Usedom

Nach letztem Wochenende darf man ja nicht mehr nach Usedom fahren (oder vielleicht doch, und gerade jetzt, je nach dem, wen man fragt). Wie schön, dass ich das mit meiner besseren Hälfte Anfang August erledigt habe: der erste Teil unseres Sommerurlaubs ging ins Seebad Heringsdorf. Eigentlich sollte der Weg dahin in einem (von Hannover aus) durchgehenden Kurswagen geschehen, also in einem von den drei Wagen, die in Züssow von einem IC Ruhrgebiet – Berlin – Rügen abgehängt und dann gesondert über die Insel bis Heringsdorf gezogen wird. Doch die Auswirkungen einer Baustelle sorgten dafür, dass der ICE, der uns nach Hannover bringen sollte, so spät war, dass wir den Anschluss in Hannover verpasst hätten (sehr indirekte Auswirkungen: wegen der Baustelle fährt der ICE nur ein- statt zweiteilig, und deswegen ist er überlastet, und deswegen braucht er länger, um von den Bahnhöfen wegzukommen). Daher warteten wir einfach 10 Minuten länger und fuhren mit dem ICE nach Berlin, von dort aus dann Regionalbahn bis Züssow und dann die normale Bummelbahn bis Heringsdorf (die allerdings genau so schnell ist wie die IC-Verbindung auf diesem Abschnitt. Die 30 Minuten, die wir so später ankamen, haben uns allerdings eine Freundin aus dem Chor als Reisebegleitung im Zug nach Berlin beschert.

Ich stehe mit Apfelweinhemd an der Deutsch-Polnischen Grenze an der Ostsee.
Ich stehe mit Apfelweinhemd an der Deutsch-Polnischen Grenze an der Ostsee.
Auch am Strand möchte ich nicht gerne Sonnenbrand oder -stich kriegen.
Auch am Strand möchte ich nicht gerne Sonnenbrand oder -stich kriegen.

Heringsdorf an sich hat einen sehr schönen, sauberen Strand, und das Wetter war zwar nicht überwältigend, aber doch gut genug, um zu baden, zu spazieren, Tandem zu fahren und wieder zu baden. Und an einem Tag wollten wir nach Rügen, mindestens um meine Serie mit den Schmalspurbahnen fortzusetzen. (Das fing ja mal an mit „immer im Winter“, wurde „immer im ersten Halbjahr“ und ist nun offiziell nur noch „jedes Jahr“. Auch gut.) Auf Rügen fährt der Rasende Roland, eine Schmalspur-Dampfbahn, und mit der wollten wir einmal hin- und zurückfahren, nach Anreise mit dem Schiff, dass uns von Peenemünde nach Gören hätte bringen sollen. Nach Peenemünde bringt uns der Zug. Meine bessere Hälfte hatte für die Schifffahrt das Kombiticket, auf dem die Zugfahrkarte aufgedruckt war, und kurz nach der Kontrolle kurz nach der Abfahrt in Heringsdorf sehen wir die Zugbegleiterin am Handy reden, und hören die Worte „Schiff fällt aus, ok“ und „ich sage dann den Leuten Bescheid“. Nun, letztlich entschieden wir uns dann, eben mit der Bahn nach Rügen zu fahren, auch wenn das wesentlich öfteres Umsteigen bedingte; und so fuhren wir eben den Rasenden Roland von der anderen Richtung aus ab. Göhren war dann nicht Anfangs- sondern Umkehrpunkt, und nach einer kurzen Stärkung fuhren wir bis Binz, liefen zum Bahnhof der großen Bahn und fuhren von dort wieder nach Heringsdorf zurück. So kam ich, vier Jahre nachdem ich Binz einem Abstecher nach Usedom geopfert habe, doch noch dorthin.99 1784-0 bei Einfahrt nach Lauterbach Mole

Die Eule war ähnlich begeistert wie ich, in die Kamera statt aus dem Aussichtswagen gucken zu müssen!
Die Eule war ähnlich begeistert wie ich, in die Kamera statt aus dem Aussichtswagen gucken zu müssen!

99 4011-5 in Sellin Ost

Am letzten Tag war schlechtes Wetter angekündigt, aber wir konnten dennoch morgens in der prallen Sonne am Strand liegen und baden (nachmittags war der Strand ok, aber zum Baden zu kalt). Bei der Rückfahrt verlief alles planmäßig, nur auf dem Abschnitt Wolgast – Züssow war es sehr kuschelig, aber immerhin musste ich mein Ticket nicht rauskramen, weil die Zugbegleiterin mich wiedererkannt hat – und gleich gefragt hat, ob wir denn das Geld für die Schiffstour wiederbekommen haben: Haben wir, und zwar inklusive des Zugaufschlages, obwohl das Ticket ja schon in der Kontrolle abgestempelt wurde.

