafür in 1974 und 1978 die Vor- und Zwischenrunde. Die häufigste Konstellation ist die mit der klarsten Hackordnung: Der Beste gewinnt alles, der zweitbeste gewinnt gegen die beiden schlechteren, und der letzte verliert alles. Es sind noch nie alle 6 Spiele Unentschieden ausgegangen (das wäre die letzte Zeile).

Aus den gleichen Daten habe ich ausgelesen, wie oft ein Gruppenerster eigentlich 9, 7, 6, 5, 4 oder 3 Punkte hatte, und entsprechend für die anderen Platzierungen:

Punkteverteilungen aller 4er-Gruppen in Fußball-EM und -WMs. Ergebnisse „alter“ Gruppen sind auf das aktuelle 3-Punkte-System umgerechnet.
Punkteverteilungen aller 4er-Gruppen in Fußball-EM und -WMs. Ergebnisse „alter“ Gruppen sind auf das aktuelle 3-Punkte-System umgerechnet.

Das häufigste Ergebnis für den Gruppensieger sind also 7 Punkte, für den Gruppenzweiten 6 oder 4, für den Dritten 3 oder 4, und für den letzten 0 oder 1 Punkte. Aber, und das finde ich wichtig, die (historische!) Wahrscheinlichkeit für einen Gruppendritten mit einem Punkt (der Vierte hätte dabei übrigens auch einen Punkt) ist 10/165. Das kann zum Weiterkommen reichen, wenn das Gleiche in zwei anderen Gruppen vorkommt, sodass es zwei Gruppendritte mit einem Punkt gibt, deren Torverhältnis schlechter ist. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist (10/165)³, oder etwa 0,02%. Umgekehrt ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Mannschaft als Gruppendritter 5 oder 6 Punkte hat, 3%; diese würden in dem System, wo nur die ersten beiden weiterkommen, rausfliegen. (Von den 5 Mannschaften mit diesem Schicksal sind Schottland 1974, Algerien 1982 und Italien 2004 rausgeflogen, während Argentinien und Belgien 1994 von dem Modus profitiert haben.)

Ich rede dabei von ‚historischer‘ Wahrscheinlichkeit, weil das natürlich davon ausgeht, dass die Gruppenergebnisse heute genauso wahrscheinlich sind wie vor 86 Jahren. Das kann zwar durchaus sein, die Datenbasis ist aber zu klein, um das wirklich sagen zu können. Sehr große Qualitätsunterschiede zwischen den Mannschaften würden zum Beispiel Gruppen mit 9 Punkten für den Ersten und/oder 0 Punkten für den Letzten bevorzugen.

Schmalspurbahn im Winter, Vol. 5

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Ich weiß ja auch nicht, wie ich das mache, aber auch 2014 habe ich es geschafft, am Anfang des Jahres an einer Schmalspurbahn zu sein. Dieses Jahr war das verknüpft mit meinen Silvesterplänen – für diese ging es wie schon vor zwei Jahren nach Zürich. Von dort aus folgte ich meiner Meute, die sich in den Kopf gesetzt hatte, noch ‚etwas in den Schnee‘ zu fahren, in die Schweizer Alpen, was mich dann schließlich nach Grindelwald brachte.

Grindelwald liegt am Ende einer Zahnradbahn von Interlaken auf etwa 1000 Metern Höhe und am Anfang einer anderen Zahnradbahn auf die Kleine Scheidegg (2000 Meter), von wo aus dann die Jungfrauenbahnen durch den Eiger hindurch bis zum Jungfraujoch fährt (ca. 3500 Meter). In dieser Gegend also gingen wir erst zu acht Schneeschuhwandern, dann zu viert Schlitteln (während die anderen vier Skifahren waren) und dann nochmal beides zu viert.

Auch wenn es nicht wahnsinnig kalt war (2 Grad auf 2000 Metern Höhe), war es doch ein guter Testlauf für meine neue Winterkleidung, die ich dann später in Norwegen ausprobieren wollte, und überhaupt der erste Schneeurlaub seit ich mich erinnern kann. Schlittenfahren war bisher für mich höchstens vom Feldberg zum Sandplacken, immer am Weg entlang, und alle drei Meter wieder absteigen und weiterschieben. Eine Viertelstunde ununterbrochen schlitteln zu können und dann mit dem Zug hochfahren und nochmal runter, war eine sehr neue und wahnsinnige Erfahrung für mich.

