Elternzeit

Kevin-Alf ist nun ein halbes Jahr alt. Und zu diesem Anlass bin ich nun für das nächste halbe Jahr in Elternzeit gegangen, meine bessere Hälfte arbeitet wieder. Und insgesamt ist das ein guter Anlass, mal übers Vatersein zu schreiben.

Kevin-Alf wird mit Stoffwindeln gewickelt, doch bis wir das alles zusammenklamüsert haben – was braucht man genau, was wäre noch gut, wieviele, welche Marken – hatte das etwas gedauert. Doch mittlerweile hat man sich wirklich gut daran gewöhnt. Wenn ich von einer Windellebensdauer von zwei Jahren ausgehe, überschlage ich Kosten von etwa 8 Cent pro Windel, oder 23 Cent für die Nachtwindeln, gegenüber etwa 17 Cent für die billigsten Plastikwindeln. Und Kacke abwischen muss man so oder so.

Nach etwa zwei Monaten bin ich wieder arbeiten gegangen, allerdings in einem neuen Job: Ich wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Kassel im Bereich Verkehrstechnik, für erstmal eben vier Monate, bis ich an seinem halbten Geburtstag daheim geblieben bin. Im Januar nächsten Jahres geht es dann weiter. Recht neu haben wir einen Fahrradanhänger, den Cross von Thule, als Zweisitzer, mit dem ich Kevin-Alf bei dem schönen Wetter in den Park fahren und dort mit ihm ein wenig auf der Decke liegen kann.

Zwischendurch sind wir schon recht viel Bahn mit dem Kleinen gefahren; nach Ostwestfalen, Südhessen, Kiel, Potsdam und Göttingen. Die allermeiste Zeit ist das auch sehr gut gegangen, im Gegensatz zu den wenigen Autofahrten: Es ist sehr beruhigend, ein unzufriedenes Kind einfach mal hochzunehmen und mit ihm ordentlich zu spielen, anstatt nur von der Seite in den Kindersitz reingucken zu können. Nur einmal, bei der allerersten Fahrt, kam ein blöder Kommentar von einem Mitreisenden: in der Einfahrt nach Hamburg in der Tür wartend meinte ein Fahrgast (aus der ersten Klasse), dass es dem Kleinen ja nicht gut gehen könne (er hat sich erdreistet, nicht komplett still zu sein, sondern ein wenig rumzuquengeln), weil er ja nicht bei der Mama ist, sondern im Tragetuch vom Papa herumgetragen wird. Das sei ja fast schon Vergewaltigung!

Die guten Erwiderungen kommen einem natürlich immer erst später, aber das war auch schnell verarbeitet. (Und jetzt, fünf Monate später, wirkt es wie eine Geschichte aus einem anderen Leben.) Ansonsten staune ich immer, wie viele Menschen ohne Kleinkinder sich im ICE ins Kleinkindabteil setzen; niemals haben wir deswegen keinen Platz gekriegt, aber befremdlich finde ich das manchmal schon. Nicht so schlimm allerdings, wie dass in den neuen Doppelstock-Intercityzügen das Kleinkindabteil so angeordnet ist, dass die anderen Passagiere durch das Abteil hindurch müssen, um zur Tür zu gelangen. Das wäre besser lösbar gewesen.

Aktuell wird Kevin-Alf immer aufmerksamer, immer geschickter. So sehr, dass ich immer mehr aufpassen muss, dass der Kleine meine Brille auf meiner Nase lässt. Nicht immer kriege ich das hin. Aber irgendwie macht das auch stolz.

Langsamer Start

Original-Post

Dieses Jahr hat nicht ganz so angefangen wie geplant: ich bin heute, am 57. Tag diesen Jahres, erst das dritte Mal mit dem Fahrrad auf die Arbeit gefahren. Selbst wenn man die Kranktage am Anfang des Jahres abzieht, habe ich mich also nur jeden 9. Arbeitstag auf den Drahtesel geschwungen. Dann war auch noch meine Brille in der Mitte durchgebrochen und recht lange in der Reparatur. Und außer einer Veranstaltung an der TU Darmstadt und einem Abendessen in Hanau war ich im Januar nicht außerhalb Frankfurts.

Jetzt kommt das Jahr aber für mich langsam in Fahrt. Meine UKS ist kurz vor Fasching wieder nach Frankfurt zurück gezogen, dazu bin ich mit dem freundlichen Herren in Blau im ICE nach Leipzig gefahren, um ihr beim Packen zu helfen und sie heimzufahren. Eine Woche darauf war ich mit Fips Modellbahnstellwerk spielen, dazu mussten wir wenigstens nach Darmstadt. Seit einer Woche habe ich nun meine Brille wieder — die Reparatur, bzw. der Austausch, war tatsächlich kostenlos. Und seit gestern habe ich auch wieder eine Kamera — ich habe mich von Johannes‘ Urteil überzeugen lassen und eine etwas teurere Kamera mit großem Chip gekauft. Mehr Werbung gibt’s aber erst, wenn ich die etwas ausprobiert habe.

Die nächsten vier Wochenenden sind dann auch von Reisen geprägt: Zuerst geht es Zug nach Dresden, wo ich eine Woche lang an der Frühjahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft teilnehmen werde. Vielleicht habe ich währenddessen die Möglichkeit, mal bei einer der sächsischen Schmalspurbahnen vorbeizuschauen. Sowohl Hin- als auch Rückfahrt passiert im Zug in einer großen Gruppe; ich habe Gruppentickets organisiert, für 11 Personen bei der Hinfahrt und 13 bei der Rückfahrt. Man, ist das kompliziert bei der Bahn.

Eine Woche, nachdem ich zurückkomme, geht es schon mit der Bahn nach Zürich, Johannes, Luisa und noch zwei andere Leute besuchen (die ich aber noch nicht kenne). Und noch eine Woche später bin ich dann mal zur Abwechslung bei Herford zu Gast. Und, weil das dann immernoch nicht genug ist, bin ich dann noch zwei Tage an der GSI. Und dann ist der März auch schon um. Naja, und bis dahin wollte ich eigentlich noch etwa 236 km Fahrrad gefahren sein…

Für den Rest des Jahres gibt es teilweise auch schon Pläne, aber am Wichtigsten dabei ist ein Urlaub in Norwegen! Mit Zug, Fähre und auch Leihauto(s). Drei Wochen im Juli. Bis dahin muss ich die neue Kamera wirklich bedienen können. Und 500 km Rad gefahren sein. Und dann war auch dieses Jahr die Pfingstfreizeit vom Gitarrenorchester, und die 100-Jahr-Feier meiner alten Schule (mit Chorauftritt) und natürlich auch wieder die Night of Science und das [Φ]FA-Turnier und ganz aktuell das leckende Abflussrohr aus dem Waschbecken daheim.

Uff. Wird wieder anstrengend.