Frankreich 2015

Auf dem Weg nach Barcelona im Mai 2015 ging es durch Frankreich, auf der Rückfahrt auch. Die meisten Bilder dieser Fahrt sind von dort:

Näher als hier kommt man mit der Bahn nicht an Andorra heran: Zugkreuzung in L’Hospitalet-près-l’Andorre
Näher als hier kommt man mit der Bahn nicht an Andorra heran: Zugkreuzung in L’Hospitalet-près-l’Andorre
Die Gelbe Bahn. Leider waren wir im modernen Zug links, nicht in dem alten rechts.
Die Gelbe Bahn. Leider waren wir im modernen Zug links, nicht in dem alten rechts.
An einer der Schnittstellen zwischen französischem und spanischem Hochgeschwindigkeitsnetz treffen sich zwei TGV der jeweiligen Staatsbahnen.
An einer der Schnittstellen zwischen französischem und spanischem Hochgeschwindigkeitsnetz treffen sich zwei TGV der jeweiligen Staatsbahnen.
Abendstimmung in Lyon.
Abendstimmung in Lyon.

Barcelona

Ob ich nicht Lust hätte, mit ihm zusammen den Zug nach Barcelona zu nehmen, hat mich ein Freund letzten Frühling gefragt. Dieser hatte mich schon mal, im November 2012, zu einer Bahnfahrt nach Spanien angestiftet, und auch dieses Mal konnte ich nicht widerstehen.

Unser Ziel war es, am Wäldchestag abends in Barcelona zu sein, weil seine Freundin dort eine Konferenz hatte, die eben Montag und Dienstags ging. Er verbrachte dann noch ein wenig Zeit mit ihr dort, während ich schon wieder auf dem Heimweg war. Nach einigem Hin- und herüberlegen entschieden wir uns dann für eine Route über Paris, Toulouse, (dort übernachten), dann die Pyrenäen rauf und auf französischer Seite wieder runter, und dann mit TGV durch die Pyrenäen bis Barcelona.

Nun gab es an Pfingstmontag irgendwelche Bauarbeiten zwischen Mannheim und Saarbrücken, sodass der direkte ICE nach Paris nicht fuhr, aber die Umstiege in Mannheim und Karlsruhe haben gut geklappt, sodass wir ohne Probleme bei Strasbourg im TGV über die Grenze nach Frankreich fahren konnten.

In Paris hatten wir genug Zeit – 1h15′ – um zum Bahnhof Austerlitz zu kommen, wo der InterCity nach Toulouse abfuhr. Dachten wir. Vor Paris standen wir, weil Polizisten im nächsten Bahnhof erstmal der Steinewerfe habhaft werden mussten, etwa 30 Minuten. Zuerst hieß es, dass wir eine Stunde würden warten müssen, doch dann haben die Polizisten, in den deutschen Worten des französchen Schaffners, „ihren Beruf gemacht“ und es ging weiter. Unsere großzügige Umstiegszeit reichte dann am Ende gerade so aus, und wir waren auf dem Weg quer durch Frankreich nach Toulouse. Die Strecke ist anfangs sehr flach – bis Orleans würde man denken, in Ostfriesland zu sein – aber dann wurde es langsam etwas hügeliger. Ohne das Gefühl zu bekommen, dass wir zu langsam waren, hatten wir zwischendurch mal 10 Minuten Verspätung, aber innerhalb der 6 Stunden Fahrt waren wir am Ziel wieder pünktlich. Das Abendessen in Toulouse war phänomenal, das (eine!) (schmale!) Bett nicht so, aber letztlich sind wir frohgemutes in den nächsten Tag gestartet.

Der nächste Zug leider nicht. Erst mit 25 Minuten Verspätung ging es los, und das bei 19 Minuten Umsteigezeit am nächsten Bahnhof. Oh-oh. Auf einer vielbefahrenen eingleisigen Strecke an einem Werktag (außerhalb von Frankfurt ist der Wäldchestag dies ja nun mal) wuchs die Verspätung auf bis zu 33 Minuten an, um dann kurz vor dem Durchbruch auf die andere Seite der Pyrenäen (bei L’Hospital-pres-l’Andorre) auf einmal sehr klein geworden zu sein. Nun ja, der Anschluss hätte eh gewartet, und dann ging es in der „Pyrenäen-Metro“, mit dem Gelben Zug, in Richtung Mittelmeer. Diese Schmalspurbahn hielt leider lange nicht, was sie versprach; die Trassierung ist wesentlich kurviger, als es vom Gelände her nötig erscheint, nimmt dafür aber alle möglichen Orte mit. Nur keine Fahrgäste – es war doch ziemlich leer.