Ach ja, und Bilder gibt es auch:

Panoramaansicht von Bussalp und First (Blick nach Norden über das Tal, in dem Grindelwald liegt).
Ausfahrt von der Kleinen Scheidegg in Richtung Grindelwald.
Ich war erst ein bisschen überrascht, Güterverkehr auf der Wengernalpbahn zu sehen, aber bei genauerem Nachdenken gibt es eigentlich keine andere sinnvolle Möglichkeit, Dinge auf den und vom Berg zu transportieren.

Rekord

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Ich habe hier noch nie was über Sport geschrieben (außer Fahrradfahren). Weil ich eigentlich der Meinung bin, dass Sport Mord ist. Aber mit einem großen Turnier gerade hinter uns, habe ich doch das Bedürfnis, was zu sagen.

Manchmal gibt es so Situationen, wo man einen Sportteilnehmer (sei es Mannschaft, Frauschaft oder Einzelsportpersonen) gut findet, und ihnen ein gutes Gelingen wünscht. Und man sich gerne die Wettkämpfe ansieht. Deutsche, die gerne Deutschen zujubeln, sind dabei oft sehr erfolgsverwöhnt. Aber dann, auf einmal, kommt ein Lance Armstrong daher und man merkt, dass Jan Ulrich vielleicht gut, aber nicht gut genug ist, der Beste zu sein. Auch als Lance mal richtige Probleme hatte, konnte Jan ihm nicht weit genug davoneilen, um daraus Kapital schlagen zu können. Naja, damals blieb Erik Zabel, über den man sich regelmäßig freuen konnte. Und mittlerweile hat sich der (professionelle) Radsport aus meinem Interesse herausgedopt, also was soll’s.

Nun war also Europameisterschaft in der Deutschen liebsten Sportart: Männerfußball. Deutschland (eigentlich ist es ja „die Deutsche Mannschaft“ oder „die DFB-Auswahl“, aber ich benutze das jetzt mal so) ist im Halbfinale ausgeschieden, kam also unter die besten vier, und wenn man bedenkt, dass Deutschland gegen den anderen Halbfinalisten Portugal während diesem Turnier gewonnen hat, kann man wohl getrost sagen, Deutschland ist dritter geworden.

Dritter. Oder von mir aus vierter, das spielt keine Rolle. Wie sich die öffentliche Wahrnehmung der Mannschaft durch die Halbfinalniederlage gegen Italien geändert hat, hat das Bildblog in einer beeindruckenden Bilderserie zusammengefasst. Arndt Zeigler (vorsicht, Link geht zu Facebook) hat mir da ebenfalls aus der Seele gesprochen. Zusammengefasst kann man sagen: Hey, Deutschland war doch eigentlich ziemlich gut!

Und damit sind wir beim Kern der Sache: In den letzten vier großen Turnieren war Deutschland (und ich ertappe mich, dass ich „wir“ schreiben will, tststs) viermal unter den besten vier, und mit dem Argument von oben unter den besten drei. In den letzten 6 Turnieren immerhin fünf mal. Kein anderes Team hat das geschafft. Ist das nichts? Gut, Italien war in dem Spiel besser als Deutschland. Herzlichen Glückwunsch! Spanien schien im Halbfinale besiegbar, so wie damals Lance Armstrong. Aber da hat nicht Deutschland gegen Spanien gespielt, sondern Portugal. Und Deutschland war noch nicht im Finale angekommen. Aber, die Italiener packen wir doch locker, wurde mir gesagt. Taten wir nicht. Oder, natürlich: tat die Deutsche Männerfußballnationalmannschaft nicht. Aber egal, welcher Gegner es im Finale war: Die Spanier haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert und ich bezweifle, dass Deutschland Europameister geworden wäre, wenn die Mannschaft denn ins Finale gekommen wäre.

So lässt sich feststellen, dass Spanien und Italien definitiv momentan erfolgreicher sind als Deutschland, und definitv nicht schlechter. Ebenbürtig ist Deutschland, vielleicht, aber nicht besser. Und das ist doch auch okay so.

Spanien hat Rekorde aufgestellt; drei Turniere hintereinander zu gewinnen, den Europameistertitel zu verteidigen, all das hat noch keine Mannschaft geschafft. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Und so sehr ich mir einen Deutschen Titel wünschen würde, so sehr wäre ich auch zufrieden, wenn Deutschland 2014 in Brasilien ins Halbfinale kommt und davor Spanien besiegt hat.

Denn auch Deutschland hat einen Rekord aufgestellt während der EM 2012: Nie zuvor hat irgendeine Nationalmannschaft 15 Pflichtspiele hintereinander gewonnen (Spiel um Platz 3 2010, 10 Qualifikationsspiele, 3 Vorrundenspiele und das Viertelfinale gegen Griechenland). Deutsche, wollt ihr auf irgendwas stolz sein? Wie wäre es damit? Und dabei wurde ein anderer Halbfinalist dieser EM besiegt (Portugal) und der Vizeweltmeister, als er schon mit dem Rücken zur Wand stand (Niederlande). Die Todesgruppe wurde ohne Punktverlust beendet.

So fiebere ich weiterhin mit den Deutschen mit, hoffe, dass Löw Bundestrainer bleibt und „wir“ weiterhin unter den besten Teams der Welt bleiben. Ziel für 2014: Halbfinale. Ja, ich bin für Deutschland. Ja, ich zeige auch gerne die Flagge während Fußballspielen. Ja, ich ärgere mich auch und bin enttäuscht, wenn es wieder mal knapp nicht reicht (oder auch deutlich) — vor allem, da der DFB ja wieder erkannt zu haben scheint, dass ein Empfang am Römer im Herzen Deutschlands viel besser ist als einer in diesem preußischen Provinznest. Aber ja, ich schäme mich auch für Leute, die einem Özil vorwerfen, dass er nicht die Hymne singt (das haben die Deutschen Spieler doch eigentlich noch nie in der Mehrheit getan, oder?). Und die bei Toren von Balotelli gegen Deutschland von Negern anfangen zu sprechen. Und die eine Deutsche 88 auf dem Trikot tragen und die von der U-Bahn von Lemberg bis nach Auschwitz schwadronieren.

Das verdirbt mir die Lust am Fußballgucken aber immer nur ein bisschen, und nie genug.

Finale

Original-Post (Tag 184)

Hier muss nicht immer was über Norwegen stehen, oder? 1999 war’s. Die Eintracht war praktisch abgestiegen — nicht, dass es mich gejuckt hätte. Der letzte Spieltag war, ich war Trambahn fotografieren mit meinem Papa. Ich mach’s kurz: Die Eintracht schaffte in einem unglaublichen Schlussspurt ein 5:1 gegen Kaiserslautern und den Klassenerhalt. Wenn ich mir die Radiokonferenz von damals nochmal anhören könnte — oh yeah. Mir ist es noch ewig dabei eiskalt den Rücken runter gelaufen; schade, dass ich es nicht live erlebt hatte. Trotzdem einfach geil. Vier Jahre später bin ich daheim und fiebere bei der Schlusskonferenz der zweiten Fußball-Bundesliga mit. Mainz führt 4:0, Frankfurt hat ein 3:1 zu Pause verspielt, jetzt steht’s 3:3. Auch hier mach ich’s kurz: Ein Last-Second-Tor besiegelt das 6:3 bei der Eintracht, Mainz gewinnt 4:1, die Eintracht steigt auf. Auch das war absoult tolles Kino im Kopf, hervorgerufen durch Radio. Warum zum Teufel erzählt der Bjørn das alles?

Das ist ja alles nichts gegen eine Handball-Übertragung. Mit zweimaliger Verlängerung. Wenn die Franzosen ständig in Führung liegen und die Deutschen am Ende mit 32:31 gewinnen und ins Finale der Handball-Weltmeisterschaft einziehen. So ein hin und her… Puh! Das war toll. Danke hr info!

PS: Boah ey!

Innkalling!

Original-Post (Tag 283) Einzug.

Das letzte mal, dass ein Land 42-jährige zum Militärdienst verpflichtet hatte, war im dritten Reich. Das nächste mal wird es wohl, na wo? Genau. Im evil Empire sein.