Immerhin war das das sechste Jahr in Folge, in dem ich im ersten Halbjahr mit einer Schmalspurbahn gefahren bin, also wenigstens etwas Positives. An einem Unterwegsbahnhof stiegen richtig viele Touristen ein, und wir haben uns schon gewundert, doch nicht lange: Auf einmal wurde die Strecke richtig aufregend, mit Tunnels, Brücken und Kurven und einem erkennbaren Drang nach unten. Kein hin- und her, kein hoch und runter, nein, nur noch runter, wie ich das von einer Gebirgsbahn erwartet habe. So ein Glück.

Den letzten Abschnitt nach Perpignan gab es dann wieder in Normalspur im flacher und breiter gewordenen Tal, und dann ging es in den TGV – der leider eine Stunde zu spät war. Trotz allem kam er, und weil es ein Doppelstöckiger Zug war, konnten wir recht gut die Landschaft und die untergehende Sonne sehen.

Die Strecke von Perpignan nach Barcelona hat kurz vor der Pyrenäenquerung (ein 10 Kilometer langer Tunnel) ein Überwerfungsbauwerk, an dem von franzöischem Linksfahren auf spanisches Rechtsfahren gewechselt wird, und schließt dann in Figueres an das normalspurige spanische Hochgeschwindigkeitsnetz an. Nun kommt mal also mit einem Mal umsteigen von Frankfurt bis Madrid. Leider zwingt die Finanzkriseen die Austeritätspolitiker die Spanier und Portugiesen dazu, den Bau der geplanten Schnellfahrstrecke zwischen Madrid und Lissabon, die die Fahrzeit von elf Stunden auf 2½ Stunden verkürzen würde, auf Eis zu legen… Nun, in Barcelona wurden wir also abgeholt, gingen ins Hotel, aßen und schliefen.

Mein Rückweg fing mit einer Strecke an, die ich schon kannte, aber zuletzt im Spätherbst abends gefahren bin. Diesmal konnte ich mehr von der alten Strecke nach Frankreich sehen, und auch von der Mittelmeerstrecke in Frankreich, die über weite Strecken zwischen Binnenseen und dem Mittelmeer verläuft, nachdem sie an der Grenze noch viele kleine, malerische Buchten verbindet. Wegen eines Polizeieinsatzes am Bahnsteig, bei dem die beteiligten Polizisten nicht direkt konfliktvermeidend aufgetreten sind, habe ich dann tatsächlich einen Anschluss verpasst, fand aber noch ohne Probleme nach Lyon, wo das nächste Bett wartete. Nicht aber, bevor ich nicht die kulinarische Empfehlung einer Bekannten aus Lyon ausprobiert und für gut befunden habe.

Aufgrund anderer Verpflichtungen war mein Ziel allerdings nicht Frankfurt, sondern zunächst Bonn bzw. Bad Honnef, wo das alljährliche Stipendiatentreffen der Telekomstiftung am Donnerstag und Freitag stattfand, und dann Herford. Ich setzte mich daher in den TGV nach Metz, der „quer durch“ statt über Paris fährt. Leider verlief mal wieder nicht alles glatt, und da ich leider nur Bruchstücke von Französisch verstehe, fragte ich beim Zugpersonal, ob mein Anschluss nach Luxembourg in Metz gefährdet sei. „Metz? No, no, Metz ok!“ war die Antwort; ok, dachte ich mir, ist ja noch ein Weilchen hin bis dort. In Nancy wendet der TGV, dafür braucht er jedes mal sieben Minuten (ich habe mittlerweile einen Triebfahrzeugführer mit Ausbildung auf den TGVs gefragt, der mir bestätigt hat, dass das nicht schneller geht). In Metz waren wir dann leider so spät, dass ich den nächsten Zug nicht erreicht habe und schließlich in Luxembourg eine Stunde später nach Koblenz gefahren bin, ergo eine Stunde zu spät in Bad Honnef war.

Ok, passiert, nur eines hat mich wirklich geärgert: Der Zug, den ich in Nancy auf dem Nebengleis habe ausfahren sehen, und in den ich dort locker hätte umsteigen können, war genau der, den ich in Metz dann nicht mehr erreicht hatte. Hätte der Schaffner mir also eine bessere Auskunft geben können – oder wollen – wäre ich pünktlich gewesen.

Nun ja, am Freitag ging es dann nach einem Besuch im ehemaligen Bundeskanzleramt, heute Entwicklungshilfeministerium, mit einem Nordrheinwestfalenticket weiter nach Herford. Hier war leider auch alles verspätet, sodass ich nicht meine schöne Planung mit den Querverbindungen Düsseldorf-Wuppertal und Wuppertal-Essen abfahren, sondern bin recht direkt nach Herford gefahren.