Nicht so sehr Politik, aber auch interessant: Im deutschen Radio habe ich nie etwas davon gehört, aber es ist eine recht große Meldung hier in Norwegen: Evil Company’s neues Betriebssystem, Vista, gibt der NSA Zugriff auf die PCs. Einfach so. Naja egal

Wie man gescheite Programme schreibt, versuche ich gerade herauszufinden; ich bin fleißig dabei. Natürlich tauchen an immer mehr Stellen Probleme auf, und ich tue mein bestes, alle Löcher zu Stopfen, aber manchmal bin ich doch etwas frustriert… Meine Norwegischlehrerin hatte mir am Montag von einem anderen Chor erzählt, der gestern, Dienstag ein Vorsingen veranstaltet hat, aber ich habe keine großen Illusionen, dieses Vorsingen war richtig scheiße. Ich hatte das Gefühl, dem Dirigent ist es wichtiger, wie ich den Laut (nicht den Ton) a ausspreche (wenigstens kenne ich jetzt den subtilen Unterschied zwischen dem deutschen und dem norwegischen A), als die Töne die ich singe. Das hat auch nicht grade zu meiner Laune beigetragen. Ansonsten ist alles ganz toll, und auch das Fehlersuchen macht ja irgendwie Spaß, und zwar nicht zu knapp. Nur bleibt dabei momentan kaum Zeit für etwas anderes.

Die Nachrichten aus der Heimat sind auch meistens nicht so gut (außer dem 27:25 der Deutschen gegen Spanien bei der Handball-WM und netten Grüßen); eine Wahlbeteiligung von 35 % wird mir als „Zeichen der Zufriedenheit“ verkauft — Idiot —, die Eltern löschen Daten — grgh — naja, wenigstens haben die Mainzer am Samstag gewonnen und die Bayern weder gestern noch am Freitag. Das ist doch wieder was.

Ich will mich an dieser Stelle mal dafür entschuldigen, dass das hier manchmal so eine Art „Braindump“ ist, so ohne Struktur, aber ich bin nicht motiviert genug, um eine gute Struktur für meine Gedanken zu finden. Dafür bin ich offensichtlich motiviert genug, soviel darüber zu schreiben, dass ich nicht motiviert bin GENUG JETZT!

Alles Wechselhaft

Original-Post (Tag 37)

Schon wieder so ne Überschrift, ich scheine nicht sehr kreativ zu sein… Momentan bin ich sehr hin- und hergerissen, und zwar von allem. Wieder gleicht das Wetter dem, was man typischerweise im April erwartet, nach zwei recht schlechten Tagen waren heute Wolken am Himmel alle Einzelgänger, und es war sogar recht warm (aber ich höre, auch das Frankfurter Wetter lässt einiges zu wünschen übrig…). In der Uni macht der Norwegischkurs nach wie vor Spaß, und ich versuche, das neu- und wiedergelernte an den Leuten im Büro, an der Supermarktkasse und in den Vorlesungen auszuprobieren, mit wechselhaftem, aber im Mittel durchaus steigendem Erfolg. Und zur Not können hier alle Englisch (wenigstens alle Norweger).

Die Arbeit in der Uni kommt allerdings weniger schnell voran, ich versuche seit etwa eine Woche, ein Integral auf eins zu biegen, und finde einfach den fehlenden Faktor nicht. Das frustriert schon ganz schön, vor allem bei schlechtem Wetter (siehe oben), heute war’s tatsächlich erträglicher.

Von daheim gibt’s momentan nur gute Nachrichten; zwei meiner Freunde haben ihre Ex-Physik-Prüfung ziemlich gut bestanden, und auch andere Nachrichten lassen mich jubeln. Wie zum Beispiel 13 Tore gegen San Marino — verdammt, dieses Spiel hätte ich sehen wollen! Aber ein paar mehr Gründe, jetzt gerne daheim sein zu wollen, sind schon dazugekommen, die letzten Tage. Ach was soll ich sagen; hier geht langsam alles (s)einen gewohnten Gang und trotzdem ist irgendwie jeden Tag was neu (heute zum Beispiel ein neuer PostDoc in der Arbeitsgruppe, morgen eine frisch geölte Fahrradkette und eine frisch geöltes Fahrradschloss), und ich wäre gerne bei meinen Freunden und meiner Freundin, um mit ihnen zu feiern. Ich denke an euch! Und feier von hier aus mit: Gleich packe ich eine Apfelweinflasche aus. Mmmmhhh… *Hicks* bbisss dannnnn