Bilder gibt es in einem eigenen Post.

Schmalspurbahn im Winter, Vol. 5

Original-Post

Ich weiß ja auch nicht, wie ich das mache, aber auch 2014 habe ich es geschafft, am Anfang des Jahres an einer Schmalspurbahn zu sein. Dieses Jahr war das verknüpft mit meinen Silvesterplänen – für diese ging es wie schon vor zwei Jahren nach Zürich. Von dort aus folgte ich meiner Meute, die sich in den Kopf gesetzt hatte, noch ‚etwas in den Schnee‘ zu fahren, in die Schweizer Alpen, was mich dann schließlich nach Grindelwald brachte.

Grindelwald liegt am Ende einer Zahnradbahn von Interlaken auf etwa 1000 Metern Höhe und am Anfang einer anderen Zahnradbahn auf die Kleine Scheidegg (2000 Meter), von wo aus dann die Jungfrauenbahnen durch den Eiger hindurch bis zum Jungfraujoch fährt (ca. 3500 Meter). In dieser Gegend also gingen wir erst zu acht Schneeschuhwandern, dann zu viert Schlitteln (während die anderen vier Skifahren waren) und dann nochmal beides zu viert.

Auch wenn es nicht wahnsinnig kalt war (2 Grad auf 2000 Metern Höhe), war es doch ein guter Testlauf für meine neue Winterkleidung, die ich dann später in Norwegen ausprobieren wollte, und überhaupt der erste Schneeurlaub seit ich mich erinnern kann. Schlittenfahren war bisher für mich höchstens vom Feldberg zum Sandplacken, immer am Weg entlang, und alle drei Meter wieder absteigen und weiterschieben. Eine Viertelstunde ununterbrochen schlitteln zu können und dann mit dem Zug hochfahren und nochmal runter, war eine sehr neue und wahnsinnige Erfahrung für mich.

Ach ja, und Bilder gibt es auch:

Panoramaansicht von Bussalp und First (Blick nach Norden über das Tal, in dem Grindelwald liegt).
Ausfahrt von der Kleinen Scheidegg in Richtung Grindelwald.
Ich war erst ein bisschen überrascht, Güterverkehr auf der Wengernalpbahn zu sehen, aber bei genauerem Nachdenken gibt es eigentlich keine andere sinnvolle Möglichkeit, Dinge auf den und vom Berg zu transportieren.

Kleinbahnfeeling bei Dresden

Original-Post

Nachdem ich im Januar 2010 eher zufälligerweise mit der Rhätischen Bahn durch die Schweiz gefahren bin, im Januar 2011 spontan bei einem Besuch in Bulgarien die Rhodopenbahn befahren habe und Anfang Februar 2012 kurzentschlossen auf der Harzer Schmalspurbahn unterwegs war, wollte ich die Tradition dieses Jahr fortsetzen, in jedem Winter eine Schmalspurbahn zu bereisen. Ich hatte die Idee aber eigentlich schon aufgegeben – zu wenig Zeit dieses Jahr, und man will ja auch mal was anderes machen als ständig in der Gegend rumfahren – als mir klar wurde, dass ich eine Reise eigentlich unfreiwillig antreten muss — die Frühjahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Dresden fand letzte Woche statt. Aber von dieser Idee hatte ich ja letztens schon geschrieben.

Nun ist diese Reise also vorbei und ich habe tatsächlich – und nicht wenig – Zeit gefunden, mich den Schmalspurbahnen in der näheren Umgebung von Dresden zu widmen.

Eigentlich mag ich ja Dampfloks gar nicht. Das ist irgendwie untypisch für Eisenbahnfreaks, aber ich finde die schmutzig, laut, stinkend, dunkel (lies: nicht gut fotografierbar). Dennoch hatte ich viel Spaß, vor allem, weil es eben dieses schöne Kleinbahnfeeling gibt, wenn man in alten kurzen Wagen auf der Plattform – also draußen – stehen kann und mit 20 km/h durch die Landschaft zuckelt. Das funktioniert aber eben auch mit Diesel- oder E-loks, hat also nix mit Dampf zu tun!

Zunächst einmal gab es die Anreise. Um Geld zu sparen, habe ich für 11 Leute ein Gruppenticket für den ICE organisiert. Dabei waren auch ein paar Leute, die sehr gerne Auto fahren. Zum Glück hat alles gut geklappt; die Ankunft in Dresden war letztendlich sogar drei Minuten zu früh. Okay, Sonntag morgens erwarte ich auch keine größeren Behinderungen, aber der geneigte Autofahrer hat halt Horrorgeschichten im Kopf. Weil wir schon um 12:04 da waren, fuhr ich gleich weiter nach Freital, um die Weißeritztalbahn zu befahren. Blöderweise war der Akku meiner neuen Kamera alle, sodass ich nur Handyfotos habe. Das änderte natürlich aber nichts an den schönen Blicken auf vereiste Talsperren!

Bildqualität schlecht (weil vom Klugtelefon), Erlebnisqualität gut! Auf der Weißeritztalbahn war das Wetter noch nicht perfekt, aber die Sicht gut.
Über so einen Blick aus dem Hotel kann ich mich nicht beschwerden, auch wenn’s nur aus dem Treppenhaus war. Eine tschechische 371 mit dem EC aus Budapest nach Hamburg.

Dienstag vormittags nutzte ich dann eine Pause, um von Radebeul auf der Lößnitzgrundbahn zu fahren. Diesmal mit Kamera, aber die Strecke ist weniger spektakulär. Die Dampfbahn quert an einer Stelle die Straßenbahn, das war’s dann aber auch.

Die Lößnitzgrundbahn fährt nur durch recht flaches Terrain, dafür ist das die einzige der Bahnen, die auch echte Verkehrsbedürfnisse zu stillen scheint, wenigstens gibt es Schülerzüge. Hier der abfahrbereite Zug in Radeburg.

Mehr Zeit hatte ich am Mittwoch: Die Postersession fand ich eher mäßig interessant, daher machte ich mich früh morgens auf den Weg nach Zittau, um das Netz der Zittauer Schmalspurbahn zu befahren. Auf dem Weg nach Zittau musste ich feststellen, dass das Sachsenticket, dass ich gekauft hatte, erst ab 9 Uhr gilt (Abfahrt Dresden war um 7:08) – ups. Man kann aber im Zug nachlösen. Dafür gilt in der Schmalspurbahn unerwarteterweise das Sachsenticket mit 5 Euro Aufschlag, wodurch das ganze wieder genauso teuer wie gedacht wurde. Der Fahrplan auf der Kleinbahn macht es gut möglich, zwischendurch auszusteigen und durch den Schnee zu wandern, was ich dann auch gerne getan habe. Im Sommer war ich mal kurz durch Bautzen gekommen und hatte mir davon vor allem gemerkt, dass man von dieser einen Brücke einen schönen Blick auf eine Altstadtkulisse hat. Diesmal musste ich leider feststellen, dass man Zug auf der Brücke und Altstadt nicht zusammen auf ein Bild kriegen kann — wenigstens nicht, solange man auf dem Boden steht.

Die Zittauer Schmalspurbahn kurz nach Ausfahrt aus Kurort Oybin. Der lange Aufenthalt in Bertdorf 2 Kilometer weiter ermöglicht es, mit dem nächsten Zug wieder mitzufahren, auch wenn man hier kurz wandert.

Am Donnerstag musste ich dann abends meinen eigenen Vortrag halten, aber vor dem Abend gibt’s ja noch einen ganzen Tag. Den Vormittag dessen habe ich mich zwar über das langsam schlechter werdende Wetter (bis dahin die ganze Woche über glasklarer Himmel) geärgert, bin aber trotzdem mit dem EC Richtung Prag bis Ústí nad Labem gefahren, und habe auf der Rückfahrt in Bad Schandau mit der Fähre übergesetzt, um mit der Kirnitzschtalbahn zu fahren. Die ist auch schmalspurig, aber zur Abwechslung mal nicht mit Kohle und Dampf, sondern mit Solarzellen und Strom betrieben.

Der Eurocity nach Hamburg bei Einfahrt in Ústí nad Labem mit dem Schlösschen Větruše im Hintergrund. Das Wahnsinns-Wetter von den Vortagen hat hier leider schon aufgehört.
Blick auf den Triebwagen 2 der Kirnitzschtalbahn an der Endhaltestelle Lichtenhainer Wasserfall.

Freitag ging’s dann zurück, diesmal in einer Gruppe von 13 Leuten, und außer, dass ich beim Umsteigen in Leipzig fast meine Reisetasche vergessen hätte, und dass wir in Frankfurt dann drei Minuten Verspätung hatten, ist alles gut gelaufen. Ich glaube, sogar die Autofahrer empfanden die drei Minuten nicht als allzu schlimm (auch wenn sie das natürlich behaupteten, aber ich ärger‘ die ja auch oft genug).

Pech im Harz

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Ich bin in letzter Zeit relativ viel Bahn gefahren, die letzte große Tour ging vor drei Wochen quer durch Deutschland, von Frankfurt über Hamburg, Berlin, Leipzig, Nürnberg und Stuttgart zurück nach Frankfurt. Sehr lange schon habe ich keine größeren Störungen beim Bahnfahren erlebt, meistens war alles pünktlich oder nur wenig verspätet, so dass ich keine Probleme mit Anschlüssen hatte (oder ich hatte keine Anschlüsse zu erreichen). Wohl gemerkt, ich rede hier von der großen Bahn, nicht von der Frankfurter U- und Straßenbahn, aber das ist eine andere Frage. Jedenfalls, bevor ich weiterschreibe, möchte ich unterstreichen, dass ich mit der Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn sehr zufrieden bin.

Nebel auf dem Brocken

Am Wochenende war ich sehr spontan mit meinen Eltern im Harz, um das Wahnsinns-Winterwetter der letzten Woche im Schnee mit Plandampf der Harzer Schmalspurbahn zu nutzen. Meine Eltern fuhren schon am Freitag mit einem Leihwagen nach Werningerode, ich kam am Samstag morgen mit dem Zug nach. Der Plan sah vor, mit dem ICE nach Göttingen zu fahren, Umsteigen nach Goslar, von dort nach Vienenburg und schließlich nach Wernigerode, wo ich um 10:42 ankommen sollte. Der nächste Zug auf den Brocken wäre um kurz vor 12 gefahren, aber das ist ja ok.

Die Pläne waren kurz hinter Göttingen zunichte, nachdem der Schaffner jedem Fahrgast einzeln kurz angebunden sagte, in Northeim stehe ein Ersatzzug bereit. Die Zusatzinfo, dass Northeim der nächste Bahnhof ist, gab es allerdings nicht. In Northeim stand dann irgendwann auch mal der Ersatzzug an der Information, mit 20 Minuten Verspätung. Umsteigezeit in Goslar waren 12 Minuten, die Information, dich ich in Northeim bekommen habe, sagte mir, dass ich keine Chance habe, früher als zwei Stunden zu spät in Werningerode anzukommen. Auf dem Weg nach Goslar überlegte ich mir dann, ob ich nicht über Bad Harzburg fahren kann, um Zeit in der Kälte zu sparen, aber mein Handy hat keine Internetverbindung bekommen und ein Zugführer war im Ersatzzug auch nicht da. Also, in Goslar aussteigen, sofort zum Fahrkartenautomat gerannt, um Auskunft für Bad Harzburg → Wernigerode zu bekommen, und in dem Moment, in dem ich sehe, dass ich von Bad Harzburg aus mit nur 55 Minuten Verspätung nach Wernigerode gekommen wäre, fährt der Zug schon aus. Also habe ich was in Goslar gegessen, mich an dem hübschen Dörflein erfreut und den verschneiten Bahnhof als Fotomotiv benutzt.

Der Rest des Wochenendurlaubs war dann unwahrscheinlich toll, zwei schöne und grundverschiedene Tage auf dem Brocken verbracht (einer komplett vernebelt, einer mit klarem Wetter) und auf dem Rückweg meine Schwester besucht. Und tausende Bilder gemacht. Juchuh.

VT 648 aus Göttingen bei Einfahrt in Goslar. Der Bahnhof Goslar wurde vor nicht allzulanger Zeit barrierearm umgebaut, dabei sind zwar die Bahnsteige modernisiert, aber sowohl Bahnsteigsdächer, Signale als auch Stellwerk sind noch alt. Schönes Ensemble!
Durch kleine unvernebelte Luftpakete gab es am Samstag manches mal „Spotlights“ auf irgendwelche Gegenstände, deren Stimmung nur schlecht durch die Bilder wiedergegeben sind. Hier wird das Oberteil der Sendeantenne beleuchtet, während der Unterteil kaum zu erahnen ist.
Dampf im Harz auf dem Weg zum Brocken am klaren Sonntag.
Kurz vor Einfahrt in den Bahnhof auf dem Brockenplateau dreht sich der Zug hier gerade in die Sonne rein, während nicht nur ich zwischen den Wagen stehe und fotografiere (direkt vor mir steht mein Papa).
Unser Zug zurück kommt hier mit ca. 15 Minuten Verspätung am Brocken an. Da die Lok um den Zug herumfahren muss, bevor es weitergeht, haben wir danach noch genügend Zeit, zum Bahnhof zu laufen, und Sonntags um 12 Uhr fährt auch noch kaum jemand vom Brocken runtern (die kommen ja grade erst alle an).

Bilder vom Balkan

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Graffity mal anders: Dampflokgemälde am Güterschuppen von Велика Плана auf dem Weg von Belgrad in Richtung Süden.
Schützentürme an Flussbrücken sieht man in Serbien recht häufig, und man muss sich immer wieder klarmachen, dass das nicht die Überbleibsel von einem Krieg von vor 70 Jahren sind, so wie in Deutschland oder Norwegen, sondern von vor 10 Jahren.
Fips und ich im Spiegel im Abteil kurz vor der Einfahrt nach Ниш, immernoch auf dem Weg nach Bulgarien.
Der Gegenzug, dessen Kreuzung wir auf der Rhodopenbahn im höchsten Bahnhof der Strecke Аврамово abwarten, kurz vor der Einfahrt in ebendiesen Bahnhof auf dem schneelosen Pass.
Noch ein Bild von der Rückfahrt: Direkt nördlich von Sofia durch’s Balkangebirge fährt man zum Beispiel an diesem Haus vorbei, das scheinbar einfach im Fels steckt. Wie der Zugang dahin funktioniert, konnte ich leider nicht erkennen.

Balkan-Reise: Durch Überwald

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Leider immernoch ohne Bilder, aber etwas verspätet immerhin ein Bericht von meiner Rückreise: Nach der Fahrt mit der Schmalspurbahn, von der aus ich den Hinreisebericht geschrieben hatte, kamen wir spät abends wieder bei Fips zuhause an. Zum Glück ging der Zug nach Bucuresţi erst um 9 Uhr morgens, also war kein richtig großer Zeitdruck da. Der internationale Schnellzug von Thessaloniki nach Bucureşti, in den ich am nächsten Tag einsteigen wollte, bestand dann aus zwei Abteilwagen, die aber nur von София (Sofia) bis zur Grenzstation in Русе (Russe) fahren sollten, und nur ein alter Reichsbahn-Nahverkehrswagen fuhr durch bis Rumänien.

Die Fahrt begann spektakulär, durch den Balkandurchbruch, der die ganze Region um София entwässert. Später wurde die Landschaft dann zwar flacher, blieb aber schön und sehenswert. In Горна Оряховица (Gorna Orjahoviza) kam dann tatsächlich noch ein bisschen Internationalität in den Zug: ein Bulgarischer Abteilwagen (in den ich dann ging), ein türkischer Liege- und ein Rumänischer Schlafwagen wurden mit auf den Weg über die Donau geschickt. In Русе wurden dann die beiden ersten Wagen wegrangiert und eine rumänische Dieselloks, die uns bis Bucureşti ziehen sollte, kam dazu. Außerdem setzte sich ein netter Ungar, der dritter Kapitän auf einem Donaukreuzfahrtschiff ist, zu mir ins Abteil, und so hatte ich auf dem Rest der Reise etwas Gesellschaft.

Meine Erfahrungen in Rumänien begannen damit, dass ich statt einer Reservierung für den Zug am nächsten Tag nach Cluj-Napoca eine ganze Fahrkarte kaufte. Wenn man halt nicht sicher ist, wieviel das Geld, das man in der Hand hat, wirklich wert ist (ich schätzte den Umrechnungskurs mit dem Preis der Menüs bei McDoof ab), kann sowas mal passieren, Mist. Wenigstens hatte das erste Hostel, dass ich abklapperte, offen und war leicht zu finden, und ich checkte ein. Da wusste ich noch nicht, dass genau auf dieser Straße Frauen käuflicher Zuneigung unterwegs sind, nun, das war nicht direkt toll, aber nach dem 4. „Nein!“ haben sie’s kapiert, dass ich ncht wollte.

Die Fahrt nach Cluj-Napoca führt erstmal durch die Karpaten, und ich hätte diese schöne Strecke mit Sicherheit genossen, wenn ich nicht total Müde gewesen wäre (Abfahrt war schon um 6:08) und nicht aufgrund von Bauarbeiten die Strecke eingleisig ist und wir bis zu 50 Minuten Verspätung gehabt hätten. Nach den Karpaten geschah nicht mehr viel, landschaftlich, und trotz langer Strecken, die mit 40 befahren werden (trotz eigentlich sinnvoller, also kurvenarmer, Trassierung), war die Ankunft in Cluj-Napoca absolut pünktlich — naja, 10 Stunden für 547 km ist nicht ganz meine Vorstellung von „Expresszug“, aber was soll’s.

Der Rest ist schnell erzählt: Cluj-Napoca ist nett, aber Handyempfang ist schlecht, und mein Handy auch, so habe ich Szabolcs, mit dem ich mich eigentlich treffen wollte, missverstanden und bin schon am vormittag weggefahren — ohne ihn zu treffen. Gute Gelegenheit, sich mal wieder wie ein Idiot zu fühlen. Dafür habe ich im Zug eine Fotografin kennengelernt, mit der ich mich nett unterhalten habe. Ich nahm dann von Budapest aus noch einen Zug nach Wien, wo ich um 20 Uhr ankam. Da ich ja von letztem März noch ein Hostel direkt am Westbahnhof kannte, war ich auch zuversichtlich, ein Bett zu finden, und das klappte dann auch. Am nächsten Morgen dann stieg ich in den ICE um 6:36 nach Frankfurt ein, der mich (fast) pünktlich um 13:43 in Frankfurt wieder ausspuckte. Urlaub zuende. Das tollste am ICE: Er ist von Hanau aus nordmainisch, also nicht über Offenbach gefahren! Und über die Deutschherrenbrücke zu fahren und den Blick auf die Skyline zu sehen, entschädigt auch für das anschließende Gegurke über Forsthaus, Niederrad und Gutleut, bis man dann endlich im Bahnhof ist. Bilder kommen bald.

Balkan-Reise: Der Weg nach България

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Nun geht es fast schon wieder nach Hause. Nachdem wir in Zagreb im dritten Anlauf endlich ein Hostel gefunden hatten, genossen wir den ersten Abend noch in der Gesellschaft von neuen Freunden mit gutem Bier. Am Morgen des nächsten Tages blieb noch genügend Zeit für zwei Rundgänge durch Zagreb, bevor der Zug nach Београд abfuhr. Im Gegensatz zum Tag davor mit den Strecken durch die Alpen nach Ljubljana (und im Dunkeln nach Zagreb) ist die Strecke nach zwischen der kroatischen und der serbischen Hauptstadt eher langweilig, In Belgrad fanden wir wenigstens das (nach der Erfahrung vorbestellten) Hostel recht schnell, und nach den Strapazen der vorangeganenen Tage waren wir dann recht früh im Bett.

Auf der Strecke von Београд nach София zockelte der Zug am Anfang mit 50, 30 und abschnittsweise sogar nur 10 km/h rum, dann kamen aber zum Glück auch Abschnitte mit 100 km/h. Kurz vor Ниш (Niš) konnten wir dann beobachten, wie sich ein Fahrgast vor der Fahrkartenkontrolle drücken wollte, indem er auf freier Strecke aus dem (stehenden) Zug, letzte Tür, ausstieg und den letzten Wagen entlang lief, um weiter vorne wieder einzusteigen. Die Schaffner haben ihn aber gesehen, so ein Pech. Hinter Ниш ging es dann mit einer Diesellok und nur noch zwei Wagen weiter (die anderen 3 fuhren weiter gen Mazedonien) und die Passagiere fingen langsam an, mit Schraubenziehern und allem Möglichen Verkleidungen abzuschrauben, um Zigarettenstangen zu verstecken. Die Grenzkontrollen dauerten recht lange, gefunden wurde aber scheinbar nichts, und nach der zweiten Station auf bulgarischem Boden begann die Ernte. Wir haben uns wirklich gefragt, ob die Zöllner eigentlich was finden wollten.

Der gestrige Freitag begann dann mit langem Ausschlafen und einem Rundgang durch София, mit einem Besuch am Markt, nachdem ich zwei Jeans und ein Paar Schuhe mehr tragen musste, und ein wenig Sight-Seeing. Heute, Samstag, fahren wir mit einer Schmalspurbahn. Das hieß, 5 Uhr aufstehen, Taxi zum Bahnhof (4 Euro), Schnellzug nach Септември (Septemvri) und dann in einen kurzen Zug, der von 300 Metern bis 1200 Meter aufsteigen wird. Diese Worte schreibe ich bei 797 Metern. Das Wetter ist unbeschreiblich gut; ein richtiger Pralltag.

Morgen geht es dann um 9 Uhr Richtung Bucuresţi, von da aus am Montag nach Cluj-Napoca, und dann über Budapest (Dienstag) nach Frankfurt (Mittwoch nachmittag). Von Budapest werde ich nicht viel sehen, leider, mein Aufenthalt dort ist von 19 Uhr bis 6 Uhr morgens, und in dieser Jahreszeit ist das wohl alles im Dunkeln. Danach kommen wohl auch noch ein paar Bilder und mehr Berichte.

Update: Fips hat einen Bericht über die Schmalspurbahn geschrieben.

Bormio 2010

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Ende Januar 2010 ging es nach Norditalien, nach Bormio. Nach den Schwierigkeiten, hinzukommen, hatte ich eine schöne Woche mit vielen netten Leuten und einer phänomenalen Rückfahrt mit der Rhätischen Bahn.

Ich und meine zweite Folie in Bormio.
Bormio im Schnee
Der Heimweg aus Bormio: Miralago, aus dem Zug der Rhätischen Bahn heraus fotografiert
Blick zurück auf Miralago
Der Lago Bianco ist im Winter wirklich sehr weiß